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United States National Security Council

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Datei:National Security Council Wednesday, July 5, 2006 in Situation Room.jpg
Sitzung des National Security Council unter Präsident Bush am 5. Juli 2006 im Situation Room
Datei:NationalSecurityCouncilMeeting.jpg
Präsident Barack Obama bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) im Situation Room. Zu den Teilnehmern gehören Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates, der Nationale Sicherheitsberater General James L. Jones, der Direktor des Nationalen Geheimdienstes Dennis C. Blair, der Rechtsberater des Weißen Hauses Greg Craig, CIA-Direktor Leon Panetta, der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Tom Donilon, der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs General James Cartwright und der Stabschef des Weißen Hauses Rahm Emanuel

Der United States National Security Council (NSC, deutsch „Nationaler Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten“) ist ein über die äußere Sicherheit beratendes Gremium der Bundesexekutive der Vereinigten Staaten. Der Rat, dem der Präsident vorsitzt, spielt für die Ausarbeitung und Umsetzung der amerikanischen Außenpolitik eine herausragende Rolle. Häufig wird das Gremium mit gravierender Einflussnahme und mit seinem üblichen Tagungsort, dem Situation Room (Lagebesprechungsraum) im Keller des Weißen Hauses, assoziiert, der als Prototyp eines modernen Sitzungszimmers in vielen Hollywood-Produktionen repliziert wurde.

Geschichte

Bereits kurz nach seiner Gründung hatte eine der ersten Analysen der Weltlage eine durchschlagende Wirkung: Im Memorandum Nr. 68 (besser bekannt als NSC 68) hatte der Nationale Sicherheitsrat am 14. April 1950 dem Präsidenten empfohlen, die Ausgaben für das Militär massiv zu erhöhen, um den weltweiten Einfluss des Kommunismus einzudämmen (sogenannte Containment-Politik). Nach längerem Zögern stimmte Truman den Empfehlungen nach Beginn des Koreakrieges zu. Die NSC 68 war eine der wenigen Handlungsempfehlungen des Nationalen Sicherheitsrates, die bisher öffentlich bekannt sind. Die Beratungsergebnisse und Auswirkungen des Gremiums entziehen sich meist der direkten öffentlichen Kenntnis.

Datei:President Joe Biden and Vice President Kamala Harris are briefed by their national security team.jpg
Präsident Joe Biden bespricht den Fall Kabuls mit dem Nationalen Sicherheitsrat, 18. August 2021

Nachdem sich am 11. Februar 2003 Peter Goldsmith mit John Bellinger, dem Rechtsberater des NSC, getroffen hatte, empfahl Peter Goldsmith am 17. März George W. Bush den bevorstehenden Irakkrieg, ohne den Bruch der UN-Resolution 1441 zu belegen, zu beginnen.<ref>Philippe Sands: Lawless World: Making and Breaking Global Rules. Penguin, 2006, S. 335–340.</ref>

Gesetzliche Grundlagen

Auf Initiative des damaligen Präsidenten Harry S. Truman hin gründete der Kongress im Juli 1947 den ersten nationalen Sicherheitsrat als eine von mehreren Maßnahmen des National Security Act, wobei damals mit Alben W. Barkley zunächst der Vizepräsident den Vorsitz innehatte. Der Kongress unterstellte im Rahmen von Ergänzungen zum National Security Act den Nationalen Sicherheitsrat dem Executive Office des Präsidenten.

Funktion und Zusammensetzung des National Security Council sind in § 402 des 50. Buches des United States Code festgelegt.<ref name="Gesetzestext">§ 402. National Security Council. Gesetzestext; abgerufen am 6. September 2008.</ref> Das Gremium dient dem Austausch von Informationen und Nachrichten zwischen allen für die „nationale Sicherheit“ zuständigen Behörden, sodass der Präsident durch das Gremium beraten werden und die Zusammenarbeit koordiniert werden kann. Abgesehen von der Bedeutung, die Truman dem Gremium verleihen wollte, gilt es aufgrund seines festen Mitarbeiters im juristischen Sinne als Behörde und unterliegt damit verfassungsrechtlich nicht allein der Amtsführung des Präsidenten, sondern der Budgetierungskompetenz und Legitimation des Kongresses.

Der National Security Council wirkt aufgrund seiner Positionierung an einer Schnittstelle in der Exekutive indirekt an der Ausarbeitung der Nationalen Sicherheitsstrategie mit, einer seit 1986 im Goldwater-Nichols-Gesetz verankerten, periodisch herausgegebenen Zusammenfassung aller wahrgenommenen Bedrohungen und Handlungsmaximen, die die äußere Sicherheit der Vereinigten Staaten betreffen.

Mitglieder

Aktuelle Zusammensetzung

Während des Kabinett Trump II waren zunächst die unten aufgeführten Personen Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats.

Anfang April 2025 entließ der Präsident sechs Mitarbeiter des Sicherheitsrates und versetzte einige weitere auf andere Posten, ohne dies mit Sicherheitsberater Michael Waltz abgestimmt zu haben, der wegen der Signal-Affäre angeschlagen war. Den von Medien vermuteten Zusammenhang der Entlassungen mit einem unmittelbar davor stattgefundenen Treffen mit der Influencerin Laura Loomer, an dem auch Vizepräsident JD Vance teilgenommen hatte, verneinte Trump, räumte aber ein, Loomer habe ihm Namen von Personen genannt, die er ihrer Meinung nach einstellen solle. Es handelte sich um die erste größere Umbesetzung innerhalb der US-Regierung nach Trumps Amtsantritt im Februar 2025.<ref>Trump entlässt offenbar mehrere Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates. In: Der Spiegel. 4. April 2025, abgerufen am 4. April 2025.</ref>

(Stand 6/2025)

Amt Name Foto
Ständige Mitglieder
Präsident Donald Trump Datei:January 2025 Official Presidential Portrait of Donald J. Trump.jpg
Vizepräsident JD Vance Datei:March 2026 Official Vice Presidential Portrait of JD Vance.jpg
Außenminister

Nationaler Sicherheitsberater

Marco Rubio Datei:Official portrait of Secretary Marco Rubio, January 2025.jpg
Finanzminister Scott Bessent Datei:Scott Bessent, official portrait (2025).jpg
Verteidigungsminister Pete Hegseth Datei:Pete Hegseth Official Portrait.jpg
Justizminister („Attorney General“)
Energieminister Chris Wright Datei:Secretary Chris Wright Official Portrait.png
Minister für innere Sicherheit und Heimatschutz Markwayne Mullin Datei:DHS Secretary Markwayne Mullin Official Portrait (55166865268) (3x4 cropped).jpg
Ständiger Vertreter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen Michael Waltz Datei:Michael Waltz, official portrait, 116th Congress.jpg
Stabschef des Weißen Hauses Susie Wiles Datei:Susie Wiles 2025 (cropped).jpg
Stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Andy Baker Datei:Keinbild.gif
Robert Gabriel Jr. Datei:Keinbild.gif
Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten Dan Caine Datei:Lt Gen John D. Caine.jpg
Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard Datei:Director Tulsi Gabbard Official Portrait.jpg
Direktor des Office of National Drug Control Policy Jon Rice Datei:Keinbild.gif
Berater für Innere Sicherheit Stephen Miller Datei:Stephen Miller by Gage Skidmore 2.jpg
Nichtständige Mitglieder
Rechtsberater des Weißen Hauses David Warrington Datei:David Warrington (8007711713).jpg
Direktor der Central Intelligence Agency John Ratcliffe Datei:John Ratcliffe official photo.jpg
Wirtschaftsberater des Präsidenten Kevin Hassett Datei:Kevin Hassett official photo.jpg
Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten Jamieson Greer Datei:U.S. Trade Representative Jamieson Greer.jpg
Direktor des Office of Management and Budget Russell Vought Datei:Russell Vought.jpg
Sondergesandter des US-Präsidenten für das Klima vakant

Frühere Zusammensetzungen

Für das Bestehen des Gremiums sind laut Gesetz bis Ende Januar 2017 folgende Amtsinhaber als ständige Mitglieder vorgeschrieben gewesen:

Am 28. Januar 2017 ordnete Donald Trump die Zusammensetzung per Dekret neu; ständige Mitglieder waren nunmehr:<ref>National Security Presidential Memorandum 2. (PDF) The White House, 28. Januar 2017, abgerufen am 29. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Amtsführung des Präsidenten unterliegt bei Bedarf die vereinzelte Hinzunahme anderer Regierungsmitglieder. Die Hinzunahme weiterer Mitglieder der Exekutive über einen längeren Zeitraum hinweg oder auf Dauer bedarf der Genehmigung des Senats. Vorsitzender des Stabes ist der Nationale Sicherheitsberater, dessen Amt im Laufe der Zeit zu einer der wichtigsten Beraterfunktionen des Präsidenten avanciert ist.

Als Beispiel für die periodische Miteinbeziehung anderer Regierungsmitglieder kann die Sitzungsteilnahme der Botschafter der Vereinigten Staaten im Irak oder die Kommandeure der Multi-National Force – Iraq während der Besetzung des Irak dienen.

Als regelmäßige Sitzungsteilnehmer haben sich seit Bestehen des Nationalen Sicherheitsrates darüber hinaus der Generalstabsvorsitzende (Chairman of the Joint Chiefs of Staff) oder der stellvertretende Generalstabsvorsitzende (Vice Chairman of the Joint Chiefs of Staff), der Direktor der nationalen Geheimdienste (Director of National Intelligence) und der Finanzminister herauskristallisiert.<ref>vgl. die Kurzbeschreibung auf der Internetpräsenz des Weißen Hauses.</ref> Per Dekret entschied Präsident Donald Trump am 28. Januar 2017, dass der Generalstabsvorsitzende und der Direktor der nationalen Geheimdienste nicht mehr an den Sitzungen teilnehmen; dafür wurden sein Chefstratege Stephen Bannon sowie der Stabschef des Weißen Hauses, Reince Priebus, neu aufgenommen.<ref>Kai Biermann: Stephen Bannon bestimmt nun auch die US-Außenpolitik mit. In: Zeit Online. 29. Januar 2017, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Die Berufung von Bannon in das Gremium wurde nach Medienberichten im April 2017 rückgängig gemacht.<ref>brk: Bannon verliert Sitz im Nationalen Sicherheitsrat. In: Spiegel Online. 5. April 2017, abgerufen am 5. April 2017.</ref>

Ebenso wie die Zusammensetzung schreibt das Gesetz den ständigen Betrieb zweier Unterdirektorien vor: erstens das „Komitee für äußere Aufklärung“ (Committee on Foreign Intelligence) und zweitens das „Komitee für nationenübergreifende Bedrohungen“ (Committee on Transnational Threats). Darüber hinaus ist das Amt des „Sonderberaters für weltweite Glaubensfreiheit“ (Special Adviser to the President on International Religious Freedom) vorgesehen, dessen Inhaber zahlreiche Dienststellen und Behörden bei der Bewertung und Durchsetzung internationaler Gewissensfreiheit aktiv beraten und unterstützen soll.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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