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Akademisches Gymnasium (Linz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Akademisches Gymnasium Linz
Datei:Linz Akademisches Gymnasium Spittelwiese 14.jpg
Schulform Allgemeinbildende höhere Schule
Gründung 1542
Ort Linz
Bundesland Oberösterreich
Staat Österreich
Koordinaten 48° 18′ 9″ N, 14° 17′ 13″ OKoordinaten: 48° 18′ 9″ N, 14° 17′ 13″ O
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Lehrkräfte 44 (2020/21)
Leitung Gerhard Beuer
Website akadgymlinz.at

Das Akademische Gymnasium von Linz ist ein Gymnasium auf der Spittelwiese im Altstadtviertel im Stadtteil Innenstadt. Es wurde 1542 gegründet und ist das älteste der fünf österreichischen Akademischen Gymnasien.

Geschichte

Die ursprünglich als Evangelische Landschaftsschule 1542 gegründete Einrichtung war zuerst jenseits der Donau in Luftenberg bei Steyregg angesiedelt und verdankt ihre Gründung Philipp Melanchthon. Ihre Standortbestimmung hat eine bewegte Geschichte: Nach mehreren Wechseln kam sie 1573 von Enns in das Linzer Landhaus, von den Jesuiten wurde sie in deren Seminarsgebäude transferiert, ehe der 1870 begonnene Neubau vom Wiener Architekten Karl Stattler errichtet wurde. Dem Bau mussten zwei vom Schlierbacher Abt Balthasar Rauch (1645–1660) akquirierte Bürgerhäuser weichen, die als Stadthof für die Zisterzienser aus Schlierbach konzipiert waren.<ref>Vorlage:Stadtgeschichte.linz</ref>

Von 1796 bis 1854 trug die Schule erstmals den Titel akademisch, 1965 wurde ihr dieser wiederum verliehen. 1863 erfolgte die Erhebung zum Staatsgymnasium erster Klasse und die Übernahme der Lehrer in den Staatsdienst, worauf die zeitweise Bezeichnung als 1. Bundesgymnasium Linz zurückzuführen ist.<ref>[%5B%5B:Vorlage:OoeGeschichte/URL%5D%5D/bibliografie/1.%20Bundesgymnasium%20Linz Bibliografie zur oberösterreichischen Geschichte.] Suche nach '1. Bundesgymnasium Linz'. In: ooegeschichte.at. Virtuelles Museum Oberösterreich;</ref> Das Gymnasium ist die historische Stammschule der heute noch aktiven katholischen Schülerverbindung Nibelungia 1901 zu Linz und der pennalen Burschenschaft Ostmark.

Architektur

Das dreigeschoßige Schulgebäude in der Spittelwiese wurde von 1870 bis 1872 nach den Plänen Karl Stattlers erbaut und steht unter Denkmalschutz. Das monumentale palastartige Eckgebäude im Stil des Historismus mit quadrierten Wänden und gequaderten Ecken hat zur Spittelwiese einen leicht vortretenden erhöhten reich gegliederten Mittelrisalit mit einem Säulenportal und einem darüber liegenden Balkon. Das Foyer hat ein Muldengewölbe und einen Stichkappenkranz. Der Aufgang zum Stiegenhaus ist mit Säulen flankiert. Die zweiarmige dreiläufige Monumentaltreppe mit einem gemeinsamen Antritt hat eine bemerkenswerte Gusseisenbrüstung. Die Treppenpodeste und die Gänge sind kreuzgratgewölbt und haben teils noch die originale zarte Dekorationsmalerei. Der Festsaal im ersten Obergeschoß im Stil der Neorenaissance hat eine Dreiportalanlage und eine Bühne.

Ausstattung

Es gibt ein barockes jesuitisches Thesenblatt nach Alessandro Marchesini als Stich aus 1732 als Leihgabe der Elisabethinen. Es gibt eine Studentenfahne des Akademischen Gymnasiums aus 1838 mit Ölbildern der Heiligen Katharina und Leopold. Ehemalige Sammlungen der Schule, die Bibliothek des Jesuitengymnasiums, eine Siegelsammlung, eine Autographensammlung, befinden sich heute in Linzer Museen.

Schule

Das Akademische Gymnasium ist allgemeinbildend, altsprachlich und humanistisch ausgerichtet. Englisch wird ab der ersten Klasse, Latein oder Französisch ab der dritten unterrichtet. In der fünften Klasse müssen die Schüler zwischen Latein, Französisch und Altgriechisch wählen. Auch ein Musikschwerpunkt wird angeboten.

Bekannte Absolventen

Liste bekannter Personen, die das Akademische Gymnasium besuchten (sortiert nach Geburtsjahr):

Name Lebensdaten Bemerkung
1577–1657 Doktor beider Rechte, Professor am Tübinger Collegium Illustre
1750–1840 katholischer Geistlicher, Physiker und Rektor der Universität Wien
1758–1808 Kirchenrechtler
1800–1864 katholischer Theologe und Geistlicher
1809–1870 Geistlicher, Ordensstifter
1811–1879 Kaufmann, Politiker
1828–1885 Psychiater
1842–1913 Mundartdichter
1844–1906 Physiker, Mathematiker, Philosoph
1846–1938 Mundartdichter
1859–1915 Bischof der Diözese Linz
1860–1927 Politiker, Geistlicher
1863–1934 Schriftsteller, Theater- und Literaturkritiker
1873–1965 Archivar, Historiker, Numismatiker
1874–1932 Bundeskanzler (Österreich)
1883–1958 Politiker
1885–1968 Klassischer Philologe
1888–1967 Arzt, Komponist
1889–1971 Heimatforscher
1891–1988 Bürgermeister von Linz
1893–1983 Maler
1893–1984 Landeshauptmann von Oberösterreich
1895–1981 Operetten- und Filmkomponist
1896–1960 Bischof der Diözese Linz
1900–1975 Historiker
1901–1999 Komponist, Dirigent, Intendant
1901–1966 Historiker
1906–1990 Politiker
1908–1931 Nichte Adolf Hitlers
1913–2002 Volkskundler
1921–2025 Literaturwissenschaftler
1921–2006 Landeshauptmannstellvertreter
1921–2005 Landeshauptmann von Oberösterreich
1923–2018 Komponist, Chorleiter und Musikpädagoge
1923–2017 Architekt und Dombaumeister
1927–2020 Historiker
1927–2014 Bürgermeister von Linz
1928–2019 Jurist
1929–2025 Landeshauptmann von Oberösterreich, Jurist
1941 Architekt
1942 Musiker (Hornist)
1943 Diplomat, Politiker, Autor
1950 Finanzmathematiker
1951 Schachkomponist
1951–2016 Organist, Musikwissenschaftler
1955 Schriftsteller
1957 Musiker, Komponist<ref name="absolv">Je öfter ich das Wort ‚Schule‘ höre. Absolventenreport Akademisches Gymnasium. Abgerufen am 23. Februar 2025.</ref>
1957–2001 Schriftsteller, Performer<ref name="absolv" />
1957 Kunsthistoriker, Numismatiker, Oberösterreichische Landesmuseen
1957 Schriftsteller
1957 Politiker, Jurist
1959 Politiker und Theologe
1960 Filmregisseur, Filmkurator
1961 Regisseur, Drehbuchautor
1963 Komponist
1963 Schriftsteller
1964 Autor, Kulturpromoter
1965 Rechtsanwalt, Bundesrat
1967 Politiker, Unternehmensberater
1970 Direktor der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
1974 Musiker (Cellist)
1974 Politiker, Jurist
1975 Astrophysiker, Fernsehmoderator
1975 Filmemacherin
1975 Ärztin, Politikerin
1979 Kabarettistin

Bekannte Unterrichtende

Sport

Das Akademische Gymnasium Linz nahm bereits mehrere Male an den Hockeybundesmeisterschaften teil und wurden schon oft Meister. Auch an den Hallen-Schulmeisterschaften (Leichtathletik) nimmt das Akademische Gymnasium teil, auch hier konnte das Gymnasium mehrere Titel verbuchen. Die Fußballmeisterschaften sind schon fast Tradition an der Schule, doch gewinnen konnte man noch nicht. Seit neuestem nimmt das Akademische Gymnasium auch an den Landes-Floorballschulmeisterschaften teil und konnte gleich im ersten Jahr den Unterstufentitel erreichen.

Literatur

Zum Gymnasium
  • Reihe Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1864–1918 (Digitalisat, Jahrgänge 1898–1915).
  • Joseph Gaisberger: Geschichte des k. k. akademischen Gymnasiums zu Linz. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 15, Linz 1855, S. 1–124 (Vorlage:ZOBODAT).
  • Franz Thalmayr, Anton Sauer, Ernst Sewera: Katalog der Lehrerbibliothek des k. k. Staats-Gymnasiums in Linz. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1899, 1901, 1905 (Digitalisat).
  • Franz Xaver Lehner: Die Münzensammlung des k. k. Staats-Gymnasiums zu Linz. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1908, S. 1–24 (Digitalisat).
  • Franz Thalmayr: Zum vierzigjährigen Bestande des Gymnasialgebäudes. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1914, S. 25–32 (Digitalisat).
  • Ehrentafel der im Kriege gefallenen ehemaligen Schüler der Anstalt. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1915, S. 71–73 (Digitalisat).
  • Willibald Katzinger, Monika Klepp, Gerhart Marckhgott, Erika Sokolicek: Die Geschichte des Akademischen Gymnasiums Linz. Trauner Verlag, Linz 1998.
  • Monika Klepp: Die jüdischen Schüler des Staatsgymnasiums Linz im Jahre 1938 (Umfeld – Schicksale). In: Akademisches Gymnasium (1. Bundesgymnasium) Linz (Hrsg.): Jahresbericht über das Schuljahr 2003/2004. Linz 2004, S. 25–44 ([[[:Vorlage:OoeGeschichte/URL]] ooegeschichte.at] [PDF]).
Zum Gebäude
  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. Linz, Obere und Untere Vorstadt, Bauten im Straßenverband, Spittelwiese Nr. 14, Akademisches Gymnasium, S. 302–303.

Weblinks

Commons: Akademisches Gymnasium Linz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website des Akademischen Gymnasiums Linz
  • [%5B%5B:Vorlage:OoeGeschichte/URL%5D%5D/bibliografie/Akademisches%20Gymnasium Bibliografie zur oberösterreichischen Geschichte.] Suche nach 'Akademisches Gymnasium'. In: ooegeschichte.at. Virtuelles Museum Oberösterreich;

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein