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Apricitabin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Datei:Apricitabine.svg
Allgemeines
Freiname Apricitabin<ref name="inn-list">INN Recommended List 57, World Health Organisation (WHO), 9. März 2007.</ref>
Andere Namen
  • (−)-2'-Desoxy-3'-oxa-4'-thiocytidin (dOTC)
  • 4-Amino-1-[(2R,4R)-2-(hydroxymethyl)-1,3-oxathiolan-4-yl]pyrimidin-2-on
Summenformel C8H11N3O3S
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 455041
ChemSpider 400685
DrugBank DB12855
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse
Wirkmechanismus

kompetitive Hemmung der reversen Transkriptase

Eigenschaften
Molare Masse 229,26 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Apricitabin (SPD754, AVX754) ist ein experimenteller Arzneistoff zur Behandlung von HIV-infizierten Patienten im Rahmen einer HIV-Kombinationstherapie.

Er gehört zur Gruppe der nukelosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI).

Geschichte

Apricitabin wird derzeit von Avexa Pharmaceuticals, einem australischen Pharmaunternehmen, entwickelt und getestet. Phase-IIb-Studien wurden 2006 abgeschlossen.<ref>Avexa und Novasep geben Unterzeichnung von Vertrag über die Produktion von Apricitabin bekannt.</ref>

Der Wirkstoff wurde ursprünglich von BioChem Pharma als BCH10618 entwickelt. Nach dem Verkauf an Shire Pharmaceuticals wurde der Wirkstoff in SPD754 umbenannt. Shire verkaufte anschließend die Rechte an Avexa (AVX754).<ref name="aidsmeds">AIDSmeds.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Apricitabine (Memento vom 21. März 2008 im Internet Archive)</ref>

Pharmakologie

Apricitabin wurde in verschiedenen Studien untersucht. Ergebnis der Studien ist, dass unter Apricitabin-Monotherapie die beste Virus-Suppression bei einer Dosierung von 1200 mg erreicht wurde. Der Wirkstoff war in der Lage, die Viruslast um bis zu 1,65 Logstufen zu reduzieren.<ref name="Cahn">P. Cahn, I. Cassetti, R. Wood, P. Phanuphak, L. Shiveley, R. C. Bethell, J. Sawyer: Efficacy and tolerability of 10-day monotherapy with apricitabine in antiretroviral-naive, HIV-infected patients. In: AIDS. 20(9), 12 Jun 2006, S. 1261–1268. PMID 16816554.</ref>

Die Ähnlichkeit zu den Wirkstoffen Lamivudin (Epivir®) und Emtricitabin (Emtriva®) macht eine Kombination mit ihnen sinnlos.<ref name="aidsmeds" />

Pharmakokinetik

Apricitabin wurde in Studien schnell aufgenommen und hauptsächlich renal metabolisiert. Die höchsten Plasmaspiegel werden nach 1,5 bis 2,5 Stunden erreicht.<ref>P. Cahn, M. Rolon, I. Cassetti, L. Shiveley, T. Holdich, J. Sawyer: Multiple-dose pharmacokinetics of apricitabine, a novel nucleoside reverse transcriptase inhibitor, in patients with HIV-1 infection. In: Clin Drug Investig. 28(2), 2008, S. 129–138. PMID 18211121.</ref>

Nebenwirkungen

Apricitabin war in den bisherigen Studien gut verträglich.<ref name="Cahn" />

Resistenzen

In den früheren Studien wurden keine therapiebedingten Resistenzmutationen beobachtet.<ref name="Cahn" />

In vitro zeigte Apricitabin gute Aktivität gegen NRTI-resistente Stämme (einschließlich Zidovudin (Retrovir®) und Lamivudin (Epivir®) ). Frühere Studien zeigten, dass Apricitabin auch gegen Stämme mit Epivir-Resistenz wirksam ist. Neue Studien zeigen, dass der Wirkstoff K65R-Mutationen mit Resistenz gegen Didanosin (Videx®) und Tenofovir (Viread®) hervorrufen kann.<ref name="aidsmeds" />

In zukünftigen Studien wird abzuklären sein, ob der Wirkstoff tatsächlich für die K65R-Mutation verantwortlich ist.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein