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Barry Callebaut

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Barry Callebaut AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Barry Callebaut.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0009002962
Gründung 1996
Sitz Zürich, SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Leitung Hein Schumacher<ref>awp/mth: Beim weltgrössten Schokoladehersteller kommt es zu einem abrupten Chefwechsel. Barry Callebaut ernennt Hein Schumacher zum neuen CEO. Der ehemalige Unilever-Chef soll den angeschlagenen Konzern zurück zu Wachstum führen. In: Handelszeitung. 21. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> (CEO)
Patrick De Maeseneire
(Chairman of the Board)
Mitarbeiterzahl 13'138 (2024/2025)<ref name="AR2025_Mitarb">Stand: 1. August 2025. Annual Report 2024/2025. (PDF; 20,4 MB) In: barry-callebaut.com. 11. November 2024, S. 10, abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Abschnitt: 5-Year Overview).</ref>
Umsatz 14,788 Mrd. CHF (2024/2025)<ref>Annual Report 2024/2025. (PDF; 20,4 MB) In: barry-callebaut.com. 11. November 2025, S. 10, abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Abschnitt: Consolidated Financial Statements).</ref>
Stand: 31. August 2025
Datei:Mmm ... chocolates (4009223226).jpg
Schokolade von Barry Callebaut

Die Barry Callebaut AG [<templatestyles src="IPA/styles.css" />bari kalebau̯t] ist einer der grössten Schokoladenhersteller der Welt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Zürich und ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Das Unternehmen stellt Schokolade, Kakaoprodukte, Füllungen, Glasuren und Dekorationen für die zwei Kundensegmente Industrie und gewerbliche Kunden (Konditoreien und Gastronomie) her. Die 61 (2017: 55)<ref name="Annual_Report_2016/17">Barry Callebaut Group: Annual Report 2016/17. (PDF; 13,3 MB) In: barry-callebaut.com. Barry Callebaut Group, 6. November 2017, S. 4, 7, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Dezember 2017; abgerufen am 20. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Produktionsstätten liegen in Europa, Afrika, Amerika und Asien in über 40 (2017: >30)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unternehmensprofil (Memento vom 19. Mai 2017 im Internet Archive). In: barry-callebaut.com, abgerufen am 25. April 2017.</ref> Ländern<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unternehmensprofil Barry Callebaut. (Memento vom 9. Oktober 2021 im Internet Archive) In: barry-callebaut.com, abgerufen am 9. Oktober 2021.</ref> und beliefern 143 Länder.<ref name="Report_2019-20">Barry Callebaut Annual Report 2019/2020 – Notes to the Consolidated Financial Statements. (PDF; 4,9 MB) In: barry-callebaut.com. 17. November 2020, abgerufen am 28. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu den bekanntesten Marken des Konzerns gehören Callebaut, Cacao Barry und Carma.

Barry Callebaut beschäftigt mehr als 13'000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021/22, das am 31. August 2022 endete, einen Umsatz von über 8 Milliarden Schweizer Franken.<ref>Barry Callebaut Gruppe – Jahresergebnis Geschäftsjahr 2021/22. (PDF; 318 kB) In: barry-callebaut.com. 1. November 2022, abgerufen am 1. Februar 2023.</ref> Im vorherigen Geschäftsjahr 2020/2021 lag der Umsatz bei 7,2 Milliarden Schweizer Franken.<ref name="Annual_Report_2020-21"></ref> Die Barry Callebaut AG gehört zu den 500 grössten Familienunternehmen der Welt.<ref>2025 EY and University of St.Gallen Global Family Business 500 Index. In: familybusinessindex.com. Abgerufen am 16. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte

Cacao Barry

Cacao Barry wurde 1842 in Hardricourt, Frankreich, von Charles Barry gegründet, einem Engländer mit einer Leidenschaft für die Erforschung Afrikas.<ref>Hardricourt: Barry Callebaut, 175 years of chocolate history. In: Le Parisien. 4. Juni 2017, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf seinen Reisen nach Afrika kam Barry mit Kakaobohnen in Berührung, einem wichtigen Bestandteil der Schokoladenherstellung. Das Unternehmen begann 1911 mit der Herstellung von Schokolade, und 1952 wurde Cacao Barry in der Verarbeitung von der Bohne bis zur Gourmet-Schokolade aktiv.<ref>Barry Callebaut brand creates first 100% sustainable ingredients series, marking its 25th anniversary. In: Confectionery Production. Bell Publishing, 10. Juli 2021, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1992 übernahm die Holdinggesellschaft Société Centrale d’Investissement (SCI) die Kontrolle über Cacao Barry und übertrug anschliessend 49 % des Unternehmenskapitals an die Compagnie Nationale à Portefeuille (CNP), einen Investmentfonds der Gruppe des Financiers Albert Frère. Das Management von SCI setzte auf eine stärkere Durchdringung des britischen Marktes und eröffnete infolgedessen eine neue Produktionsstätte im Vereinigten Königreich.<ref>Albert Frere fond sur le chocolat (CNP ACHETE 49% DE SCI && ASSOCIES,proprietaire du groupe Barry et Vital Sogeviandes). In: Le Soir. Groupe Rossel, 2. Juli 1994, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 1994, kurz vor der Fusion von 1996, wurde die Marke Pure Origine of Cacao Barry auf den Markt gebracht.<ref>Longtime executive Dirk Poelman retiring from Barry Callebaut. In: Confectionery News. WilliamReed, 6. Juni 2019, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Callebaut

Callebaut war ein belgisches Unternehmen, das 1850 von Eugenius Callebaut als Brauerei in Wieze, Belgien, gegründet wurde.<ref>Barry Callebaut shapes its Forever Chocolate ambitions. In: Confectionery Production. Bell Publishing, 2. November 2018, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1911 begann die Brauerei mit der Herstellung von Schokoladentafeln und stellte bald ganz auf die Schokoladenproduktion um. 1925 wurde mit der Herstellung von Kuvertüre begonnen. In den 1950er-Jahren begann Callebaut, das noch immer ein Familienunternehmen war, seine Produkte in andere europäische und nordamerikanische Märkte zu exportieren, und machte sich dabei die Tatsache zunutze, dass belgische Schokolade einen hervorragenden Ruf für ihre Qualität hatte. 1981 wurde das Unternehmen von Interfood, einer Tochtergesellschaft von Tobler-Suchard, aufgekauft.<ref>En vue Barry Callebaut, un géant de l'industrie. In: L'Orient-Le Jour. 12. September 2008, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bernard Callebaut, Erbe der Gründerfamilie, zog nach Kanada, wo er eine neue Schokoladenfabrik namens Chocolaterie Bernard Callebaut eröffnete.<ref>Ex-Chocolaterie Bernard Callebaut chief starts over with Papa Chocolat. In: The Globe and Mail. 3. Juli 2011, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1983 erwarb Klaus Jacobs die vollständige Kontrolle über Interfood, die Holdinggesellschaft, die Callebaut kontrollierte, und wurde zu einem international führenden Süsswarenhersteller. Nach einer Reihe von Übernahmen in der Branche fusionierte das Unternehmen 1987 mit dem US-amerikanischen Unternehmen Kraft. Infolge dieser Fusion entstand Kraft Jacobs Suchard.<ref>Philip Morris forms Kraft Jacobs Suchard in Europe. In: UPI. 8. September 1993, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Klaus Jacobs behielt das Geschäft von Callebaut bei.<ref>Klaus Jacobs, Candy and Staffing Magnate, Dies at 71. In: The New York Times. The New York Times Company, 12. September 2008, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Fusion und IPO

Der belgische Schokoladenhersteller Callebaut und das französische Schokoladenunternehmen Cacao Barry fusionierten 1996 zu Barry Callebaut. Im Jahr 1998 wurde Barry Callebaut an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert.<ref>Scientists invent brand new flavour of chocolate called ‘Ruby’. In: The Independent. 15. Januar 2018, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Barry Callebaut ist somit ein Schweizer Unternehmen.

Weitere Entwicklung

Das Unternehmen entwickelte sich weiter. Jacobs Suchard übertrug ihm die Leitung von Van Houten, dem 1815 in Amsterdam gegründeten niederländischen Schokoladen- und Kakaopulver-Hersteller, den Jacobs Suchard 1986 erworben hatte. Barry Callebaut erweiterte auch seine Produktpalette und brachte neue Marken auf den Markt wie Bensdorp (Kakaopulver), The Barry and Callebaut (Gourmet-Schokolade und Produkte auf Kakaobasis) sowie neue Produktlinien unter der Marke Barry Callebaut für die industrielle Verwendung, darunter Kakaopulver, Kakaobutter, Kakaomasse und Schokolade. Im Jahr 1988 erwarb das Unternehmen das US-amerikanische Süsswarenunternehmen Van Leer Chocolate und im darauffolgenden Jahr die Schweizer Carma-Pfister AG.<ref>Metro Business; Van Leer Chocolate Is Said to Be for Sale. In: The New York Times. The New York Times Company, 5. Mai 1998, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im selben Jahr erhielt Barry Callebaut Zugang zum südamerikanischen Markt mit dem Kauf des brasilianischen Unternehmens Chandler Industrial de Bahia.

Im Jahr 2002 erwarb Barry Callebaut unter der Leitung seines neuen CEO Patrick De Maeseneire das deutsche Unternehmen Stollwerck und übernahm damit dessen 17 Marken, darunter Sarotti.<ref>Barry Callebaut expands in Germany. In: swissinfo.ch. SRG SSR, 26. April 2002, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im folgenden Jahr wurde Brach’s durch die Übernahme von Schulden in Höhe von 16 Millionen Dollar gekauft. Im Jahr 2004 wurde AM Foods K/S erworben, ein auf Croissants und Schokolade spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Dänemark. Im Jahr 2007 unterzeichnete Barry Callebaut eine Vereinbarung mit dem Schweizer Unternehmen Nestlé über den Kauf des französischen Standorts in Dijon, von Anlagen zur Herstellung von Kakao und flüssiger Schokolade am italienischen Standort in San Sisto (Perugia) und zur Belieferung von Nestlé mit Schokoladenprodukten pro Jahr in Frankreich, Italien und Russland.<ref>Deal sees Barry Callebaut double existing business with Kraft. In: Confectonery News. WilliamReed, 8. September 2010, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Noch vor Jahresende erwarb Barry Callebaut das Unternehmen FPI-Food Processing International in den Vereinigten Staaten und KL Kepong Cocoa Products Sdn Bhd in Port Klang, Malaysia.<ref>Barry Callebaut buys into Malaysia chocolate-maker. In: Reuters. 8. September 2010, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2009 kaufte Barry Callebaut den spanischen Schokoladenhersteller Chocovic S.A.<ref>Barry Callebaut to acquire Spanish chocolate maker. In: Baking Business. Sosland Publishing, 11. März 2009, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese internationalen Akquisitionen erfolgten innerhalb weniger Jahre, was CEO De Maeseneire zu der Aussage veranlasste: «Wir wollten nicht, dass Barry Callebaut nur europäisch ist, wir wollten, dass es ein globales Unternehmen wird.»<ref>Barry Callebaut AG History. In: FundingUniverse. Infolinks, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2011 beschloss das Unternehmen, den Geschäftsbereich Stollwerck an die belgische Baronie Group zu übertragen und seine Einzelhandelsaktivitäten auf den europäischen Märkten zu veräussern. Seitdem ist Barry Callebaut ein reiner B2B-Anbieter.<ref>Barry Callebaut sells Stollwerck to Baronie Group. In: Reuters. 11. Juli 2011, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2017 erwarb Barry Callebaut D’Orsogna Dolciaria, ein italienisches Unternehmen mit Sitz in den Abruzzen, das auf die Herstellung von Amaretto-Keksen, Süsswarendekorationen und ähnlichen Produkten spezialisiert ist.<ref>D'Orsogna Dolciaria: i dolci abruzzesi fanno gola agli svizzeri di Barry Callebaut. In: La Repubblica. GEDI Gruppo Editoriale, 20. Juli 2017, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2022 eröffnete das Unternehmen eine Exportanlage im ecuadorianischen Durán, in welcher Kakaobohnen gesäubert, getrocknet und anschliessend exportiert werden.<ref>Barry Callebaut eröffnet Exportanlage in Ecuador. In: FuW. 1. Juni 2022, abgerufen am 8. Oktober 2024.</ref><ref>Barry Callebaut opens cocoa bean export facility in Ecuador. In: Confectionery News. 7. Juni 2022, abgerufen am 8. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2025 kündigte Barry Callebaut eine Kooperation mit dem Start-Up Planet A Foods an, bei welcher die Unternehmen zusammen Schokolade ohne Kakao vermarkten.<ref>Manuel Glasfort: Schweiz/Deutschland - Barry Callebaut steigt in kakaofreie Schokolade ein. In: Lebensmittelpraxis. 5. November 2025, abgerufen am 29. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Matthias Benz: Teure Schokolade: Barry Callebaut setzt auf eine Alternative aus Sonnenblumenkernen. In: NZZ. 5. November 2025, abgerufen am 29. April 2026.</ref>

Ruby-Schokolade

Im September 2017 brachte das Schweizer Unternehmen eine neue Schokoladensorte auf den Markt: Ruby, benannt nach ihrem rötlich-rosafarbenen Farbton.<ref>Swiss confectioners devise fourth chocolate type: ruby. In: Financial Times. FT Group, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Rosaton entsteht dabei nicht durch die Zugabe von künstlichen Farbstoffen. Diese Kakaobohnen werden in Ländern mit besonderen klimatischen Bedingungen wie Ecuador, Brasilien und der Elfenbeinküste angebaut.<ref name="Balzter_2017" /> Barry Callebaut präsentierte auf einer privaten Veranstaltung für Branchenexperten in Shanghai «die vierte Art von Schokolade», da für das Unternehmen China eine Sonderstellung für sein Geschäft einnimmt.<ref>Schweiz. In: NZZ. 10. Januar 2008, abgerufen am 25. Oktober 2023.</ref> Im Januar 2018 brachte Nestlé Japan Ltd. in Japan ein Ruby Sublime Kitkat auf Basis von Ruby-Schokolade auf den Markt und ist damit die erste globale Marke, welche die von Barry Callebaut entwickelte rosa Schokoladensorte verwendet.<ref>Katharina Brecht: Nestlé: Jetzt kommt das rosa KitKat nach Deutschland. In: horizont.net. dfv Mediengruppe, 11. April 2018, abgerufen am 25. Oktober 2023.</ref> Im April desselben Jahres wurde das Produkt auch im Vereinigten Königreich eingeführt, dem ersten westlichen Land, welches das aus den Ruby-Kakaobohnen von Barry Callebaut hergestellte rosafarbene KitKat im kommerziellen Massstab testete.<ref>Ruby KitKat: What the new pink chocolate bar actually tastes like. In: The Independent. 16. April 2018, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2005 führte Barry Callebaut ein Schokoladenprodukt namens ACTICOA ein, das einen höheren Gehalt an Polyphenol-Antioxidantien (Kakao Flavanole) hat;<ref>Healthier chocolate production could revitalise sector. In: ConfectioneryNews. WilliamReed, 11. April 2005, abgerufen am 26. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> einige Hinweise deuten darauf hin, dass diese Flavanole besondere gesundheitliche Vorteile haben.<ref>Barry Callebaut chocolate could be good for the brain. In: NutraIngredients. WilliamReed, 30. November 2005, abgerufen am 25. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Governance

Von Oktober 2015 bis September 2021 war Antoine de Saint-Affrique CEO des Unternehmens, danach übernahm Peter Boone die Position.<ref>Veränderung in der Geschäftsleitung von Barry Callebaut. (PDF; 469 kB) In: barry-callebaut.com. 21. April 2021, abgerufen am 1. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nachdem im April 2023 Peter Feld diesen ablöste, wurde im September des gleichen Jahres die Konzernleitung auf fünf Personen verkleinert.<ref>Johannes Ritter: Peter Feld: Aufräumer im größten Schokoladenladen der Welt. In: FAZ.NET. 11. April 2023 (faz.net [abgerufen am 5. Januar 2024]).</ref><ref>Dieter Bachmann: Barry Callebaut: CEO Feld baut Schokoladenkonzern um. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. September 2023 (nzz.ch [abgerufen am 5. Januar 2024]).</ref> Am 1. Januar 2023 löste Jo Thys den COO Olivier Delaunay ab.<ref>Wechsel im Management – Neuer COO für Barry Callebaut. In: fuw.ch. Abgerufen am 1. Februar 2023.</ref> Am 26. Januar 2026 wurde CEO Peter Feld durch Hein Schumacher ersetzt, der von 2023 bis 2025 Chef von Unilever war.<ref>Manuel Rentsch: Schoggihersteller Barry Callebaut: Chef geht – Scherben bleiben. In: srf.ch. 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>

Chronologie der Übernahmen und Eröffnungen

Ende 2022 wurde die «zweite Generation von Schokolade» angekündigt, die laut eigener Aussage 50 Prozent weniger Zuckeranteil habe als ein Grossteil anderer Schokoladen. Zudem bestehe die dunkle Schokolade aus nur zwei Zutaten und die Milchschokolade aus nur drei.<ref>Barry Callebaut führt die „zweite Generation von Schokolade“ ein. In: sweets-processing.com. Abgerufen am 30. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der belgischen Kleinstadt Wieze betreibt Barry Callebaut die grösste Schokoladenfabrik der Welt.<ref>Moritz Kaufman: Hier wird die Schoggi neu erfunden. In: blick.ch. 9. Februar 2019, abgerufen am 29. September 2022.</ref><ref name="Balzter_2017">Sebastian Balzter: Und das soll Schokolade sein? In: F.A.S. Nr. 49, 10. Dezember 2017, S. 27 (faz.net).</ref> Rund 350'000 Tonnen Schokolade werden hier jährlich hergestellt.<ref>pnh/dpa: Salmonellen-Gefahr! Größte Schokoladen-Fabrik der Welt stellt Produktion ein. In: focus.de. 7. Januar 2022, abgerufen am 29. September 2022.</ref><ref name="Balzter_2017" /> Nachdem in einer Charge-Salmonellen-Bakterien entdeckt wurden, musste die Fabrik am 30. Juni 2022 für unbestimmte Zeit geschlossen werden.<ref>bock, ORF.at, aus Brüssel: Salmonellen: Weltgrößte Schokoladefabrik in Belgien gesperrt. In: orf.at. 30. Juni 2022, abgerufen am 30. Juni 2022.</ref> Als Quelle wurde eine Lieferung der Zutat Lecithin identifiziert. Im Werk des ungarischen Herstellers wurden keine Salmonellen festgestellt. Die Kontamination konnte auf eine einzige verunreinigte Tankwagen-Lieferung eines Spediteurs zurückgeführt werden.<ref>Rainer Ackermann: Update – Salmonellenskandal. Sojalecithin belastete Schokolade. In: Budapester Zeitung. 10. Juli 2022, abgerufen am 6. April 2023.</ref> Im Oktober 2022 konnte die Produktion nach Reinigung der Fabrikanlagen wieder normal anlaufen.<ref>SDA: Barry Callebaut beendet Fabrikreinigung. In: blick.ch. 20. Oktober 2022, abgerufen am 30. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Eigentümerstruktur

Das Unternehmen gehörte zum 31. August 2020 zu 40,1 % der Jacobs Holding AG mit Sitz in Zürich, zu 5 % Renata Jacobs und zu 3,1 % BlackRock.<ref name="Report_2019-20" />

Nach Abschluss des Verkaufs im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens, das im April 2021 bekannt gegeben wurde, wird die Jacobs Holding 1,65 Millionen Aktien von Barry Callebaut halten, was 30,1 % entspricht.<ref>awp/tdr: Jacobs Holding verkauft Anteil an Barry Callebaut. In: Handelszeitung. 28. April 2021, abgerufen am 28. April 2021.</ref>

Kritik

Die Schokoladenindustrie, darunter auch Barry Callebaut,<ref name="schmutzige_schokolade">Miki Mistrati: Schmutzige Schokolade. In: Das Erste, Reportage und Dokumentationen. ARD, 6. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2015; abgerufen am 1. September 2020 (im Auftrag des NDR; Video, 43:26 Minuten, Stelle: Min. 40:02–41:30).</ref> unterzeichnete im September 2001 das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll. Dieses Protokoll enthält Massnahmen, die bis 2008<ref>Miki Mistrati: Schmutzige Schokolade. In: Das Erste, Reportage und Dokumentationen. ARD, 6. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2015; abgerufen am 1. September 2020 (Min. 05:21).</ref> zur Beendigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bzw. ‑sklaverei in der Kakaoindustrie führen sollten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: cocoainitiative.org, abgerufen am 25. April 2017 (englisch).</ref> Eine Reportage der ARD kam 2010 zu dem Schluss, dass grosse Firmen wie Mars Incorporated, aber auch Barry Callebaut oder Nestlé nach wie vor Kindersklaverei «zumindest dulden».<ref name="schmutzige_schokolade" /> Eine Evaluation der Tulane-Universität stellte 2011 fest, dass von den sechs im Harkin-Engel-Protokoll genannten Massnahmen keine einzige vollständig umgesetzt wurde.<ref>Tulane University – Payson Center for International Development and Technology Transfer: Oversight of Public and Private Initiatives to Eliminate the Worst Forms of Child Labor in the Cocoa Sector in Cote d’Ivoire and Ghana. (PDF; 3,2 MB) In: dol.gov. U.S. Department of Labor, 31. März 2011, S. 9, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Oktober 2016; abgerufen am 18. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gemäss Geschäftsbericht 2019 strebt das Unternehmen an, «Kinderarbeit aus der Lieferkette zu verbannen».<ref name="Report_2019-20" /> 2022 attestierte die «Chocolate Scorecard», eine vergleichende Übersicht zu den Umständen der Produktion unter Leitung australischer Universitäten, dem Unternehmen bezüglich der Kinderarbeit, es «beginne, gute Richtlinien zu etablieren». Im Gesamturteil der ökologischen und sozialen Kriterien wurde Callebaut allerdings nur auf Rang 24 von 35 Unternehmen eingestuft. Als besonders kritisch sahen die Autoren die Performance des Unternehmens in Bereichen wie Transparenz, Lebensunterhalt, Agroforstwirtschaft und insbesondere das agrochemische Management.<ref>The Chocolate Collective: Chocolate Scorecard 2022. April 2022, S. 6 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />squarespace.com [Memento vom 27. Oktober 2022 im Internet Archive; PDF; 2,5 MB; abgerufen am 24. Oktober 2022]).</ref> 2023 revidierte das Unternehmen dann das Ziel der kompletten Abschaffung von Kinderarbeit in ihrer Lieferkette bis 2025 auf Abdeckung der «Lieferkette von der Menschenrechts-Due-Diligence […], um alle identifizierbaren Fälle von Kinderarbeit zu beheben».<ref>Simone Stern: Schokoladeindustrie – Barry Callebaut verwässert Ziel um Kinderarbeit. In: fuw.ch. 10. Mai 2023, abgerufen am 21. Juli 2023.</ref>

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 stoppte das Unternehmen – im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen – seine Produktion in Russland nicht.<ref>rtr: Ukraine-Krieg. Schokolade-Hersteller Barry Callebaut bleibt in Russland. Russland ist weltweit der viertgrößte Markt für Schokolade. Während andere Hersteller sich zurückziehen, will der Schweizer Schokoladenhersteller am Geschäft festhalten. In: Handelsblatt. 13. April 2022, abgerufen am 13. April 2022.</ref><ref>Reuters Zürich: Barry Callebaut bleibt in Russland. Der Schweizer Süßwarenhersteller hält am Geschäft in Russland fest, hat aber Schwierigkeiten, Rohstoffe in das Land zu bekommen. In: Börsen-Zeitung. 13. April 2022, abgerufen am 13. April 2022.</ref>

Weblinks

Commons: Barry Callebaut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Adecco | Ams-Osram | Avolta | Baloise | Barry Callebaut | Belimo Holding | BKW Energie | Clariant | Ems-Chemie | Flughafen Zürich | Galderma | Galenica | Georg Fischer | Helvetia | Julius Bär | Lindt N | Lindt PS | PSP Swiss Property | Roche Holding | Sandoz | Schindler N | Schindler PS | SGS | SIG Group | Straumann | Swatch Group | Swiss Prime Site | Tecan Group | Temenos | VAT Group Vorlage:Klappleiste/Ende