Berggeschworener
Ein Berggeschworener<ref name="Quelle 1" />, auch als Geschworner<ref name="Quelle 5" /> oder Bergschöffe<ref name="Quelle 7" /> bezeichnet, war früher ein Bediensteter des Bergamtes, dem die Aufsicht der Bergwerke unterstand.<ref name= "Quelle 1" /> Er war ein Helfer des Bergmeisters und hatte Sitz und Stimme im Bergamt.<ref name="Quelle 5" /><ref name="Quelle 8" /> Über die Ergebnisse seiner Befahrungen erstattete er dem Bergmeister Rapport.<ref name= "Quelle 1" /> Ferner war er Beisitzer an einem Berggericht.<ref name= "Quelle 6" /> Im 19. Jahrhundert war die Amtsbezeichnung Berggeschworener<ref group="ANM" name="Anm. Veit." /> der Titel für einen Revierbeamten der preußischen Bergbehörden.<ref name="Quelle 5" />
Voraussetzungen für das Amt
Zum Berggeschworenen wurden meist ältere Bergleute mit einer großen Berufserfahrung aus der Mitte der Knappschaft gewählt.<ref name="Quelle 7" /> Sie standen sowohl bei der Knappschaft, als auch bei den Gewerken in großem Ansehen.<ref name="Quelle 6" /> Sie nahmen gelegentlich auch an Befahrungen in fremden Gruben teil.<ref name="Quelle 7" /> Damit ein Bergmann zum Berggeschworenen bestellt werden konnte, musste er bestimmte Voraussetzungen erfüllen.<ref name="Quelle 1" /> So musste er die nötigen bergmännischen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen und auch über Kenntnisse des Rechnungswesens verfügen.<ref name="Quelle 5" /> Er musste Arbeiten einschätzen können, damit er zusammen mit dem zuständigen Steiger das Gedinge für die Bergleute festlegen konnte.<ref name= "Quelle 10" /> Weitere Voraussetzungen waren Redlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.<ref name="Quelle 1" />
Aufgaben
Zu den Aufgaben der Berggeschworenen gehörte die regelmäßige Befahrung der Schächte, Stollen und Strecken der Gruben in dem ihm anvertrauten Revier,<ref name="Quelle 5" /> welches jeder Berggeschworene halbjährlich wechselte.<ref name="Quelle 7" /> Diese Befahrungen führte der Berggeschworene auf jeder Ausbeutezeche dreimal und auf den Zubußezechen zweimal pro Quartal durch.<ref name= "Quelle 9" /> Dabei kontrollierte er den Zustand der Gruben auf sicherheitliche Mängel.<ref name="Quelle 1" /> Hierbei musste er auch darauf achten, dass weder die Steiger noch die einfachen Bergleute gegen die geltenden Vorschriften verstießen oder sich sicherheitswidrig verhielten.<ref name="Quelle 8" /> Des Weiteren kontrollierte er auch bei seinen Befahrungen, ob die Hauer die vorgeschriebene Schichtzeit einhielten und nicht zu früh ihren Arbeitsplatz verließen.<ref name= "Quelle 9" /> Bei Verstößen ermahnte er die betreffenden Leute zunächst und falls er mit seinen Ermahnungen keine gewünschte Wirkung erzielte, meldete er die betreffenden Bergleute an den Bergmeister.<ref name= "Quelle 10" /> Auch die Menge und die Qualität der angeschafften Materialien kontrollierte er und überprüfte, ob die entstandenen Kosten vom Schichtmeister ordnungsgemäß eingetragen waren.<ref name="Quelle 3" /> In manchen Regionen beaufsichtigten er ferner die Steinkohle- und Erzgruben sowie die Pingen.<ref name="Quelle 4" /> Von seinen Befahrungen erstellte der Berggeschworene einen Fahrbogen<ref group="ANM" name="Anm. Abb." />, den er beim Bergamt abgab.<ref name= "Quelle 9" /> Alle diese Dienste versahen die Berggeschworenen ehrenamtlich.<ref name="Quelle 7" /> Bestenfalls erhielten sie für ihren Dienst eine kleine Entschädigung.<ref name="Quelle 2" />
Bekannte Berggeschworene
- Carl Amandus Kühn war Berggeschworener in Annaberg.
- Karl Gottfried Baldauf war Berggeschworener in Schneeberg.
Literatur
- Hermann Brassert: Berg-Ordnungen der Preussischen Lande. F.C. Eisen’s Königliche Hof-Buch- und Kunsthandlung, Köln 1858.
Einzelnachweise
<references>
<ref name="Quelle 1">Carl Friedrich Richter: Neuestes Berg-und Hütten-Lexikon. Oder alphabetische Erklärung aller bei dem Berg- und Hüttenwesen vorkommenden Arbeiten, Werkzeuge und Kunstwörter; Aus dem vorzüglichen mineralogischen und hüttenmännischen Schriften gesammelt und aufgestellt, Erster Band, A - L, in der Kleefeldschen Buchhandlung, Leipzig 1805.</ref> <ref name="Quelle 2">Robert von Srbik: Tiroler Bergverwandte. In: sagen.at (zuletzt abgerufen am 17. Oktober 2012).</ref> <ref name="Quelle 3">Johann Karl Gottfried Jacobsson: Technologisches Wörterbuch, alphabetische Erklärung aller nützlichen mechanischen Künste, Manufakturen, Fabriken und Handwerker. Friedrich Nicolai, Berlin und Stettin 1781.</ref> <ref name="Quelle 4">Horst Kranz: Lütticher Steinkohlenbergbau im Mittelalter. Aufstieg - Bergrecht - Unternehmer - Umwelt - Technik, Aachener Studien zur ältesten Energiegeschichte, Band 6, Shaker Verlag, Düren 2018, ISBN 978-3-8265-6582-3, S. 205–207.</ref> <ref name="Quelle 5">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.</ref> <ref name="Quelle 6">Robert von Srbik: Überblick des Bergbaues von Tirol und Vorarlberg in Vergangenheit und Gegenwart. Naturwissenschaftlich - medizinischer Verein Innsbruck, Innsbruck, S. 145.</ref> <ref name="Quelle 7">Peter Strelow: Landesherrschaft und Bergrecht in Südwestdeutschland zwischen 1450 und 1600. Ein Vergleich. Inaugural-Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms - Universität, Münster 1997, S. 65–68, 220, 221.</ref> <ref name="Quelle 8">Johann Christoph Stößel (Hrsg.): Bergmännisches Wörterbuch, darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten erkläret und zugleich die in Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden. Chemnitz 1778.</ref> <ref name= "Quelle 9">Abbildung und Beschreibung derer sämtlichen Schmelz-Hütten-Beamten und Bedienten nach ihrem gewöhnlichen Rang und Ordnung im gehörigen Hütten-Habit. Zu finden bey Christoph Weigeln, Nürnberg 1721, S. 6, 7.</ref> <ref name= "Quelle 10">Georg Agricola: Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen. In denen die Ämter, Instrumente, Maschinen und alle Dinge, die zum Berg- und Hüttenwesen gehören, nicht nur aufs deutlichste beschrieben, sondern auch durch Abbildungen, die am gehörigen Orte eingefügt sind, unter Angabe der lateinischen und deutschen Bezeichnungen aufs klarste vor Augen gestellt werden. Sowie sein Buch von den Lebewesen unter Tage, in neuer deutscher Übersetzung bearbeitet von Carl Schiffner, unter Mitwirkung von Ernst Darmstaedter. VDI-Verlag GmbH u. a., Berlin u. a. 1928 (Unveränderter Nachdruck: Marix, Wiesbaden 2006, ISBN 3-86539-097-8), Viertes Buch von den Grubenfeldern und von den Ämtern der Bergleute, S. 74.</ref>
</references>
Anmerkungen
<references group="ANM">
<ref group="ANM" name="Anm. Veit.">So gab es zudem auch die Amtsbezeichnung des Obergeschworenen. Dieser stand als Bergbeamter im Rang über dem Bergmeister. (Quelle: Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Abb.">Auf diesen Fahrbögen wurde vermerkt, welche Bergwerke er in den jeweiligen Wochen befahren hatte. Zudem wurde auf dem Fahrbogen notiert, in welchem Zustand sich die Grubengebäude der jeweils befahrenen Bergwerke befunden haben und wie die Anbrüche und die sonstigen Arbeiten durchgeführt waren. (Quelle: Abbildung und Beschreibung derer sämtlichen Schmelz-Hütten-Beamten und Bedienten nach ihrem gewöhnlichen Rang und Ordnung im gehörigen Hütten-Habit.)</ref>
</references>
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