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Castel San Niccolò

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien

Castel San Niccolò ist eine toskanische Gemeinde mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) in der Provinz Arezzo.

Geografie

Datei:Map of comune of Castel San Niccolò (province of Arezzo, region Tuscany, Italy).svg
Lage von Castel San Niccolò in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 83 km². Sie liegt etwa 35 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 40 km östlich der Regionalhauptstadt Florenz im Tal des Casentino an den nördlichen Ausläufern des Berges Pratomagno (1592 m).

Die Gemeinde Castel San Niccolò besteht aus den Ortsteilen Borgo alla Collina (429 m, ca. 265 Einwohner), Caiano (794 m, ca. 50 Einwohner), Cetica (700 m, ca. 270 Einwohner), Pagliericcio (430 m, ca. 70 Einwohner), Prato di Strada (397 m, ca. 130 Einwohner), Rifiglio (420 m, ca. 130 Einwohner) und Strada (meist Strada in Casentino, 380 m, ca. 1000 Einwohner).<ref>Vorlage:Webarchiv (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 1. November 2013 (italienisch)</ref> Hauptort ist Strada in Casentino<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 16. Dezember 2012 (italienisch)</ref>, er entstand als Marktplatz<ref name="TouringClubItaliano">Touring Club Italiano: Toscana.</ref> des Castello und liegt unterhalb des namensgebenden Castello am Torrente Solano, dem größten Nebenfluss des Arno im Casentino<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 16. Dezember 2012 (italienisch)</ref> und wird von diesem vom Castello und dem Borgo Castellano getrennt. Der Arno verbringt als östliche Gemeindegrenze 2 km im Gemeindegebiet, der Solano 14 von 15 km. Weitere wichtige Gewässer sind der Garliano (alle 7 km im Gemeindegebiet), der Rifiglio (8 von 9 km im Gemeindegebiet) und der Scheggia (4 von 10 km im Gemeindegebiet).<ref>Offizielle Website des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Castel San Niccolò, abgerufen am 1. November 2013 (italienisch)</ref>

Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 170 GR/G.<ref>Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 16. Dezember 2012 (italienisch) (PDF; 330 kB)</ref> Die Kirchen der Gemeinde liegen im Bistum Fiesole.

Castel San Niccolò grenzt an die Gemeinden Castelfranco Piandiscò, Loro Ciuffenna, Montemignaio, Ortignano Raggiolo, Poppi, Pratovecchio Stia und Reggello (FI).

Geschichte

Das Castello San Niccolò wurde erstmals 1029 als Corte di Vado erwähnt.<ref name="ComuneCastello">Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 6. November 2013 (italienisch)</ref> Von 1212 an unterstand es Guglielmo Novello<ref name="seccolobreve">Comune di Castel San Niccolò (Hrsg.): Castel San Niccolò. Ricordi dal seccolo breve.</ref> aus der Familie der Guidi. Bis 1349 war der Ort unter der Kontrolle der Guidi, danach fiel er aufgrund von 1342 begonnenen Aufständen gegen Galeotto Guidi in den Machtbereich von Florenz.<ref name="Repetti">Emanuele Repetti: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846).</ref> 1440 wurde der Ort von Niccolò Piccinino belagert und eingenommen.<ref name="Caselli">Giovanni Caselli: Casentino.</ref>

Nachdem das Castello seine Wichtigkeit verloren hatte, entstand in der Talebene das Borgo alla Strada (heute Strada in Casentino) als Marktplatz an der Verbindungsstraße zu Florenz. Erster Ortskern war das direkt an der Brücke zum Castello liegende Vado dal Guado, das heute zum Ortsteil Strada gehört. Hier entstand der erste Ortskern um den heutigen Piazza Matteotti (vormals auch Piazza del Mercato) und später Piazza Umberto I.<ref name="seccolobreve" /> Die Gemeinde Castel San Niccolò entstand aus den ehemaligen Orten Vado, Garliano und Cetica und ihren jeweiligen Ortsteilen. Namensgebend war die der Burg naheliegende Kirche Chiesa Parrocchiale di San Niccolò.<ref name="Repetti" /> Durch ein Dekret von Großherzog Leopold II. kamen 1776 Borgo alla Collina und Montemignaio hinzu, wobei letzterer Ort 1808 durch Dekret von Napoleon eigenständig wurde. 1859 wurde der Ort der Provinz Arezzo zugeteilt, 1868 wurden die Orte Caiano, Ristonchi und Battifolle dem Ort zugesprochen.<ref>Webseite des Ortes zur Geschichte</ref> Am Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Ort einen Bevölkerungszuwachs, der hauptsächlich durch die Seide-, Leder- und Baumwollverwertungsindustrie verursacht wurde.

Sehenswürdigkeiten

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Castello dei Conti Guidi (Castello di San Niccolò)
Datei:CastelSanNiccoloStradainCasentinoPieveDiSanMartinoAVado4.jpg
Pieve di San Martino a Vado in Strada in Casentino
Datei:CastelSanNiccoloBorgoAllaColllinaAgataOrgi2.jpg
Sant’Agata a Orgi nahe Borgo a Collina
Datei:CastelSanNiccoloBorgoAllaColllinaCastello1.jpg
Die Burg Castello di Borgo a Collina in Borgo a Collina
  • Castello dei Conti Guidi, Burg auf dem Felsen Ghiazzuolo<ref name="Caselli" />, 1029 erstmals als Corte di Vado erwähnt. Das Castello besteht aus einer Rocca, der Kirche, dem Herrschaftspalast, dem Mastio (Hauptturm) und dem Wehrtor (der heutige Uhrturm).<ref name="ComuneCastello" />
  • Chiesa Parrocchiale di San Niccolò, dem Castello zugehörige Parochialkirche.<ref name="TouringClubItaliano" />
  • Pieve di San Martino a Vado im Hauptort Strada in Casentino, Pieve aus dem 11. Jahrhundert, die als San Martino in Terdinula entstand und 1153 ihren heutigen Namen erhielt.<ref name="Caselli" /> Wurde 1745 aufgrund der Hochwasserschäden am Campanile restauriert, dabei wurden der Campanile und die Apsis wiederhergestellt, der Fußboden höher gelegt und zwei Seitentore eingerichtet. Weitere Arbeiten fanden von 1968 bis 1973 statt.<ref name="seccolobreve" />
  • Cappella della Visitazione, Kapelle am Marktplatz in Strada (damals Vado), entstand im 16. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert restauriert,<ref name="seccolobreve" /> enthält das Werk Immacolata Incoronata von Santi di Tito aus dem Jahr 1580.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 6. November 2013 (italienisch)</ref>
  • Loggia Granaria, auch Loggia del Mercato, antiker Marktplatz und Weizenspeicher aus dem 16. Jahrhundert<ref name="Caselli" /> in Strada (Vado) an der Piazza Matteotti.<ref name="TouringClubItaliano" />
  • Palazzo Vettori-Tommasi, historisches Gebäude an der Piazza Matteotti.
  • Palazzo Vettori, historisches Gebäude an der Piazza Matteotti.
  • Villa Gatteschi-Tommasi, Gebäude aus dem Jahr 1747 an der Piazza Piave, heutiger Rathaussitz.<ref name="seccolobreve" />
  • Borgo alla Collina, ehemalige Burg der Grafen Guidi und heutiger Ortsteil, der im 15. Jahrhundert von Florenz an Cristoforo Landino vergeben wurde. Seine Reliquien befinden sich heute in der Kirche San Donato.<ref name="TouringClubItaliano" /> Von den ehemals vier Stadttoren sind noch die Porta di Orgi und der Arco sotto il Castello erhalten geblieben.
  • Chiesa Parrocchiale di San Donato, 1846 entstandene Parochialkirche im Ortsteil Borgo alla Collina, enthält das 1408 von dem Maestro di Borgo alla Collina geschaffene Werk Sposalizio di Santa Caterina e quattro Santi.<ref name="TouringClubItaliano" />
  • Oratorio di Sant’Agata di Orgi, Oratorium aus dem 10. Jahrhundert nahe Borgo alla Collina und dem Arno.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 8. November 2013 (italienisch)</ref>
  • Battifolle, ehemaliger Stammsitz eines Familienrahmens der Guidi, wurde um 1440 nach der Schlacht von Anghiari aufgegeben. Die Burg der Guidi ist heute nur noch als Ruine zu sehen.<ref name="Caselli" />
  • Chiesa di San Lorenzo a Startia, mittelalterliche Kirche nahe Battifolle<ref name="Caselli" />
  • Chiesa di San Silvestro, Kirche aus dem 13. Jahrhundert im Ortsteil Caiano<ref name="Caselli" />
  • Chiesa di San Niccolò, Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert in Ristonchi.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 8. November 2013 (italienisch)</ref>
  • Chiesa di San Michele (auch Sant’Angelo genannt), Kirche im Ortskern des Ortsteils Cetica. Enthält das Werk Madonna col Bambino von Francesco Pesellino.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 8. November 2013 (italienisch)</ref>
  • Chiesa di Santa Maria, Kirche aus dem 13. Jahrhundert nahe Cetica.<ref name="Caselli" />
  • Bagni di Cetica, Thermen in einer Höhenlage von 1227 m, die bereits 1205 dokumentiert wurden.<ref name="Caselli" />
  • Chiesa di San Pancrazio, Kirche aus dem 13. Jahrhundert nahe Pagliericcio.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 8. November 2013 (italienisch)</ref>
  • Chiesa di Santa Maria a Spalanni, mittelalterliche Kirche.
  • Chiesa di San Michele a Vertelli, Kirche aus dem 13. Jahrhundert.<ref name="Caselli" />

Gemeindepartnerschaft

Die Gemeinde unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit Pégomas, Département Alpes-Maritimes, Frankreich.

Veranstaltungen

  • Biennale della Pietra Lavorata, im zweijährlichen Turnus (ungerade Jahre) stattfindende Ausstellung zur Bildhauerei im Ortsteil Strada.<ref> Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 5. November 2013 (italienisch)</ref>

Literatur

  • Giovanni Caselli: Casentino – Guida Storico Ambientale. Editrice Le Balze, Montepulciano 2003, ISBN 88-87187-81-9, S. 69 ff.
  • Comune di Castel San Niccolò (Hrsg.): Castel San Niccolò. Ricordi dal seccolo breve. Lineagrafico, Città di Castello 2001
  • Emanuele Repetti: CASTEL S. NICCOLO’, nel Val d’Arno casentinese. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846). Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, italienisch)
  • Touring Club Italiano: Toscana. Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 803 f.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gemeinden Provinz Arezzo

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