Friedrich August Freiherr von der Heydte
Friedrich-August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der Heydte (* 30. März 1907 in München; † 7. Juli 1994 in Landshut) war ein deutscher Staats- und Völkerrechtler, hochdekorierter Offizier und rechtskonservativ-katholischer Politiker (CSU).
Von der Heydte diente im Zweiten Weltkrieg als Stabsoffizier in der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht und wurde als Bundeswehrangehöriger zum ersten Brigadegeneral der Reserve befördert. In der Bundesrepublik war er eine der Schlüsselpersonen der Flick-Affäre der Union und der Spiegel-Affäre. Als Abgeordneter saß er von 1966 bis 1970 im Bayerischen Landtag.
Von 1951 bis 1975 war er Ordinarius an den Universitäten in Mainz und Würzburg für Öffentliches Recht und Politische Wissenschaften. Von der Heydte war u. a. ein Schüler von Alfred Verdross in Wien und gilt in der Rechtswissenschaft als ein wichtiger Vertreter der Naturrechtslehre im 20. Jahrhundert. Ihm wurden verschiedene Ehrungen zuteil, wie das Große Bundesverdienstkreuz.
Leben
Herkunft und Wehrdienst
Friedrich-August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der Heydte entstammte väterlicher- und mütterlicherseits Offiziersfamilien; er wurde 1907 in Schwabing geboren. Die 1289 erstmals urkundlich erwähnte Familie entstammt dem Egerländer Uradel und gehörte dem in Bayern immatrikulierten Adel an. Sein Vater Rudolf Franz Freiherr von der Heydte<ref name="Benkert173" /> (* 31. Januar 1856 in Augsburg; † 28. Oktober 1930 in Traunstein)<ref name="GHdA88">Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 88 (Freiherrliche Häuser XIV), C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1986, ISBN 3-7980-0788-8, S. 213.</ref> war Major beim Königlich Bayerischen 1. Schwere-Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“. Er führte ein Landsturmbataillon im Ersten Weltkrieg und war zuletzt Oberst<ref name="GHdA88" /> der Bayerischen Armee. Die Familie der Mutter, Célestine Maria Luise Josephine Colin<ref name="Benkert173" /> (* 26. Mai 1870 in Bamberg; † 6. November 1961 in Neumarkt-Sankt Veit)<ref name="GHdA88" />, zu deren Vorfahren unter anderem der französische General Jean Rapp zählte, stammte aus dem Elsass und machte sich in der Pfalz ansässig.<ref name="Rechenberg425">Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 425.</ref> Seine ältere Schwester heiratete in die böhmische Uradelsfamilie der Grafen von Deym, Freiherrn von Stritez ein.<ref name="GHdA88" />
Von der Heydte, katholisch und im süddeutschen Adel sozialisiert, wuchs als einziger Sohn seiner Eltern und ohne ländlichen Besitz in seiner Geburtsstadt München auf und besuchte dort ab 1913 die private Ebermayerschule. Er wurde später von Michael Kardinal von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising, gefirmt; sein Firmpate war der Gutsbesitzer und Politiker (Zentrum) Max Freiherr von Pfetten, vormaliges Mitglied des Deutschen Reichstags. Im Herbst 1916 wurde er Schüler am Maximiliansgymnasium. Mit der dritten Gymnasialklasse wurde er nach eigenen Angaben Zögling der Königlich Bayerischen Pagerie in München,<ref name="Rechenberg425" /><ref>Anmerkung: In der Literatur ist auch von „During World War I, he was a page to the royal court of the House of Wittelsbach“ die Rede, dazu: Samuel W. Mitcham: Defenders of fortress Europe. The untold story of the German officers during the Allied invasion. Potomac Books, Washington, D.C. 2009, ISBN 978-1-59797-274-1, S. 49.</ref> welche allerdings 1918 schloss. Noch im gleichen Jahr wechselte er an das Humanistische Progymnasium in Traunstein und 1922 an das Fürstliche Gymnasium in Wernigerode. Er war in dieser Zeit Mitglied des monarchistisch ausgerichteten Deutschnationalen Jugendbundes.
Von der Heydte trat nach dem Abitur 1925 am Humanistischen Gymnasium in Rosenheim,<ref name="Benkert174">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 174.</ref> wo er in einem Schülerheim wohnte, auf Wunsch des Vaters<ref name="Benkert174" /> am 1. April 1925 als Rekrut in das 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment der Reichswehr in Landshut ein. 1926 wechselte er als Offizieranwärter zum 18. Reiter-Regiment in Stuttgart-Cannstatt.<ref name="Bradley1">Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr. 1955–1999. die militärischen Werdegänge (= Deutschlands Generale und Admirale; Teil VIb). Band 2, 1: Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 978-3-7648-2369-6, S. 353.</ref>
Rechtswissenschaftliches Studium
Studium in Deutschland und Österreich
Am 31. Juli/30. September<ref>Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 451.</ref> 1926 schied er auf eigenen Wunsch hin und in Anbetracht der Beschränkungen der Streitkräfte durch die Regelungen des Versailler Vertrages als Fahnenjunker aus der Armee aus. Er nahm ein Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie auf, 1925/26 begann er an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wechselte 1926/27 an die Universität Innsbruck.<ref name="Benkert174" /> 1925 war er in Innsbruck der katholischen Studentenverbindung Unitas Norica beigetreten, der er bis zu seinem Lebensende angehörte.<ref name="Freibüter">Ludwig Maria Freibüter: In memoriam mortuorum: August Freiherr von der Heydte. In: unitas 134 (1994) 4, S. 107.</ref> Er nahm u. a. am Studententag der Deutschen Studentenschaft in Danzig (1928) teil. Danach studierte er an der Universität Graz<ref name="Benkert174" />, nach eigenen Aussagen auch an der Universität Wien<ref name="Benkert174" /> und an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin<ref name="Benkert174" /> (u. a. bei Theodor Heuss). Von der Heydte finanzierte sich sein Studium überwiegend durch Stipendien und als Erzieher in adligen Familien.<ref name="Rechenberg426">Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 426.</ref>
Er legte im Juni 1927<ref name="Benkert174" /> das 1. österreichische Staatsexamen (mit Auszeichnung) ab. Von der Heydte besuchte von Herbst 1928 bis Sommer 1930 mit einem Stipendium des Auswärtigen Amtes die Konsularakademie Wien.<ref name="Benkert174" /> Dort hatte er u. a. Sprachunterricht in Englisch, Französisch und Serbokroatisch. Im Juni 1930<ref name="Benkert174" /> erlangte er ein Diplom („Cons. dipl.“). 1931/32 war er erneut an der Universität Graz eingeschrieben.<ref name="Benkert174" /> Im Frühjahr folgte das 2. und im Sommer 1932 das 3. österreichische Staatsexamen.<ref name="Benkert174" />
1932<ref name="Benkert174" /> wurde ihm durch die Universität Graz der Dr. iur. verliehen, außerdem legte er die Rigorosen (Prüfer u. a. Max Rintelen) ab; die „eigentliche Promotion“ zum Dr. rer. pol. erfolgte 1960 durch die Universität Innsbruck.<ref name="Benkert174" />
Assistenzzeit in Köln / Parteimitgliedschaft
Im Herbst 1932 und von Januar 1933 bis 30. April 1933 war er „Privatassistent“ des Völkerrechtlers Hans Kelsen an der Universität zu Köln, wo er sich habilitieren wollte. Nach der Beurlaubung Kelsens wurde von der Heydte allerdings nicht von dem Staatsrechtler Carl Schmitt, nachmaliger „Kronjurist des Dritten Reiches“, übernommen<ref>Hans Kelsen: Hans Kelsen Werke. Band 1: Veröffentlichte Schriften 1905–1910 und Selbstzeugnisse. Hrsg. von Matthias Jestaedt in Kooperation mit dem Hans-Kelsen-Institut, Mohr Siebeck, München 2007, ISBN 978-3-16-149419-2, S. 78.</ref> und im Sommer 1933 entlassen.<ref name="Benkert175">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 175.</ref> Von der Heydte soll sich öffentlich für seinen jüdischen Lehrer eingesetzt haben, so die Fakultätsgeschichtsschreibung.<ref name="Benkert175" /> Schmitt schrieb an einen Dritten: „Nach der Art seiner bisherigen Vorbildung und Tätigkeit, die wesentlich durch die sogenannte Wiener Schule – Kelsen und Verdross – bestimmt ist, ist er für mich persönlich keine geeignete Hilfskraft.“<ref>Reinhard Mehring: Kriegstechniker des Begriffs. Biographische Studien zu Carl Schmitt (= Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts. 78). Mohr Siebeck, Tübingen 2014, ISBN 978-3-16-153452-2, S. 87.</ref> Von der Heydte kommentierte die Nichtübernahme mit: „bei der Auswahl seiner Mittel zur Bekämpfung seiner wissenschaftlichen Gegner“ sei Schmitt „weder allzu wählerisch noch allzu ritterlich“.<ref>Raphael Gross: Politische Polykratie 1936. Die Gestapo-Akte Carl Schmitt. In: Dan Diner, Frank Stern (Hrsg.): Nationalsozialismus aus heutiger Perspektive (= Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte. Bd. 23). Im Auftrag des Instituts für Deutsche Geschichte, Universität Tel Aviv, Bleicher, Gerlingen 1994, ISBN 3-88350-497-1, S. 127.</ref>
Von der Heydte trat nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.134.193).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14150859</ref><ref>Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 000.</ref> Von der Heydte war ein Anhänger einer großdeutschen Lösung und äußerte sich bezüglich der Reichspräsidentenwahl von 1932 folgendermaßen: „Ich hatte damals die Hoffnung, daß durch die NSDAP jemals noch die Einigung unseres Volkes, die Überwindung des Parteienstaates und ein neues, besseres Reich herbeigeführt werden könne, angesichts dieses mich so enttäuschenden Wahlkampfes völlig aufgegeben.“<ref name="Conze">Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970) (= Studien zur Zeitgeschichte. Bd. 69). Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57757-3, S. 67.</ref> Nach eigenen Angaben hat er Ende der Weimarer Republik die „Nationale Volkspartei“ gewählt, die den einstigen Weltkriegsgeneral und Freikorpsführer Paul von Lettow-Vorbeck ins Rennen schickte.
Assistenzzeit in Wien und Münster
Für zwei Semester war er Assistent des bedeutenden österreichischen Völkerrechtlers Alfred Verdross an der Konsularakademie Wien.<ref name="Benkert175" /> In Wien befreundete er sich in dieser Zeit (1934) mit dem bekannten englischen Reiseschriftsteller Patrick Leigh Fermor.<ref name="Beevor" /> 1933 hielt von der Heydte eine Vorlesung am Bureau d' Etudes Internationales in Genf, an dem er selbst im Sommer 1931 als Stipendiat einen Kurs besuchte.<ref name="Benkert175" /> Anfang der 1930er Jahre praktizierte er in der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten im österreichischen Bundeskanzleramt in Wien und besuchte öffentliche Versammlungen des Völkerbundes in Genf.<ref name="Benkert176" /> 1933 nahm er an einem Preisausschreiben teil (Antwort: Discovery, symbolic annexation and virtual effectiveness in international law) und wurde Fellow der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Subseries IV.D. Division of International Law - Fellowships, 1925-1935.] columbia.edu, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Februar 2017 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> So konnte er im Herbst 1934 Habilitationsstudien in Paris (an der Bibliothèque nationale) und im Winter 1934/35 in Rom (an der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek) durchführen.<ref name="Benkert175" /> In der italienischen Hauptstadt wurde er nach eigenen Angaben durch den Industriellen Theodor von Cramer-Klett junior in höhere Kreise eingeführt und machte, wie Journalisten später recherchierten, nähere Bekanntschaft mit Bischof Alois Hudal, der nach dem Zweiten Weltkrieg Kriegsverbrechern zur Flucht verhalf.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 102.</ref> Spätestens 1934 erwarb er die österreichische Staatsbürgerschaft, behielt aber gleichzeitig seine deutsche. Die Ermordung des austrofaschistischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß führte im Mai/Juni 1934 zu von der Heydtes Entlassung als deutscher Staatsbürger wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Betätigung.<ref name="Steveling">Lieselotte Steveling: Juristen in Münster. Ein Beitrag zur Geschichte der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster/Westfalen. (= Beiträge zur Geschichte der Soziologie, 10) Lit, Münster 1999, ISBN 3-8258-4084-0, S. 428.</ref> Ihm folgte Stephan Verosta.<ref>Oliver Rathkolb: The Austrian Foreign Service and the Anschluß in 1938. In: German Studies Review 13 (1990) 1, S. 55–83, hier: S. 61.</ref>
Im Jahr 1935 wurde er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Assistent des katholisch-nationalistischen Staatsrechtlers Karl Gottfried Hugelmann, den er aus Wien kannte. Hugelmann attestierte ihm „wissenschaftliche[] Begabung und nationale[] Verlässlichkeit in hohem Maße“. Von 1935 bis 1937 erhielt er ein Stipendium für Studien (u. a. bei Erich Kaufmann) an der Haager Akademie für Internationales Recht.<ref name="Benkert176" /> In Den Haag konnte er auch den Ständigen Internationalen Gerichtshof besuchen.<ref name="Benkert176" /> Die Zustände des Italienischen Faschismus unter Mussolini ließen bei ihm nach eigenen Angaben Bedenken am Nationalsozialismus aufkommen. Zurück in Münster setzte er sich für einen bei der Gestapo denunzierten Hausmeister des christlichen Studentenheims ein.<ref name="Benkert175" /> Letztlich kam es auch zu Unstimmigkeiten zwischen seinem Professor und ihm. Nach eigenen Angaben im Sommer 1936, den Verzeichnissen nach im Sommersemester 1937 verließ er die Universität.<ref name="Benkert176">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 176.</ref> Später räumte er ein, dass er zunächst „doch vielen Gedanken des Nationalsozialismus begeistert zugestimmt hatte“, dann aber unüberbrückbare Differenzen „zwischen der nazistischen Weltanschauung und meiner religiösen und wissenschaftlichen Überzeugung“ ausmachen musste und 1935/36 Berufsoffizier wurde, weil es „der einzige noch unpolitische Beruf“ sei.<ref name="Steveling" />
Reichswehr und Wehrmacht
Paramilitarismus
Von 1922 bis 1925 war er Mitglied im rechtsextremen Wehrverband Bund Oberland.<ref name="Steveling" /> Von 1927 bis 1932 war er Mitglied des paramilitärischen, nationalistischen Österreichischen Heimatschutzes.<ref name="Steveling" /> 1933 wurde er auch SA-Anwärter.<ref name="Steveling" /> Eine aufgeworfene Mitgliedschaft in der Reiter-SS, wie sie etwa vom Deutschen Institut für Zeitgeschichte (DIZ) in der DDR behauptet wurde, wurde von von der Heydte mit den Worten bestritten: „Ich habe mich nie persönlich um die Aufnahme beworben, sondern wurde mit der Überführung des Ländlichen Reit- und Fahrvereins, dem ich in Münster angehört habe, in der Reiter-SS automatisch 'SS-Bewerber'. Der Status eines SS-Bewerbers setzte nicht eine Bewerbung dessen, der diesen Status erhielt, um Aufnahme in die SS notwendig voraus.“<ref>Alfred Holm: Die Beleidigten – Dokumentation und Kommentar über ein publizistisches Abenteuer. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 3/1965, S. 266–271, hier: 267.</ref> 1965 wurde es dem Sozialdemokratischen Hochschulbund untersagt, von der Heydte der Mitgliedschaft in der SS zu bezichtigen<ref>Von der Heydte rehabilitiert. In: FAZ. 9. Oktober 1965, S. 18.</ref>.
Kavallerieoffizier
Beförderungen
- 1. Juni 1936 Leutnant d. R.
- 1. August 1936 Leutnant
- 1. Oktober 1936 Oberleutnant
- 1. Oktober 1938 Hauptmann
- 1. August 1941 Major
- 1. August 1944 Oberstleutnant
Am 1. März 1934 wurde er aufgrund seiner Verpflichtung von 1925 zu einer Reserveübung in Allenstein, Ostpreußen herangezogen. 1935/36 übte er jeweils mehrere Wochen, später auch freiwillig, bei den Reiterregimentern 2 und 15 der Reichswehr bzw. der Wehrmacht.<ref name="Bradley2" />
Im August 1936 trat er zur Probedienstleistung in die zuvor aufgestellte Panzerabwehrabteilung 6 der 6. Infanterie-Division in Herford ein.<ref name="Bradley2" /> Die „Vereidigung auf den Führer“ erfolgte im September 1936 beim Reiterregiment 15 in Paderborn.<ref name="Bradley2">Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr. 1955–1999. die militärischen Werdegänge (= Deutschlands Generale und Admirale; Teil VIb). Band 2, 1: Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 978-3-7648-2369-6, S. 354.</ref> Im Oktober 1937 wurde er Kompaniechef der 2./Panzerabwehrabteilung 6 in Herford.<ref name="Bradley2" /> Von 1938 bis 1939 absolvierte er einen Generalstabsoffizierlehrgang an der Kriegsakademie in Berlin-Tiergarten (Moabit).
Mit Beginn des Weltkrieges war er von September 1939 bis Juli 1940 1. Ordonnanzoffizier in der 246. Infanterie-Division<ref name="Bradley2" /> unter Generalleutnant Erich Denecke. Als solcher war er an der Saar-Front eingesetzt und nahm am Frankreichfeldzug (1940) teil.<ref name="Mitcham50" /> Nach dem Fall Frankreichs wurde er kurzzeitig Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) der 227. Infanterie-Division der Wehrmacht.<ref name="Bradley2" /><ref name="Mitcham50" />
Wechsel zur Fallschirmjägertruppe
Am 15. Juli 1940 trat er zur Luftwaffe über und absolvierte freiwillig den Fallschirmspringerlehrgang.<ref name="Bradley2" /> Er wurde zunächst Kompaniechef im Fallschirmjägerregiment 3. Als erster Bataillonskommandeur,<ref name="Bradley2" /> ab Dezember 1940, folgten Einsätze in der Luftlandeschlacht um Kreta,<ref>Siehe auch dazu The Battle of Crete, in: Antony Beevor: Crete: The Battle and the Resistance. John Murray, London 2005, ISBN 0-7195-6831-5, S. 57 ff.</ref> in der er sich bei der Einnahme des Hafens von Chania bewährte und 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt.<ref name="Mitcham50" /> Anschließend wurde er an der Ostfront in Russland eingesetzt und bei Leningrad verwundet.<ref name="Mitcham50" /> Von Juli 1942 bis Januar 1943 wurde er als Kommandeur des Fallschirm-Lehrbataillons aus Döberitz nach Nordafrika verlegt, wo er mit der Fallschirmjäger-Brigade Ramcke an den Schlachten von El-Alamein teilnahm. Er erkrankte an Ruhr und wurde nach der Zweiten Schlacht nach Europa verbracht.<ref name="Mitcham50" />
Im Februar 1943 wurde er Erster Generalstabsoffizier (Ia) der von Ramcke in Frankreich aufgestellten 2. Fallschirmjäger-Division. Nach dem Sturz des italienischen Diktators Mussolini erhielt er in Zivil eine Audienz bei Papst Pius XII. im Vatikan.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 104.</ref> Am 11. September 1943 nahm sein Verband im Zuge des Falls Achse Rom ein. Am folgenden Tag stürzte Heydte bei einem Flug in der Nähe von Rom ab und wurde schwer verletzt und in ein Lazarett eingeliefert. Nach seiner Genesung wurde er am 1. Februar 1944 für die nun kommenden Monate zum Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 6 ernannt und führte diesen Verband in der Normandie bei der Schlacht um Carentan im Juni 1944. Als ein Führerbefehl von den Kommandeuren an der Invasionsfront verlangte, sich schriftlich zu verpflichten, im Falle der Invasion die Stellungen um jeden Preis zu halten, verweigerte er nach eigenen Angaben die Unterzeichnung.<ref>Stephen E. Ambrose: D-Day, June 6, 1944: the climactic battle of World War II. Simon and Schuster, New York u. a. 1994, ISBN 0-671-71359-0, S. 116.</ref> Im Oktober 1944 kämpfte er gegen die Briten in der Operation Market Garden in den Niederlanden.<ref name="Mitcham198">Samuel W. Mitcham: Defenders of fortress Europe. The untold story of the German officers during the Allied invasion. Potomac Books, Washington, D.C. 2009, ISBN 978-1-59797-274-1, S. 198.</ref> Noch im gleichen Monat begann er mit dem Aufbau der geplanten Kampfschule der Fallschirmarmee.<ref name="Mitcham198" /><ref name="Bradley2" />
Nach anerkannten Militärhistorikern und -schriftstellern habe sich von der Heydte als einer der berühmtesten deutschen Fallschirmjäger-Kommandeure (John Toland)<ref>John Toland: Battle: The Story of the Bulge. Mit einem Vorwort von Carlo D’Este, University of Nebraska Press, Lincoln u. a. 1999, ISBN 0-8032-9437-9, S. 18.</ref>, europaweit eingesetzt, einen internationalen Ruf als Soldat erworben (Stephen E. Ambrose).<ref>Stephen E. Ambrose: D-Day, June 6, 1944: the climactic battle of World War II. Simon and Schuster, New York u. a. 1994, ISBN 0-671-71359-0, S. 207.</ref> Sein Schriftverkehr als Zeitzeuge mit seinem akademischen Schüler Günter Roth, zeitweise Amtschef des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, diente mit als Grundlage für Roths Buch Die deutsche Fallschirmtruppe 1936–1945 (2000).<ref>Günter Roth: Die deutsche Fallschirmtruppe 1936–1945. Der Oberbefehlshaber Generaloberst Kurt Student. Strategischer, operativer Kopf oder Kriegshandwerker und das soldatische Ethos. Würdigung, Kritik, Lektion. Mittler, Hamburg u. a. 2010, ISBN 978-3-8132-0906-8, S. 282.</ref>
Kriegsgefangenschaft in Trent Park
Am 21. Dezember 1944 sprang von der Heydte das letzte Mal im Verlauf des Unternehmens Stößer hinter feindlichen Linien ab – er wurde verwundet<ref>Earl Frederick Ziemke, The US Army and the Occupation of Germany 1944–1946, Center of Military History, United States Army, Washington, D.C. 1990, S. 154; dort ist ein Brief von der Heydtes an den amerikanischen Ortskommandanten in Monschau vom 22. Dezember 1944 wiedergegeben, in dem er seine Lage kurz schildert und bittet, abgeholt zu werden, da er nicht laufen könne.</ref> – und geriet am 24. Dezember 1944<ref name="Bradley2" /> als Kommandeur der Fallschirmjäger-Kampfgruppe „von der Heydte“ in Monschau in den Ardennen in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.<ref name="Mitcham198" />
Anschließend ab 23. Februar 1945 war er im britischen Kriegsgefangenenlager Trent Park bei London. Er gehörte dort u. a. einer informellen Studiengruppe, bestehend aus Heinrich Eberbach, Gerhard Bassenge, Carl Wahle, Ferdinand Heim und Eberhard Wildermuth, an, die sich um den Wiederaufbau Deutschlands Gedanken machte.<ref>Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 72.</ref> In abgehörten Gesprächen zwischen den inhaftierten Generälen und Stabsoffizieren wurde klar, dass von der Heydte zum einen von den Gaskammern bzw. Vernichtungslagern wusste<ref name="Neitzel57">Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 57.</ref> und in der Normandie einen Gefangenen erschossen haben soll.<ref>Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 59.</ref> Zum anderen hatte von der Heydte am Ende des Krieges einen eher vergeblichen Aufruf für die Alliierten angefertigt, den Kronprinz Rupprecht von Bayern und Heinrich Brüning unterzeichnen sollten.<ref name="Neitzel57" /> Sein Verhör als Prisoner of War (POW) im Mai 1945 ergab, dass er – als anglophil und intelligent beschrieben<ref>Christian H. Stifter: Zwischen geistiger Erneuerung und Restauration. US-amerikanische Planungen zur Entnazifizierung und demokratischen Reorientierung und die Nachkriegsrealität österreichischer Wissenschaft 1941–1955. Böhlau, Wien u. a. 2014, ISBN 978-3-205-79500-1, S. 285.</ref> – bis 1933 ein Anhänger des Nationalsozialismus war, sich dann desillusioniert zum Nazigegner entwickelte.<ref>Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 452.</ref>
Von der Heydte wurde später zum ehemaligen Truppenübungsplatz Munster verbracht, er war im Lager Zedelgem in Belgien und zuletzt im Gefängnis Saint-Gilles/Sint-Gillis, da man ihm eine Beteiligung an Partisanenerschießungen nachweisen wollte, was er allerdings glaubhaft widerlegen konnte. Am 12. Juli 1947 wurde er durch die Belgier entlassen.<ref name="Rechenberg426" />
Verhältnis zum militärischen Widerstand
Von der Heydte hatte lose Kontakte zum Hitler-Attentäter Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, mit dem er über Major Konrad Graf Uxkull-Gyllenband in Erstkontakt trat.<ref name="Beevor">Antony Beevor: Crete: The Battle and the Resistance. John Murray, London 2005, ISBN 0-7195-6831-5, S. 76.</ref> Nach eigenen Angaben – oftmals dienen seine Memoiren als Beleg – wurde er Anfang 1942 von der konservativ-militärischen Widerstandsgruppe (General der Infanterie Friedrich Olbricht, Major i. G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Generaloberst a. D. Ludwig Beck und weiteren Mitverschwörern) in Planungen eingeweiht, Hitler zu stürzen. Gemäß seiner Autobiografie sollte er im Falle eines Attentats mit einer Kompanie das SS-Hauptquartier in Berlin besetzen. Aufgrund einer Namensverwechslung sei er nach dem gescheiterten Attentat nicht in das Fadenkreuz der Nationalsozialisten geraten.<ref name="Benkert176" /> Die tatsächlichen Umstände sind indes umstritten, wie Recherchen, dargestellt in den Blättern für deutsche und internationale Politik, zeigen.<ref>Alfred Holm: Die Beleidigten – Dokumentation und Kommentar über ein publizistisches Abenteuer. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 3/1965, S. 266–271, hier: 268.</ref> Auch Standardwerke zum militärischen Widerstand im Generellen und zum Stauffenberg-Attentat im Besonderen, etwa vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt und von Gerd R. Ueberschär erwähnen ihn nicht.
Wirken in der Bundesrepublik
Rechtswissenschaftliches Wirken
Habilitation in München und Lehraufträge
Sein erstes Werk Das Weiss-Blau-Buch zur deutschen Bundesverfassung und zu den Angriffen auf Christentum und Staatlichkeit der Länder (1948) nach 1945 setzte sich kritisch mit der Entstehung des Grundgesetzes auseinander. Von der Heydte, der zunächst erfolglos nach Münster zurückwollte, habilitierte 1949/50 mit der durch den Staats- und Völkerrechtler Erich Kaufmann<ref>Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 60.</ref> an der Ludwig-Maximilians-Universität München betreuten Arbeit Die Geburtsstunde des souveränen Staates. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts, der allgemeinen Staatslehre und des politischen Denkens.<ref name="Benkert177">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 177.</ref> Der Historiker Hermann Heimpel widmete der Habilitationsschrift in den Göttingischen Gelehrten Anzeigen einen überaus scharfen Verriss, der eine Fülle von Zitierfehlern, Fehlinterpretationen und Anachronismen rügte. Zum geflügelten Wort wurde Heimpels Satz: „Literaturkenntnis schützt vor Neuentdeckungen“.<ref>Hermann Heimpel, [Rezension zu] Friedrich August Freiherr von der Heydte, Die Geburtsstunde des souveränen Staates, in: Göttingische Gelehrte Anzeigen 208 (1954), S. 197–221, Zitat S. 210.</ref> 1949 wurde er Privatdozent für Völkerrecht, Allgemeine Staatslehre und Rechtsphilosophie an der Juristischen Fakultät der LMU München.<ref name="Benkert177" /> Außerdem war er Lehrbeauftragter für deutsches und bayerisches Verfassungsrecht an der staatswissenschaftlichen Abteilung der Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg und der Hochschule für Politik München.<ref name="Benkert177" /> Von 1952 bis 1956 war er Gastprofessor<ref>Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 66.</ref> für Öffentliches Recht an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und Dozent am dortigen Institut für Europäische Studien. Einen Ruf lehnte er bereits 1950 ab.<ref name="Benkert177" />
Lehrstuhlinhaber in Mainz und Würzburg
1951 wurde er Ordinarius für Öffentliches Recht an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz berufen.<ref name="Rechenberg427" /> Nebenamtlich war er von 1954 bis 1956 Richter am Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz.<ref name="Benkert177" />
Einen Ruf auf den Lehrstuhl für Völkerrecht und Rechtsphilosophie an die Universität Wien (Nachfolge von Alfred Verdross, seinem Lehrer) konnte er 1961 wegen des Widerstandes der damaligen österreichischen Regierungspartei SPÖ nicht annehmen.<ref name="Rechenberg427">Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 427.</ref> Von der Heydte kommentierte, dass er den Ruf ablehnen musste, weil „österreichische Sozialisten und Linkskatholiken“ gegen ihn mobilgemacht hätten.<ref name="Benkert177" /> Während der 68er-Bewegung war er massiver Kritik linker Studenten und Medien ausgesetzt.<ref>Anne Rohstock: Von der „Ordinarienuniversität“ zur „Revolutionszentrale“? Hochschulreform und Hochschulrevolte in Bayern und Hessen 1957–1976 (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Bd. 78). Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59399-0, S. 227.</ref> Die Angriffe u. a. von der „Basis-Gruppe Justiz“ und dem Sozialdemokratischen Hochschulbund gingen so weit, dass sich 1965 der SHB öffentlich wegen zum Teil diffamierender Äußerungen und nach einer Entscheidung des Landgerichts Würzburg<ref name="Benkert178">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 178.</ref> entschuldigten (musste).<ref>Jürgen Hagemann, Jürgen Bleher: Der SHB entschuldigt sich. Vorwürfe gegen Bbr. Professor von der Heydte zurückgezogen. In: unitas 105 (1965) 9, S. 188.</ref>
Von 1954 bis 1975 war von der Heydte als Nachfolger von Walter Henrich<ref name="Benkert177" /> Ordinarius für Völkerrecht, allgemeine Staatslehre, deutsches und bayerisches Staatsrecht und politische Wissenschaften (Erweiterung) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig.<ref name="Benkert173">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 173.</ref> Er lud europäische Persönlichkeiten u. a. Otto von Habsburg (1952) und Robert Schuman (1953) zu Gastvorträgen ein. 1954 übernahm er für Franz Tibor Hollós die (kommissarische) Leitung<ref name="Benkert107">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 107.</ref> des Instituts für Föderalismus, übernationales Recht und Verwaltungsrecht des internationalen Verkehrs (später: Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen<ref name="Benkert108">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 108.</ref>). Ferner war er 1960 Gründer und gemeinsam mit Ulrich Stock<ref name="Benkert177" /> Leiter des Instituts für Wehrrecht, das verschiedene Veröffentlichungen auf den Weg brachte. 1958/59 war er Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät.<ref name="Benkert291">Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 291.</ref> Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten Rechtsphilosophie, Staatsrecht, Verfassungsrecht und Völkerrecht.<ref name="Blumenwitz">Dieter Blumenwitz: Friedrich August Freiherr von der Heydte †. In: Neue Juristische Wochenschrift 1994, S. 2006.</ref> Er galt als einer der Wegbereiter des Naturrechtsansatzes nach dem Zweiten Weltkrieg und setzte sich eingehend mit dem Kriegsvölkerrecht auseinander.<ref name="Blumenwitz" /> Zu seinen akademischen Schülern zählten u. a. Bruno Bandulet, Otto-Friedrich Freiherr von Gamm, Alfred Jüttner, Heinrich Kipp, Heinz Laufer, Franz Mayer, Hans Merkel, Gerhard Ritter, Günter Roth, Hans Rühle, Oscar Schneider, Armin Steinkamm, Christoph Uleer, Jürgen Warnke und Werner Wolf. Aufsehen erregte der Fall Dieter Haase, erst Student dann Hilfsassistent von der Heydtes, der seinerzeit für die Militärische Aufklärung der Nationalen Volksarmee arbeitete.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 114.</ref> Von der Heydtes Nachfolger auf dem Würzburger Lehrstuhl wurde Dieter Blumenwitz, der 1976 seinen Ruf erhielt.<ref name="memoriam7">Winfried Bausback, Gilbert Gornig, Tobias H. Irmscher, Burkhard Schöbener: In Memoriam Dieter Blumenwitz. In: Ders. (Hrsg.): Iustitia et pax. Gedächtnisschrift für Dieter Blumenwitz (= Schriften zum Völkerrecht. Bd. 176). Duncker & Humblot, Berlin 2008, ISBN 978-3-428-12745-0, S. 7–16, hier: S. 8.</ref>
Der Rechtshistoriker Frieder Günther (2004), heute Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in Berlin, sieht von der Heydte in einer Arbeit zur bundesdeutschen Staatsrechtslehre als einen Vertreter des demokratisch „rechtskonservativen katholischen Lagers“.<ref>Frieder Günther: Denken vom Staat her. Die bundesdeutsche Staatsrechtslehre zwischen Dezision und Integration 1949–1970 (= Ordnungssysteme. Bd. 15). Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-56818-3, S. 75.</ref> Auch andere Forscher wie Vanessa Conze<ref>Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970). Verlag R. Oldenbourg, München 2005, ISBN 978-3-486-57757-0, S. 89.</ref> (2005) und Tim Geiger<ref>Tim Geiger: Atlantiker gegen Gaullisten. Außenpolitischer Konflikt und innerparteilicher Machtkampf in der CDU, CSU 1958–1969 (= Studien zur internationalen Geschichte. Bd. 20). Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58586-5, S. 281.</ref> (2008) verorten ihn im Rechtskonservatismus.
Vereinigungen und sonstiges Engagement
Von der Heydte stellte 1954 einen Antrag zur Wiederaufnahme seines einstigen Widersachers Carl Schmitt, mittlerweile persona non grata, in die Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (VDStRL), der allerdings abgelehnt wurde.<ref>Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 86.</ref> Er war ab 1956 assoziiertes und ab 1971 ordentliches Mitglied der Gelehrtengesellschaft Institut de Droit international (IDI)<ref name="Rechenberg429">Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 429.</ref> und als solches federführend an der Edinburgher Resolution<ref>Siehe: Resolutions Adopted by the Institut De Droit International at its Session at Edinburgh, 1969: The Distinction Between Military Objectives and Non-Military Objects in General and Particularly the Problems Associated with Weapons of Mass Destruction. In: American Journal of International Law 66 (1972) 2, S. 470–475.</ref> (1969) beteiligt,<ref name="Blumenwitz" /> die maßgebende Grundlage der entsprechenden Artikel des ersten Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen von 1977 wurde.<ref>Dietrich Schindler junior: Moderne Entwicklungen im Kriegsvölkerrecht. In: Die Friedens-Warte 66 (1986) 3/4, S. 205–215, hier: S. 209.</ref> In den 1950er Jahren war er Mitglied einer Parteienrechtskommission, eingesetzt durch das Bundesministerium des Innern.<ref>Heino Kaack: Geschichte und Struktur des deutschen Parteiensystems. Westdeutscher Verlag, Opladen 1971, ISBN 3-531-11059-4, S. 367.</ref> 1960 wurde er zum Mitglied der Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht (ASIL) gewählt.<ref>Aus der unitarischen Familie: Ehrungen. In: unitas 100 (1960) 2, S. 6.</ref> Von der Heydte war zudem von 1961 bis 1965 Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht (DGVR). 1964 wurde er Mitglied der Ständigen Finnisch-Schweizerischen Vergleichskommission zur Regelung von Vergleichsverfahren.<ref name="Benkert178" />
Er war Autor zahlreicher Bücher u. a. eines zweibändigen Lehrbuchs zum Völkerrecht<ref name="Blumenwitz" /> und ab 1960 gemeinsam mit Theodor Maunz Herausgeber der Reihe Münchener öffentlich-rechtliche Abhandlungen im Verlag C.H.Beck. Zudem war er Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuches der Politik, der Friedens-Warte und der Zeitschrift Internationales Recht und Diplomatie. Er veröffentlichte ab den 1930er Jahren Aufsätze in Kultur- und Wissenschaftszeitschriften sowie militärischen und außenpolitischen Fachzeitschriften u. a. Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie, Juristische Blätter, Zeitschrift für Politik, Stimmen der Zeit, Archiv des Völkerrechts, Archiv des öffentlichen Rechts, JuristenZeitung, Politique étrangère, Europäische Wehrkunde und American Journal of International Law.
Von der Heydte war Gutachter für Bundes- und Landesregierungen vor dem Bundesverfassungsgericht u. a. zum Wehrbeitrag (1952) und zum Gesetz für Jugendwohlfahrt (1961).<ref>Ursula Münch: Familien-, Jugend- und Altenpolitik. In: Michael Ruck, Marcel Boldorf (Hrsg.): Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Band 4: Bundesrepublik Deutschland, (1957–1966). Sozialpolitik im Zeichen des erreichten Wohlstandes. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-7890-7319-9, S. 593.</ref> Seine wissenschaftliche Leistung insbesondere auf den Gebieten des Völker- und Staatsrechts, sowie des Wehrrechts wurde anlässlich seines 70. Geburtstages durch eine zweibändige Festschrift gewürdigt.<ref>siehe: Heinrich Kipp, Franz Mayer, Armin Steinkamm (Hrsg.): Um Recht und Freiheit. Festschrift für Friedrich August von der Heydte zur Vollendung des 70. Lebensjahres dargebracht von Freunden, Schülern und Kollegen. 2 Bände. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-03862-2.</ref>
Militärisches Engagement
Von der Heydte engagierte sich zunächst in der Stillen Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte,<ref name="Stolleis71">Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 71.</ref> die auch NS-Täter unterstützte. 1956 wurde er Vorstandsmitglied des Münchner Vereins Westliches Wehrwesen.<ref name="MüllerPlichta">Guido Müller, Vanessa Plichta: Zwischen Rhein und Donau. Abendländisches Denken zwischen deutsch-französischen Verständigungsinitiativen und konservativ-katholischen Integrationsmodellen 1923–1957. In: Journal of European Integration History 5 (1999) 2, S. 35 (siehe Kurzbiografie).</ref>
Beförderungen
- 1. August 1956 Oberst d. R.
- 18. Oktober 1962 Brigadegeneral d. R.
Von 1956 bis 1966 leistete von der Heydte als Reserveoffizier, zunächst als Oberst d. R., Wehrübungen beim Heer der Bundeswehr. So nahm von der Heydte 1961 an einer Wehrübung beim Feldartilleriebataillon 355 in Hammelburg und 1962 am Führergehilfenlehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg teil. Er wurde 1962 während einer Wehrübung bei der 12. Panzergrenadierdivision in Tauberbischofsheim vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke zum Brigadegeneral befördert.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig General der Reserve.] Hamburger Abendblatt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Damit war er der erste und einer der wenigen Generale der Reserve der Bundeswehr. Die Beförderung stand wahrscheinlich in Zusammenhang mit einer geplanten Tätigkeit für den Bundesnachrichtendienst. Im Verteidigungsfall wäre er zum deutschen Anteil der Allied Consultative and Coordination Group (ACCG) beim Hauptquartier Allied Forces Central Europe der NATO gegangen. Von dort hätte er Special Operations oder nachrichtendienstlichen Operationen führen sollen.<ref>Agilolf Keßelring: Kriegs-BND: Planungen für die Mobilmachung des Bundesnachrichtendienstes von 1953 bis 1968. In: Militärgeschichtliche Zeitschrift. Band 79, Nr. 2, 2020, S. 480 ff.</ref>
Er beriet die Regierungen in Ägypten (auf Wunsch des Bundesaußenministers Heinrich von Brentano (CDU)) und Japan beim Aufbau ihrer Streitkräfte.<ref name="Rechenberg428">Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 428.</ref> Er nahm 1958 als einziger deutscher Vertreter an der „Vierten Nationalen Militär- und Industriekonferenz“<ref>Christopher Benkert: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 180.</ref> in Chicago, Illinois teil, wo er auf General Maxwell D. Taylor, seinen einstigen Gegner in den Invasionskämpfen 1944, und den deutschstämmigen Wissenschaftler Wernher von Braun traf, und wohnte Planspielen an der Seekriegsschule von Long Island, New York bei. Außerdem wurde er 1958 Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Instituts für amerikanische Strategie (Institut zur Koordinierung des amerikanischen Wehrwesens, der Wirtschaft und der Politik auf wissenschaftlicher Grundlage) in Chicago.
Der Militärhistoriker Hans-Erich Volkmann (1990) vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) bezeichnete von der Heydte als „katholischen Phalanx für den westdeutschen Verteidigungsbeitrag“.<ref>Hans-Erich Volkmann: Die innenpolitische Dimension Adenauerscher Sicherheitspolitik in der EVG-Phase. In: Lutz Köllner et al.: Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik. 1945–1956. Band 2: Die EVG-Phase. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Oldenbourg, München 1990, ISBN 3-486-51681-7, S. 556.</ref>
Politische Tätigkeiten
Rechtskatholische Aktivitäten
Als konservativer Christ unterstützte von der Heydte seit den 1930er Jahren rechtskatholische Ideen.<ref name="Conze" /> Er engagierte sich im Katholischen Akademikerverband e. V. und war von 1948 bis 1958 Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), wo er in den 1950er Jahren das „Staatsbürgerliche Referat“ leitete.<ref>Axel Schildt: Zwischen Abendland und Amerika. Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre (= Ordnungssysteme. Band 4). Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56344-0, S. 66.</ref> Zudem gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholikentage an und war Leiter des Sachausschusses Recht, Staat und Gesellschaft. Wiederholt nahm er an der Wallfahrt nach Lourdes teil.
1954 wurde er in den römisch-katholischen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen (Investitur von Erzbischof Lorenz Jaeger).<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 91.</ref> Er war dann als Nachfolger von Franz Fürst zu Salm-Reifferscheidt-Dyck von 1958 bis 1965 Statthalter der Deutschen Statthalterei des Ritterordens. Aufgrund von Satzungsänderungen zu Lasten von Laien trat er allerdings von seinem Amt zurück.<ref name="Freibüter" />
Von der Heydte war Mitglied der von dem Unternehmer Erich Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg gegründeten konservativ-klerikalen Abendländischen Aktion (später: Abendländische Akademie).<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 96.</ref> Die Organisation beschwor vor allem christliche Werte, abendländische Kultureinheit und Föderalismus. Sie war gut vernetzt; in Madrid (Franco-Spanien) wurden regelmäßig Veranstaltungen abgehalten, zu denen u. a. Richard Jaeger und Franz Josef Strauß erschienen.<ref name="KochSchröm98">Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 98.</ref> Anfangs verwahrte er sich gegen Kritik und bezeichnete die Abendländische Akademie als „konstruktive[n] Verfassungsschutz“.<ref>Rudolf Uertz: Konservative Kulturkritik in der frühen Bundesrepublik Deutschland. Die Abendländische Akademie in Eichstätt, 1952–1956. In: Historisch-Politische Mitteilungen, 8. Jahrgang (2001), S. 61 f.</ref> Den Vorsitz gab er aber 1956 ab, da die Akademie zunehmend „zur Zielscheibe linkstendierender Kräfte geworden“ sei. Er sah sich aufgrund zeitlicher Engpässe und unzureichender Unterstützung außer Stande „dieser Hetze mit genügendem Nachdruck und entsprechender Wirkung“ entgegenzutreten.<ref>Axel Schildt: Zwischen Abendland und Amerika. Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre (= Ordnungssysteme. Band 4). Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56344-0, S. 70 f.</ref> Der Vereinigung und dem mit ihr verbundenen Verlag der Zeitschrift Neues Abendland wurde später nachgesagt, sie seien eine Tarnorganisation der Organisation Gehlen bzw. des aus ihr hervorgegangenen Bundesnachrichtendienstes (BND) gewesen.<ref name="KochSchröm98" /><ref>Klaus-Dietmar Henke: Geheime Dienste. Die politische Inlandsspionage der Organisation Gehlen 1946–1953 (= Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968. Band 10). Ch. Links, Berlin 2018, ISBN 3-96289-023-8, S. 559.</ref>
Der österreichische Kulturhistoriker Friedrich Heer (1958) sah in von der Heydte „einen angesehen[en] Repräsentant[en] des deutschen Rechtskatholizismus“.<ref>Friedrich Heer: Der Linkskatholizismus. In: Zeitschrift für Politik, Neue Folge 5 (1958) 2, S. 134–161, hier: S. 155.</ref> Michael Stolleis, Rechtshistoriker, konstatierte, dass dessen Aktivitäten im Bereich „Rechtskatholizismus“ allerdings Mitte der 1970er Jahre nachließen.<ref name="Stolleis71" /> Von der Heydte seinerseits lehnte derartige Zuschreibungen ab.<ref>Vgl. Friedrich August von der Heydte: «Probleme des Linkskatholizismus». Die Antwort des «Integralisten». In: Schweizer Rundschau, Juli-August 1959, S. 217–228.</ref>
Spiegel-Affäre
Von der Heydte, ein Vertrauter von Franz Josef Strauß, zeigte 1962 Rudolf Augstein, Herausgeber des Spiegels, wegen des Artikels Bedingt abwehrbereit bei der Bundesanwaltschaft wegen Landesverrats an und löste damit die Spiegel-Affäre aus. Der damalige FDP-Bundesgeschäftsführer Karl-Hermann Flach veröffentlichte daraufhin in der Frankfurter Rundschau den kritischen Artikel Der General und das Abendland. Mit seiner Klage gegen die Veröffentlichung vor dem Landgericht Würzburg bekam von der Heydte teilweise Recht.<ref>Heinrich Senfft: Schmäher vor Gericht. Persönlichkeitsschutz und öffentliche Meinung in Deutschland (= Göttinger Sudelblätter). Wallstein, Göttingen 1993, ISBN 3-89244-063-8, S. 18 f.</ref> Von der Heydte kommentierte die Anzeige später mit: Ohne diese Anzeige „hätten wir uns selbst strafbar gemacht, auch im demokratischen Staat kann die Pressefreiheit nicht so weit gehen, daß streng geheime Dokumente“ an die Öffentlichkeit geraten.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 111.</ref>
In einer Dokumentation der Spiegel-Affäre von 1966 bezeichneten der Politik- und Verwaltungswissenschaftler Thomas Ellwein, der Sozialwissenschaftler Manfred Liebel (einst Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes), und die Soziologin Inge Negt von der Heydte der 1960er Jahre als „Inbegriff der Reaktion“.<ref>Thomas Ellwein, Manfred Liebel, Inge Negt: Die Spiegel-Affäre (= Texte und Dokumente: Zeitgeschichte). Band 2: Die Reaktion der Öffentlichkeit. Hrsg. durch Jürgen Seifert, Walter, Olten u. a. 1966, S. 34; zitiert etwa in: Hans Werner Kilz, Joachim Preuss: Flick. Die gekaufte Republik (= Spiegel-Buch. 48). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-33048-2, S. 82.</ref> Laut den Publizisten Hans Leyendecker, Michael Stiller und Heribert Prantl (2000), allesamt Journalisten der Süddeutschen Zeitung, sei er in „konservativen Kreisen“ eine „Legende“.<ref>Hans Leyendecker, Michael Stiller, Heribert Prantl: Helmut Kohl, die Macht und das Geld. Steidl, Göttingen 2000, ISBN 3-88243-738-3, S. 76.</ref>
Parteipolitik
Er sympathisierte zunächst mit der Bayernpartei (BP).<ref name="KochSchröm107">Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 107.</ref> Im Jahr 1947 trat er aber in die CSU ein, wo er Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Hochschulgemeinschaft wurde. Er war zeitweise Mitglied des CSU-Bezirksschiedsgerichts in Kitzingen.
Ab 1951 war er in der europäischen föderalistischen Bewegung aktiv. 1953 vertrat er gemeinsam mit Georg Strickrodt die CDU auf der Jahrestagung der Internationalen Union der Christlichen Demokraten (NEI) in Tours.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kalender: 1953.] Konrad-Adenauer-Stiftung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Er gehörte überdies zu den Teilnehmern des Ellwanger Kreises, einem Diskussionsforum christlicher Politiker, allen voran der Unionsparteien, im Nachkriegsdeutschland.<ref>Andreas Dornheim: Adel in der bürgerlich-industrialisierten Gesellschaft. Eine sozialwissenschaftlich-historische Fallstudie über die Familie Waldburg-Zeil (= Europäische Hochschulschriften / 3). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-44859-7, S. 382.</ref>
Landtagsabgeordneter der CSU
Als Listenkandidat der CSU für den Wahlkreis Unterfranken gehörte er vom 20. November 1966 bis 22. November 1970 dem Bayerischen Landtag an. Er war dort von 1966 bis 1970 Mitglied des Ausschusses für kulturpolitische Fragen und 1970 des Zwischenausschusses. Im Landtag hatte er 1969 gemeinsam mit Alfred Seidl ein „scharfes Vorgehen“ gegen krawallbereite Studenten gefordert.<ref>Anne Rohstock: Von der „Ordinarienuniversität“ zur „Revolutionszentrale“? Hochschulreform und Hochschulrevolte in Bayern und Hessen 1957–1976 (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Bd. 78). Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59399-0, S. 222.</ref> Von 1967 bis 1970 war er Beiratsmitglied der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLpB) und der Wiedergutmachung beim Landesentschädigungsamt. 1969/70 war er stellvertretendes (nichtberufliches) Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und der Kommission nach Art. 2 des Gesetzes zur Ausführung des Gesetzes zu Art. 10 Grundgesetz.
Im Zuge der Bundestagswahl 1969 versuchte er sich erfolglos gegen den Parteifreund Matthias Engelsberger (CSU) als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Traunstein (Wahlkreis 211) aufstellen zu lassen; er erhielt nur eine Stimme.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die Vatermörder.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Aufgrund des neuen „Inkompatibilitätsgesetzes“, wonach er sich hätte beurlauben lassen müssen, ließ er sich nicht nochmal für den Landtag aufstellen.<ref name="Benkert178" />
Flick-Parteispendenaffäre
Von der Heydte vertrat 1958 die Bundesregierung vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im Normenkontrollverfahren der Parteienfinanzierung durch steuerbegünstigte Spenden.<ref>Daniel Herbe: Hermann Weinkauff (1894–1981). Der erste Präsident des Bundesgerichtshofs. Mohr Siebeck Verlag, München 2008, ISBN 978-3-16-149461-1, S. 97.</ref>
Bereits seit den frühen 1960er Jahren diente das gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Adolf Süsterhenn (CDU) begründete und von von der Heydte viele Jahre geschäftsführend geleitete Institut für Staatslehre und Politik e. V. (ISP) an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg als „Geldwaschanlage“ der Staatsbürgerliche Vereinigung 1954 e. V. (SV) der CDU in Koblenz, was in den 1980er Jahren öffentlich und kontrovers diskutiert wurde.<ref name="KochSchröm107" /><ref>Die drehen heute genüßlich die Daumen. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1989, S. 37–45 (online – 26. Juni 1989).</ref> Von der Heydte wurde zu einer der zentralen Figuren in der sogenannten Flick-Affäre. So soll er u. a. Kontakte zu Karl Friedrich Grau (CDU) unterhalten haben.<ref>Affären: Absturz nach dem Melken. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1984, S. 92–93 (online – 17. Dezember 1984).</ref> Von der Heydte wies Anschuldigungen, in den Skandal verwickelt gewesen zu sein, trotz der Vorhalte zurück. Das Institut wollte vielmehr ausländische Dozenten honorieren.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 122.</ref>
Weitere Mitgliedschaften und Aktivitäten
Von der Heydte war Mitarbeiter der Unions-nahen Studiengesellschaft für staatspolitische Öffentlichkeitsarbeit von Theodor Oberländer und gemeinsam<ref>Axel Schildt: Zwischen Abendland und Amerika. Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre (= Ordnungssysteme. Bd. 4). Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56344-0, S. 77.</ref> mit Richard Jaeger und Michael Schmaus Gründer des Deutschen Kreises 1958 in München.<ref name="MüllerPlichta" /> Weiterhin war er 1958/59 Gründungspräsidiumsmitglied<ref>Helmut Lorscheid, Leo A. Müller: Deckname Schiller. Die deutschen Patrioten des Lyndon LaRouche (= Rororo. 5916). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, ISBN 3-499-15916-3, S. 38.</ref> des antikommunistischen Vereins „Rettet die Freiheit“ (RdF) um Rainer Barzel und Franz Josef Strauß, der ein Gegengewicht zu „Kampf dem Atomtod“ und dem Deutschlandplan der SPD darstellen sollte.<ref>Ute Schmidt: Die Christlich Demokratische Union Deutschlands. In: Richard Stöss (Hrsg.): Parteien-Handbuch. Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Band 1: AUD bis EFP (= Schriften des Zentralinstituts für Sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin. Bd. 38). Westdeutscher Verlag, Opladen 1983, ISBN 3-531-11570-7, S. 637.</ref> Von der Heydte war Autor der CSU-Parteizeitung Bayernkurier; bekannt wurden darüber hinaus auch Beiträge in der Deutschen National Zeitung und Soldaten-Zeitung des Verlegers Gerhard Frey in den 1960er Jahren.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 114; Gert Heidenreich: Rechts hinter der Wand. In: Ingeborg Drewitz (Hrsg.): Strauß ohne Kreide. Ein Kandidat mit historischer Bedeutung. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1980, ISBN 3-499-14637-1, S. 71; Zitate. In: Der Spiegel, 1/1964, 8. Januar 1964.</ref><ref>Dietrich Strothmann: Angeklagt: die National-Zeitung. In: Die Zeit, 8. September 1967, Nr. 36; Otto Köhler: Anschlag auf den Staat. In: Der Spiegel, 34/1967, 14. August 1967, S. 56.</ref> Außerdem war er Mitarbeiter der CSU-nahen Demokratisch-Konservativen Korrespondenz und fungierte 1963 als Gutachter für die Vertriebenenverbände Ostpreußen, Pommern, Berlin-Mark-Brandenburg und Schlesien. Er gehörte 1969 zu den Teilnehmern des „Europa-Kongresses“ des Bundes der Vertriebenen (BdV).
Außerdem pflegte er Kontakte zu den Obristen der griechischen Militärjunta der 1960er und 1970er Jahre und dem Franco-Regime in Spanien.<ref>Egmont R. Koch, Oliver Schröm: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dunkle Ritter im weißen Gewand. ( vom 2. Februar 2014 im Internet Archive) In: Die Zeit, Nr. 13/1994.</ref> Er kommentierte eine umstrittene Reise, die er gemeinsam mit einer CSU-Delegation unternahm, mit: „Wenn man nach Moskau fahren kann, kann man auch nach Athen.“<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Krücke für Chrike.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Kritisch widmeten sich seinen rechten Aktivitäten die investigativen Journalisten Oliver Schröm und Egmont R. Koch in ihrem Buch Verschwörung im Zeichen des Kreuzes (2005). Aufgrund seiner guten Kontakte zum griechischen Obristen-Regime und irakischen Wissenschaftlern wurde von der Heydte Anfang der 1970er Jahre gegen Honorar als nachrichtendienstliche Verbindung des BND geführt.<ref>Erich Schmidt-Eenboom: Undercover – wie der BND die deutschen Medien steuert. Droemer Knaur, München 1999, ISBN 3-426-77464-X, S. 248.</ref>
Von der Heydte galt als (rechts-)konservativ und in der Bonner Regierung bis zur sozialliberalen Koalition von 1970 regierungsnah sehr gut vernetzt.<ref>Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970) (= Studien zur Zeitgeschichte. Bd. 69). Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57757-3, S. 66.</ref> Ihm wurde in einem Nachruf eine nationale, zugleich aber auch westliche Gesinnung attestiert.<ref>Roland Riz: Friedrich August von der Heydte 80 Jahre. In: Europa Ethnica 44 (1987), S. 103.</ref> So stand er als Politiker für die Pflege der Deutsch-französischen Beziehungen ein. Zu seiner „Familientradition [gehörte überdies] ein liberales Anerkennen auch anderer Auffassungen“, wie es in einem weiteren Nachruf hieß.<ref>Friedrich Karl Fromme: Von der Heydte gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli 1994, Nr. 157, S. 6.</ref>
LaRouche-Bewegung
Nach seiner aktiven Politikerzeit orientierte er sich zunächst an der Nationalliberalen Aktion um Erich Mende.<ref>Ein klerikaler Amokläufer Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 119.</ref>
Bei der Bundestagswahl 1987 unterstützte von der Heydte die rechtskonservative Kleinpartei „Patrioten für Deutschland“ um Lyndon LaRouche.<ref name="Conze" /> Der US-amerikanische Politaktivist LaRouche steuerte bereits 1986 in der Neuauflage von Der moderne Kleinkrieg als wehrpolitisches und militärisches Phänomen ein Vorwort bei. Es erschienen dann Artikel und Interviews sowie Analysen zu von der Heydte in der Wochenzeitschrift Executive Intelligence Review (EIR) der sektenartigen LaRouche-Bewegung.
Familie und Nachlass
Er war laut Autobiografie<ref>Anmerkung: Von der Heydte ging laut seiner Autobiografie Muß ich sterben, will ich fallen … (1987: 68), erschienen im Vowinckel-Verlag, am 4. Oktober 1938 die Ehe ein; das GHdA (2000: 312) gibt den 26. Oktober 1938 und das GHdA (1986: 214) den 27. Oktober 1938 für die Eheschließung an; auch Wer ist wer? (1981: 486) datiert das Jahr 1938; davon abweichend die spätere Würzburger Fakultätsgeschichtsschreibung von Benkert (2005: 176), die den 7. Oktober 1936 angibt, jedoch ohne Fußnote.</ref> ab 1938 verheiratet mit Gabrielle de Garnerin de la Thuille,<ref>Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 88 (Freiherrliche Häuser XIV), C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1986, ISBN 3-7980-0788-8, S. 214.</ref> Gräfin von Montgelas (* 9. August 1910 in Egglkofen; † 15. Juni 1985 in Aham), Tochter von Joseph de Garnerin Graf von Montgelas und dessen Frau Marie Le Sergeant d’ Hendecourt a. d. H. der Vicomtes de Pont de l’Arche.<ref>Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 123 (Gräfliche Häuser XVI), C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2000, ISBN 3-7980-0823-X, S. 312.</ref> Von der Heydtes Frau war damit eine Nachfahrin<ref name="Benkert176" /> des bayerischen Staatsreformers Maximilian von Montgelas. Sie hatten drei Kinder,<ref name="Benkert176" /> nämlich den Verwaltungsjuristen Gottfried (* 1949), Kanzler der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, den Landshuter Rechtsanwalt Franz-Josef (* 1951).<ref>Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 120 (Freiherrliche Häuser XXI), C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1999, ISBN 3-7980-0820-5, S. 135.</ref> und Rudolf Konrad (1939–2015), Kaufmann und Gründer der Graf von Montgelas-Stiftung. Rudolf Konrad wurde 1969 von seinem kinderlosen Onkel Max Emmanuel Graf von Montgelas adoptiert.<ref>Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 123 (Gräfliche Häuser XVI), C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2000, ISBN 3-7980-0823-X, S. 300.</ref> Nach seiner Pensionierung setzte sich Friedrich August in Aham an der Vils in Niederbayern zur Ruhe.<ref>Hans Werner Kilz, Joachim Preuss: Flick. Die gekaufte Republik (= Spiegel-Buch. 48). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-33048-2, S. 82.</ref> Er überlebte seine Frau um fast ein Jahrzehnt. Im Jahr 1994 verstarb er nach langer Krankheit.
Das Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP) der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) führt ihn im Bestand.<ref>Bestandsübersicht. Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Konrad-Adenauer-Stiftung, aktualisierte Auflage 2013, S. 167.</ref>
Auszeichnungen
1933–1945
- Treuedienstabzeichen im Jahr 1938
- Eisernes Kreuz (1939)
- II. Klasse am 27. September 1939
- I. Klasse<ref name="Mitcham50">Samuel W. Mitcham: Defenders of fortress Europe. The untold story of the German officers during the Allied invasion. Potomac Books, Washington, D.C. 2009, ISBN 978-1-59797-274-1, S. 50.</ref> am 26. September 1940
- Ritterkreuz<ref name="Mitcham50" /> am 9. Juli 1941
- Eichenlaub am 30. September 1944 (617. Verleihung)
- Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen im Jahr 1939
- Dienstauszeichnung (Wehrmacht) IV. Klasse
- Erdkampfabzeichen der Luftwaffe
- Fallschirmschützenabzeichen der Luftwaffe im Jahr 1940
- Infanterie-Sturmabzeichen im Jahr 1941
- Ärmelband Kreta im Jahr 1941
- Deutsches Kreuz in Gold am 26. Februar 1942
- Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 im Jahr 1942
- Militärorden von Savoyen im Jahr 1942
- Königlich Italienische Tapferkeitsmedaille
- Silber im Herbst 1942
- Silber im Winter 1942
- Ärmelband Afrika im Jahr 1943
- Medaille für den italienisch-deutschen Feldzug in Afrika im Jahr 1943
- Namensnennung im Wehrmachtbericht am 11. Juni 1944
- Nahkampfspange II. Stufe (Silber) am 25. Oktober 1944
nach 1945
- Großkreuz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem im Jahr 1958
- Komtur mit Stern des Gregoriusordens im Jahr 1960<ref name="Rechenberg429" />
- Bayerischer Verdienstorden am 21. Mai 1974
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 17. März 1987
- Ehrennadel in Gold des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr im Jahr 1987
- Ehrenbürger von Aham
Veröffentlichungen
- Das Weiss-Blau-Buch zur deutschen Bundesverfassung und zu den Angriffen auf Christentum und Staatlichkeit der Länder. J. Habbel Verlag, Regensburg 1948.
- Montesquieu: Vom Geist der Gesetze. Eine Auswahl, Übersetzung und Erläuterung durch Friedrich August von der Heydte, de Gruyter, Berlin 1950.
- Die Geburtsstunde des souveränen Staates. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts, der allgemeinen Staatslehre und des politischen Denkens. J. Habbel Verlag, Regensburg 1952.
- Fiktion und Wirklichkeit der westdeutschen Demokratie (= Politische Studien, Heft 48). Isar-Verlag, München 1954.
- Die Berufsbeamten und die Staatskrisen (= Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, Heft 13). Berichte von Friedrich August von der Heydte, Günter Dürig, Richard Naumann, Hans Spanner und Aussprache zu den Berichten in den Verhandlungen der Tagung der deutschen Staatsrechtslehrer zu Tübingen am 14. und 15. Oktober 1954. de Gruyter, Berlin 1955.
- Vom heiligen Reich zur geheiligten Volkssouveränität. Ulrich Steiner Verlag, Laupheim 1955.
- mit Karl Sacherl (Hrsg.): Soziologie der deutschen Parteien. Isar-Verlag, München 1955.
- Verfassung und Gewerbefreiheit (= Politische Studien, Heft 76). Isar-Verlag, München 1956.
- mit Friedrich Giese (Hrsg.): Der Konkordatsprozess. 4 Bände, Isar-Verlag, München 1956–1958.
- Daedalus returned. Crete 1941. Übersetzung aus dem Deutschen durch W. Stanley Moss, Hutchinson, London 1958.
- Völkerrecht. Ein Lehrbuch. 2 Bände, Verlag für Politik und Wirtschaft, Köln 1958–1960.
- mit Georg Stadtmüller, Helmut Ibach: Bürgerschaft und Staatsordnung in Geschichte und Gegenwart (= Schriftenreihe des Kommunal-Verlags, 6). Mit einem Vorwort von Hans Peters, Kommunal Verlag, Recklinghausen 1959.
- mit Ignaz Seidl-Hohenveldern (Hrsg.): Völkerrecht und rechtliches Weltbild. Festschrift für Alfred Verdross. Springer, Wien 1960.
- Vorrang oder Subsidiarität der freien Jugendhilfe? (= Hamburger öffentlich-rechtliche Nebenstunden, Band 7). Forschungsstelle für Völkerrecht und Ausländisches Öffentliches Recht, Hamburg 1961.
- Krise des Parlamentarismus (= Beiträge zur Begegnung von Kirche und Welt, Bände 58/59). Akademie der Diözese Rottenburg, Stuttgart 1961.
- Kirche und Staat (= Veröffentlichungen der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg, Band 2). Badenia-Verlag, Karlsruhe 1966.
- Der moderne Kleinkrieg als wehrpolitisches und militärisches Phänomen. Mit einem Vorwort von Lyndon LaRouche, Neuausgabe, Dr. Böttiger Verlag, Wiesbaden 1986, ISBN 3-925725-03-2. (Erstausgabe: Holzner-Verlag, Würzburg 1972)
- Muß ich sterben, will ich fallen … Ein Zeitzeuge erinnert sich. Hrsg. von Hendrik van Bergh, Vowinckel-Verlag, Berg am See 1987, ISBN 3-921655-39-0 (Autobiografie).
- Die Monarchie – Eine europäische Idee. Österreich vom Wiener Kongress bis St. Germain. Amalthea Signum, Wien 1993, ISBN 3-85002-340-0.
Siehe auch
- Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
- Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (6. Wahlperiode)
- Liste der Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Literatur
Nachschlagewerke und Biografien
- Friedrich August Freiherr von der Heydte in: Internationales Biographisches Archiv 37/1994 vom 5. September 1994, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 2, Teilband 1, Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2562-6, S. 353–355.
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 215–216.
- Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 21. Ausgabe, Schmidt-Römhild, Lübeck 1981, ISBN 3-7950-2002-6, S. 486.
Festschrift
- Heinrich Kipp, Franz Mayer, Armin Steinkamm (Hrsg.): Um Recht und Freiheit. Festschrift für Friedrich August von der Heydte zur Vollendung des 70. Lebensjahres dargebracht von Freunden, Schülern und Kollegen. 2 Bände. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-03862-2.
Nachrufe und Würdigungen
- Dieter Blumenwitz: August Freiherr von der Heydte zum 70. Geburtstag. In: Archiv des öffentlichen Rechts 1977, S. 280–282.
- Ders.: Friedrich August Freiherr von der Heydte †. In: Neue Juristische Wochenschrift 1994, S. 2006.
- Ders.: Friedrich August Freiherr von der Heydte zur Vollendung seines achtzigsten Geburtstages. In: Zeitschrift für Politik 34 (1987) 2, S. 219.
- Ludwig Maria Freibüter: In memoriam mortuorum: August Freiherr von der Heydte. In: unitas 134 (1994) 4, S. 107–108.
- Friedrich Karl Fromme: Von der Heydte gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli 1994, Nr. 157, S. 6.
- Hermann H.-K. Rechenberg: Nachruf für Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Archiv des Völkerrechts 33 (1995) 4, S. 425–429.
- Roland Riz: Friedrich August von der Heydte 80 Jahre. In: Europa Ethnica 44 (1987), S. 103.
Spezielle Beiträge
- Christopher Benkert: Staats- und Verwaltungsrecht: Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg 1914 bis 1960. Ausbildung und Wissenschaft im Zeichen der beiden Weltkriege (= Würzburger rechtswissenschaftliche Schriften. Bd. 62). Ergon Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-481-8, S. 173–181. [Dissertation]
- Vanessa Conze: Friedrich August Freiherr von der Heydte: Ein katholischer Adeliger im „Reich“ – ein Wehrmachtsgeneral im „Großraum“. In: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970). Verlag R. Oldenbourg, München 2005, ISBN 978-3-486-57757-0 (Volltext digital verfügbar), S. 63–71. [Dissertation]
- Egmont R. Koch, Oliver Schröm: Ein klerikaler Amokläufer. Die rechten Umtriebe des Großkreuzritters Friedrich August von der Heydte. In: Verschwörung im Zeichen des Kreuzes. Die Ritter vom Heiligen Grabe. Orbis Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01313-5, S. 91–124.
- Lieselotte Steveling: Assistent: Friedrich August Freiherr von der Heydte. In: Juristen in Münster. Ein Beitrag zur Geschichte der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster/Westf. (= Beiträge zur Geschichte der Soziologie. Bd. 10). Lit, Münster 1999, ISBN 3-8258-4084-0, S. 427–429 (inklusive Kurzbiografie, S. 428). [Dissertation]
Kurz-Biografien
- Samuel W. Mitcham: Defenders of Fortress Europe: The Untold Story of the German Officers during the Allied Invasion. Potomac Books, Washington, D.C. 2009, ISBN 978-1-59797-274-1, S. 49–51, 198 (siehe Kurzbiographie).
- Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945 (= List-Taschenbuch. 60760). List, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-60760-3, S. 451–452 (siehe Kurzbiographie).
- Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 71 (siehe Kurzbiographie).
Weblinks
- Literatur von und über Friedrich August Freiherr von der Heydte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Friedrich August Freiherr von der Heydte in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Friedrich August Freiherr von der Heydte beim Bayerischen Landtag
- Friedrich August Freiherr von der Heydte in der Personen-Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- Gerhard Köbler: Friedrich August Freiherr von der Heydte bei Wer war wer im deutschen Recht
- Friedrich August Freiherr von der Heydte im Mainzer Professorenkatalog
Einzelnachweise
<references responsive />
Zuletzt Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht: Wilhelm Joseph Behr (1814–1821) | Konrad Cucumus* (1825–1832) | Anton Arnold von Linck (1832/33) | Ernst von Moy de Sons (1833–1837) | Johann Joseph Kiliani (1837/38) | Anton Arnold von Linck (1839–1843) | Hermann Joseph Müller (1843–1850) | Joseph (von) Held (1851–1890) | Karl Freiherr von Stengel (1890–1895) | Robert Piloty (1895–1926) | Wilhelm Laforet (1927–1951) | Walter Henrich (1953/54) | Friedrich August Freiherr von der Heydte (1954–1975) | Dieter Blumenwitz (1976–2005) | Markus Ludwigs (seit 2012)
* Zuordnung erschwert: Lehrstuhl für römisches Recht und Criminalrecht
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heydte, Friedrich August Freiherr von der |
| ALTERNATIVNAMEN | Heydte, Friedrich-August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, Jurist, Hochschullehrer und Politiker (CSU), MdL, Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem |
| GEBURTSDATUM | 30. März 1907 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 7. Juli 1994 |
| STERBEORT | Aham, Niederbayern |
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- Staatsrechtler (20. Jahrhundert)
- Völkerrechtler (20. Jahrhundert)
- Rechtsphilosoph (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)
- Hochschullehrer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
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- Publizist
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- Person (Bundesnachrichtendienst)
- Mitglied des Institut de Droit international
- Statthalter (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Großkreuz-Ritter (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem)
- Träger des Gregoriusordens (Komtur mit Stern)
- Träger des Bayerischen Verdienstordens
- Träger des Deutschen Kreuzes in Gold
- Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
- Träger der Tapferkeitsmedaille in Silber (Italien)
- Person (Attentat vom 20. Juli 1944)
- Deutscher Kriegsgefangener der Briten
- NSDAP-Mitglied
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- Korporierter im UV
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- Geboren 1907
- Gestorben 1994
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