Grube Messel
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Die Grube Messel ist ein stillgelegter Ölschiefer-Tagebau und eine international bedeutende Fossilfundstätte in Messel (Ortsteil Grube Messel) im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen. Wegen der hervorragenden Qualität der dort geborgenen Fossilien aus dem Eozän wurde sie 1995 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.
Bislang wurden dort Vertreter aller Wirbeltiergroßgruppen sowie Insekten und Pflanzen gefunden. Die bekanntesten Vertreter der Messel-Fauna sind wohl die beiden frühen Pferdeartigen Propalaeotherium und Eurohippus, von denen bislang über 70 Individuen ausgegraben wurden. Weitere bedeutende Funde sind der Kranichvogel Messelornis cristata und Darwinius masillae („Ida“), ein früher Primat.
Geschichte
Von den Anfängen bis 1970
Die Bergbaugeschichte der Grube Messel begann 1859 mit der Errichtung einer Raseneisenerzgrube. Beim Abbau des Erzes stieß man auf die braunkohleartigen Verlandungshorizonte des Messeler Sees, die anfangs ebenfalls noch abgebaut wurden. Schließlich stieß man bis zum Ölschiefer vor, auf dessen Gewinnung sich der Abbaubetrieb bis zur Schließung der Grube im Jahre 1971 konzentrierte.
Der Ölschiefer wurde ab den 1880er Jahren von der eigens dazu gegründeten Gewerkschaft Messel abgebaut und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grube zur Gewinnung von Erdölprodukten verschwelt. Für die Beförderung der Bergbauprodukte aus der Grube und der Abfallprodukte aus der Verschwelung auf die Halden bestanden verschiedene Bahnsysteme (siehe →Grubenbahnen Messel).
Bereits 1876 wurde während der ersten Versuche des Abbaus von Ölschiefer ein Alligatorenskelett gefunden (Crocodilus ebertsi). Ernst Wittich veröffentlichte 1889 eine erste umfassendere wissenschaftliche Abhandlung über die Grube Messel.<ref name="Wittich 1898" /> 1912 erhielt das seinerzeit Großherzogliche Landesmuseum Darmstadt die Rechte an Fossilfunden aus dem Messeler Ölschiefer.<ref name="schaal05" />
Die Gewerkschaft Messel ging 1923 in den Besitz der Stinnes-Riebeck’schen Montan- und Ölwerke AG (ab 1925 Teil der I.G. Farben) über. Während des Zweiten Weltkriegs galt die Messeler Produktion als kriegswichtig, um die Wehrmacht mit Treibstoff zu versorgen. Zur Aufrechterhaltung der Produktion wurden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt (siehe auch Zwangsarbeit in der Grube Messel).
1945 wurde das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Werk von der US-amerikanischen Militärverwaltung beschlagnahmt und dem I.G. Farben-Central-Office in Frankfurt am Main unterstellt,<ref name="schaal05" /> das mit der Abwicklung der I.G. Farben betraut war. Neun Jahre später, 1954, erfolgte die Gründung der Paraffin- und Mineralölwerk Messel GmbH, die vom Land Hessen die Schürfrechte an der Grube erhielt. 1959 wurde die GmbH vom schwedischen Ytong-Konzern übernommen, der dort die Schwelabfälle des Ölschiefers zu Gasbetonsteinen verarbeitete. 1962 wurde die zunehmend unrentabel gewordene Mineralölgewinnung eingestellt und Ölschiefer wurde von dort an nur noch in relativ geringen Mengen abgebaut.
1970–1990: Mülldeponie oder Grabungsstätte
Noch vor dem endgültigen Ende des industriellen Ölschieferabbaus fiel die Wahl bei der Suche nach einem geeigneten Standort für eine zentrale Mülldeponie für Südhessen auf die Grube Messel. Grund dafür war zum einen ihre Größe und zum anderen ihre zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet. Dass die Errichtung einer solchen Deponie zwangsläufig auch zum Ende der Fossilgrabungen geführt hätte, spielte in diesen Überlegungen keine größere Rolle, zumal auch Wissenschaftler seinerzeit dem Messeler Ölschiefer in dieser Hinsicht keinen außergewöhnlich hohen Wert beimaßen.<ref name="zeit87" /> Erst nach Ende des industriellen Ölschieferabbaus 1971 machten private Fossiliensammler aufsehenerregende Funde, und das unterschätzte Potenzial der Grube wurde zunehmend deutlich.
Im Jahr 1974 wurde der Zweckverband Abfallbeseitigung Grube Messel (ZAGM) gegründet und die Grube für die Öffentlichkeit gesperrt. 1975 erhielt das Forschungsinstitut Senckenberg auf eigenes Drängen hin Grabungsbeteiligung in der Grube, woraufhin seither regelmäßig Grabungen durchgeführt werden. 1976 veröffentlichte der Senckenberg-Paläontologe Jens Franzen einen Aufsatz, in dem er den Messel-Fossilien eine herausragende Bedeutung bescheinigt.<ref name="Franzen 1976" /> 1977 beantragte der ZAGM die Planfeststellung beim Hessischen Oberbergamt bezüglich der Großdeponie. Aufgrund des mittlerweile offensichtlichen hohen wissenschaftlichen Wertes der Grube erhoben die Senckenberger Forscher 1979 Einspruch beim Oberbergamt gegen den Planfeststellungsantrag, ließen sich aber vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner durch die Garantie beschwichtigen, dass der besonders fossilträchtige Westhang der Grube für weitere 20 Jahre für Grabungen offen bleibe.<ref name="zeit87" /><ref name="Spiegel 1984" /> Nachdem das Oberbergamt 1981 per Planfeststellungsbeschluss die Errichtung und den Betrieb der Deponie genehmigt hatte, begannen im Jahr darauf die Bauarbeiten.
1984, nach Antritt einer von den Grünen tolerierten SPD-Minderheitsregierung – alle vorherigen Beschlüsse zur Deponie Grube Messel waren von einer sozialliberalen Koalition getroffen worden –, verordnete der neue Umweltminister Armin Clauss auf Druck der Grünen einen Baustopp in Messel.<ref name="zeit87" /> Der Betreiber, mittlerweile in Zweckverband Abfallbeseitigung Südhessen (ZAS) umbenannt, klagte dagegen jedoch vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof und bekam Recht, woraufhin die Bauarbeiten wieder aufgenommen wurden. Die hierfür benötigten Gelder wurden durch entsprechende Beschlüsse auf kommunaler Ebene (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Stadt Darmstadt, Verbandsversammlung des ZAS) – mit Zustimmung von SPD-Delegierten – vorerst weiter zur Verfügung gestellt.<ref name="zeit87" />
Ende 1985, zwei Jahre nach der Landtagswahl 1983, traten die Grünen offiziell in die hessische Landesregierung ein. Angesichts der Rechtslage beantragte die Rot-Grüne Regierung im folgenden Jahr beim Oberbergamt, den Planfeststellungsbeschluss wenigstens hinsichtlich der Inbetriebnahme der Deponie auszusetzen. Überdies hatten sich nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 1985 die Mehrheitsverhältnisse auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg zugunsten von Rot-Grün geändert.<ref name="zeit87" /> Unter anderem votierten nun die Kreistagsvertreter von SPD und Grünen in der Verbandsversammlung des ZAS zusammen mit einem Vertreter der Grünen der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Darmstadt<ref name="DE_17_Okt_1986" /> gegen die Bereitstellung neuer Mittel für die Finanzierung der Bauarbeiten an der Deponie und verzögerten damit deren Fertigstellung.
Nachdem im Frühjahr 1987 eine CDU-geführte Regierung die Amtsgeschäfte in Hessen übernommen hatte, wurde der Aussetzungsantrag wieder zurückgezogen, woraufhin die Messeler Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie, die sich bereits in den 1970er Jahren formiert und seither erfolglos mehrere Klagen gegen die Grube angestrengt hatte, ihrerseits per Eilantrag gegen die Inbetriebnahme vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel klagte und im Dezember 1987 aufgrund von Formfehlern im Planfeststellungsverfahren und neuer Gutachten zur Sicherheit der Deponie Recht bekam, was im November 1988 im Hauptverfahren bestätigt wurde.<ref name="Lagis" /> Obwohl eine Revision dieses Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht zugelassen wurde, gaben das Hessische Umweltministerium und der ZAS ihre Pläne hinsichtlich der Mülldeponie Grube Messel endgültig auf, unter anderem weil Nachbesserungen bei der Deponieplanung Kosten von ca. 300 Millionen Mark verursacht hätten.<ref name="zeit95" /> Bis dahin hatte das Projekt bereits 65 Millionen Mark verschlungen.
Ab 1990: Erklärung zum UNESCO-Weltnaturerbe
Nachdem die Grube 1991 vom Land Hessen für 32,6 Millionen Mark<ref name="zeit95" /> gekauft worden war, übertrug es den Betrieb der Grube der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Die Gesellschaft baut seitdem unter bergrechtlichen Bedingungen zu wissenschaftlichen Zwecken Ölschiefer in der Grube Messel ab.
Mittlerweile war die Grube Messel aufgrund zahlreicher Funde von einzigartiger Qualität zu einer Fossillagerstätte von Weltrang aufgestiegen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst beantragte daher 1994 bei der UNESCO die Aufnahme der Grube Messel in die Liste des Welterbes. Am 8. Dezember 1995 wurde sie unter dem Eintrag Messel Pit Fossil Site zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.
Joschka Fischer hatte sich als hessischer Umweltminister gegen eine Nutzung der Grube als Mülldeponie engagiert und 1991 den Vertrag zum Ankauf der Grube durch das Land Hessen unterzeichnet. Im Jahr 2004 wurde eine fossile Spezies der „Riesenschlangen“ aus dem Ölschiefer Palaeopython fischeri benannt. Die Art wurde mittlerweile der 2020 neu eingeführten Gattung Eoconstrictor zugeordnet.<ref name="Senckenberg" /><ref name="Scanferla et al. 2020" />
1997 wurde eine Aussichtsplattform am Südrand der Grube errichtet und der Führungsbetrieb für Besucher aufgenommen.<ref name="schaal05" /> 2010 eröffnete das Besucherzentrum. Am 9. Dezember 2010 wurden jene 55 Einwohner der Gemeinde Messel geehrt, die gegen die Errichtung der Mülldeponie geklagt hatten. Anlässlich des Festaktes zum 15. Jahrestag der Aufnahme in das Weltnaturerbe wurden diese Personen „für ihr verdienstvolles Bürgerengagement“ mit Ehrenkarten ausgezeichnet, die ihnen lebenslang kostenlosen Zugang zum Besucherzentrum gewähren.<ref name="FR" />
2022 wurde die Grube Messel von der International Union of Geological Sciences (IUGS) in die Liste der 100 geologisch bedeutendsten Orte der Welt (First 100 Geological Heritage Sites) aufgenommen. Die Liste beinhaltet u. a. die weltberühmten Fossillagerstätten des Burgess-Schiefers, der Joggins Fossil Cliffs und des Solnhofener Plattenkalks.<ref name="hessenschau_2022" /><ref name="IUGS_2022" /><ref name="IUGS_2022b" />
Geologie
Geologischer Rahmen
Die Grube Messel liegt auf der nördlichen Verlängerung der Odenwald-Scholle, dem sogenannten Sprendlinger Horst. Odenwald und Sprendlinger Horst zusammen bilden die nordöstliche Grabenschulter des Oberrheingrabens. Im Kristallinen Odenwald tritt das variszische Grundgebirge zutage, das hier der Mitteldeutschen Kristallinschwelle zugerechnet wird. Das variszische Grundgebirge ist hingegen auf dem Sprendlinger Horst überwiegend von Ablagerungen des Rotliegend (Unter-Perm) überdeckt. Die Sedimente der Grube Messel (Messel-Formation) bilden ein isoliertes Eozän-Vorkommen inmitten dieser Rotliegendsedimente.<ref name="buness05" />
Entstehungsgeschichte der Grube Messel
Frühphase
Die Gesteine, auf denen die Sedimente des Messeler Eozäns ruhen, entstanden bereits vor über 300 Millionen Jahren im Erdaltertum. Bei diesen alten Gesteinen handelt es sich zum Teil um granitoide Plutone, die in der Spätphase der Variszischen Gebirgsbildung im Oberkarbon entstanden sind. Ein anderer Teil besteht aus noch älteren, meist ursprünglich magmatischen Gesteinen. Diese Gesteine wurden während der Gebirgsbildung tief in die Erdkruste versenkt und dort infolge hohen Druckes und hoher Temperatur umgewandelt (z. B. Amphibolit).
Infolge der Abtragung des variszischen Hochgebirges lagerten sich am Ende des Karbons und im Verlauf des Perms in Becken im Inneren des Gebirges und im Gebirgsvorland Sedimentschichten aus Abtragungsschutt, sogenannte Molasse, ab. Diese Varisziden-Molasse wird heute in Mitteleuropa allgemein unter dem Begriff Rotliegend zusammengefasst. Im Raum Messel handelt es sich um die sogenannten Moret-Schichten des Oberrotliegend.<ref name="nix03" />
Im Erdmittelalter wurde die Rotliegend-Molasse von weiteren Sedimenten überlagert, unter anderem den Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins (Untertrias). Solche Sand- und Tonsteine finden sich heute südöstlich und östlich des Darmstädter Raumes, im Sandstein-Odenwald und im Sandstein-Spessart.
Entstehung des Ölschiefers
Die Geschichte des Messeler Ölschiefers beginnt vor etwa 48 Millionen Jahren im Eozän. Europa befand sich infolge der Plattentektonik in etwas geringerer Entfernung zum Äquator und die durchschnittliche globale Temperatur war deutlich höher als heute. Die Bildung der Alpen löste in und unterhalb der Kruste Mitteleuropas geodynamische Vorgänge aus, die unter anderem zum Einsinken des Oberrheingrabens und der Heraushebung der Schwarzwald-Odenwald-Scholle, einschließlich des Sprendlinger Horstes, führte. Infolge der Abtragung der obersten Bereiche der herausgehobenen Schollen wurde im Schwarzwald und im westlichen Odenwald das variszische Grundgebirge freigelegt. Im weniger stark angehobenen Sprendlinger Horst erfolgte Erosion nur bis zum Rotliegend. Verbunden mit den tektonischen Bewegungen war die Entstehung vulkanischer Herde.
Eine Forschungsbohrung (Herbst 2001) ergab, dass sich auch im Raum Messel ein solcher Vulkanherd befand. Von dort aus stieg basaltisches Magma in Richtung der Erdoberfläche auf und traf dabei auf Grundwasser, wodurch eine gewaltige Dampfexplosion ausgelöst wurde. Diese Explosion erfolgte weniger als 100 Meter unter der damaligen Erdoberfläche, sprengte einen tiefen Krater in die Landschaft und zerrüttete das umliegende Gestein. Dadurch konnte Wasser in Richtung des Vulkanherdes vordringen und die nächste Dampfexplosion erfolgte dann in entsprechend größerer Tiefe. Durch mehrfache Wiederholung dieses Vorgangs entstand ein insgesamt mehr als 700 Meter tiefer Explosionstrichter im Grundgebirge. Laut einer Ende 2014 publizierten Studie ereigneten sich diese Explosionen vor etwa 48 Millionen Jahren.<ref>Olaf K. Lenz, Volker Wilde, Dieter F. Mertz und Walter Riegel: New palynology-based astronomical and revised 40Ar/39Ar ages for the Eocene maar lake of Messel (Germany). In: International Journal of Earth Sciences. 21. Dezember 2014, doi:10.1007/s00531-014-1126-2.</ref> Während der untere Teil des Trichters Gesteinstrümmer (Brekzien) und Tuff enthält, füllten sich die obersten 200–300 Meter nach Abklingen des Vulkanismus mit Wasser und es bildete sich ein Maarsee.<ref name="buness05" /> In diesem See lagerten sich anschließend verschiedene Sedimente ab, hauptsächlich der bituminöse Tonstein, der heute unter dem Namen „Messeler Ölschiefer“ bekannt ist. Das warme Klima und geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen verhinderten zusammen mit der im Verhältnis zur Oberfläche sehr großen Tiefe des Sees einen Wasseraustausch durch Konvektion. Dies führt zu Sauerstoffmangel sowie hohen Schwefelgehalten in tieferen Wasserschichten. In dieser euxinischen Umgebung bildete sich am Boden des Maars Faulschlamm, in dem sich tote Tiere und Pflanzen hervorragend als Fossilien erhalten können. Im Laufe der folgenden Jahrmillionen verdichtete sich dieser Schlamm zu einem Schwarztonstein (Schwarzpelit), dem Ölschiefer. Die Ölschiefer-Ablagerungen besitzen eine Mächtigkeit von bis zu 150 Metern, was auf einen Ablagerungszeitraum von rund 1,5 Millionen Jahren schließen lässt.
Petrographie des Ölschiefers
Die eher bergmännische Bezeichnung Ölschiefer ist, petrologisch betrachtet, in doppelter Hinsicht unzutreffend. Erstens ist es kein Schiefer, da es sich nicht um ein Gestein handelt, dessen „schiefriges“ Gefüge tektonische Ursachen hat, und zweitens enthält das Gestein kein Erdöl, sondern feste, kohlenstoffreiche Verbindungen, sogenannte Kerogene. Bei diesem Material handelt es sich um Vorstufen von Erdöl, aus denen erst durch ein technisches Verfahren, die sogenannte Verschwelung, Rohöl gewonnen werden kann. Die korrekte petrographische Bezeichnung ist daher Schwarzpelit oder Schwarztonstein. Auffällig am Ölschiefer ist seine feine Lamination, d. h., eine Wechselschichtung im Millimeterbereich.
Der Messeler Ölschiefer besteht überwiegend aus Smektiten. Dies sind Tonminerale, die der chemischen Verwitterung basischer Vulkangesteine entstammen. Sie bildeten sich zum Teil bereits vor Einspülung in den See, zum Teil aber auch erst nach Ablagerung der Ausgangsminerale (Olivin, Pyroxene, Hornblende). Der Eintrag erfolgte vermutlich überwiegend durch ablaufendes Regenwasser, das Smektite und deren Ausgangsminerale von den Hängen des Tuffwalls, der den See umgab, auswusch und in den See schwemmte. Möglicherweise gelangten die Ausgangsstoffe aber zumindest teilweise auch in Form von Ascheregen, der den Ausbrüchen nahe gelegener Vulkane entstammte, in den See. Weitere mineralische Bestandteile sind Siderit, Pyrit (mitverantwortlich für die dunkle Farbe des Gesteins), Quarz/Opal und Zeolith.<ref name="nix03" /> Der hohe Sideritanteil, der auf weniger als 1 Millimeter mächtige, gelblich-graue oder orangefarbene Lagen (Laminae) konzentriert ist, stellt eine Besonderheit des Messeler Ölschiefers dar. Die sideritischen Lagen gehen vermutlich auf die Tätigkeit siderophiler Einzeller („Algen“) zurück, die sich bei einem erhöhten Eisengehalt des Wassers stark am Seeboden vermehrten.<ref name="buness05" />
Algen sind auch die Quelle des überwiegenden Teils (etwa 80 %) der organischen Bestandteile des Ölschiefers, der Kerogene. Die häufigste Algenart ist Tetraedron minimum. Ein Großteil der Lamination des Messeler Ölschiefers entspricht der Wechselschichtung besonders organikreicher mit tonreicheren Lagen. Diese wird damit erklärt, dass die Algen sich in den trockeneren, sonnenreicheren Monaten eines Jahres besonders stark vermehrten und nach ihrem Tod zum Seeboden absanken. Im regenreicheren Halbjahr herrschte Einschwemmung und Ablagerung von Tonmineralen vor.<ref name="buness05" /> Sollte diese Hypothese stimmen, würde es sich bei der Lamination des Ölschiefers um eine echte Warvenschichtung handeln. Da die Sedimentationsrate mineralischer Substanz an den Seerändern naturgemäß stärker war, ist der Anteil organischer Substanz im Ölschiefer der Randbereiche der Grube entsprechend geringer („Randschiefer“).<ref name="nix03" /> Auch ist die Lamination dort nicht so deutlich ausgeprägt. Ungefähr 19 % der organischen Bestandteile stammen von höheren Landpflanzen und nur 1 % stammen von Tieren, wobei hier wiederum Kleinstlebewesen (Zooplankton) den mit Abstand größten Anteil stellen.<ref name="buness05" />
Fossilien
Allgemeines
Die Fossilfunde aus der Grube Messel sind sehr umfangreich und umfassen neben Pflanzen auch Pilze, Wirbellose und Wirbeltiere. Insgesamt sind bislang über 1400 Taxa (Spezies oder vergleichbare informelle Taxa) dokumentiert, die jedoch, da es sich auch um Form- und Spurentaxa handelt, eine geringere, nicht genau bezifferbare Anzahl tatsächlicher biologischer Arten repräsentieren.<ref name="Smith et al. 2024" /> Allein an Pflanzen, die als Mikro- und Makrofossilien vorliegen, sind mehr als 800 solcher Taxa bekannt. Die Landpflanzen sind durch 182 Frucht- und Samentaxa, 349 Blatttaxa, und 259 Pollentaxa vertreten.<ref name="Smith et al. 2024" /> Wirbellose sind weit überwiegend durch Gliederfüßer vertreten (273 Körperfossil-Arten). An Wirbeltieren konnten bisher über 170 Arten nachgewiesen werden, darunter überwiegend Vögel (70 Arten) und Säugetiere (50 Arten).<ref name="Smith et al. 2024" /> Zahlreiche Taxa erhielten mit Fossilmaterial aus Messel ihre Erstbeschreibung. Der Erhaltungszustand der im Ölschiefer eingebetteten Fossilien ist exzellent: bei Wirbeltieren sind gelegentlich Mageninhalt oder Details der Weichteile mit überliefert, bei Insekten die Aderung der Flügel oder die ursprüngliche Färbung des Chitinpanzers. Solche Informationen gehen bei der Fossilisierung meist verloren.
Das Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt und das Hessische Landesmuseum Darmstadt führen während der Sommermonate regelmäßig Grabungen durch.
Bei den Fossilien aus der Grube Messel gibt es ein Konservierungsproblem: Das tragende Material, der Tonstein (Ölschiefer), enthält etwa 40 Prozent Wasser. Trocknet er aus, dann reißt er und zerfällt in kleine Blättchen, ähnlich wie Rindenmulch. Erst seit Anfang der 1960er-Jahre ist es möglich, die Fossilien auf Kunstharz (Epoxidharz oder Polyesterharz<ref name="UNI_OSLO" />) umzubetten und damit dauerhaft zu konservieren, für die Forschung zu erhalten und auszustellen. Das Verfahren wurde von Hobby-Forschern in den 1970er-Jahren zur heute noch angewandten Form entwickelt, da bis 1974 das private Bergen des Ölschiefers von den Behörden geduldet wurde.
Das Umbettungsverfahren
Um die Messeler Wirbeltierfossilien langfristig vor Beschädigung oder Zerstörung infolge der Austrocknung des Ölschiefers an der Luft zu bewahren, werden sie in mehreren Schritten vom Ölschiefer getrennt und konserviert.
- Mit feinem Werkzeug (Skalpell oder Präpariernadel) werden überdeckende Gesteinsreste auf der Spaltfläche des Ölschiefers, auf der bereits Teile des Skelettes zutage treten, soweit entfernt, dass ungefähr eine Hälfte (die „Oberseite“) des Skelettes komplett freiliegt.
- Um das soweit freigelegte Fossil herum wird ein zwei bis drei Zentimeter hoher Rahmen (z. B. aus einer Knetmasse) so auf der Gesteinsplatte angebracht, dass eine Art flache Wanne entsteht, deren Boden von dem Ölschiefer mitsamt dem darin noch halb eingebetteten Skelett gebildet wird.
- Das Skelett wird mit einem Heißluftgebläse angetrocknet, bis es ein wenig heller als das umgebende Gestein geworden ist. Die Platte ist unterdessen in Plastikfolie eingewickelt, um den Ölschiefer feucht zu halten.
- Nachdem die Folie entfernt worden ist, wird flüssiges Kunstharz in den Rahmen gegossen, bis das Skelett mit einer maximal einen Zentimeter dicken Schicht bedeckt ist. Das Harz benötigt etwa 12 Stunden, um auszuhärten.
- Anschließend wird der Rahmen entfernt. Die Platte kann nun umgedreht und die „Unterseite“ des mit dem Kunstharz fest verbundenen Skelettes mit geeignetem Werkzeug vom restlichen Ölschiefer befreit werden.<ref name="UNI_OSLO" />
Funde
Wirbellose
Obwohl Messel früher ein See war, werden kaum wasserbewohnende Wirbellose gefunden. Bechleja, eine Süßwassergarnele aus der Gruppe der Caridea, kommt mit nur wenigen Exemplaren vor, die allerdings die Weichteilstruktur und inneren Organe erkennen lassen.<ref name="Mazancourt et al. 2022" /> Schnecken, wie die Sumpfdeckelschnecke Viviparus, und Kolbenwasserkäfer findet man nur in bestimmten Ölschieferschichten. Wesentlich häufiger sind landlebende Insekten, vor allem Käfer. Hierunter dominieren Mistkäfer, Prachtkäfer und Rüsselkäfer, des Weiteren kommen auch Vertreter der Cupedidae vor, die heute in Europa fehlen.<ref name="Kirejtshuk 2020" /> Bei einigen Exemplaren sind noch Farbreste vorhanden.<ref name="Hörnschberger et al. 1995" /> Dasselbe gilt auch für ein Grünwidderchen aus der Familie Zygaenidae, bei dem die Färbung der Flügel bestimmt werden konnte. Weitere Insekten sind durch Singzikaden repräsentiert, so durch die Gattung Eoplatypleura, deren Typusmaterial einen rund 2,6 cm langen Körper und knapp 7 cm weit spannende Flügel besitzt.<ref name="Jiang et al. 2025" /> Ebenso lassen sich Heuschrecken mehrfach belegen. Neben großen Vertretern der Laubheuschrecken kamen mit Messeltettix und Archaeoarmatus auch zwei Formen der Dornschrecken vor.<ref name="Kasalo et al. 2024" /> Ein besonderer Fund ist ein Wandelndes Blatt der Gattung Eophyllium, das seinen heutigen Verwandten schon sehr ähnelte. Fluginsekten sind unter anderem mit Zweiflüglern aus der Familie der Nemestrinidae überliefert, unter anderem die Gattung Hirmoneura. Diese rund 11 mm lange Fliege ernährte sich nach Untersuchungen von Nahrungsresten aus dem Abdomen von Pollen von wenigstens vier verschiedenen Pflanzenfamilien, dokumentiert sind Weiderichgewächse, Weinrebengewächse, Sapotengewächse und Ölbaumgewächse.<ref name="Wedmann 2007" /><ref name="Wedmann et al. 2021" /> Weitere wichtige Pollenverbreiter finden sich in den Hautflüglern. Dazu gehören Blattschneiderbienen und Echten Bienen, letztere wurden in Messel mit Pygomelissa und Protobombus nachgewiesen.<ref name="Wappler et al. 2008" /> Ebenso waren mit der Gattung Xylocopa die Holzbienen anwesend. Das rund 18 mm lange Belegexemplar trug am Kopf und am Metasoma noch Pollen von Teestrauchgewächsen.<ref name="Geier et al. 2024" /> Möglicherweise trat auch bereits die heute noch bestehende Gattung Vespula aus der Gruppe der Echten Wespen auf, die wie die Echten Bienen zu den sozialen Insekten gehören.<ref name="Abels et al. 2022" /> Des Weiteren kommen verschiedene parasitäre Vertreter der Schlupfwespen vor, so unter anderem Trigonator, Mesornatus, Polyhelictes, Rhyssella und Xanthopimpla. Einige der Formen wie Mesornatus oder Polyhelictes können systematisch nicht genau zugeordnet werden, jedoch gehört Trigonator zu den Labeninae, die eigentlich ein Faunenelement der südlichen Kontinente (Afrika, Südamerika und Australien) darstellen.<ref name="Spasojevic et al. 2018" /> Ameisen sind hauptsächlich nur durch Königinnen und flugfähige Männchen vertreten. Unter ihnen fand man Weberameisen sowie die größte Ameisenart überhaupt: Die Königinnen der Gattung Titanomyrma mit der Art Titanomyrma gigantea weisen eine Flügelspannweite von bis zu 16 cm auf. Interessant ist auch der Fund des auf Ameisen spezialisierten parasitischen Pilzes der Art Ophiocordyceps unilateralis. Neben den vielfältigen Insekten sind deutlich seltener auch Spinnen dokumentiert, darunter Webspinnen und Weberknechte. Für letztere können einzelne Funde genannt werden, die möglicherweise der Gattung Leiobunum zuzuweisen sind.<ref name="Bartel et al. 2024" />
Fische
Die häufigsten Fischarten in Messel sind ursprüngliche Strahlenflosser, von denen drei Arten in Messel entdeckt wurden: Der Schlammfisch Cyclurus kehreri und die Knochenhechte Masillosteus kelleri und Atractosteus kinkelini (ehemalig A. strausi). Seltener sind moderne Strahlenflosser (Teleostei), wie der Lachsartige Thaumaturus intermedius, der Aal Anguilla ignota und die drei Barschartigen Amphiperca multiformis, Palaeoperca proxima und Rhenanoperca minuta.
Amphibien
Neben dem terrestrischen Krötenfrosch Eopelobates wagneri, wurden in Messel außerdem Vertreter aus der ausgestorbenen Familie Palaeobatrachidae und der Salamander Chelotriton robustus entdeckt.
Reptilien
Die Schildkröten werden in Messel durch die Sumpfschildkröte Palaeoemys (von der mitunter Euroemys abgetrennt wird), die zu den Papua-Weichschildkröten gehörende Allaeochelys, die Weichschildkröte Palaeoamyda und die Halswender-Schildkröte Neochelys vertreten. Bemerkenswert sind hierbei mehrere paarweise aufgefundene Individuen von Allaeochelys, die jeweils männliche und weibliche Individuen repräsentieren. Einige der Paare stehen in direktem Körperkontakt zueinander und haben die Schwänze wie in der Paarungsposition aneinandergelegt, was entsprechend als Geschlechtsakt gedeutet wird. Die Funde gehören somit zu den ältesten fossilisierten Nachweisen der Kopulation bei Wirbeltieren.<ref name="Joyce et al. 2012" />
Die Krokodilartigen der Messel-Formation sind sowohl durch eher ursprüngliche, wenngleich relativ spezialisierte Formen als auch durch modernere Formen repräsentiert. Zu erstgenannten zählen Pristichampsus rollinatii und Bergisuchus dietrichbergi, die höchstwahrscheinlich reine Landbewohner waren. Hingegen lebten die mit den Alligatoren und Kaimanen verwandten Diplocynodontinen Diplocynodon darwini und Baryphracta deponiae, die Alligatoren Hassiacosuchus haupti (früher Allognathosuchus haupti) und Allognathosuchus gracilis sowie das mit den echten Krokodilen verwandte „Asiatosuchus“ germanicus hauptsächlich im Wasser.
Die Schlangen des Messeler Eozäns gehören alle zu den als eher „primitiv“ geltenden „Riesenschlangen“. Sie sind unter anderem vertreten durch Sandboas wie Rageryx, ein rund 52 cm langes Tier mit 258 Wirbeln, das möglicherweise versteckt lebte, sich aber im Gegensatz zu den heutigen Arten nicht eingrub.<ref name="Smith et al. 2021" /> Hinzu kommen der bis zu zwei Meter lange Eoconstrictor und die kleineren Formen Messelophis und Rieppelophis.<ref name="Scanferla et al. 2016" /><ref name="Scanferla et al. 2020" /> Bei einem rund 47 cm langen Exemplar von Messelophis finden sich im hinteren Drittel des Körpers die Knochen von zwei Individuen im Embryonalstadium, sodass dies als Hinweis darauf gewertet werden kann, dass die Riesenschlangen lebendgebärend waren.<ref name="Chuliver et al. 2022" /> Labialgruben am Schädel der „Ur-Boa“ Eoconstrictor zeigen wiederum, dass diese Tiere bereits einen hochentwickelten Sinn zur Wahrnehmung von Infrarotstrahlung hatten.<ref name="Scanferla et al. 2020" /> Dem gegenüber ist Messelopython ein urtümlicher, gut einen Meter langer Vertreter der Pythons, die wohl abweichend von den heutigen Gegebenheiten zusammen mit den Boas (sympatrisch) vorkamen.<ref name="Zeher et al. 2020" /> Eng verwandt mit Messelopython und ähnlich groß wie Eoconstrictor ist Palaeopython, die im Jahr 2022 eindeutig in Messel identifiziert werden konnte. Demnach teilten sich mehrere große Schlangenformen den gleichen Lebensraum. Palaeopython lebte wohl in den Bäumen und verfügte noch nicht über Labialgruben.<ref name="Smith et al. 2022" /> Mit Eurheloderma konnte ein früher Vertreter der Krustenechsen und mit Cryptolacerta ein Vertreter der Doppelschleichen<ref name="Müller et al. 2011" /> oder Echten Eidechsen<ref name="Longrich et al. 2015" /> (Lacertibaenia) in Messel nachgewiesen werden. Ebenfalls den Echten Eidechsen nahe stehen auch die langschwänzigen Echsen Eolacerta und Stefanikia. Erstere Form erreichte eine Körperlänge von rund 27 cm, letztere war nur etwa halb so lang.<ref name="Cernansky et al. 2018" /> Von Eolacerta ist zusätzlich ein seltenes Exemplar eines juvenilen Individuums überliefert.<ref name="Cernansky et al. 2019" /> Weitere Funde umfassen Placosauriops und Ophisauriscus aus der Gruppe der Schleichen. Hier gehört auch Shinisaurus in das nähere Verwandtschaftsumfeld. Derzeit liegt lediglich ein abgeworfener Schwanz vor, dessen Schuppenpanzerung dem der Chinesischen Krokodilschwanzechse gleicht. Er stellt nicht nur den ersten Beleg der Gattung im Paläogen Europas dar, sondern bildet auch den frühesten Nachweis eines derartig krokodilähnlichen Schwanzes dieser Echsengruppe. Wie die heute hochgradig gefährdete Chinesische Krokodilschwanzechse war wohl auch das Messeler Pendant wasserbewohnend.<ref name="Smith 2017" /> Des Weiteren kam mit Ornathocephalus eine Großkopfechse, mit Geiseltaliellus ein Leguan und mit Paranecrosaurus möglicherweise ein Verwandter der Warane vor.<ref name="Smith et al. 2021b" />
Vögel
Zu den bodenbewohnenden Vögeln in Messel gehörten der Laufvogel Palaeotis weigelti, der Hühnervogel Paraortygoides messelensis, der zwei Meter hohe Gänseverwandte Gastornis cf. geiselensis, die „Messel-Ralle“ Messelornis cristata, die Seriemaverwandten Idiornis, Strigogyps (ehemalig Aenigmavis) und Salmila robusta. Wasservögel sind selten. Beschrieben wurden bisher nur ein Verwandter der Flamingos und Lappentaucher, Juncitarsus merkeli, der Ibis Rhynchaeites messelensis und der Pelikan Masillastega rectirostris.
Baumbrüter waren unter anderem der Tagschläfer Paraprefica kelleri, der „Messel-Hopf“ Messelirrisor, die Segler Parargornis messelensis und Scaniacypselus szarskii, die Racke Eocoracias brachyptera, der Greifvogel Messelastur gratulator, der Eisvogelartige Quasisyndactylus longibrachis, die Kuckucksralle Plesiocathartes kelleri, der Schwalmvogel Hassiavis laticauda, verschiedene Eulenarten, Mausvögel, der Trogon Masillatrogon<ref>Gerald Mayr (2009). A well-preserved second trogon skeleton (Aves, Trogonidae) from the middle Eocene of Messel, Germany. Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments. 89 (1–2): 1–6. doi:10.1007/s12549-009-0001-9</ref> und der Vogel Eurofluvioviridavis.<ref>Gerald Mayr (2005): A Fluvioviridavis-like birds from the Middle Eocene of Messel, Germany. Canadian Journal of Earth Sciences. 42 (11): S. 2021–2037. doi:10.1139/e05-060</ref> Mit Eofringillirostrum und Psittacopes konnten auch frühe Vertreter aus der Verwandtschaft der Sperlingsvögel belegt werden. Ersterer ernährte sich wohl aufgrund des finkenartigen Schnabels von hartschaligen Samen, bei letzterem ähnelt der Schnabel dem der heutigen Bartmeise. In enger Beziehung zu den beiden Gattungen steht auch Primozygodactylus.<ref name="Ksepka et al. 2019" /> Dem gegenüber ordnen sich Pseudasturides, Scopsoides und Serudaptus in die Stammgruppe der Papageien ein. Allen Formen ist eine zygodactyle Fußstruktur zu eigen, die beiden letzten charakterisiert zudem ein kurzer Tarsometatarsus.<ref name="Mayr 2025"/> Mit Aenigmatorhynchus wurde ein Vogel beschrieben, dessen genauen Verwandtschaftsverhältnisse noch unklar sind. Auffallend ist der außerordentlich lange, gerade Schnabel, der gut 75 % der gesamten Schädellänge ausmacht. Vermutlich setzte sich die Nahrung der Tiere aus harten Bestandteilen zusammen, die mit dem Schnabel aufgepickt wurden.<ref name="Mayr et al. 2025" /> Der Vertreter einer bis dahin unbekannten und noch unbeschriebenen, etwa sperlingsgroßen Gattung wurde 2021 entdeckt.<ref>Julian Moering: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20210709190451
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Säugetiere
Die in Messel bisher gefundenen Beuteltiere umfassen die Gattungen Mimoperadectes, Amphiperatherium, Peratherium und Peradectes. Sie sind entfernte Verwandte der heutigen in Amerika lebenden baumbewohnenden Beutelratten.
Der überwiegende Anteil gehört zu den Höheren Säugetieren. Insektenfresser sind durch die Igelverwandten Pholidocercus, Macrocranion (zwei Arten) und das auf zwei Beinen springende Leptictidium (drei Arten) vertreten. Zu den Nagetieren gehören der ein Meter lange Ailuravus, die „Messelmäuse“ Masillamys und Hartenbergeromys sowie der Bilch Eogliravus.<ref name="Storch 1995" /> Auf Bäumen lebten das urtümliche, an heutige Insektenfresser erinnernde Kopidodon, der Apatemyide Heterohyus, ein dem Fingertier ähnelndes Säugetier, und die Schuppentiere Eomanis, Euromanis und Eurotamandua,<ref name="Gaudin et al. 2009" /> wobei letzterer ursprünglich als Ameisenbär klassifiziert worden war.<ref name="Storch 1981" /> Überwiegend nur fragmentarisch überliefert sind die Lemuren, unter anderem mit mehreren Arten von Europolemur.<ref name="Franzen 2000a" /> Allerdings liegt von Darwinius (zuerst als Godinotia beschrieben<ref name="Franzen 2000" />) auch eines der vollständigsten Skelette überhaupt vor, das unter dem Spitznamen „Ida“ weltbekannt wurde.<ref name="Franzen et al. 2009" /> Wie ein Fischotter dagegen lebte Buxolestes, ein Vertreter der Pantolestidae.<ref name="Pfretzschner 1999" />
Raubsäuger sind sehr selten in Messel. Bislang wurden nur drei Gattungen entdeckt. Lesmesodon gehört zu den sogenannten Schein- oder Urraubtieren (Creodonta), während Paroodectes und Messelogale zu den modernen Raubtieren (Carnivora) gestellt werden. Eine beachtlich hohe Vielfalt zeigen die Fledermäuse, die wenigstens drei unterschiedlichen Familien angehören. Bedeutend und am häufigsten sind dabei die Vertreter der Gattung Palaeochiropteryx, die spezialisierte Insektenfresser waren.<ref name="Storch 1995" /> Seltener treten dagegen Tachypteron oder Hassianaycteris auf.<ref name="Gruber et al. 2007" />
Von den pflanzenfressenden Unpaarhufern wurden in Messel schon fünf Gattungen beschrieben. Der mit einem vollständigen Skelett überlieferte Tapirverwandte Hyrachyus ist das größte bekannte Säugetier in Messel.<ref name="Franzen 1981" /> Er teilte seinen Lebensraum mit den Urpferden Hallensia, Propalaeotherium und Eurohippus. Die beiden letztgenannten Gattungen stellen jeweils mehrere Arten und umfassen zusammen über 70 Skelette. Ihre systematische Stellung innerhalb der Pferdeverwandtschaft ist nicht ganz eindeutig, da sowohl ein Verweis zu den Palaeotheriidae als auch zu den Equidae diskutiert wird.<ref name="Franzen 2007" /><ref name="Franzen 2018" /> Lophiodon, ein entfernterer Verwandter der Tapire, ist durch das Skelett eines Jungtieres vertreten.<ref name="Franzen 2007a" /> Paarhufer sind im Gegensatz zu Unpaarhufern seltener in Messel, kommen aber mit mindestens vier Gattungen vor: Messelobunodon,<ref name="Franzen 1980" /> Aumelasia, Masillabune<ref name="Tobien 1980" /> und Eurodexis.<ref name="Erfurt et al. 1996" /><ref name="Gruber et al. 2007" />
Weichteile
Neben der bakteriell verursachten Nachzeichnung von Körperumrissen, Fell und Federn konnten unter anderem bei den Schildkröten Allaeochelys und Neochelys, beim Krokodil Diplocynodon und beim Schuppentier Euromanis Strukturen nachgewiesen werden, die an Blutkörperchen und Knochenzellen erinnern.<ref name="Cadena 2016" />
Spurenfossilien
Die Grube Messel erbrachte zudem zahlreiche Spurenfossilien. Dazu gehören charakteristische Knochenansammlungen, die wohl auf ausgespiene Nahrungsreste räuberisch lebender Landwirbeltiere zurückgehen. Sie wurden verschiedenen Spurengattungen wie Palaeostrigilithus, Vomogecko, Ophiemeticus und Messelemeticus zugewiesen. Erstere beiden sind vermutlich mit beutegreifenden Vögeln gleichzusetzen, letztere beiden mit Schlangen. Dabei heben sich vor allem die Reste von Messelemeticus durch ihre sehr langschmale Form hervor, was an jene von Riesenschlangen erinnert.<ref name="Hunt et al. 2025" />
Sonstiges
Einige Fossilien, die in den 1970er und 80er Jahren von Privatsammlern ausgegraben wurden, sind später weiterverkauft worden. Beispielsweise wurde der Holotyp von Darwinius masillae, welcher der Öffentlichkeit im Mai 2009 unter dem Namen „Ida“ bekannt geworden ist, für eine sechsstellige Summe<ref name="BadZ" /> vom Naturhistorischen Museum in Oslo erworben.
Zugang für die Öffentlichkeit
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Panoramablick aus der Grube gen Südsüdwest über Nordwest nach Nordost (August 2006). Bei den hellgrau erscheinenden Anschüttungen im Nordnordwesten der Grubenböschung handelt es sich um die Ausschusshalde des unmittelbar benachbarten Ytong-Werks.|
Panoramablick aus der Grube gen Südsüdwest über Nordwest nach Nordost (August 2006). Bei den hellgrau erscheinenden Anschüttungen im Nordnordwesten der Grubenböschung handelt es sich um die Ausschusshalde des unmittelbar benachbarten Ytong-Werks.
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Grubenbesichtigung
Die Grube kann in geführten Gruppen besucht werden. Führungen werden regelmäßig angeboten. Eine Aussichtsplattform am Rand der Grube ermöglicht einen Blick in die Grube, ohne an einer Führung teilzunehmen. Informationstafeln helfen bei der selbständigen Erkundung. Zusätzlich wurde die Straße in die Grube saniert und eine erlebnisorientierte Gestaltung mit Stationen und Wetterschutz aufgebaut.<ref name="Pressemitteilung_26_Aug_2010" />
Besucher- und Informationszentrum
Ein Besucher- und Informationszentrum direkt am Rand der Grube Messel wurde im August 2010 eröffnet. Die Architektur des Gebäudes und die Außenraumgestaltung ist von der Schichtung des Ölschiefers abgeleitet. Es wurde vom Architekturbüro Landau + Kindelbacher und dem Landschaftsarchitekturbüro Keller Damm Roser aus München entworfen.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:Besucherinformationszentrum Grube Messel|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Besucherinformationszentrum Grube Messel}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.baunetzwissen.de/beton/objekte/freizeit-sport/besucherinformationszentrum-grube-messel-1312339%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Besucherinformationszentrum Grube Messel}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.baunetzwissen.de/beton/objekte/freizeit-sport/besucherinformationszentrum-grube-messel-1312339}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Besucherinformationszentrum Grube Messel}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:Baunetz_Wissen{{#if: 2020-10-14 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}
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2011 wurden 500 Negative und Glasplatten von Kurt Röhrig erworben, die wahrscheinlich 1949 vom Abbau und Betrieb in der Ölschiefergrube gemacht wurden.<ref name="ME 2011" />
Ausstellungen
- Fossilien- und Heimatmuseum Messel: Im früheren Rathaus der unmittelbar benachbarten Gemeinde Messel werden die Bergbaugeschichte der Grube und originale Fossilien gezeigt.
- Hessisches Landesmuseum Darmstadt: In der Geologischen Abteilung im ersten Stock werden herausragende Fossilien mit einem Diorama der Grube zur Zeit des Eozäns in Verbindung gebracht. Darin findet sich auch die Rekonstruktion des in Messel gefundenen pferdeartigen Propalaeotherium.
- Senckenberg Naturmuseum: In Frankfurt am Main können sich Besucher eine umfangreiche wissenschaftliche Ausstellung mit Funden ansehen. Insbesondere neuere Verfahren der Präparation sind ausgestellt.
In der Literatur
Die Grube Messel ist ein zentraler Schauplatz in Bernhard Kegels Science-Fiction-Roman Das Ölschieferskelett.<ref name="Kegel" />
Literatur
- Anita Bagus: Die Grube Messel für Kinder und andere Forscher. Interessengemeinschaft zum Erhalt der Fossilienfundstätte, Messel 2003, ISBN 3-00-011776-8.
- Georg Beeger: Chronik der Grube Messel 1884–1964. In: Stephan Schaal, Ulrich Schneider (Hrsg.): Chronik der Grube Messel. Gladenbach 1995. ISBN 3-88343-016-1, S. 3–195.
- Gabriele Gruber, Norbert Micklich: Messel. Schätze der Urzeit. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2092-6 (Begleitbuch zur Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt vom 29. März bis 30. September 2007, Leiden 2007–2008, Oslo 2008, Hannover 2009, Stuttgart 2009, Basel 2009–2010, Münster 2010–2011).
- Wighart von Koenigswald, Gerhard Storch (Hrsg.): Messel. Ein Pompeji der Paläontologie. Thorbecke, Sigmaringen 1998, ISBN 3-7995-9083-8.
- Gerhard Storch: Die Grube Messel: Säugetiere am Beginn ihrer großen Karriere. In: Biologie in unserer Zeit. 34 (1), 2004, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0045-205X|0}}{{#ifeq:1|0|[!]
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}}, S. 38–45.
- Stephan F. K. Schaal, Krister T. Smith, Jörg Habersetzer: Messel – Ein fossiles Tropenökosystem. Schweizerbart, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-510-61410-3.
- Torsten Wappler (Hrsg.): Messel unter der Lupe. Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Darmstadt 2005, ISBN 3-926527-76-5.
- Hans W. Wolf: Schätze im Schiefer. Faszinierende Fossilien aus der Grube Messel. Westermann, Braunschweig 1988, ISBN 3-07-508996-6.
Filme
- Schätze der Urzeit – Müll der Neuzeit. Dokumentation, Deutschland 1985, 29 Min. Film von: Uschi Madeisky und Klaus Werner, Produktion: ZDF, Erstausstrahlung 27. April 1985.
- Die Grube Messel – Tropenwald im Eozän. Dokumentation, Deutschland 2002, 7 min. Buch, Regie, Kamera und Ton: Heribert Schöller. Produktion: hr-Naturmagazin “service: natur”, Erstausstrahlung 26. Januar 2002 Inhaltsangabe
- Ein Fenster zur Urzeit. Die Grube Messel. Dokumentation, Deutschland, 2008, 45 Min., Buch und Regie: Götz Balonier, Produktion: hr, Erstausstrahlung 15. April 2008
- Die Grube Messel. Dokumentation, Deutschland, 1997, 15 Min., Buch und Regie: Josef Becker, Produktion: SWR, Reihe: Schätze der Welt (Folge 95) Online-Video
- Urzeit am Geistersee. Auf der Suche nach dem Messel von heute. Dokumentation, Deutschland 2009, 43 Min., Regie: Klaus Sparwasser, Iris Sparwasser, ZDF
- Die geheime Entdeckung. Das Fossil und seine Botschaft. Dokumentation, Deutschland, 2009, Erstausstrahlung am 31. Mai 2009, 45 Min., Film von Anthony Geffen, Produktion: ZDF, Reihe: Terra X, Online-Video
- ARD Grube Messel -Schatzkammer der Urzeit. hr, Weltwunder in Hessen, Dokumentation, Deutschland 2026, 45 min. Ein Film von Rebecca Rühl. Mitwirkung: Philipe Havlik, Bruno Behr, Reinhild Gliniorz, Sonja Wedmann, Torsten Wappler, Laura Kettner und Joachim Lorenz.
Galerie
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Cyclurus kehreri, ein enger Verwandter des Kahlhechts
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Kopidodon macrognatus mit schattenartiger Erhaltung des buschigen Schwanzes (Sammlung Forschungsinstitut Senckenberg)
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Darwinius masillae, rechte und linke Seite des Holotyps („Ida“)
Weblinks
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}}
- {{#if:720|{{#if:|{{{Name}}}|Eintrag}} | Welterbeliste }} auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- Offizielle Internetpräsenz der Grube Messel
- Welterbe Grube Messel – Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
- Museumsverein Messel e. V.
- Grube Messel – beim Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Einzelnachweise
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Smith: Live birth in a 47‑million‑year‑old snake. The Science of Nature 109, 2022, S. 56, doi:10.1007/s00114-022-01828-3. </ref> <ref name="DE_17_Okt_1986"> Verworrene Rechtslage – Muss ein grüner Stadtverordneter Weisungen ausführen? Darmstädter Echo, 17. Oktober 1986, S. 10. https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showItemsList.action?nodeId=s97610 </ref> <ref name="Erfurt et al. 1996"> Jörg Erfurt, Jean Sudre: Eurodexeinae, eine neue Unterfamilie der Artiodactyla (Mammalia) aus dem Unter- und Mitteleozän Europas. Palaeovertebrata 25 (2–4), 1996, S. 371–390. </ref> <ref name="FAZ_27_Aug_2010"> Werner Breunig: Zehn Millionen für Fossilien. Frankfurter Allgemeine Zeitung (Rhein-Main), 26. August 2010. </ref> <ref name="FR"> Späte Anerkennung für Deponie-Gegner. Frankfurter Rundschau, 10. Dezember 2010. </ref> <ref name="Franzen 1976"> Jens Lorenz Franzen: Die Fossilfundstelle Messel – Ihre Bedeutung für die paläontologische Wissenschaft. 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</ref> <ref name="Scanferla et al. 2016"> Agustín Scanferla, Krister T. Smith, Stephan F. K. Schaal: Revision of the cranial anatomy and phylogenetic relationships of the Eocene minute boas Messelophis variatus and Messelophis ermannorum (Serpentes, Booidea). Zoological Journal of the Linnean Society 176, 2016, S. 182–206. </ref> <ref name="Scanferla et al. 2020"> Agustín Scanferla, Krister T. Smith: Exquisitely Preserved Fossil Snakes of Messel: Insight into the Evolution, Biogeography, Habitat Preferences and Sensory Ecology of Early Boas. Diversity 12, 2020, S. 100, doi:10.3390/d12030100. </ref> <ref name="schaal05"> S. Schaal: Nach 47 Mio. Jahren wachgeküsst... Chronik der Fundstätte Messel. In: Fossillagerstätte Grube Messel. Momentaufnahmen aus dem Eozän. Vernissage, Reihe: Unesco-Welterbe, Nr. 21/05, 13. Jhg. (2005), S. 60–62. </ref> <ref name="Senckenberg"> Namensgebung in Erinnerung an den Erhalt der Grube Messel. senckenberg.de. </ref> <ref name="Smith 2017"> Krister T. Smith: First crocodile-tailed lizard (Squamata: Pan-Shinisaurus) from the Paleogene of Europe. Journal of Vertebrate Paleontology 37 (3), 2017, S. e1313743, doi:10.1080/02724634.2017.1313743. </ref> <ref name="Smith et al. 2021"> Krister T. Smith, Agustin Scanferla: A nearly complete skeleton of the oldest definitive erycine boid (Messel, Germany). Geodiversitas 43 (1), 2021, S. 1–24, doi:10.5252/geodiversitas2021v43a1. </ref> <ref name="Smith et al. 2021b"> Krister T. Smith, Jörg Habersetzer: The anatomy, phylogenetic relationships, and autecology of the carnivorous lizard „Saniwa“ feisti Stritzke, 1983 from the Eocene of Messel, Germany. Comptes Rendus Palevol 20 (23), 2021, S. 441–506, doi:10.5852/cr-palevol2021v20a23. </ref> <ref name="Smith et al. 2022"> Krister T. Smith, Agustín Scanferla: More than one large constrictor snake lurked around Paleolake Messel. Palaeontographica A (Paläozoologie) 323, 2022, S. 75–103, doi:10.1127/pala/2021/0119. </ref> <ref name="Smith et al. 2024"> Krister T. Smith, Margaret Collinson, Annelise Folie, Jörg Habersetzer, Florian Hennicke, Erika Kothe, Thomas Lehmann, Olaf K. Lenz, Gerald Mayr, Norbert Micklich, Renate Rabenstein, Rachel Racicot, Stephan F. K. Schaal, Thierry Smith, Aixa Tosal, Dieter Uhl, Torsten Wappler, Sonja Wedmann, Michael Wuttke: The biodiversity of the Eocene Messel Pit. Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments. Bd. 104, 2024, doi:10.1007/s12549-024-00633-2 </ref> <ref name="Spasojevic et al. 2018"> Tamara Spasojevic, Sonja Wedmann und Seraina Klopfstein: Seven remarkable new fossil species of parasitoid wasps (Hymenoptera, Ichneumonidae) from the Eocene Messel Pit. PLoS ONE 13 (6), 2018, S. e0197477, doi:10.1371/journal.pone.0197477. </ref> <ref name="Spiegel 1984"> Barbarei mit Deodorant. Der Spiegel, 4/1984. </ref> <ref name="Storch 1981"> Gerhard Storch: Eurotamandua joresi, ein Myrmecophagideaus dem Eozän der „Grube Messel“ bei Darmstadt (Mammalia, Xenarthra). In: Senckenbergiana lethaea. 61 (3/6), 1981, S. 247–289. </ref> <ref name="Storch 1995"> Gerhard Storch: Kleinsäugetiere aus dem Geiseltal und Messel im Kontext alttertiärer Faunenentfaltungen. Hallesches Jahrbuch für Geowissenschaften B 17, 1995, S. 59–64. </ref> <ref name="Tobien 1980"> Heinz Tobien: Ein anthracotherioider Paarhufer (Artiodactyla, Mammalia) aus dem Eozän von Messel bei Darmstadt (Hessen). Geologisches Jahrbuch Hessen 108, 1980, S. 11–22. </ref> <ref name="UNI_OSLO"> What do we do with fossils like this? Beschreibung des Umbettungsverfahrens auf der Website der Universität Oslo (englisch), zuletzt abgerufen am 23. Januar 2013. </ref> <ref name="Wappler et al. 2008"> Torsten Wappler, Michael S. Engel: The Middle Eocene bee faunas of Eckfeld and Messel, Germany (Hymenoptera: Apoidea). Journal of Paleontology 77 (5), 2003, S. 908–921. </ref> <ref name="Wedmann 2007"> Sonja Wedmann: A nemestrinid fly (Insecta: Diptera: Nemestrinidae: cf. Hirmoneura) from the Eocene Messel pit (Germany). Journal of Paleontology 81 (5), 2007, S. 1114–1117. </ref> <ref name="Wedmann et al. 2021"> Sonja Wedmann, Thomas Hörnschemeyer, Michael S. Engel, Reinhard Zetter, Friðgeir Grímsson: The last meal of an Eocene pollen-feeding fly. Current Biology 31, 2021, S. 1–7, doi:10.1016/j.cub.2021.02.025. </ref> <ref name="Wittich 1898"> Ernst Wittich: Beiträge zur Kenntnis der Messeler Braunkohle und ihrer Fauna. Inaugural-Dissertation der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen. Gießen 1898 online. </ref> <ref name="Zeher et al. 2020"> Hussam Zaher, Krister T. Smith: Pythons in the Eocene of Europe reveal a much older divergence of the group in sympatry with boas. Biology Letters 16 (12), 2020, S. 20200735, doi:10.1098/rsbl.2020.0735. </ref> <ref name="zeit87"> Regina Urban: Messel oder der Müll-Notstand. Die Zeit, 9. Oktober 1987. </ref> <ref name="zeit95"> Diemut Klärner: Huftiere auf den Bäumen. Die Zeit, 8. Dezember 1995. </ref> </references>
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Kulturerbe:
Aachener Dom (1978) |
Speyerer Dom (1981) |
Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz (1981) |
Wallfahrtskirche auf der Wies (1983) |
Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (1984) |
Dom und Michaeliskirche in Hildesheim (1985) |
Römische Denkmale, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier (1986) |
Hansestadt Lübeck (1987) |
Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin (1990) |
Kloster Lorsch (1991) |
Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft (1992) |
Klosteranlage Maulbronn (1993) |
Altstadt von Bamberg (1993) |
Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg (1994) |
Völklinger Hütte (1994) |
Kölner Dom (1996) |
Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau (1996, 2017) |
Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (1996) |
Klassisches Weimar (1998) |
Museumsinsel Berlin (1999) |
Wartburg (1999) |
Dessau-Wörlitzer Gartenreich (2000) |
Klosterinsel Reichenau (2000) |
Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein (2001) |
Oberes Mittelrheintal (2002) |
Altstädte von Stralsund und Wismar (2002) |
Bremer Rathaus und Bremer Roland (2004) |
Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (2004) |
Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-Raetischer Limes (2005) |
Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (2006) |
Siedlungen der Berliner Moderne (2008) |
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011) |
Fagus-Werk in Alfeld (2011) |
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth (2012) |
Bergpark Wilhelmshöhe (2013) |
Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey (2014) |
Hamburger Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus (2015) |
Das architektonische Werk von Le Corbusier: zwei Häuser der Weißenhofsiedlung (2016) |
Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb (2017) |
Archäologischer Grenzkomplex Haithabu und Danewerk (2018) |
Naumburger Dom (2018) |
Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří (2019) |
Augsburger Wassermanagement-System (2019) |
Donaulimes (2021) |
Bedeutende Kurstädte Europas: Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen (2021) |
Mathildenhöhe Darmstadt (2021) |
Niedergermanischer Limes (2021) |
SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz (2021) |
Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt (2023) |
Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine: Herrnhut (2024) |
Residenzensemble Schwerin (2024) |
Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee (2025)
Naturerbe:
Grube Messel (1995) |
Wattenmeer der Nordsee (2009) |
Alte Buchenwälder (2011)
Ehemaliges Welterbe:
Kulturlandschaft Dresdner Elbtal (2004–2009)
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