Zum Inhalt springen

Hyposalpetrige Säure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Hyposalpetriger Säure
Isomere Formen der Hyposalpetrigen Säure
Allgemeines
Name Hyposalpetrige Säure
Andere Namen
  • Untersalpetrige Säure
  • Diazendiol
  • Hyposalpetrigsäure
Summenformel H2N2O2
Kurzbeschreibung

farblose, im trockenen Zustand explosive Plättchen<ref name=roempp>Eintrag zu Hyposalpetrigsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 61744
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 62,0 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

pKS-Wert
Löslichkeit

gut in Wasser und Ethanol<ref name=roempp/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Hyposalpetrige Säure ist eine Sauerstoffsäure des Stickstoff. Sie bildet farblose Kristalle, die explosiv sind. Diese sind löslich in Ethanol und Wasser.

Ihre Salze heißen Hyponitrite, z. B.: Kaliumhyponitrit (K2N2O2).

Herstellung

trans-Hyposalpetrige Säure kann durch Reduktion von Salpetriger Säure oder Natriumnitrit mit nascierendem Wasserstoff (z. B. aus Natriumamalgam) hergestellt werden.<ref name="Holleman-Wiberg" /><ref name="brauer">G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 492–6.</ref>

<math>\mathrm{2\,NaNO_2 + 4\,Na_{Amalgam} + 2\,H_2O \longrightarrow Na_2N_2O_2 + 4\,NaOH}</math>

Das wasserlösliche Natriumsalz kann mit Silbernitrat als gelbes, unlösliches Silberhyponitrit abgetrennt werden:

<math>\mathrm{Na_2N_2O_2 + 2\,AgNO_3 \longrightarrow Ag_2N_2O_2\downarrow +\ 2\,NaNO_3}</math>

Nach dem Abtrennen kann die trans-Hyposalpetrige Säure mit HCl-Gas in Diethylether wieder gelöst werden:

<math>\mathrm{Ag_2N_2O_2 + 2\,HCl_{(g)} \longrightarrow H_2N_2O_2 + 2\,AgCl\downarrow}</math>

Eigenschaften

trans-Hyposalpetrige Säure ist ein farbloser Feststoff, der in Form von zerfließlichen Kristallblättchen vorliegt und eine sehr schwache Säure darstellt. Er ist sehr explosiv, verpufft schon beim Reiben mit einem Glasstab und zersetzt sich spontan auch ohne erkennbaren Anlass und auch bei Kühlung auf −6 °C. Er ist sehr leicht löslich in Wasser und in Ethanol, leicht auch in Ether, Benzol und Trichlormethan, jedoch schwer in Ligroin.<ref name="brauer" />

Isomerie

Es existieren eine cis- und eine stabilere trans-Hyposalpetrige Säure.

Datei:Hyponitrous acid cis.svg
cis-Form der hyposalpetrigen Säure

Von der cis-Form sind nur die Salze bekannt; die trans-Form lässt sich in Substanz isolieren.<ref name="Holleman-Wiberg" />

Reaktionen

Mit Alkalimetallen bildet die Hyposalpetrige Säure Salze, die Hyponitrite:

<math>\mathrm{H_2N_2O_2 + 2\,Na \longrightarrow Na_2N_2O_2 + H_2\uparrow}</math>

Die schwach saure wässrige Lösung der Säure zerfällt bereits bei Zimmertemperatur zu Distickstoffmonoxid und Wasser:

<math>\mathrm{H_2N_2O_2 \longrightarrow H_2O + N_2O}</math>

Die Reaktion ist nicht umkehrbar<ref>E. Riedel, C. Janiak: Anorganische Chemie. 8. Auflage. de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022566-2, S. 488.</ref>; Distickstoffmonoxid ist also nur formal Anhydrid der hyposalpetrigen Säure.<ref name="Holleman-Wiberg" />

Sie eignet sich auch als Reaktionspartner für Hetero-Diels-Alder-Reaktionen.

Einzelnachweise

<references/>