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Rechtwinkliges Dreieck

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(Weitergeleitet von Kathete)
Rechtwinkliges Dreieck
Rechtwinkliges Dreieck

Ein rechtwinkliges Dreieck ist ein Dreieck mit einem rechten Winkel. Es bildet die Grundlage für den Satz des Pythagoras, für Sinus und Kosinus und weitere trigonometrische Funktionen.

Bezeichnungen

Als Hypotenuse bezeichnet man die längste Seite eines rechtwinkligen Dreiecks. Sie liegt dem rechten Winkel gegenüber.

Als Kathete (aus dem griechischen káthetos, das Herabgelassene, Senkblei) wird jede der beiden kürzeren Seiten in einem rechtwinkligen Dreieck bezeichnet. Die Katheten sind also die beiden Seiten des rechtwinkligen Dreiecks, die den rechten Winkel bilden. In Bezug auf einen der beiden spitzen Winkel (in der Skizze <math>\alpha</math>) des Dreiecks unterscheidet man die Ankathete dieses Winkels (die dem Winkel anliegende Kathete) und die Gegenkathete (die dem Winkel gegenüberliegende Kathete).

Berechnung und Konstruktion

Datei:01-Rechtwinkliges Dreieck.svg
Konstruktion SWW-Fall, gegeben sind Hypotenuse <math>c</math> und Winkel <math>\beta</math>
Datei:Dreieck rechtwinklig 1.svg
SSS-Fall: kleinstes Tripel: <math>(3, 4, 5)</math>

Ein rechtwinkliges Dreieck ist durch drei Bestimmungsstücke vollständig bestimmt: den rechten Winkel, eine Seite sowie eine weitere Seite oder einen weiteren Winkel. Des Weiteren ist die Höhe <math>h_a</math> gleich der Kathete <math>b</math> sowie die Höhe <math>h_b</math> gleich der Kathete <math>a</math>.

  • Sind beide Katheten gegeben, so lässt sich das Dreieck nach dem SWS-Fall behandeln.
Die Kathete <math>b</math> senkrecht auf die Kathete <math>a</math> anordnen. Der Abstand <math>|\overline{AB}|</math> ergibt die fehlende Hypotenuse <math>c</math> und somit das Dreieck <math>ABC</math>.
  • Sind eine Kathete und die Hypotenuse gegeben, so wird der SSW-Fall angewandt.
Die Hypotenuse halbieren und über den Mittelpunkt <math>M</math> den Thaleskreis ziehen. Ist z. B. die Kathete <math>b</math> gegeben, schneidet der Kreisbogen um <math>A</math> mit dem Radius <math>b</math> den Thaleskreis in <math>C</math>. Die Verbindung <math>C</math> mit <math>B</math> vollendet das Dreieck <math>ABC</math>.
  • Sind eine Seite und ein nicht-rechter Winkel gegeben, so lässt sich über die Winkelsumme der dritte Winkel bestimmen. Danach kann man das Dreieck nach dem WSW- bzw. SWW-Fall behandeln.
Ist z. B. die Kathete <math>a</math> und der Winkel <math>\beta</math> gegeben (WSW-Fall), wird ab <math>B</math> eine gerade Linie gezogen, die mit der Kathete <math>a</math> den Winkel <math>\beta</math> bildet. Die abschließende Senkrechte auf <math>a</math> ab <math>C</math> schneidet die gerade Linie in <math>A</math> und erzeugt somit das Dreieck <math>ABC</math>.
Ist z. B., wie im nebenstehenden Bild zu sehen, die Hypotenuse <math>c</math> und der Winkel <math>\beta</math> gegeben (SWW-Fall), wird <math>c</math> halbiert und über den Mittelpunkt <math>M</math> der Thaleskreis gezogen. Beim Festlegen des Winkels <math>\beta</math> mit Scheitel <math>B</math> ergibt sich <math>C</math> auf dem Thaleskreis und damit die Kathete <math>a</math>. Die Verbindung <math>C</math> mit <math>A</math> liefert die Kathete <math>b</math> und vollendet somit das rechtwinklige Dreieck <math>ABC</math>.
  • Stehen im SSS-Fall die Seiten zueinander im Verhältnis gleich dem eines pythagoreischen Tripels, beispielsweise <math>(3, 4, 5)</math>, ist das Dreieck rechtwinklig.
Mathematische Formeln zum rechtwinkligen Dreieck
Umfang (und Halbumfang) <math> \begin{align}

U & = a + b + c,\\ U & = 2 \cdot \rho + 4 \cdot r,\\ U & = \rho + \rho_a + \rho_b + \rho_c,\\ s & = \frac{U}{2} \end{align}</math>


Rechtwinkliges Dreieck, Größen des Dreiecks

Flächeninhalt <math> \begin{align}

A & = \frac{a \cdot b}{2},\\ A & = \rho \cdot (\rho + 2 \cdot r),\\ A & = \rho \cdot \rho_c = \rho_a \cdot \rho_b,\\ A & = s \cdot (s-c) = (s-a) \cdot (s-b) \end{align}</math>

Hypotenuse <math> \begin{align}

c & = \sqrt{a^2 + b^2},\\ c & = \frac{a^2}{\sqrt{a^2 - h_c^2}},\\ c & = \frac{b^2}{\sqrt{b^2 - h_c^2}} \end{align}</math>

<math> \begin{align}

c & = \frac{a}{\sin (\alpha)} = \frac{b}{\cos (\alpha)},\\ c & = \frac{b}{\sin (\beta)} = \frac{a}{\cos (\beta)} \end{align}</math>

Kathete <math> \begin{align}

a & = \sqrt{c^2 - b^2},\\ a & = \frac{b \cdot h_c}{\sqrt{b^2 - h_c^2}},\\ a & = \sqrt{\frac{c}{2} \cdot \left(c - \sqrt{c^2 - 4 \cdot h_c^2}\right)} \end{align}</math>

<math> \begin{align}

a & = c \cdot \sin (\alpha) = c \cdot \cos (\beta),\\ a & = b \cdot \tan (\alpha) = b \cdot \cot (\beta) \end{align}</math>

<math> \begin{align}

b & = \sqrt{c^2 - a^2},\\ b & = \frac{a \cdot h_c}{\sqrt{a^2 - h_c^2}},\\ b & = \sqrt{\frac{c}{2} \cdot \left(c + \sqrt{c^2 - 4 \cdot h_c^2}\right)} \end{align}</math>

<math> \begin{align}

b & = c \cdot \cos (\alpha) = c \cdot \sin (\beta),\\ b & = a \cdot \cot (\alpha) = a \cdot \tan (\beta) \end{align}</math>

Höhe <math> \begin{align}

h_c &=\frac{a\cdot b}{c},\\ \frac{1}{h_c^2}&=\frac{1}{a^2}+\frac{1}{b^2} \end{align}</math>

<math> \begin{align}

h_c & = b \cdot \sin (\alpha) = a \cdot \cos (\alpha),\\ h_c & = a \cdot \sin (\beta) = b \cdot \cos (\beta) \end{align}</math>

Winkel <math>\alpha+\beta=\gamma=90^\circ</math> <math> \begin{align}

\alpha & = \arcsin\left(\frac{a}{c}\right) = \arccos\left(\frac{b}{c}\right),\\ \alpha & = \arctan\left(\frac{a}{b}\right) = \arccot\left(\frac{b}{a}\right) \end{align}</math>

<math> \begin{align}

\beta & = \arcsin\left(\frac{b}{c}\right) = \arccos\left(\frac{a}{c}\right),\\ \beta & = \arctan\left(\frac{b}{a}\right) = \arccot\left(\frac{a}{b}\right) \end{align}</math>

Inkreisradius <math>\rho = \frac{a \cdot b}{(a + b) + c} = \frac{(a + b) - c}{2} = s - c</math>
Ankreisradien <math> \begin{align}

\rho_a &= \frac{a \cdot b}{c - (a - b)} = \frac{c + (a-b)}{2} = s - b,\\ \rho_b &= \frac{a \cdot b}{c + (a - b)} = \frac{c - (a-b)}{2} = s - a,\\ \rho_c &= \frac{a \cdot b}{(a + b) - c} = \frac{(a+b) + c}{2} = s \end{align}</math>

<math> \begin{align}

\rho_a + \rho &= a,\\ \rho_b + \rho &= b,\\ \rho_c - \rho &= \rho_a + \rho_b = c,\\ \rho_c + \rho &= a + b,\\ \rho_a - \rho_b &= a - b \end{align}</math>

Umkreisradius <math>r = \frac{c}{2}</math>

Sätze

Pythagoras

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  • Die Beziehung zwischen den Längen der Katheten und der Hypotenuse beschreibt der Satz des Pythagoras, der auch als Hypotenusensatz bezeichnet wird. (Der Satz lautet: Sind <math>a</math> und <math>b</math> die Seitenlängen der Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks und ist <math>c</math> die Seitenlänge der Hypotenuse, so gilt die Gleichung <math>a^2 + b^2 = c^2 </math>). Der Satz des Pythagoras ist ein Spezialfall des Kosinussatzes. Der Kosinus von <math>90^\circ</math> ist 0, wodurch sich die Formel deutlich vereinfacht.
  • Anders formuliert besagt der Satz des Pythagoras, dass die Summe der Flächeninhalte der beiden Quadrate über den Katheten gleich dem Flächeninhalt des Quadrats über der Hypotenuse ist. Aus dieser Tatsache folgen der Kathetensatz und der Höhensatz (siehe auch Satzgruppe des Pythagoras). Die Höhe <math>h = h_c</math> eines rechtwinkligen Dreiecks teilt die Hypotenuse in zwei Teile <math>p</math> und <math>q</math>, sodass die beiden Teildreiecke mit den Seiten <math>p</math>, <math>a</math>, <math>h</math> und <math>q</math>, <math>h</math>, <math>b</math> wiederum rechtwinklig sind. Bei Kenntnis zweier der sechs Angaben (<math>a</math>, <math>b</math>, <math>c</math>, <math>p</math>, <math>q</math> und <math>h</math>) lassen sich die fehlenden vier anderen Werte aus den in folgender Tabelle aufgeführten Formeln berechnen.
Satz des Pythagoras <math>c^2 = a^2 + b^2 </math> Datei:Right triangle abchpq.svg
Kathetensatz <math>a^2 = c \cdot p</math>
<math>b^2 = c \cdot q</math>
Höhensatz <math>h^2 = p \cdot q </math>
Hypotenusenabschnitte <math>c = p + q </math>

Thales

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Höhensatz, Kathetensatz und trigonometrische Funktion

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|{{#if: Trigonometrische Funktion|{{#ifexist:Trigonometrische Funktion|

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  • Der Fußpunkt der Höhe teilt die Hypotenuse in zwei Hypotenusenabschnitte. Der Kathetensatz und der Höhensatz machen Aussagen über die Längen dieser Teilstrecken.
  • Die trigonometrischen Funktionen beschreiben die rechnerischen Zusammenhänge zwischen den Winkeln und den Seitenverhältnissen.

Satz von Eddy

Der Satz wurde erst im Jahr 1991 formuliert, „ist aber sicher schon sehr viel älter“.<ref name="Zeuge">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Datei:01 Rechtw. Dreieck Winkelhalbierende.svg
Bild 2: Beweis durch Kreiswinkelsatz (Zentriwinkelsatz)

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Es sei ein beliebiges Dreieck <math>ABC</math> mit der Hypotenuse <math>c,</math> dem Hypotenusenquadrat <math>c^2</math> und mit der Winkelhalbierenden <math>wh</math> des rechten Winkels am Scheitel <math>C.</math> Die Winkelhalbierende <math>wh</math> schneidet im Punkt <math>F</math> sowie im Punkt <math>G</math> das Hypotenusenquadrat <math>c^2</math> in zwei Vierecke <math>ADGF</math> und <math>GEBF.</math>

Beweise

A) Beweis durch Symmetrie, Bild 1,<ref name="Zeuge" /><ref name="Meyer">{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:Jörg Meyer|Jörg Meyer: }}{{#if:|{{#if:Symmetrie|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Symmetrie}}]{{#if:PDF| (PDF)}}{{#if:3.Symmetrie beim Problemlösen| 3.Symmetrie beim Problemlösen{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel=3.Symmetrie beim Problemlösen}}}}}}|{{#if:https://www.math.uni-sb.de/service/lehramt/AKGeometrie/AKGeometrie_JoergMeyer_Vortrag_Symmetrie.pdf#page=3&zoom=70,-396,39%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Symmetrie}}}}%7C[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.math.uni-sb.de/service/lehramt/AKGeometrie/AKGeometrie_JoergMeyer_Vortrag_Symmetrie.pdf#page=3&zoom=70,-396,39}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Symmetrie}}}}]}}{{#if:PDF| (PDF{{#if:3.Symmetrie beim ProblemlösenUniversität des Saarlandes, Fachrichtung Mathematik4{{#if: 2019-08-15 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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B) Ansatz für einen alternativen Beweis, Bild 2:

  • Die beiden Dreiecke <math>IFM</math> und <math>IGJ</math> müssen kongruent sein.
  • Dies trifft nur zu, wenn die Winkelhalbierende <math>wh</math> durch den Mittelpunkt des Hypotenusenquadrates <math>c^2</math> verläuft.

Zuerst wird der Mittelpunkt <math>M</math> der Hypotenuse <math>c</math> bestimmt, anschließend der Kreis <math>k_1</math> mit dem Radius <math>|\overline{MB}|</math> um <math>M</math> eingezeichnet und die Mittelsenkrechte des Durchmessers <math>|\overline{AB}|</math> mit den soeben erzeugten Schnittpunkten <math>H,</math> <math>I</math> und <math>J</math> eingetragen. Der Schnittpunkt <math>I</math> entspricht dem Mittelpunkt des Hypotenusenquadrates <math>c^2.</math> Abschließend noch den Punkt <math>A</math> mit <math>I</math> verbinden.

Das einbeschriebene Dreieck <math>AIC</math> hat am Scheitel <math>M</math> den Zentriwinkel mit der Winkelweite gleich <math>90^\circ.</math> Nach dem Kreiswinkelsatz (Zentriwinkelsatz) hat der Winkel <math>ACI</math> folglich die Winkelweite <math>45^\circ,</math> damit verläuft die Winkelhalbierende <math>wh</math> ebenfalls durch den Mittelpunkt <math>I</math> des Hypotenusenquadrates <math>c^2.</math>

Somit bestätigt sich, die beiden Dreiecke <math>IFM</math> und <math>IGJ</math> sind kongruent, demzufolge haben auch die Vierecke <math>ADGF</math> und <math>GEBF </math> gleiche Flächeninhalte.

Weitere Sätze

  • In dem rechtwinkligen Dreieck <math>ABC</math> schneiden die Kreise um <math>A</math> und <math>B</math> mit den Radien <math>|\overline{AC}|</math>, bzw. <math>|\overline{BC}|</math> die Hypotenuse <math>\overline{AB}</math> in den Punkten <math>D</math> und <math>E</math>.
Dann hat die Strecke <math>\overline{DE}</math> dieselbe Länge wie der Durchmesser des Inkreises (Figuren 1 und 2).
Beweis:
Die Differenz aus der Summe der Kathetenlängen und der Hypotenusenlänge beträgt <math>(x+r)+(y+r)-(x+y)=2r</math> (Figur 2).
Somit hat die Überlappung der bis zur Hypotenuse gedrehten Katheten die Länge <math>2r=\overline{DE}</math> (Figuren 1 und 2).
  • In dem rechtwinkligen Dreieck <math>ABC</math> ist die Summe der Inkreisradien <math>r</math>, <math>r_1</math> und <math>r_2</math> der Dreiecke <math>ABC</math>, <math>ADC</math> und <math>DBC</math> gleich der Länge der Höhe <math>CD</math> (Figuren 2, 3 und 4).
Beweis:
<math>2r+2r_1+2r_2=(\overline{AC}+\overline{BC}-\overline{AB})+(\overline{AD}+\overline{CD}-\overline{AC})+(\overline{BD}+\overline{CD}-\overline{BC})=2\overline{CD}</math> (Figuren 2, 3 und 4).
Hieraus folgt die Behauptung, nämlich <math>r+r_1+r_2=\overline{CD}</math><ref>Ross Honsberger: Gitter - Reste - Würfel Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1984, ISBN 978-3-528-08476-9, Seite 29</ref><ref>Huseyin Demir, Leon Bankoff: Problem E 1197, American Mathematical Monthly, Los Angeles, (Kalifornien) (1956), Seite 493</ref>
  • In einem rechtwinkligen Dreieck halbiert die Winkelhalbierende des rechten Winkels auch den von der Höhe und der Seitenhalbierenden auf der Hypotenuse eingeschlossenen Winkel (Figur 5).
Datei:Dreieckstransversalen 1.svg
Figur 5
Datei:Dreieckstransversalen 2.svg
Figur 6
Beweis:
In dem gelben rechtwinkligen Dreieck sind <math>CD</math> die Winkelhalbierende, <math>CH</math> die Höhe und <math>CM</math> die Seitenhalbierende des rechten Winkels. Es ist zu zeigen, dass <math>CD</math> auch den Winkel <math>\angle MCH</math> halbiert.
Das Dreieck ist dargestellt als Teil eines Quadrats mit der Seitenlänge <math>b</math>. Die Strecken <math>\overline{CH}</math>, <math>\overline{CD}</math> und <math>\overline{CM}</math> sind bis zu ihren jeweiligen Schnittpunkten <math>Q</math> bzw. <math>R</math> bzw. <math>S</math> mit den Quadratseiten verlängert. Die Behauptung folgt dann aus der paarweisen Kongruenz der rechtwinkligen Dreiecke <math>ABC</math>, <math>CQP</math> und <math>CAS</math> (Übereinstimmung in ihren Kathetenlängen a und b und dem eingeschlossenen rechten Winkel) sowie der daraus resultierenden Kongruenz der Dreiecke <math>CRQ</math> und <math>CSR</math>, aus denen sich das zu der Diagonalen <math>CR</math> symmetrische (Drachen-)Viereck <math>CSRQ</math> zusammensetzt.
  • Verbindet man in einem rechtwinkligen Dreieck die Kathetenmittelpunkte mit dem Höhenfußpunkt auf der Hypotenuse, so hat das aus den beiden Verbindungsstrecken und den beiden jeweils halben Katheten gebildete Viereck einen rechten Innenwinkel beim Höhenfußpunkt (Figur 6).
Beweis:
<math>HK</math> ist die Seitenhalbierende von <math>CA</math> im rechtwinkligen Dreieck <math>CAH</math> und <math>HL</math> die Seitenhalbierende von <math>CB</math> im rechtwinkligen Dreieck <math>BCH</math>. Deshalb ist <math>|\overline{HK}|</math> Thaleskreisradius von <math>CAH</math> und <math>|\overline{HL}|</math> Thaleskreisradius von <math>BCH</math>. Daraus folgt, dass das Dreieck <math>AHK</math> gleichschenklig mit der Schenkellänge <math>\tfrac{b}{2}</math> und den Basiswinkeln <math>\angle HAK</math> und <math>\angle KAH</math> und das Dreieck <math>HBL</math> gleichschenklig mit der Schenkellänge <math>\tfrac{a}{2}</math> und den Basiswinkeln <math>\angle BHL</math> und <math>\angle LBH</math> ist. Da die Winkel <math>\angle HAK</math> und <math>\angle KHA</math> bzw. <math>\angle LBH</math> und <math>\angle BHL</math> jeweils dieselben Weiten haben und das Dreieck <math>ABC</math> rechtwinklig ist, addieren sich die Winkelweiten von <math>\angle KHA</math> und <math>\angle BHL</math> zu <math>90^\circ</math>. Damit hat auch der Winkel <math>\angle LHK</math> die Weite <math>90^\circ</math>, woraus die Behauptung folgt.<ref name="Claudi Alsina">Claudi Alsina, Roger B. Nelsen: Perlen der Mathematik - 20 geometrische Figuren als Ausgangspunkte für mathematische Erkundungsreisen, Springer Spektrum, Springer-Verlag GmbH Berlin 2015, ISBN 978-3-662-45460-2, Seite 81–83</ref>
Folgerung:
Wegen der Längengleichheit der Strecken <math>\overline{CL}</math> und <math>\overline{LH}</math> sowie der Strecken <math>\overline{CK}</math> und <math>\overline{KH}</math> ist das grüne Viereck <math>CKHL</math> ein spezielles Drachenviereck mit zwei gegenüberliegenden rechten Winkeln. Seine diagonale Symmetrieachse <math>LK</math> teilt es in die rechtwinkligen Dreiecke <math>KLC</math> und <math>LKH</math>, die einen gemeinsamen Thaleskreis besitzen. Hieraus folgt, dass das Drachenviereck <math>CKHL</math> auch ein Sehnenviereck ist.
  • Der Inkreisradius r eines rechtwinkligen Dreiecks mit den Kathetenlängen a und b und der Hypotenusenlänge c ist auf zwei Arten in Abhängigkeit von den drei Seitenlängen darstellbar (Figur 7):
<math>r=\frac{ab}{a+b+c}</math>
<math>r=\frac{a+b-c}{2}</math>
Der Beweis basiert auf den Eigenschaften des Inkreises im rechtwinkligen Dreieck. Mit Hilfe von Figur 7 ergibt sich
<math>ab=r(a+b+c)</math>,
woraus unmittelbar die erste Behauptung folgt.
In Figur 8 lässt sich
<math>c=(a-r)+(b-r)</math>
ablesen. Durch einfache Umformung erhält man sofort die zweite Behauptung.<ref>Roger B. Nelsen: Beweise ohne Worte, Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Nicola Oswald, Springer Spektrum, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-50330-0, Seite 28</ref>

Ausgezeichnete Punkte

Datei:01-Dreieck, rechtwinklig, Feuerbachkreis.svg
Rechtwinkliges Dreieck mit den vier „klassischen“ ausgezeichneten Punkten <math>U,</math> <math>S,</math> <math>I</math> und <math>H,</math> darüber hinaus der Mittelpunkt des Feuerbachkreises <math>F</math> mit dessen neun ausgezeichneten Punkten (davon nur fünf sichtbar) und der Eulerschen Geraden <math>e.</math>

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Wie aus dem Bild ersichtlich, liegt von den vier „klassischen“ ausgezeichneten Punkten im rechtwinkligen Dreieck, der Höhenschnittpunkt <math>H</math> (hellbraun) direkt im Scheitel des rechten Winkles, Eckpunkt <math>C</math>, und der Umkreismittelpunkt <math>U</math> (hellgrün) in der Mitte der Dreieckseite <math>c.</math> Der Schwerpunkt <math>S</math> (dunkelblau) sowie der Inkreismittelpunkt <math>I</math> (rot) sind innerhalb des Dreiecks.

Der Mittelpunkt <math>F</math> des Feuerbachkreises (beides hellblau) ist in der Mitte der Strecke <math>\overline{HU}</math> und ebenfalls innerhalb des Dreiecks. Auf dem Feuerbachkreis liegen dessen neun ausgezeichnete Punkte, von denen aber, aufgrund der Position des Höhenschnittpunktes <math>H,</math> nur fünf zu sehen sind. Es sind dies die Seitenmittelpunkte <math>J, M</math> und <math>O</math> sowie die Höhenfußpunkte <math>D</math> und <math>G.</math> Zwei der drei Mittelpunkte der sogenannten oberen Höhenabschnitte, nämlich <math>E</math> und <math>N,</math> liegen auf den Seitenmittelpunkten <math>J</math> bzw. <math>M.</math> Der dazugehörende dritte Mittelpunkt <math>K</math> liegt auf dem Scheitelpunkt <math>C.</math> Schließlich findet man den dritten Höhenfußpunkt <math>L</math> auf dem Höhenschnittpunkt <math>H.</math>

Die Bezeichnungen der ausgezeichneten Punkte und deren Positionen sind mit denen des spitzwinkligen Dreiecks vergleichbar.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:Arne Madincea|Arne Madincea: }}{{#if:|{{#if:Der Feuerbachkreis … Der Satz über den 9-Punkte-Kreis: Aufgabe 1, S. 2 ff|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Der Feuerbachkreis … Der Satz über den 9-Punkte-Kreis: Aufgabe 1, S. 2 ff}}]{{#if:PDF| (PDF)}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.herder-oberschule.de/madincea/aufg0009/feuerbach.pdf#page=2&zoom=80,-509,766%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Der Feuerbachkreis … Der Satz über den 9-Punkte-Kreis: Aufgabe 1, S. 2 ff}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.herder-oberschule.de/madincea/aufg0009/feuerbach.pdf#page=2&zoom=80,-509,766}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Der Feuerbachkreis … Der Satz über den 9-Punkte-Kreis: Aufgabe 1, S. 2 ff}}}}]}}{{#if:PDF| (PDF{{#if:Materialien für MathematikunterrichtHerder-Gymnasium Berlin7{{#if: 2018-11-25 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Ungleichungen

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Datei:Rechtwinklige Dreiecksungleichung 1.svg
Abb. 1: <math>a+b \le c\sqrt{2}</math>
Datei:Rechtwinklige Dreiecksungleichung 2.svg
Abb. 2: <math>a+b = c\sqrt{2}</math>

Für die Katheten <math>a</math> und <math>b</math> gilt <math>(a - b)^2 \geq 0</math>, also <math>a^2 + b^2 \geq 2 \cdot a \cdot b</math>. Addition von <math>a^2 + b^2</math> ergibt <math>2 \cdot a^2 + 2 \cdot b^2 \geq a^2 + 2 \cdot a \cdot b + b^2</math>, also <math>2 \cdot (a^2 + b^2) \geq (a + b)^2</math>. Nach dem Satz des Pythagoras folgt daraus <math>c^2 \geq \frac{(a + b)^2}{2}</math> und die Ungleichungen

<math>c \geq \frac{a + b}{\sqrt{2}} \geq \sqrt{2 \cdot a \cdot b}</math>

Die rechte Ungleichung ist ein Spezialfall der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel.

Die linke Ungleichung wird auch als Dreiecksungleichung für rechtwinklige Dreiecke bezeichnet (siehe Abb. 1 für den Fall der Ungleichheit und Abb. 2 für den Fall der Gleichheit).<ref>Roger B. Nelsen: Beweise ohne Worte, Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Nicola Oswald, Springer Spektrum, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-50330-0, Seite 18</ref><ref>Canadian Mathematical Olympiad 1969 Problem 3, veröffentlicht von der Canadian Mathematical Society</ref>

Division von <math>4 \cdot a \cdot b \leq (a + b)^2</math> durch die linke Ungleichung ergibt <math>\frac{4 \cdot a \cdot b}{c} \leq \sqrt{2} \cdot (a + b)</math>. Wegen <math>h_c = \frac{a \cdot b}{c}</math> folgt daraus

<math>h_c \leq \frac{a + b}{2 \cdot \sqrt{2}}</math>

Aus <math>c^2 = a^2 + b^2 \geq 2 \cdot a \cdot b</math> folgt wegen <math>a > 0</math>, <math>b > 0</math>, <math>c > 0</math> für die Kehrwerte <math>\frac{1}{c^2} \leq \frac{1}{2 \cdot a \cdot b}</math>, also <math>\frac{1}{c} \leq \frac{1}{\sqrt{2 \cdot a \cdot b}}</math>. Multiplikation mit <math>a \cdot b</math> auf beiden Seiten ergibt <math>\frac{a \cdot b}{c} \leq \frac{\sqrt{a \cdot b}}{\sqrt{2}}</math>. Wegen <math>h_c = \frac{a \cdot b}{c}</math> folgen daraus die genaueren Ungleichungen

<math>h_c \leq \frac{\sqrt{a \cdot b}}{\sqrt{2}} \leq \frac{a + b}{2 \cdot \sqrt{2}}</math>

Die Gleichungen <math>c = \frac{a + b}{\sqrt{2}} =\sqrt{2 \cdot a \cdot b}</math> und <math>h_c = \frac{\sqrt{a \cdot b}}{\sqrt{2}} = \frac{a + b}{2 \cdot \sqrt{2}}</math> gelten genau dann, wenn <math>a = b</math>, also für ein rechtwinkliges und gleichschenkliges Dreieck mit den Innenwinkeln <math>45^\circ</math>, <math>45^\circ</math> und <math>90^\circ</math>.

Beziehungen zum Goldenen Schnitt

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Datei:Goldener Schnitt Rechtwinkliges Dreieck.svg
Goldener Schnitt im rechtwinkligen Dreieck

Gegeben sei ein rechtwinkliges Dreieck <math>ABC</math>, in dem die beiden Kathetenlängen <math>a</math> und <math>b</math> sowie die Hypotenusenlänge <math>c</math> in dieser Reihenfolge die ersten drei Glieder einer geometrischen Folge bilden, also <math>a=1</math>, <math>b=q</math> und <math>c=q^2</math> mit <math>q \in \R^{+}</math>. Es seien <math>c_1</math> die Länge des längeren Hypotenusenabschnitts, <math>c_2</math> die des kürzeren Hypotenusenabschnitts, <math>h</math> die Höhe auf <math>c</math> und <math>H</math> der Fußpunkt von <math>h</math>. Dann gilt:

<math>b=\sqrt{\Phi}</math>,
<math>c=\Phi</math>.

Hieraus folgt unmittelbar:

<math>b</math> ist das geometrische Mittel von <math>a</math> und <math>c</math>,
<math>c_1=1</math>,
<math>c_2=\Phi-1</math>,
<math>h=\frac{1}{\sqrt{\Phi}}</math>,
die Dreiecke <math>CAH</math>, <math>BCH</math> und <math>ABC</math> sind paarweise zueinander ähnlich.

Beweis der ersten beiden Behauptungen:

<math>a^2+b^2=c^2 \Leftrightarrow 1+q^2=q^4 \Leftrightarrow q^4-q^2-1=0</math>.

Da eine Streckenlänge stets positiv ist, gilt somit

<math>b=\sqrt{\Phi}</math> und <math>c=\Phi</math>.<ref>Hans Walser: Der Goldene Schnitt - Geometrische und zahlentheoretische Betrachtungen, 7., überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer Spektrum, Berlin 2023, ISBN 978-3-662-68556-3, Seite 41</ref>

Siehe auch

Weblinks

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  • {{#if: | {{{author}}} | Eric W. Weisstein }}: rechtwinkliges Dreieck. In: MathWorld (englisch). {{#if: RightTriangle | {{#ifeq: {{#property:P2812}} | RightTriangle | | {{#if: {{#property:P2812}} | {{#ifeq: 0 | 0 | }} | {{#ifeq: 0 | 0 | }} }} }} }}

Einzelnachweise

<references />