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Kollegialorgan

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Unter einem Kollegialorgan versteht man im Organisationsrecht ein Organ innerhalb einer juristischen Person oder Personenvereinigung, das aus mindestens zwei Organwaltern besteht. Gegensatz ist das aus nur einer Person bestehende Einzelorgan.

Allgemeines

Kollegialorgane sind durch Rechtsnormen eingerichtete, plural zusammengesetzte Organisationseinheiten mit Beschlussfassungskompetenz.<ref>Carmen Thiele, Regeln und Verfahren der Entscheidungsfindung innerhalb von Staaten und Staatenverbindungen, 2008, S. 599</ref> Organisationen wie Gesellschaften, Vereine, Behörden, Staaten oder Parteien besitzen gesetzlich, durch Satzung (Privatrecht), öffentlich-rechtliche Satzung oder Geschäftsordnung vorgeschriebene Kollegialorgane, die bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben. Diese Aufgaben werden innerhalb des Kollegialorgans durch mindestens zwei natürliche Personen – den so genannten Organwaltern – konkret ausgeführt. Handlungen des Organs sind unmittelbar Handlungen der juristischen Person, jedoch kein Fall rechtsgeschäftlicher Stellvertretung.

Kollegialorgane bei juristischen Personen (Gesellschaften, Vereine, Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts) sind Vorstand, Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Gesellschafterversammlung oder Hauptversammlung, Betriebs- und Personalrat oder Verwaltungsbeirat. Als staatliche Kollegialorgane fungieren Parlamente, Regierungen (Bundesregierung, Landesregierungen oder Gemeinderäte) oder Kabinette.<ref>Everhard Holtmann, Politik-Lexikon, 2000, S. 293.</ref> Die Bundesregierung besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern und ist wie die Landesregierungen ein Kollegialorgan. Der Charakter der Bundesregierung als Kollegialorgan ist jedoch durch die Richtlinienkompetenz des Kanzlers und das Ressortprinzip eingeschränkt.<ref>Everhard Holtmann, Politik-Lexikon, 2000, S. 80.</ref> Bei Parteien gibt es als Kollegialorgane Parteivorstand und Parteitag. Der als Anstalt des öffentlichen Rechts organisierte öffentlich-rechtliche Rundfunk besitzt als Kollegialorgan neben dem Verwaltungsrat einen Rundfunkrat. Bei Wohnungseigentum sieht {{#switch: juris

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Arten

Unter rechtlichen Gesichtspunkten lassen sich Kollegialorgane nach Organstellung, Kompetenz, Funktion, Befugnisse der Mitglieder, Weisungsgebundenheit und Anzahl der Mitglieder unterteilen.<ref>Carmen Thiele, Regeln und Verfahren der Entscheidungsfindung innerhalb von Staaten und Staatenverbindungen, 2008, S. 142 f.</ref> Eine unmittelbare Organstellung ergibt sich aus Verfassung oder sonstigen Rechtsnormen (etwa Bundesrat, {{#switch: juris

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Abstimmung

Innerhalb des Kollegialorgans besteht für die Organwalter das Kollegialprinzip, so dass innerhalb des Kollegiums im Normalfall keine Hierarchie besteht. Kollegialorgane entscheiden durch Beschluss. Dabei muss eine Rechtsnorm regeln, wie mehrere Organwalter zu einer Willensbildung als Kollegialorgan gelangen. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit entscheidet meist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu einem bestimmten Tagesordnungspunkt.

Organhaftung

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}}{{#if: 93||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 2 AktG). Dies ist der Fall, wenn das Vorstandsmitglied bei einer unternehmerischen Entscheidung vernünftigerweise annehmen durfte, auf der Grundlage angemessener Information zum Wohle der Gesellschaft zu handeln. Sobald jedoch ein Organwalter einen Dritten durch aktives Tun unmittelbar schädigt und die Tatbestandsvoraussetzungen des {{#switch: juris

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}}{{#if: 823||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 BGB erfüllt sind, entsteht hierfür eine persönliche Einstandspflicht.<ref>Stefan Martin Schmitt, Organhaftung und D & O-Versicherung, 2007, S. 23.</ref>

Die Amtshaftung (Haftung der Gebietskörperschaften) ist die finanzielle Haftung des Staats für Schäden, die ein Organwalter in der Gerichtsbarkeit oder der Hoheitsverwaltung einem außenstehenden Rechtssubjekt rechtswidrig und schuldhaft zugefügt hat. Diese Haftung trifft zunächst den Beamten selbst ({{#switch: juris

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}}{{#if: 34||[Artikel fehlt]}}{{#if: gg||[Gesetz fehlt]}} Satz 1 GG der Staat mit befreiender Wirkung für den Beamten ein und haftet im Außenverhältnis alleine.

Die Organhaftung befasst sich im Strafrecht mit der Frage, ob Straftatbestände bei der vertretenen Gesellschaft auch ihrem Organwalter zuzurechnen sind. Der Täter muss als Organ handeln. Nach {{#switch: juris

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International

International sind Kollegialorgane meist so organisiert wie in Deutschland. Als Beispiele internationaler Kollegialorgane sind etwa die Schiedsgerichte des Ständigen Schiedshofs oder der Internationalen Gerichtshofs zu erwähnen (beide in Den Haag).<ref>Rolf Remus, Kommission und Rat im Willensbildungsprozess der EWG, 1969, S. 47.</ref> Von großer weltpolitischer Bedeutung sind zudem die UN-Generalversammlung, der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, das Europäische Parlament oder die Europäische Kommission. Weisungsgebunden sind etwa die Mitglieder des Rates der Europäischen Union ({{#switch: dejure

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}}{{#if: 237||[Artikel fehlt]}}{{#if: AEUV||[Gesetz fehlt]}} ff. AUEV), sie sind an die Weisungen ihrer Heimatregierung gebunden. In Frankreich ist der Ministerrat das einzige in der Verfassung vorgesehene Kollegialorgan.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

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