Kopplungsvertrag
Kopplungsvertrag (oder Kopplungsgeschäft; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist ein Vertrag, bei dem sich eine Vertragspartei verpflichtet, zusätzlich zur Hauptleistung auch bestimmte andere sachlich oder handelsüblich nicht zugehörige Waren (oder sonstige Dienstleistungen) abzunehmen.
Allgemeines
Bei einem üblichen Kaufvertrag ist lediglich ein bestimmter Gegenstand das Kaufobjekt, der Kaufpreis betrifft ausschließlich diesen Kaufgegenstand. Der Begriff Kopplung bezieht sich bei Kopplungsgeschäften auf die Kombination einer vertraglichen Hauptleistung mit einer oder mehreren Nebenleistungen. Bei Kopplungsverträgen muss sich ein Käufer verpflichten, bestimmte Waren- und/oder Dienstleistungsbündel geschlossen zu erwerben.<ref>Michael Kleinaltenkamp/Wulff Plinke/Frank Jacob/Albrecht Söllner (Hrsg.), Markt- und Produktmanagement, 2006, S. 332</ref> Der vom Käufer eigentlich gewünschte Kaufgegenstand (Kopplungsprodukt) wird mit mindestens einem weiteren Produkt oder einer weiteren Dienstleistung verbunden, die weder sachlich noch nach Handelsbrauch zum Kopplungsprodukt gehört (gekoppeltes Produkt; {{#switch: dejure
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Rechtsfragen
Wettbewerbswidrig ist ein Kopplungsangebot, wenn die Gefahr besteht, dass die Verbraucher über den Marktwert des tatsächlichen Angebots, namentlich über den Wert der angebotenen Zusatzleistung, getäuscht oder sonst unzureichend informiert werden.<ref>BGH, Urteil vom 13. Juni 2002, Az.: I ZR 173/01 = BGHZ 151, 84</ref> In diesem Urteil wies der BGH darauf hin, dass es als wettbewerbswidrig gilt, wenn von dem Kopplungsangebot eine so starke Anlockwirkung ausgeht, dass beim Verbraucher ausnahmsweise die Rationalität der Kaufentscheidung vollständig in den Hintergrund tritt.
Solange Kopplungsverträge jedoch nicht die Rationalität der Nachfrageentscheidung eines verständigen Durchschnittsverbrauchers vollständig in den Hintergrund treten lassen, sind sie wirksam. So sind die Kopplungen einer Ski-Pauschalreise mit einer Skiausrüstung, eines Stromliefervertrages auf zwei Jahre mit einem Fernsehgerät oder einer Zeitschrift mit Sonnenbrille zulässig.<ref>BGH GRUR 2006, 161</ref> Werden dem Verbraucher für den Fall des Erwerbs einer Ware oder der Inanspruchnahme einer Leistung Vergünstigungen wie insbesondere Geschenke versprochen, liegt darin auch dann nicht ohne weiteres ein übertriebenes Anlocken, wenn Hauptleistung und Geschenk sich aus der Sicht des Verbrauchers nicht als ein funktionell einheitliches Angebot darstellen. Vielmehr ist dem Unternehmer stets gestattet, verschiedene Angebote miteinander zu verbinden; dies gilt auch dann, wenn ein Teil der auf diese Weise gekoppelten Waren oder Leistungen ohne gesondertes Entgelt abgegeben wird.<ref>Helmut Köhler, Zum Anwendungsbereich der §§ 1 und 3 UWG nach Aufhebung von RabattG und ZugabeVO, in: GRUR 2001, 1067, 1069</ref>
Generell gilt für Kopplungsangebote die Verpflichtung, dass Preise einheitlich zu bewerben sind. Wettbewerbswidrig ist es insbesondere, in der Werbung allein das Versprechen unentgeltlicher Teilleistungen oder den günstigen Preis einer Teilleistung herauszustellen, ohne gleichzeitig in klarer Zuordnung leicht erkennbar und deutlich lesbar auf das Entgelt hinzuweisen, das für den anderen Teil des Kopplungsangebotes verlangt wird ({{#switch: buzer
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Kopplungsgeschäfte verstoßen stets gegen das Verbot des {{#switch: juris
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Das BGB erhebt das Kopplungsgeschäft im Kreditgeschäft des Bankwesens zum Rechtsbegriff. Der Kreditgeber darf gemäß {{#switch: juris
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Teilweise sind Kopplungsgeschäfte nicht anders denkbar wie z. B. Betreutes Wohnen als Mietvertrag mit Dienstleistungsvertrag.<ref>BGH, Urteil vom 23. Februar 2006, Az.: III ZR 167/05 = NJW 2006, 1276</ref>
Rechtsfolgen
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Wirtschaftliche Aspekte
In der Volkswirtschaftslehre argumentierten die Vertreter der Chicagoer Schule, dass ein Monopolist nur den Monopolgewinn eines Marktes abschöpfen kann und die Vornahme von Kopplungsgeschäften durch Effizienzgewinne zu begründen sei.<ref>Robert H. Bork, The Antitrust Paradox, 1978, S. 140</ref> Dagegen geht die traditionelle Leverage-Theorie davon aus, dass Kopplungsgeschäfte eines marktbeherrschenden Unternehmens dazu dienten, die Monopolmacht auszudehnen und deshalb per se wettbewerbswidrig seien.<ref>Joseph P. Bauer, A Simplified Approach To Tying Arrangements, in: Vanderbilt Law Review 33, 1980, 291 f.</ref>
In der Betriebswirtschaftslehre wird analog zur Kuppelproduktion von Kopplungsgeschäften gesprochen, wenn verschiedene Leistungen in einem festen Mengenverhältnis miteinander kombiniert und als „Paket“ angeboten werden.<ref>Paul Riebel (Hrsg.), Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Ertragslehre, 1971, S. 172</ref> Anders als bei der Kuppelproduktion mit naturgesetzlich oder technisch zwangsläufig bedingter Produktion werden Kopplungsgeschäfte durch den Hersteller bewusst zusammengestellt. Hierbei kann es sich um die Kopplung bedarfsverwandter oder gar verwendungsverbundener Leistungen handeln. Es können jedoch auch Leistungen miteinander kombiniert werden, die absatzwirtschaftlich nicht ohne weiteres zusammengehören und im Extremfall nichts miteinander zu tun haben.<ref>Paul Riebel (Hrsg.), Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Ertragslehre, 1971, S. 172</ref> Werden verschiedenartige Produkte durch Handelsbrauch zu einer Umsatzeinheit verbunden, so handelt es sich um ein Einheitsgeschäft.<ref>Josef Hellauer, Welthandelslehre, 1954, S. 256</ref> Das ist etwa der Fall, wenn Rohrmöbel mit einem Holztisch als Gartengarnitur verkauft werden.
International
In Österreich sind Kopplungsgeschäfte grundsätzlich erlaubt; sie können aber aus verschiedenen Gründen wettbewerbswidrig sein. Es kann ein Verstoß gegen das Zugabenverbot vorliegen, das Angebot kann wegen Preisverschleierung gegen §{{#switch: RIS-B
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Wird in den USA ein Käufer gezwungen, ein Zweitprodukt anzunehmen, um das gewünschte Hauptprodukt erwerben zu können, so ist ein derartiger Vertrag rechtswidrig.<ref>Handelsblatt, Competition and trade regulation, Band 40, Ausgaben 7–12, 1990, S. 581</ref>
Siehe auch
Literatur
- Jansen, Udo: Die Kopplungsverträge im Recht der Wettbewerbsbeschränkungen, Bad Homburg v. d. H. 1968, ISBN 978-3-7890-9811-6
Einzelnachweise
<references />
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