Lutherkirche (Mannheim)
Die Lutherkirche ist eine evangelische Kirche im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West. Sie wurde zwischen 1904 und 1906 im neugotischen Stil nach den Plänen von Emil Döring erbaut. Nach Umbauten im Innenraum wird sie seit 2010 als „Diakoniekirche Plus“ genutzt.<ref>Evangelische Kirche in Mannheim, Diakoniekirche Luther</ref>
Geschichte
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Wohnbebauung der Neckarstadt. 1871 hatte sie etwa 850 evangelische Einwohner. Für die seelsorgerliche Betreuung waren die Pfarrer der Innenstadt zuständig, bis 1875 ein Vikariat eingerichtet wurde. Am 10. November 1883, dem 400. Geburtstag Martin Luthers, wurde der Grundstein für die erste, vom Architekten Hermann Behaghel entworfene, Lutherkirche in der Neckarstadt gelegt, die auf den Tag genau ein Jahr später eingeweiht werden konnte. 1888 wurde eine eigene Pfarrstelle eingerichtet. Die Kirche hatte etwa 500 Sitzplätze und war daher wegen des zu dieser Zeit rasanten Bevölkerungsanstiegs bald zu klein. Im Jahr 1900 lebten in der Neckarstadt bereits 7.950 Evangelische. Zwischen 1904 und 1906 wurde die heutige Lutherkirche erbaut. An der Einweihung am 25. März nahm der badische Großherzog Friedrich teil.<ref>Vorlage:Toter Link/CoreMannheimer Morgen 24. März 2006 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Die alte Kirche wurde abgebrochen und fand als Baumaterial Verwendung für die Pauluskirche im Stadtteil Waldhof.
Die Einwohnerzahl stieg auch in der Folge an, 1910 hatte die Neckarstadt 20.259 evangelische Einwohner, so dass im Laufe der Zeit weitere Kirchen gebaut und Pfarrbezirke abgetrennt wurden: Melanchthonkirche, Kreuzkirche, Paul-Gerhardt-Kirche und Herzogenried. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Lutherkirche schwer beschädigt und das Dach brannte aus. Bis 1953 wurde die Kirche unter der Leitung von Max Schmechel wiederaufgebaut. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der Kirchenmitglieder in der Neckarstadt stark ab. 2009 wurde für die Gemeinden Luther, Melanchthon, Kreuz und Herzogenried ein Gruppenpfarramt gebildet.<ref>Vorlage:Toter Link/CoreMannheimer Morgen 11. März 2009 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Im selben Jahr begann der Umbau der Lutherkirche zur „Diakoniekirche Plus“.
Beschreibung
Die Lutherkirche steht auf einem spitzwinkligen Grundstück am Südrand von Neckarstadt-West am Neckarufer. Erste Planungen hatten auf dieser Höhe die zweite Mannheimer Neckarbrücke vorgesehen, so dass man beim Überqueren der Brücke direkt auf die Kirche mit ihrem 63 Meter hohen Turm geschaut hätte. Die Jungbuschbrücke wurde dann aber etwas weiter westlich gebaut. Die Lutherkirche hat ein Langhaus mit Querschiff und polygonalem Chor. Das Äußere wird dominiert von der Einturmfassade. Als Baumaterial kam gelber Sandstein und zur Gliederung roter Werkstein zum Einsatz. Über dem Eingangsportal befindet sich ein der Lutherrose nachempfundenes Rosettenfenster und darüber eine Martin-Luther-Statue aus Bronze, einer Nachbildung des Lutherdenkmals in Worms. Auch das Querhaus hat große Rosettenfenster.
Der Innenraum wurde nach den Grundsätzen des Wiesbadener Programms gestaltet, das heißt, Kanzel, Altar, Orgel und Sängerempore sind als Einheit am Ende der Mittelachse angeordnet. An den Seiten befinden sich weitere Emporen, deren Brüstungen mit ornamentalem Fries geschmückt sind. Überdeckt ist der Innenraum mit Kreuzgewölben.
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Frontansicht
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Martin-Luther-Statue
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Grundriss
Die 2009 begonnene Umgestaltung der Lutherkirche sieht zwei Bauphasen vor. Im ersten Schritt wurden bis 2010 die Seitenemporen mit Glaswänden abgetrennt, so dass vier Beratungsräume entstanden. Unter der Hauptempore wurde ein Kirchencafé eingerichtet. Darüber soll in der zweiten Phase ein Gemeinderaum entstehen, der auch als Winterkirche genutzt werden kann.<ref>Vorlage:Toter Link/CoreMannheimer Morgen 6. Mai 2008 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Vorlage:Toter Link/CoreMannheimer Morgen 12. Juni 2009 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Seit dem 9. Juli 2017 erklingt nach längerer Zeit des Schweigens das sanierte vierstimmige Glockengeläut der Lutherkirche wieder vollständig. Die Kirchenglocken aus Bronze wurden in der Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei gegossen.<ref>Website der Kirchengemeinde – Glocken und Glockendatenbank createsoundscape.de: Evang. Diakoniekirche Luther in Mannheim; bezüglich der Gussdaten weichen die beiden Quellen voneinander ab.</ref>
| Glocke | Durchmesser | Gewicht | Schlagton | Umschrift |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1338 mm | 2074 kg | c′ | Er ist der gerechte Vater über alles, was da Kinder heißt |
| 2 | 1267 mm | 1165 kg | es′ | Jesus Christus, gestern, heute und in Ewigkeit |
| 3 | 1034 mm | 691 kg | g′ | Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist |
| 4 | 879 mm | 455 kg | b′ | Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen |
Orgel
Die Orgel wurde 1906 von H. Voit & Söhne als opus 970 mit elektropneumatischen Trakturen gebaut. Sie verfügt mit 2.247 Pfeifen<ref>Vorlage:Toter Link/CoreMannheimer Morgen 24. März 2006 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> über 40 Register auf drei Manualen und Pedal. Ihre Windladen sind als Taschenladen ausgeführt. Im Jahr 2001 nahm E.F. Walcker & Cie. umfangreiche Restaurierungsarbeiten vor. Die Disposition lautet:<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
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- Koppeln:
- Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
- Superoktavkoppel: I
- Suboktavkoppel: II/I
- Spielhilfen: Freie Kombination für Manual I, II, III, Pedal und Koppeln, 3 feste Kombinationen (mf - f - tutti), Automatisches Pianopedal für Manual II, Automatisches Pianopedal für Manual III, Generalschweller (Walze), Zungenabsteller
Literatur
- Udo Wennemuth: Geschichte der evangelischen Kirche in Mannheim. Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-0930-5.
- Sabine Ningel: Die Luthergemeinde in der Neckarstadt und ihre Tochtergründungen. In: 125 Jahre Neckarstadt: Ein Stadtteil feiert Geburtstag. Mannheim 1997.
- Andreas Schenk: Architekturführer Mannheim. Berlin 1999, ISBN 3-496-01201-3.
- Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Stadtkreises Mannheim I. München 1982, ISBN 3-422-00556-0.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt
- Diakoniekirche Plus
- Vollgeläute: https://www.youtube.com/watch?v=UQ9Fw-awesY
Koordinaten: 49° 29′ 55,3″ N, 8° 27′ 50,1″ O
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