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Ecuador

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Ecuador ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />eku̯aˈdoːɐ̯], deutsch auch Ekuador; auf Kichwa Ecuador Mamallakta, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Republik im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru und hat etwa 18 Millionen Einwohner. Die im Andenhochland (Sierra) auf 2850 m gelegene Hauptstadt heißt Quito; die größte Stadt Guayaquil liegt in der Pazifikküsten-Ebene (genannt Costa). Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt, die durch den nördlichen Teil des Staatsgebiets verläuft. Die zu Ecuador gehörenden Galápagos-Inseln befinden sich zwischen 928 km und 1272 km westlich der Küste im Pazifik.

Mit der Befriedung des Bürgerkrieges in Kolumbien entwickelte sich seit Anfang der 2020er Jahre Ecuador zu dem Land mit der stärksten organisierten Kriminalität, Gewalt und Morden in Lateinamerika.

Geographie

Ecuador liegt im Nordwesten von Südamerika und ist geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfältigsten Länder der Erde. Es grenzt an Kolumbien (590 km), an Peru (1420 km) und an den Pazifischen Ozean. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 2010 Kilometer. Die Landesfläche ist mit 283.561 km² etwas größer als die von Großbritannien (244.140 km²). Das vom Äquator durchquerte Land lässt sich in vier völlig unterschiedliche geographische Zonen aufteilen:

  • Der westliche Küstenbereich (Costa) besteht aus Schwemmland und einem niedrigen Küstengebirge und wird vom Río Guayas dominiert.
  • Die zentrale Andenregion (Sierra) umfasst zwei von starkem Vulkanismus geprägte Gebirgsketten und das Hochtal dazwischen.
  • Das östliche Amazonas-Tiefland (Oriente) beginnt an den Osthängen der Anden und umfasst das dünn besiedelte Amazonasbecken.
  • Die Galapagosinseln liegen 1000 km vor der Küste im Pazifik.

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Datei:Ecuador DE.svg
Topographische Karte

Costa

Die Costa (Küste) ist der westliche Teil Ecuadors mit rund 80.000 km² Fläche. Auf diesem gut einem Viertel der Landesfläche leben etwa die Hälfte der Ecuadorianer. Die Costa besteht aus fruchtbaren Schwemmebenen und welligen Hügellandschaften von etwa 500 km Länge und bis zu 200 km Breite. Durch die Costa verläuft das bis zu 800 m hohe Küstengebirge Cordillera Costanera, das in der Provinz Guayas in den Gebirgszug Cordillera Chongón Colonche übergeht. Die südliche Costa wird durch das Flusssystem des 60 km langen Río Guayas und dessen Zuflüsse Río Babahoyo und Río Daule geprägt, das mit mehr als 36.000 km² größte Wassereinzugssystem der südamerikanischen Pazifikküste.

Das Delta des Río Guayas bildet den größten natürlichen Hafen an Südamerikas Westküste. Die jährliche Abflussmenge des Guayas beträgt mehr als 36 Milliarden Kubikmeter. Weiter nördlich fließen der Río Esmeraldas, der Río Cayapas und der Río Chone in Richtung Pazifik sowie ganz im Süden der Río Jubones. Klimatisch lässt sich die Costa in zwei Regionen einteilen, deren Grenze etwa bei Manta verläuft: den tropisch-feuchten Norden und den semiariden Süden. Grund für die Teilung ist der antarktische Humboldtstrom, der bei etwa 1 Grad südlicher Breite von der südamerikanischen Küste nach Westen in den Pazifik umlenkt.

Sierra

Die andine Region des Landes heißt Sierra (Gebirge) und ist mehr als 80.000 km² groß. In der Vergangenheit war sie die bevölkerungsreichste Region, heute leben hier 38 % der Ecuadorianer. Die Sierra besteht aus den beiden Gebirgszügen Cordillera Occidental und Cordillera Central (auch: Cordillera Oriental und selten Cordillera Real) sowie dem dazwischen liegenden Hochtal (manchmal altiplano genannt). Die Cordillera Occidental ist generell niedriger, beheimatet aber den mit 6263 m höchsten Berg Ecuadors, den Chimborazo. Der höchste Berg der Cordillera Central ist der fast 5900 m hohe Cotopaxi. Das Hochtal befindet sich auf 1800 bis 3200 m Höhe und ist etwa 500 km lang sowie 20–30 km breit und beheimatet eine Reihe mittelhoher interandiner Berge. Aufgrund des regen Vulkanismus nannte Alexander von Humboldt das Tal „Straße der Vulkane“. Das Hochtal ist durch Bergriegel (nudos) in acht Talkessel (cuencas oder hoyas) unterteilt; andere Autoren zählen bis zu zwölf solcher Kessel.

Mit Ausnahme von Guaranda liegen alle größeren Städte der Region in solchen Talkesseln. Die cuencas sind nach Flüssen und Orten benannt, nämlich (von Nord nach Süd) dem Río Chota (siehe Chota-Tal), dem Guayllabamba, dem Río Pastaza, dem Río Paute, dem Río Chimbo, dem Ort Girón (bzw. dem Ort und Fluss Río Yunguilla) und dem Río Catamayo. Im Guayllabamba-Becken liegt Quito, die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt (vor Sucre in Bolivien). Im Süden Ecuadors sind die zwei Kordilleren weniger eindeutig zu unterscheiden als im Zentrum und im Norden.

Oriente

Im Osten des Landes, dem Oriente (Osten), liegen die Regenwälder des Amazonasbeckens. Die Region ist fast 100.000 km² groß, aber nur äußerst dünn besiedelt. Infolge des 1941/42 verlorenen Krieges gegen Peru musste Ecuador ein 200.000 km² großes Amazonasgebiet (40 % der damaligen Landesfläche) an das südliche Nachbarland abtreten und verlor den Zugang zum Amazonas, allerdings stand dieses Gebiet zuvor niemals unter effektivem staatlichem Einfluss.

Der Oriente lässt sich unterteilen in die dicht bewaldeten Ausläufer der Anden mit den drei Vulkanen Sumaco, Pan de Azúcar und Reventador der Subkordillere Galeras-Napo sowie in die tiefer gelegene (unter 400 m) und flache Amazonasebene. Alle Flüsse des Oriente sind Zuflüsse des Amazonas. Die wichtigsten von ihnen sind der 850 km lange Napo, der Coca, der Pastaza, der Grenzfluss zu Kolumbien Putumayo und der Aguarico. Bei Agoyán bildet der Pastaza den mit 60 Meter Fallhöhe größten Wasserfall Ecuadors. Das Klima der Region ist feucht-heißes tropisches Klima.

Galápagos

Die ca. 1000 km vom Festland entfernt im Pazifik gelegenen Galapagosinseln, die offiziell Archipiélago de Colón heißen, bilden die vierte geographische Zone Ecuadors. Ähnlich wie Hawaii sind die Inseln geologisch sehr jung (zwischen 700.000 und 3 Millionen Jahren) und ozeanisch-vulkanischen Ursprungs. Das heißt, sie hatten niemals in ihrer Geschichte Kontakt zum Festland. Die Gesamtfläche der auf 320 km verstreuten Inselgruppe beträgt mehr als 8000 km², von denen über die Hälfte auf die Hauptinsel Isabela entfällt. Im Nordteil der Inseln, genau auf dem Äquator, liegt mit dem Vulkan Wolf (1707 m) auch die höchste Erhebung der Galápagos-Inseln.

Klima

Das Klima Ecuadors ist sehr vielfältig. Es wird geprägt zum einen durch starke regionale Temperaturunterschiede aufgrund unterschiedlicher Höhenlagen (0 bis über 6000 m). Zum anderen sind die Niederschlagsmengen äußerst unterschiedlich, bedingt durch Unterschiede in der Topographie sowie durch den Humboldtstrom. Aufgrund der Äquatornähe ist die Temperaturverteilung über das Jahr relativ gleichmäßig. Besonders in der Sierra gibt es ausgeprägte Tages-Nacht-Temperaturschwankungen.

Die klimatischen Unterschiede sind selbst innerhalb kurzer Entfernungen deutlich. So ist der Norden der Stadt Quito wesentlich wärmer und trockener als der Süden. Auch ist der Gipfel des Illiniza Sur vergletschert, während der benachbarte und praktisch gleich hohe Illiniza Norte meistens schneefrei ist. Entlang des Höhenprofils wird in Ecuador zwischen Tierra Caliente (bis 1000 m), Tierra Templada (bis 2000 m), Tierra Fría (bis 3000 m), Tierra Helada (bis 4800 m) und Tierra Nevada (darüber) unterschieden. Innerhalb der ersten drei dieser Höhensektoren (bis 3000 m) unterscheidet sich das Klima durch sehr unterschiedliche Niederschlagsmengen, darüber sind alle Regionen niederschlagsreich.

In der nördlichen Küstenregion mit tropischem Monsunklima gibt es eine ausgeprägte Regenzeit von Januar bis Mai. Im Andenhochland gibt es keine ausgeprägte Regenzeit, allerdings gelten die Monate von November bis Mai als die regenreicheren. Die Regenzeiten werden, trotz im Mittel leicht überdurchschnittlicher Temperatur, „Winter“ und die Trockenzeiten „Sommer“ genannt.

Im südlichen Küstenstreifen sind Niederschlagsmengen von weniger als 250 mm pro Jahr vorzufinden. An den Andenwesthängen der Costa kommen bis zu 5000 mm, an den Osthängen des Oriente sogar bis über 6000 mm Niederschlag vor. In der Sierra bekommen die Talkessel lediglich 250–500 mm Niederschlag im Jahr, während Höhenlagen oft auf über 2000 mm kommen. Außer in extremen Höhen über 4800 m fällt der Niederschlag praktisch immer als Regen oder Hagel.<ref name="gomez">Nelson Gómez E.: Nuevo Atlas del Ecuador. Edugquias, Quito 2004, ISBN 9978-89-009-2, S. 28.</ref>

Berge, Vulkanismus und Erdbeben

Höchste Gipfel in Ecuador
Gipfel Höhe Gebirge Region Provinz
Chimborazo 6310 m Cordillera Occidental Sierra Provinz ChimborazoDatei:Bandera Provincia Chimborazo.svg Chimborazo
Cotopaxi 5897 m Cordillera Central Sierra Provinz CotopaxiDatei:Bandera Provincia Cotopaxi.svg Cotopaxi
Cayambe 5790 m Cordillera Central Sierra Provinz PichinchaDatei:Bandera Provincia Pichincha.svg Pichincha
Antisana 5758 m Cordillera Central Sierra Provinz NapoDatei:Bandera Provincia Napo.svg Napo
El Altar 5319 m Cordillera Central Sierra Provinz ChimborazoDatei:Bandera Provincia Chimborazo.svg Chimborazo
Iliniza Sur 5263 m Cordillera Occidental Sierra Provinz CotopaxiDatei:Bandera Provincia Cotopaxi.svg Cotopaxi
Sangay 5230 m Cordillera Central Oriente Provinz Morona SantiagoDatei:Bandera Provincia Morona Santiago.svg Morona Santiago
Iliniza Norte 5116 m Cordillera Occidental Sierra Provinz PichinchaDatei:Bandera Provincia Pichincha.svg Pichincha
Tungurahua 5023 m Cordillera Central Sierra Provinz TungurahuaDatei:Bandera Provincia Tungurahua.svg Tungurahua
Carihuairazo 5018 m Cordillera Occidental Sierra Provinz TungurahuaDatei:Bandera Provincia Tungurahua.svg Tungurahua
Reventador 3562 m Cordillera Real Oriente Provinz SucumbíosDatei:Bandera Provincia Sucumbíos.svg Sucumbíos

Die Anden sind durch den Zusammenprall zweier tektonischer Platten entstanden. Die Nazca-Platte schiebt sich von Kolumbien bis nach Patagonien mit etwa neun Zentimeter pro Jahr ostwärts, während die Südamerikanische Platte mit fünf Zentimeter im Jahr nach Westen wandert und sich über die Nazca-Platte schiebt. Die gesamte Andenkordillere ist als Subduktionszone Teil des Pazifischen Feuerrings, deshalb gibt es in Ecuador eine große Zahl aktiver und erloschener Vulkane. Insgesamt wurden 55 Vulkane gezählt, davon werden 18 als aktiv eingestuft.

Der einzige noch aktive Vulkan der Cordillera Occidental ist der 4778 Meter hohe Guagua Pichincha westlich von Quito. Cotopaxi, Tungurahua und Sangay sind die aktiven Vulkane der Cordillera Central. Momentan werden elf Vulkane Ecuadors aktiv überwacht, davon sind der Cotopaxi, der Guagua Pichincha und der Tungurahua als gefährlich eingestuft.

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Aufgrund der Subduktion der Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte gehört Ecuador zu den Ländern mit der größten Erdbebengefahr. Das bisher stärkste Erdbeben ereignete sich im Jahr 1906 und erreichte eine Stärke von 8,3 (nach anderen Angaben sogar 8,8) und forderte rund 1000 Todesopfer. Aufgrund der Subduktionszone wird bei Erdbeben häufig der Meeresboden angehoben, daher besteht auch die Gefahr von Tsunamis. Bei einem landesweit spürbaren Erdbeben in der Nacht zum 17. April 2016 mit der Stärke 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala<ref name="USGS">M7.8 – 27km SSE of Muisne, Ecuador. In: USGS Earthquake Report. 16. April 2016, abgerufen am 17. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> starben mindestens 659 Menschen.<ref name="Beben2016">Ausnahmezustand: Hunderte Tote bei Erdbeben in Ecuador. In: Spiegel Online. 17. April 2016 (spiegel.de [abgerufen am 17. April 2016]).</ref>

Umwelt- und Naturschutz

Datei:Lodge im Cuyabeno Wildtier-Reservat.jpg
Touristen-Lodges in den Regenwald-Schutzgebieten sind ein Milliardengeschäft. Der Naturtourismus kann große Gebiete vor der Zerstörung bewahren, hat jedoch auch etliche schädliche „Nebenwirkungen“ für die Ökologie

Als Land mit großen Flächen tropischen Regenwaldes, durchzogen von den zwei weltweit bedeutenden Biodiversitäts-Hotspots Tumbes-Chocó-Magdalena und Tropical Andes – der im zweit-artenreichsten Megadiversitätszentrum der Erde liegt – und mit einer der höchsten Abholzungsraten<ref>Walderhalt und Entwicklung in der Intag-Region, Ecuador. In: geo.de, abgerufen am 17. September 2014.</ref> steht Ecuador im Fokus globaler Umweltschutzinteressen. Obwohl der politische Wille zum Schutz der Biosphäre durchaus erkennbar ist, fehlt es wie den meisten Ländern des globalen Südens an den finanziellen Mitteln und wirksamen Methoden, solche Ziele effektiv umzusetzen. Daher wurde in der Vergangenheit meist den wirtschaftlichen Interessen der Vorrang gegeben, wenn es zu Konflikten zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Nutzung kam.<ref>Daniel Lingenhöhl: ROHSTOFFE. Die nächsten Öl-Krisen. In: spektrum.de, abgerufen am 17. September 2014.</ref>

So kam es unter anderem zur Ölkatastrophe im nördlichen Amazonastiefland Ecuadors, da insbesondere der Erdölkonzern Texaco (heute Chevron Corporation) keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt traf und weitgehend unbehelligt von staatlichen Organen arbeitete. Es kam zu einer erheblichen Verseuchung von Böden und Gewässern, die bis heute schwere Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der örtlichen Bevölkerung verursachen.

Seit 2000 betreibt Ecuador die Ausbeutung der Bodenschätze in der südöstlichen Regenwald-Provinz Morona-Santiago, in der es trotz riesiger schutzwürdiger Flächen primärer Regenwälder bislang keine größeren Schutzgebiete gibt. Die Eingriffe in die Natur riefen den Widerstand der indigenen Bevölkerungsgruppen hervor, zu nennen ist hier insbesondere die Widerstandsbewegung der Shuar, die 2016 eskalierte.<ref name="Stern">Jan Christoph Wiechmann: Giftpfeile gegen eine Großmacht – ein indigenes Volk in Südamerika legt sich mit China an, Stern vom 10. Januar 2019, abgefragt am 1. April 2019.</ref><ref name="La Jornada">Silvia Ribeiro: Ecuadors Regierung gegen Indigene und Umweltschützer*innen, La Jornada/poonal, Mexiko-Stadt, 7. Januar 2017, in Amnesty Ecuador, Artikelsammlung 2010–2016, S. 1–3 (PDF).</ref> Auf die Klärungsversuche des indigenen Dachverbandes CONFENIAE und der Umweltorganisation Acción Ecológica ging die Regierung nicht ein.<ref name="La Jornada" /> Der Konflikt ist bislang ungelöst; weitere großräumige Eingriffe in den Naturhaushalt sind zu befürchten.

Tier- und Pflanzenwelt

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Ecuador gilt als das artenreichste Land der Erde. Im Verhältnis zur Landesgröße existieren überdurchschnittlich viele Arten. Grund dafür sind die geologischen Gegebenheiten und die Meeresströmungen. Die Anden trennen das Land in verschiedene Faunenzonen. Zusammen mit Kolumbien ist Ecuador das einzige Land in Südamerika, das auch tropischen Regenwald an der Pazifikküste besitzt, die pazifischen Wälder gehören zur Faunenregion des Chocò, dessen Zentrum in Kolumbien liegt. Pflanzen und Tiere im Chocò unterscheiden sich grundlegend von denen der amazonischen Region. So findet sich der große mittelamerikanische oder Bairds-Tapir (bis 300 kg) nur auf der Pazifikseite der Anden. Auch sonst ist Fauna und Flora im Chocò mehr mit Mittelamerika verwandt, weniger mit Amazonien. Bei den Schlangen findet sich z. B. die Greifschwanz-Lanzenotter (Bothriechis schlegelii) nur auf der Pazifikseite. Oberhalb der Wälder findet sich in den Bergen eine spezielle Zone, die sich Páramo nennt. Deren Charakterpflanze sind Riesen-Kreuzkräuter (Espeletia), die lokal „Frailejones“ genannt werden. Diese Pflanze hat einen palmenartigen Wuchs und wird bis zu 4 Meter hoch. Im Páramo kann es schneien und in der Nacht fallen die Temperaturen immer unter null Grad, bei warmem Wetter steigen die Temperaturen tagsüber auf 15 Grad. Es ist die Heimat des seltenen Bergtapirs (Tapirus pinchaque), dessen Weltbestand unter 1000 Individuen gefallen sein soll; er ist damit seltener als der chinesische Pandabär. Der Bergtapir ist das „Flaggschiff“ des Naturschutzes im kontinentalen Ecuador. Daneben finden sich Kondore, Pumas und Brillenbären. Vom Kondor, dem nach dem Albatros zweitgrößten flugfähigen Vogel der Erde, sollen noch an die 100 Exemplare in Ecuador leben. In den tiefen Andentälern und in südlichen Küstenprovinzen findet sich Dornbusch und Trockenvegetation. Typische Tiere dieser Zonen sind Nasenbär, Ozelot und Hirsche. Die Fauna und Flora im Oriente, dem amazonischen Teil Ecuadors, unterscheidet sich nicht grundsätzlich von den Lebewesen in den Urwäldern Perus und Brasiliens. Dort findet sich als dritte Tapirart der Flachland-Tapir. Es sollen noch an die 100 Jaguare existieren, und in den Flüssen finden sich Süßwasser-Delfine. Das seltene Riesen-Gürteltier wird von den indigenen Urwaldbewohnern gejagt, deren Hauptbeute sind allerdings die größeren Affen, wie Brüll- und Klammeraffe.

Die Tierwelt der Galapagos-Inseln ist dagegen artenarm (ein typisches Insel-Phänomen), jedoch ausgesprochen reich an nur dort vorkommenden Arten. Dagegen sind die Individuenzahlen der wenigen Arten hoch. Meerechsen, Landleguane und Riesenschildkröten finden sich auf manchen Inseln in kopfstarken Populationen.

Biosphärenreservate

Die UNESCO hat folgende Gebiete Ecuadors zu Biosphärenreservaten erklärt:

Nationalparks

Datei:Ama la Vida - Flickr - ANDES Laguna de Atillo Parque Nacional Sangay (8226339107).jpg
Sangay-Nationalpark

In Ecuador gibt es 14 Nationalparks:

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Weitere Schutzgebiete

Datei:Pailón del Diablo, Río Verde, Tungurahua.jpg
Die Zugänge zu den zahlreichen Wasserfällen des Landes gehören häufig Privatleuten, die damit ihr Geld verdienen (hier der Pailón del Diablo)

Meeresregion

Küstenregion

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Gebirgsregion

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Amazonasregion

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Verwaltungsgliederung

<imagemap> Bild:Ecuador, administrative divisions - de - colored.svg|mini|500px|Provinzen Ecuadors rect 1073 1238 1515 1640 Galápagos poly 326 195 334 314 375 341 378 325 410 325 439 359 507 383 515 339 539 321 593 326 615 311 650 302 669 317 704 270 729 257 709 234 697 217 724 202 703 182 689 170 720 122 638 64 599 54 Esmeraldas poly 707 123 695 175 757 215 785 240 808 285 874 324 916 239 898 228 909 209 892 200 864 216 814 207 776 171 754 118 Carchi poly 720 193 700 221 727 253 715 269 684 281 678 305 652 318 631 307 600 314 578 336 609 352 703 346 741 347 759 363 798 368 836 365 860 345 866 315 812 281 791 274 774 232 758 207 Imbabura poly 917 245 866 302 850 349 832 369 866 396 904 423 964 420 1028 419 1075 416 1210 526 1274 499 1317 535 1319 501 1487 550 1471 514 1413 455 1386 429 1436 436 1467 423 1433 407 1393 381 1359 369 1308 355 1281 317 1238 301 1216 300 1205 336 1177 341 1136 341 1072 338 1019 328 985 315 949 297 943 251 Sucumbios poly 989 410 1007 477 974 513 942 522 912 504 905 526 936 624 1015 591 1029 611 1052 638 1071 670 1109 674 1186 643 1190 702 1408 764 1459 613 1486 638 1489 613 1461 547 1319 501 1314 539 1285 512 1274 499 1206 508 1195 516 1076 419 Orellana poly 918 509 959 512 977 506 992 483 998 451 991 420 986 420 971 430 958 426 943 411 932 412 914 420 885 418 875 410 867 393 791 438 768 477 758 539 736 568 735 622 740 634 750 648 751 667 793 665 803 692 1053 640 1047 615 1027 609 1021 589 1032 571 1016 572 1012 592 999 602 961 620 935 623 931 619 941 588 942 563 Napo poly 516 336 507 386 565 401 562 421 611 421 636 436 649 456 650 469 607 472 608 495 635 539 660 546 678 554 704 543 723 553 758 554 786 511 792 462 796 439 829 431 846 418 854 401 856 381 832 362 811 358 796 364 761 357 737 345 702 340 668 341 619 341 585 338 558 332 543 330 Pichincha poly 558 405 524 400 504 389 478 373 441 374 444 394 471 425 490 437 493 445 493 468 487 490 487 503 487 517 486 529 512 528 510 535 514 550 522 553 534 543 574 524 584 508 591 485 604 471 621 475 648 481 649 469 646 455 631 437 623 433 588 419 571 411 552 402 538 393 Santo Domingo de los Tsáchilas poly 130 629 132 688 87 695 127 746 157 783 169 802 201 793 224 838 244 856 250 856 292 816 321 789 371 684 426 608 457 512 481 510 494 451 479 429 451 409 445 394 445 366 422 342 418 318 379 323 366 331 359 328 347 319 301 354 225 452 209 535 198 586 Manabí poly 603 480 569 527 511 633 524 686 577 681 612 684 639 667 674 664 695 662 703 646 719 646 731 633 739 596 733 554 708 541 701 541 685 551 670 553 646 528 632 513 614 492 Cotopaxi poly 622 679 607 721 617 744 668 741 711 747 727 755 760 757 785 738 794 714 793 689 769 667 758 673 753 653 746 632 731 647 700 656 679 665 650 669 Tungurahua poly 522 683 501 708 527 719 515 734 521 759 527 776 519 783 528 815 538 848 540 875 540 900 547 907 561 917 563 921 574 912 579 854 587 816 608 809 627 798 625 762 618 738 607 710 621 697 620 689 609 686 582 678 562 671 Bolívar poly 486 529 445 597 477 599 467 640 400 720 405 809 447 861 497 895 531 902 542 895 532 836 533 798 502 791 507 778 530 775 528 760 507 744 506 742 531 720 524 712 503 707 495 705 508 683 510 680 511 651 513 622 542 586 553 561 562 540 566 529 557 529 532 544 519 562 516 552 504 529 Los Ríos poly 255 860 255 812 300 804 320 795 300 765 317 739 334 709 356 688 371 670 392 639 406 624 426 613 449 611 453 603 470 599 466 629 466 648 443 656 434 666 417 688 414 702 400 725 395 748 392 765 391 792 410 809 424 829 444 856 454 867 477 879 514 889 554 900 557 903 559 906 540 912 524 919 545 936 555 945 547 952 524 953 508 953 497 954 494 957 489 974 477 987 471 999 503 1007 505 1016 491 1029 470 1044 471 1067 471 1086 465 1097 437 1110 422 1118 399 1121 388 1121 384 1100 409 1054 402 1037 384 1049 370 1076 353 1093 334 1127 310 1130 280 1124 276 1120 279 1093 279 1066 278 1054 264 1043 252 1031 223 1015 223 1004 241 986 267 961 289 953 297 938 297 920 297 901 284 874 264 857 Guayas poly 469 1000 497 950 527 984 557 934 594 964 620 974 650 977 695 1006 698 1018 656 1031 638 1043 637 1065 626 1077 611 1074 599 1056 580 1039 560 1045 541 1047 536 1016 533 1002 516 1011 Cañar poly 661 751 645 740 624 752 618 773 622 793 625 805 611 819 588 826 585 861 583 893 561 924 536 920 554 931 567 943 585 955 602 969 627 970 645 968 657 978 668 986 685 996 697 1006 707 1008 710 991 707 973 704 961 696 935 708 916 718 896 723 875 727 850 727 830 724 813 728 796 740 787 743 773 731 746 716 742 699 746 678 752 642 736 642 735 Chimborazo poly 801 691 792 742 819 794 848 790 868 854 916 891 1007 925 1042 964 1069 1001 1154 1012 1295 906 1401 765 1382 744 1358 730 1294 703 1239 697 1229 704 1182 681 1174 678 1174 652 1144 656 1126 660 1109 663 1096 667 1066 651 1036 634 1018 635 993 644 968 652 907 666 884 675 Pastaza poly 820 790 795 737 753 753 733 796 724 812 730 841 730 866 722 877 713 904 712 931 702 941 696 963 714 982 716 991 705 1004 696 1012 702 1021 718 1019 730 1029 718 1040 684 1055 681 1070 681 1111 675 1128 665 1148 613 1179 609 1194 619 1216 624 1231 638 1248 656 1239 704 1234 726 1232 737 1231 745 1208 769 1214 773 1225 788 1229 793 1224 783 1203 812 1164 827 1147 848 1124 895 1101 1153 1014 1132 1008 1107 1009 1080 997 1059 984 1054 970 1023 944 979 918 929 886 909 879 881 863 868 854 856 836 845 792 817 792 Morona Santiago poly 426 1108 416 1129 450 1157 442 1186 467 1186 506 1187 521 1201 523 1219 544 1215 566 1262 575 1246 578 1203 607 1197 612 1173 646 1163 660 1136 673 1114 683 1083 700 1051 721 1029 723 1014 694 1021 665 1031 640 1045 634 1061 626 1068 596 1068 572 1043 543 1039 532 1039 532 1025 524 1005 506 1014 501 1021 486 1022 474 1034 465 1051 Azuay poly 145 809 199 800 239 856 283 886 301 909 301 942 280 965 252 986 239 999 218 1007 197 994 167 976 98 944 102 903 130 891 158 901 168 883 Santa Elena poly 383 1122 353 1123 341 1157 296 1175 269 1193 280 1207 304 1208 300 1243 325 1319 373 1301 412 1309 444 1290 472 1302 495 1276 499 1260 489 1248 477 1254 461 1246 480 1232 484 1193 476 1179 447 1183 442 1183 439 1173 446 1152 437 1138 413 1126 395 1124 380 1124 El Oro poly 285 1345 248 1343 247 1382 272 1394 239 1453 269 1471 324 1425 368 1445 408 1468 439 1463 468 1473 495 1525 507 1466 550 1458 566 1418 557 1373 551 1326 548 1269 561 1254 541 1211 522 1226 506 1182 474 1200 472 1251 492 1245 503 1264 502 1286 493 1296 478 1304 454 1301 417 1310 357 1314 337 1314 Loja poly 489 1514 510 1481 508 1465 543 1465 563 1428 561 1393 555 1381 553 1361 560 1320 544 1283 561 1261 571 1253 576 1202 610 1197 622 1229 641 1237 662 1237 697 1235 734 1228 741 1237 730 1303 706 1331 700 1370 697 1396 697 1403 689 1409 684 1415 681 1429 681 1453 676 1481 659 1498 622 1512 615 1525 599 1560 590 1577 574 1580 538 1576 522 1573 Zamora Chinchipe poly 583 8 581 26 633 45 638 73 727 123 752 105 774 141 805 181 838 203 864 213 897 191 910 208 927 235 962 248 972 258 991 283 997 290 999 298 1066 307 1155 338 1192 332 1208 289 1262 293 1313 322 1360 354 1398 367 1416 385 1446 407 1475 408 1491 402 1532 422 1532 1 Kolumbien poly 273 1201 286 1220 295 1254 300 1300 302 1315 296 1328 272 1331 239 1341 213 1390 248 1462 279 1488 336 1437 380 1464 437 1469 459 1486 470 1516 494 1550 554 1600 582 1589 659 1554 648 1530 718 1453 756 1308 761 1239 808 1252 819 1225 829 1177 874 1138 953 1100 1041 1075 1169 1032 1302 902 1398 788 1458 676 1459 649 1516 640 1509 600 1492 561 1489 519 1453 482 1422 447 1470 449 1487 423 1532 434 1532 1651 92 1650 76 1629 83 1606 104 1600 50 1503 61 1413 159 1297 Peru </imagemap>

Zur Verwaltung des Staates gibt es eine Aufteilung in

Ecuador besteht aus 24 Provinzen:

Amazonien (Oriente)

Vorlage:Tabellenstile Vorlage:Tabelle Provinz in Ecuador

Andenhochland (Sierra)

Vorlage:Tabelle Provinz in Ecuador

Küste (Costa)

Vorlage:Tabelle Provinz in Ecuador

Städte

Datei:Stadtbild-Baños.jpg
Typisches Stadtbild in der Sierra: Viele Häuser sind nur zum Teil verputzt beziehungsweise seit Jahren in einem unfertigen Zustand

Im Jahr 2023 lebten 65 Prozent der Einwohner Ecuadors in Städten.<ref name="BevStadt">Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die beiden mit Abstand größten Agglomerationen in Ecuador sind Guayaquil mit einer Einwohnerzahl von 3,3 Millionen und die Hauptstadt Quito mit einer Bevölkerung von 1,9 Millionen.<ref name="s2005">Stand 1. Januar 2005</ref> Damit konzentrieren sich 34 Prozent der Menschen des Landes in beiden Städten. Guayaquil ist das traditionelle Wirtschaftszentrum des Landes und besitzt den größten Hafen Ecuadors. Santo Domingo ist die am schnellsten wachsende Stadt des Landes.

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Bevölkerung

Demografie

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Ecuador hatte 2022 18,0 Millionen Einwohner<ref>Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und gehört damit zu den mittelgroßen Staaten Südamerikas. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,1 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 16,6 pro 1000 Einwohner<ref>Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> vs. Sterbeziffer: 4,9 pro 1000 Einwohner<ref>Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,0, die der Region Lateinamerika und die Karibik betrug 1,8.<ref name="Gebrat">Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Ecuadors ab der Geburt lag 2022 bei 77,9 Jahren<ref name="LebErw">Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Frauen: 80,5<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 75,3<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 27,6 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 – Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2023 waren 25,3 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,<ref>Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> während der Anteil der über 64-Jährigen 8,1 Prozent der Bevölkerung betrug.<ref>Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 54,4 Einwohner pro km², damit hat Ecuador die höchste Bevölkerungsdichte Südamerikas – mehr als Kolumbien, doppelt so viel wie Peru und sechsmal so viel wie Bolivien.<ref name="CIA_ECU_2022" /> Allerdings macht die ungleiche Verteilung und die starke Urbanisierung diese Angabe relativ bedeutungslos: Im Oriente beträgt die Bevölkerungsdichte lediglich 4 Einwohner pro km². Das Bevölkerungswachstum ist in den letzten Jahrzehnten von etwa drei Prozent pro Jahr – einem der höchsten Werte Lateinamerikas – auf 1,5 Prozent zurückgegangen, immer noch einer der höchsten Raten Südamerikas.<ref name="CIA_ECU_2022" />

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die seit den 1880er Jahren andauernde Bevölkerungswanderung von Sierra zu Costa von einem zweiten Phänomen überlagert: der Wanderung aus ländlichen Gegenden in urbane Zentren. So ging der Bevölkerungsanteil der Sierra-Provinzen an der Gesamtbevölkerung seit 1950 von 58 % auf 38 % zurück, der Bevölkerungsanteil Pichinchas (dessen Hauptstadt Quito ist) stieg dagegen von 12 % auf 17 % an. Der Bevölkerungsanteil der Costa-Provinzen stieg von 40 % auf 51 % an, aber für den Anstieg war alleine Guayas (mit Guayaquil) verantwortlich, dessen Anteil von 18 % auf 31 % hochschnellte; die anderen Costa-Provinzen verloren relativ an Bevölkerung. Trotz der rapiden Verstädterung ist die Urbanisierung Ecuadors mit 61 % eine der niedrigsten Südamerikas, nur Paraguay und Guayana sind weniger verstädtert.<ref name="CIA_ECU_2022" />

Bevölkerungsentwicklung<ref name="WorldPopulationProspects" />
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1950 3.470.000 1990 10.218.000
1960 4.546.000 2000 12.629.000
1970 6.073.000 2010 14.935.000
1980 7.976.000 2020<ref>Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2021, abgerufen am 28. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 17.643.000
2022<ref name="census2022" /> 16.938.986

Bevölkerungsstruktur

<templatestyles src="Vorlage:Galerie/styles.css" />

In Ecuador leben sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, aber es ist schwierig, die jeweilige Größe anzugeben. Wie in den anderen Andenstaaten, ist der Anteil der indigenen Bevölkerung sehr hoch. Das lässt sich zum einen durch die dichte Besiedlung durch indigene Bevölkerungen unter der Herrschaft der Inka erklären. Andererseits wanderten nach Ecuador nur Spanier, aber kaum andere Europäer ein – anders als etwa in Argentinien, Uruguay, Brasilien oder Chile.

Die verwendeten Kategorien „indigene Bevölkerung“, „Mestizen“ und „europäischstämmige Bevölkerung“ sind kaum statistisch abgrenzbar, da die Statistiken auf der Selbstidentifikation der Befragten beruhen. Zwischen indigener Bevölkerung und Mestizen, also gemeinsame Nachkommen indigener und aus Europa stammender Menschen, sind die Grenzen fließend, da kulturelle Identifikation hier vielfach eine ebenso bedeutende Rolle spielt, wie biologische Abstammung. Dasselbe gilt für die Abgrenzung der Mestizen von der europäischstämmigen Bevölkerung.

Laut dem Zensus von 2022 sind 7,7 % der Bevölkerung Indígenas (die Mehrzahl gehört zu den Kichwa-Gruppen der Anden und des Oriente), 77,5 % Mestizen, 2,2 % europäischer Abstammung, 4,8 % Afroecuadorianer und 7,7 % Montubio (Küstenvolk gemischter Abstammung).<ref name="census2022" /> Bei der Volkszählung 2001 bezeichneten sich noch 10,4 % der Bevölkerung als „weiß“. Nach Angaben der Indígena-Organisation CONAIE beträgt der Anteil der Indígenas bis zu 50 %.<ref name="Chancoso">siehe etwa die Äußerung von Blanca Chancoso, Direktorin der Schule für die Ausbildung von weiblichen Anführern der CONAIE in <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Actualidad Étnica vom 25. September 2007 (Memento vom 30. April 2008 im Internet Archive) (spanisch).</ref>

Eine genetische Studie von 2019 ergab 59,6 % indigenes, 28,8 % europäisches und 11,6 % afrikanisches Erbgut.<ref>Zambrano, A., Gaviria, A., Cobos-Navarrete, S. et al.: The three-hybrid genetic composition of an Ecuadorian population using AIMs-InDels compared with autosomes, mitochondrial DNA and Y chromosome data. In: Sci Rep 9, 9247 (2019). doi:10.1038/s41598-019-45723-w.</ref>

Im Yasuní-Nationalpark existieren mindestens drei Gruppen in freiwilliger Isolation. Sie werden Tagaeri-Taromenane genannt und gehören kulturell und sprachlich zu den Waorani.

In Ecuador lebt eine große Gemeinde mit christlich-libanesischem Migrationshintergrund, die aus Zuwanderungen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts resultiert. Das Land hatte mit Abdalá Bucaram und Jamil Mahuad bereits zwei Staatspräsidenten libanesischer Abstammung.<ref>K. J. A. Wishnia: Twentieth-century Ecuadorian Narrative: New Readings in the Context of the Americas. Bucknell University Press, Lewisburg (PA) 1999, ISBN 0-8387-5432-5, S. 86, 87.</ref><ref>vgl. Lois Roberts: The Lebanese In Ecuador: A History Of Emerging Leadership. Westview Press, Boulder (CO) 2000, ISBN 0-8133-3718-6.</ref>

Im Jahre 2017 waren 2,4 % der Bevölkerung Ausländer. Die größten Gruppen waren Personen aus Kolumbien (200.000), den Vereinigten Staaten (30.000), Peru und Chile (jeweils 10.000). Aufgrund des angenehmen Klimas und der niedrigen Lebenshaltungskosten wählen viele US-amerikanische und kanadische Rentner Ecuador als ihren Altersruhesitz. Ecuador ist nach wie vor ein Auswanderungsland, jedoch hat sich der Migrantenanteil seit dem Jahre 2000 verdoppelt<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990-2017. In: Pew Research Center’s Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).</ref> und hat in den letzten Jahren durch ca. 800.000 Flüchtlinge aus Venezuela weiter zugenommen.

Sprachen

Landesweite Amtssprache ist Spanisch. Sie wird laut Volkszählung 2022 von 98,7 % der Einwohner gesprochen.<ref name="census2022" /> 3,9 % der Bevölkerung beherrschen (mindestens) eine indigene Sprache (Mehrfachnennungen waren möglich). Von diesen hat Kichwa die größte Bedeutung, vor allem in der Sierra. Kichwa ist eine Gruppe regionaler Mundarten des Quechua, der Lingua franca der Inkas, die diese nach der Eroberung der Region im 15. Jahrhundert einführten. Daneben werden in der nördlichen Costa und im Oriente auch noch einige lokale indigene Sprachen und Dialekte gesprochen. Von diesen ist das im südlichen Oriente gesprochene Shuar mit etwa 100.000 Sprechern am weitesten verbreitet. Des Weiteren werden auch einige Barbacoa-Sprachen gesprochen, doch erreicht keine weitere indigene Sprache die Zahl von 5000 Sprechern. In Ecuador werden insgesamt 23 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Religion

72,3 % der Bevölkerung gibt römisch-katholisch als Glaubensrichtung an. Daneben gibt es auch eine protestantische Minderheit. Unter Teilen der Urbevölkerung haben sich auch traditionelle indianische Religionen erhalten. Die Vorherrschaft der römisch-katholischen Kirche in Ecuador als Staatskirche wurde durch das Religionsgesetz von 1907 aufgehoben, seither sind alle Religionen rechtlich gleichgestellt. Die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat regelt der Modus Vivendi von 1937.

Bildung

Datei:Shuar Grundschule.jpg
Obwohl auch entlegene indigene Dörfer (hier: Grundschüler der Shuar) über Schulen verfügen, sind die Bildungschancen für die Uramerikaner deutlich schlechter als für die übrigen Ecuadorianer

Es ist allgemein üblich, dass Kinder im entsprechenden Alter die Grundschule besuchen. Jedoch schließt sich für viele Kinder keine weitere Schulbildung an. Es gibt staatliche und private Schulen. In den letzten drei Schuljahren müssen sich die Schüler für einen Bildungszweig entscheiden. Die üblichen Zweige sind Mathematik, Physik, Chemie und Buchhaltung. Kinderarbeit ist verbreitet. Die Bildungsausgaben der Regierung machen nur einen geringen Teil des Bruttonationaleinkommens aus.<ref name="edu">The Issues. In: Education for Ecuador. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2011; abgerufen am 10. März 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ecuador hat zahlreiche Universitäten, jede größere Stadt hat in der Regel eine. 2015 konnten 94,5 % der erwachsenen Bevölkerung Lesen und Schreiben.<ref>The World Factbook. Central Intelligence Agency, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. November 2016; abgerufen am 18. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 8,3 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2018 praktizierten in Ecuador 23,5 Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 12,2 pro 1000 Lebendgeburten.<ref>Mortality rate, under-5 (per 1,000 live births). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Ecuadors ab der Geburt lag 2022 bei 77,9 Jahren<ref name="LebErw" /> (Frauen: 80,5<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 75,3<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Von 2000 bis 2022 stieg die Lebenserwartung von 72,8 Jahren um 6,9 % an.<ref name="LebErw" /> Dies schließt einen durch die Covid-19-Pandemie indizierten Rückgang von 2019 auf 2020 um 6,7 % mit ein.<ref name="LebErw" />

Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser.<ref name="fightingdiseases.org">Ecuador. fightingdiseases.org, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Oktober 2007; abgerufen am 13. März 2016.</ref> 2007 gab es in dem Land 686 Malaria-Fälle pro 100.000 Einwohner.<ref name="fightingdiseases.org" />

Wie alle Länder im Norden Südamerikas, ist auch Ecuador von der Ausbreitung des Zika-Virus betroffen – wenn auch bisher in weit geringerem Ausmaß als beispielsweise Brasilien oder Kolumbien. Ende März 2016 gab es offiziell 84 registrierte Fälle – hauptsächlich in den tiefergelegenen Regionen des Landes.<ref>Cinco embarazadas entre los 84 contagiados por el virus del Zika en Ecuador. In: El Comercio. 24. März 2016. Abgerufen am 30. März 2016 (spanisch).</ref>

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Geschichte

Datei:Ecuador ingapirca inca ruins.jpg
Inka-Ruinen in Ingapirca

Im Gebiet Ecuadors bestanden vor der Kolonialisierung mehrere indigene Kulturen. Erst Ende des 15. Jahrhunderts eroberten die Inka das gesamte Land, wurden aber bereits Anfang des 16. Jahrhunderts wiederum von den Spaniern unterworfen. Während der Kolonialzeit nahm die Real Audiencia de Quito das heutige Gebiet Ecuadors ein. Das Land erkämpfte sich unter Simón Bolívar und Antonio José de Sucre 1821 die Unabhängigkeit von Spanien und gehörte bis 1830 zu Großkolumbien. Sein weiterer eigenständiger geschichtlicher Weg war durch hohe politische und territoriale Instabilität gekennzeichnet. Die unablässige Abfolge zahlreicher Putsche und Staatsstreiche reicht bis in die heutige Zeit. Im 19. Jahrhundert kam es immer wieder zu kürzeren Bürgerkriegsepisoden, eine Entwicklung, die nach der Mitte des Jahrhunderts in der Zeit der Regierung Gabriel García Morenos für einige Jahre unterbrochen werden konnte. In der Gegenreaktion gelang es Eloy Alfaro am Ende des Jahrhunderts, eine erste radikalliberale Regierung zu etablieren.

Politik

Politisches System

Datei:Quito PalaciodeGobierno.JPG
Präsidentenpalast in Quito

Ecuador ist eine Präsidialrepublik mit repräsentativer Demokratie und Mehrparteiensystem. Der Präsident und das Parlament, die Asamblea Nacional (‚Nationalversammlung‘) mit 137 Sitzen, werden am selben Tag direkt gewählt. Der Präsident ist Staatsoberhaupt und Regierungschef und damit Chef der Exekutive. Die Legislative wird von Regierung und Nationalversammlung gemeinsam ausgeübt. Die Unabhängigkeit der Judikative von den anderen beiden Bereichen der Staatsgewalt ist in der Verfassung garantiert.

Bei der vorgezogenen Wahl 2023 wurde der 35-jährige Daniel Noboa zum Präsidenten gewählt.<ref name="P2023">Noboa wird jüngster Präsident. In: tagesschau.de. 16. Oktober 2023, abgerufen am 16. Oktober 2023.</ref>

Das politische System Ecuadors ist zentralisiert, da die politische Macht hauptsächlich beim Präsidenten und damit in der Hauptstadt Quito liegt, wenngleich in den vergangenen Jahren Dezentralisierungsbemühungen unternommen wurden. Das Staatswesen ist auf den Präsidenten zugeschnitten, der einen Gouverneur für jede Provinz und auf der nächsten Ebene ein „politisches Oberhaupt“ für jeden ecuadorianischen Kanton ernennt. Die Bevölkerung der Provinzen selbst wählt einen Präfekten, der in erster Linie für Infrastrukturmaßnahmen in den ländlichen Gebieten zuständig ist und dort in etwa die Funktionen eines übergeordneten Bürgermeisters hat, sowie Provinzial- und Kantonalparlamente. In Städten werden Bürgermeister gewählt. Im Zuge der Dezentralisierung wurden Parroquiales (Gemeinderäte) eingeführt, die ebenfalls regulär gewählt werden und auf unterster Ebene in Städten und auf dem Land an politischen Entscheidungen mitwirken. Neben den Gemeinderäten gibt es Nachbarschaftsvertretungen.

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Verfassung von 2008

Im Juli 2008 wurde der von der Verfassunggebenden Versammlung Ecuadors 2007/08 erarbeitete Text am 28. September 2008 in einer Volksabstimmung von etwa 63 % der Wähler angenommen.<ref>Verfassunggebende Versammlung beschließt Text des neuen Grundgesetzes. In: redglobe.de, 25. Juli 2008.</ref><ref>Ecuador erhält eine neue Verfassung. In: baz online, 29. September 2008.</ref> Am 20. Oktober 2008 trat die neue Verfassung in Kraft. Es ist bereits die 20. in der 178-jährigen Geschichte des Landes.

Die neue Verfassung beinhaltet wesentliche verfassungsrechtliche Neuerungen. Sie beruft sich auf die in der indigenen Kultur begründeten Leitbilder Pachamama („Mutter Erde“) und Sumak kawsay („gutes Leben“, span. „buen vivir“).<ref>Alberto Acosta: Das „Buen Vivir“ als Möglichkeit eines Verfassungsstaates. (PDF) In: juridikum 4/2009. April 2009, S. 219–223, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Oktober 2012; abgerufen am 3. Februar 2010.</ref> Die Wirtschaftsform soll sozial und solidarisch (vorher: sozial und marktwirtschaftlich) sowie einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet sein. Die neue Verfassung schreibt soziale Grundrechte auf Ernährung, Gesundheit und Bildung sowie eine staatliche Souveränität über „strategische Ressourcen“ fest. Neben der traditionellen Gewaltenteilung sieht sie Bürgerräte als „Vierte Gewalt“ im Staate vor. Als verfassungsgeschichtliches Novum wird die Natur als Rechtssubjekt definiert.<ref>Eduardo Gudynas: Politische Ökologie: Natur in den Verfassungen von Bolivien und Ecuador. (PDF; 435 kB) In: juridikum 4/2009. April 2009, S. 214–218, abgerufen am 24. Januar 2010.</ref> Außerdem werden indigene Kulturen stärker anerkannt und das Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit wird ausgedehnt.<ref>Michael Langer: Eine neue Verfassung für Ecuador? Eine Analyse des Verfassungsentwurfs. (PDF; 180 kB) In: Kurzberichte der Friedrich-Ebert-Stiftung. 25. September 2008, abgerufen am 24. Januar 2010.</ref>

Schon in der Verfassung von 1929 wurden die Frauen zu Staatsbürgern erklärt und damit ein Frauenwahlrecht eingeführt.<ref>María Victoria Juárez, Xiomara Navas: Ecuador. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Handbuch der Wahldaten Lateinamerikas und der Karibik (= Politische Organisation und Repräsentation in Amerika. Band 1). Leske + Budrich, Opladen 1993, ISBN 3-8100-1028-6, S. 289–320, S. 292.</ref> Ecuador gestand Frauen als erstes lateinamerikanisches Land ein beschränktes Wahlrecht zu, aber erst 1946 durften alle Frauen wählen.<ref>June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women’s Suffrage. ABC-CLIO Inc., Santa Barbara, Denver, Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 168.</ref> Ab 1967 herrschte für alle Wahlpflicht und die Bedingungen waren erstmals für beide Geschlechter gleich.<ref>Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 116.</ref> Voraussetzung für die Ausübung des Wahlrechts war, dass man lesen und schreiben konnte.<ref name="ipu-213382" /> 1925 ging mit Matilde Hidalgo zum ersten Mal eine Ecuadorianerin zur Wahl und wurde damit zur ersten Wählerin des Kontinents.<ref>Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 315–316</ref>

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 68 von 120 90 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 5,24 von 10 85 von 167 Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 6. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 65 von 100 Freiheitsstatus: teilweise frei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2025, abgerufen am 16. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 53,8 von 100 94 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025<ref name="RangPres">Rangliste der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen, 2025, abgerufen am 16. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 32 von 100 121 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 6. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Innenpolitik

In der Praxis weist die politische Machtstruktur auf nationaler Ebene deutliche Elemente einer Konkordanzdemokratie auf: Die politische Macht im Lande muss ständig zwischen den beiden bedeutenden Großregionen Costa und Sierra mit ihren Zentren Guayaquil und Quito austariert werden. Bei Präsidentschaftswahlen nominieren alle Parteien, die sich Chancen auf den Wahlsieg ausrechnen, ein Gespann aus Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidat, von denen jeweils einer aus der einen und einer aus der anderen Großregion stammt. Der Einfluss der politischen Parteien ist jeweils ebenfalls weitgehend auf je eine Region beschränkt: Der christlich-soziale Partido Social Cristiano (PSC) und der populistische Partido Roldosista Ecuatoriano (PRE) sind die dominierenden Parteien in der Küstenregion. In der Andenregion dominierten die sozialdemokratische Izquierda Democrática (ID) und Pachakutik, die politische Bewegung der Indianerorganisation CONAIE. Nach den Wahlen von 2006 bildeten zwei erst 2002 gegründete Parteien, der PRIAN des schwerreichen Unternehmers Álvaro Noboa und der Partido Sociedad Patriótica des 2005 entmachteten Präsidenten Lucio Gutiérrez die stärksten politischen Blöcke im Nationalkongress.

Die „klassischen“ Parteien PSC, PRE, ID waren wie die beiden aufstrebenden stark auf ihren jeweiligen Ex-Präsidenten León Febres Cordero, Abdalá Bucaram und Rodrigo Borja bzw. Noboa und Lucio Gutiérrez zentriert. Ein Sonderfall im ecuadorianischen Parteiengefüge ist Pachakutik, das vor allem in den ländlich geprägten Provinzen mit hohem Anteil indigener Bevölkerung gewählt wird und bestrebt ist, im Sinne der Organisation indigener Dorfgemeinschaften das Macht- und Entscheidungsvolumen einzelner Personen zugunsten der Allgemeinheit in der Partei zu beschneiden. Neben den genannten Parteien gibt es eine Vielzahl weiterer politischer Vereinigungen sowie die erst 2006 gebildete Bewegung des Präsidenten von 2006 bis 2017, Rafael Correa, des Movimiento PAÍS. Nachfolger Correas wurde 2017 mit knapper Mehrheit dessen Wunschkandidat Lenin Moreno. Moreno verzichtete auf eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2021, gewählt wurde Guillermo Lasso, während gleichzeitig die zuvor stärkste Partei Movimiento PAÍS von Correa und Moreno aus dem Parlament verschwand.

Das politische Leben auf nationaler Ebene ist von starker Instabilität geprägt, im Nationalkongress bilden sich selten stabile Koalitionen, Gesetze werden vielfach nach ausgiebigen Verhandlungen zwischen einzelnen Regierungs- und Oppositionsparteien verabschiedet. Die Parteien und Parlamente genießen in Ecuador aufgrund der häufig notwendigen Zugeständnisse und ständigen Verhandlungen zwischen den Parteien und einzelnen Abgeordneten ein relativ geringes Ansehen, da es häufig zu „Paketlösungen“ unter Verdacht individueller Bereicherung und zu öffentlichen Diffamierungen kommt.

Das Wahlrecht hatte 2003 auch dazu geführt, dass Ex-Präsident Lucio Gutiérrez für eine Partei ins Amt gewählt wurde, die neu gegründet war und weder Erfahrung in der Parlamentsarbeit noch eine bedeutende Repräsentanz im Parlament hatte, was das politische Leben zusätzlich destabilisierte und letztlich zu Gutiérrez’ Sturz nur zwei Jahre später beitrug. Auch sein Nachfolger, der ehemalige Vizepräsident Alfredo Palacio, hatte keine gefestigte eigene Parlamentsmehrheit. Dessen Nachfolger, der im November 2006 gewählte Präsident Rafael Correa, gewann gar die Wahlen, ohne dass ihn seine politische Bewegung PAÍS als Kandidaten bei den Parlamentswahlen aufgestellt hatte.

Das ecuadorianische Militär hat ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Politik, zum einen durch die Präsenz ehemaliger Militärs in Führungspositionen, zum anderen dadurch, dass es dem regierenden Präsidenten bei Protesten und Aufständen die Unterstützung entziehen kann, wie es in den Fällen der gestürzten Jamil Mahuad (2000) und Lucio Gutiérrez (2005) geschehen ist.

Kriminalität

Lange Zeit war Ecuador eines der friedlichsten Länder in Südamerika.<ref>SRF Nachrichten Heute Morgen, 22. April 2024</ref><ref>How Ecuador became Latin America’s deadliest country, The Economist, 10. Januar 2024; "In 2019 it was one of the safest countries in Latin America"</ref>

Ab 2020 eskalierten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden zur Kontrolle über Drogenrouten sowie Anschläge durch Drogenbanden.<ref name="NZZJan24" /> Im Jahr 2023 erreichte Ecuador aufgrund der aktiven Drogenkartelle, die Ecuador als Transitland benutzten, eine Welle der Gewalt. Seine Lage an den Grenzen von Kolumbien, Peru und Bolivien, den drei Ländern, die praktisch für die gesamte weltweite Produktion von Kokain verantwortlich sind, machte Ecuador zu einer idealen Transitroute für den Drogenhandel. Die Einführung des US-Dollars bei der Reform des ecuadorianischen Finanzsystems im Jahre 2000 vereinfachte es der kolumbianischen Drogenmafia, ihre illegalen Einnahmen zu waschen.<ref>How Ecuador went from an ‘island of peace’ to one of the world’s most violent countrie, The Conversation, 18. Januar 2024</ref> Armut und Korruption machen es für die Drogenmafia einfacher, in das Land einzudringen und ihre Aktivitäten zu verbergen. Die ecuadorianischen Sicherheitskräfte waren schlecht ausgerüstet und unterfinanziert.<ref name="SRFJuni23" /> Zwischen 2016 und 2022 vervierfachte sich die Mordrate. Die konservativen Regierungen Ecuadors unter Guillermo Lasso ab 2021 und Daniel Noboa versuchten mit zusätzlichen Sicherheitskräften und verschärften Gesetzen, die Kriminalität und Gewaltbereitschaft zu bekämpfen, die oft auch unbeteiligte Personen traf.<ref name="Correa2009">US troops will return to Ecuador, decades after removal by Correa, peoplesdispatch.org, 20. Februar 2024</ref> 2023 schließlich war die Mordrate in Ecuador mit 45 pro 100.000 Einwohner die höchste in Lateinamerika.<ref>Ecuador: en menos de dos semanas, las muertes violentas bajaron de 28 a 6 por día infobae.com, 22. Januar 2024, abgerufen am 22. April 2024 (spanisch)</ref><ref name="SRFJuni23">Präsidentenwahl in Ecuador: Intakte Chancen für Jan Topic. In: Rendez-Vous-Am-Mittag, SRF, 28. Juni 2023</ref><ref>Jan Topic, el "Bukele ecuatoriano" que aspira a la presidencia. In: Swissinfo, 27. Juni 2023</ref> Nach einer Umfrage der Gallup Organisation waren Anfang 2024 47 % der Bevölkerung Opfer eines Überfalls oder Raubes.<ref>Ecuador con mayor número de víctimas de robo y asalto en la región elpais.cr, 23. Februar 2024, abgerufen am 21. April 2024 (spanisch)</ref>

Aufgrund der sich verschlechternden allgemeinen Sicherheitslage wurde am 8. Januar 2024 der Ausnahmezustand für 60 Tage im gesamten Land ausgerufen. Das Zentrum der kriminellen Aktivitäten lag in der Stadt, den Häfen und dem Umland von Guayaquil.<ref name="NZZJan24">Thomas Milz: Kriegserklärung der Drogenmafia in Ecuador: Nach Bombenanschlägen auf Polizisten verhängt Präsident Lasso den Ausnahmezustand. In: Neue Zürcher Zeitung. NZZ, Zürich 22. November 2022, S. 6 ISSN=0376–6829.</ref><ref>Alexander Busch: Im Hafen von Guayaquil beginnt die Reise des Kokain. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 20. NZZ, Zürich 25. Januar 2024, S. 5 ISSN=0376–6829.</ref>

Siehe auch: Kriminalität in Guayaquil

Von Januar 2023 bis April 2024 wurden 14 Politiker erschossen.<ref>Ecuador: Asesinan a tres alcaldes en 30 días y a 14 políticos en 16 meses expreso.ec, 19. April 2024, abgerufen am 21. April 2024 (spanisch)</ref> Im Februar 2024 vereinbarte die Regierung Noboa mit den USA die Rückkehr von amerikanischen Truppen, welche bis 2009 im Land stationiert waren, bevor sie unter Präsident Correa das Land verlassen mussten.<ref name="Correa2009" /> Im April 2024 stimmte die Stimmbevölkerung Ecuadors in neun von elf Punkten einer Verfassungsänderung zu, welche der Regierung mehr Möglichkeiten zur Bekämpfung der Drogenbanden gab.<ref name="StromKolumbien">Kampf gegen Drogenbanden in Ecuador: Mehrheit für Verfassungsänderung, SRF News, 22. April 2024</ref>

Entwicklung der Sicherheit von Touristen

Wie weltweit üblich, kam es insbesondere in den Großstädten an von Touristen stark frequentierten Orten zu Kleinkriminalität (Taschendiebstähle). Von der Jahrtausendwende bis in die 2010er-Jahre war ein Anstieg teils gewalttätiger Kleinkriminalität im ganzen Land zu beobachten, ab 2020 insbesondere in Esmeraldas-Stadt, in der Stadt und Provinz Santo Domingo, Quevedo, Quinsaloma und Pueblo Viejo und Guayaquíl. Die Täter wenden dabei die üblichen Tricks an, wie Ablenkung, falsche Polizisten, Verabreichung von Drogen, nicht registrierte Taxis. Dazu kommen Überfälle von Motochorros.<ref>Ecuador prohíbe pasajeros en moto para combatir a los motochorros ushuaia.com.ar, 9. Juni 2022, abgerufen am 22. April 2024 (spanisch)</ref> In der gesamten Grenzregion zu Kolumbien besteht ein erhöhtes Risiko, Opfer von Entführungen und von Aktivitäten bewaffneter, mit dem Drogenhandel in Verbindung stehender Gruppen zu werden.<ref>Ecuador: Reise- und Sicherheitshinweise. Auswärtiges Amt, 24. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref>

Wirtschaft

Ecuador war 2023 nach BIP pro Einwohner nach Kaufkraftparität das viertärmste Land Südamerikas. Die Wirtschaft des Landes ist stark von der Erdölproduktion abhängig, die fast 60 % der Exporte erwirtschaftet. Seit dem Jahr 2000 hat Ecuador keine eigene Währung mehr, sondern der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel. Eine weitere Besonderheit der Volkswirtschaft des Andenstaates sind seine zahlreichen Arbeitsemigranten. Etwa ein Fünftel der Ecuadorianer leben im Ausland, vor allem in den USA und Spanien.

In den Jahren nach der Jahrtausendwende befand sich die Wirtschaft Ecuadors dank der Erdölvorkommen des Landes im Aufschwung und es gab Fortschritte im Kampf gegen Armut. 2016 erlebte Ecuador allerdings eine Rezession aufgrund des niedrigen Ölpreises und einer Abkühlung der Konjunktur im ganzen südamerikanischen Raum.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Ecuador Platz 97 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).<ref>At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings. In: Global Competitiveness Index 2017-2018. 26. September 2017 (weforum.org [abgerufen am 6. Dezember 2017]).</ref> Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 114 höchste von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 6. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF"/>
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
131,1 182,8 183,2 197,7 207,8 217,5 202,3 238,8 270,8 286,5 287,7
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
8.810 11.234 11.084 11.770 12.167 12.531 11.540 13.560 15.289 16.061 16.012
BIP-Wachstum
(real)
4,0 % 0,1 % −0,7 % 6,0 % 1,0 % 0,2 % −9,2 % 9,4 % 5,9 % 2,0 % −2,0 %
Inflation
(in Prozent)
3,6 % 4,0 % 1,7 % 0,4 % −0,2 % 0,3 % −0,3 % 0,1 % 3,5 % 2,2 % 1,5 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
18 % 36 % 46 % 47 % 50 % 52 % 64 % 62 % 57 % 54 % 54 %

An den historischen Wirtschaftsdaten sind die schwersten Wirtschaftskrisen der jüngeren Geschichte gut abzulesen. 1983 sorgte die Schuldenkrise in Lateinamerika für negatives Wachstum, 1986–87 der Zusammenbruch des OPEC-Kartells und der darauf folgende Sturz des Ölpreises. 1999–2000 folgte eine schwere Banken- und Währungskrise. Eine Folge der permanenten Wirtschaftskrisen ist, dass im Jahre 2000 das Pro-Kopf-Einkommen unter dem Niveau von 1980 lag. Der Anteil Ecuadors an der Weltwirtschaftsleistung ist seit 1980 von 1,1 ‰ auf 0,9 ‰ gefallen.<ref name="imf">World Economic Outlook Database for September 2006. Internationaler Währungsfonds, abgerufen am 13. März 2016.</ref> Weiterhin auffallend sind die hohen Inflationsraten, besonders zwischen Schuldenkrise und Dollarisierung. Die einzigen Jahre mit deutlich positiver Leistungsbilanz sind die Krisenjahre 1999–2000, als der Sucre massiv abgewertet wurde, sowie die letzten beiden Jahre mit ihren hohen Ölpreisen und der Fertigstellung einer zweiten transandinen Pipeline.

Ab dem Jahr 2000 erlebte die Wirtschaft des Landes einen langanhaltenden Aufschwung, getrieben von den robusten Rohstoffexporten des Landes.

Das Land beherbergt zwei Wertpapierbörsen: Die Bolsa de Valores de Quito und die Bolsa de Valores de Guayaquil.

Soziale Lage

Datei:Straßenverkäufer in Ecuador.jpg
Im ganzen Land verdingen sich etliche Menschen als Straßenverkäufer für alle möglichen Waren. Sie stehen vor Mautstationen (hier nahe Quito), an Umsteige-Haltestellen und steigen in die Fernbusse, um ihre Waren anzubieten

Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern, ist die wirtschaftliche Ungleichheit sehr groß: Während die oberen 20 % etwa 58 % des Nationaleinkommens erzielen, bleiben für die untersten 40 % lediglich 13 %.<ref name="unicef">Equador: Statistics. UNICEF, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. April 2014; abgerufen am 13. März 2016.</ref>

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation liegt die Lebenserwartung für Männer mit 75 Jahren im südamerikanischen Mittelfeld (Schlusslicht ist Bolivien mit 67,7 Jahren, Spitzenreiter Chile mit 78,8). Ähnliches trifft auf die Säuglingssterblichkeit (unter 1) und die Kindersterblichkeit (unter 5) mit 23 pro Tausend bzw. 25 pro Tausend zu – allerdings ist hier der Abstand sowohl zu Bolivien (52/65) und Chile (8/10) größer. 15 % der Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar am Tag – nach Bolivien und Paraguay der höchste Wert auf dem Subkontinent. Dagegen wird Ecuador beim Zugang zu sauberem Trinkwasser (89 % in ländlichen Gegenden) und Sanitätseinrichtungen (82 %) nur von Uruguay übertroffen. Eine mögliche Erklärung ist die hohe Bevölkerungsdichte bei gleichzeitig geringer Urbanisierung, die eine Erschließung gleichzeitig dringlicher und günstiger machen (siehe Geographie Ecuadors).

Mit 5,5 % Gesundheitsausgaben am BIP liegt Ecuador im unteren Mittelfeld: Schlusslicht Peru gibt 4,1 % aus, Argentinien 9,6 % – aber Chile auch nur 6,1 %. Mit 12 Toten im Jahr pro 100.000 Menschen spielt HIV/AIDS in Ecuador, wie in den meisten Ländern Südamerikas, keine große Rolle – Ausnahmen sind hier Guyana und Surinam mit mehr als 150 Toten pro 100.000. In einigen Staaten Subsahara-Afrikas liegt diese Zahl im vierstelligen Bereich (in Deutschland sind es weniger als 10). Erstaunlicherweise hat Ecuador nach WHO-Angaben nach Chile mit 5,6 % die zweitniedrigste Rate an Schwangerschaften von Minderjährigen – was aber auch an veralteten Daten liegen kann. Das Nachbarland Kolumbien ist hier mit 9,2 % führend. Die wirtschaftliche Unterentwicklung lässt sich auch daran ablesen, dass nur 4,2 % der Ecuadorianer das Internet benutzen (nur in Paraguay und Bolivien sind es weniger) und dass es lediglich 11 Festnetz-Telefonanschlüsse pro 100 Einwohner gibt – weniger als halb so viele wie in Chile, Argentinien oder Brasilien (obwohl hier wieder die hohe Bevölkerungsdichte helfen sollte).<ref name="who">WHO Statistical Information System (WHOSIS). WHO, abgerufen am 13. März 2016.</ref> Beim Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur wurden unter der Regierung Correa deutliche Fortschritte erzielt. 2016 nutzten 43,1 % der Bevölkerung das Internet.<ref>Internet Users by Country (2016). In: Internet Live Stats. Abgerufen am 18. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 15. Dezember 2008 kam das Land in Zahlungsverzug bei der Begleichung von Auslandskrediten, als es Zinsen für eine im Jahr 2000 ausgegebene und bis 2012 laufende Anleihe nicht bezahlte. Präsident Correa begründete diesen Schritt damit, dass die von früheren Regierungen aufgenommenen Kredite „illegitim und die Gläubiger ... unmoralisch“ seien.<ref>Ecuador offiziell mit Teil seiner Auslandsschulden in Verzug. In: finanznachrichten.de, 2008.</ref>

Geldpolitik und Währungsreform

Datei:20000+Sucres+Bill+Ecuador+1999.jpg
20.000 Sucre-Banknote
Datei:50000+Sucres+Bill+Ecuador+1996.jpg
Der größte jemals gedruckte Sucre-Schein, Ende 1999 gerade noch zwei Dollar wert

Nach mehreren wirtschaftlichen Schocks (Krieg mit Peru 1995, El Niño 1997, Russland- und Asienkrise 1997/98) sowie einem historischen Tiefstand des Ölpreises beliefen sich die Auslandsschulden des Landes 1998 auf 13 Mrd. Dollar. 1998 entwickelte sich in Ecuador eine Banken- und Währungskrise. Mehrere Banken gingen bankrott, die Zentralbank erhöhte die Geldmenge, um das Bankensystem zu stützen, worauf der Ecuadorianische Sucre stark abwertete. Durch Devisenmarktinterventionen – die die Abwertung nur wenig bremsen konnten – verlor die Zentralbank zusehends ihre Devisenreserven. Für zwei Jahre versank Ecuador in ökonomischem Chaos. Die Inflation betrug 1999 mehr als 60 % und 2000 beinahe 100 %. Der Sucre wertete weiter ab – 30 % 1998 und nochmals 67 % im Jahr darauf. Der ecuadorianische Staat verlor Zugang zum internationalen Kreditmarkt und im Inland wurden die Bankkonten eingefroren, um das Bankensystem zu stützen. Die Zentralbank hatte die Kontrolle über alle geldpolitischen Größen verloren – Inflation, Wechselkurs und Geldmenge. Angeblich emigrierten allein zwischen 1998 und 2000 etwa 200.000 Ecuadorianer. The Economist bezeichnete das Land im Jahr 2000 als das „instabilste Lateinamerikas“. De facto war der US-Dollar längst wichtigstes Zahlungsmittel geworden.<ref name="berrios">Rubén Berríos: Cost and benefit of Ecuador’s dollarization experience. In: Perspectives on Global Development and Technology. Band 5, Nr. 1. Brill Academic Publishers, März 2006, S. 57–60 (kostenpflichtig online).</ref>

Datei:Sucre+Dollar+Historical+Exchange+Rate+1985+2000.png
Sucre-Dollar Wechselkurs 1985–2000

Am 9. Januar 2000 kündigte Präsident Jamil Mahuad daher an, die Ecuadorianische Währung Sucre abzuschaffen und den US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel des Landes einzuführen. 22 Tage später wurde er auf Druck von Militärs und Indigenenverbänden wie der CONAIE, nicht zuletzt aufgrund dieser Entscheidung gestürzt und durch seinen Vize Gustavo Noboa ersetzt. Die Entscheidung zur Dollarisierung Ecuadors wurde jedoch beibehalten.

Dollarisierung – die Übernahme einer fremden Währung als offizielles Zahlungsmittel – bedeutet das Ende jeglicher Geldpolitik, das heißt, das Geldangebot und damit das Zinsniveau kann nicht mehr von der Politik bzw. der Nationalbank gesteuert werden. Als einzige makroökonomische Politik bleibt Fiskalpolitik. Außerdem verliert das Land die Seigniorage aus der Ausgabe von Bargeld. Des Weiteren fällt eine Abwertung als mögliche Reaktion auf exogene Schocks weg. Im Gegenzug erhält das Land eine stabile Währung und der Schwarzmarkt mit Parallelwechselkursen für die heimische Währung wird eliminiert.

Die relevanten internationalen Organisationen, Internationaler Währungsfonds, Interamerikanische Entwicklungsbank und Weltbank, befürworteten die Dollarisierung, in deren Folge sich auch die Inflation deutlich stabilisierte (5,7 % 2002–06 und 2,6 % im Juli 2007) und das Bankensystem sich wieder erholt hat. Grund für Letzteres ist aber nicht zuletzt eine moderat wachsende Wirtschaft aufgrund des hohen Ölpreises und höhere Überweisungen von im Ausland lebenden Ecuadorianern, die inzwischen nach dem Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes sind.<ref name="berrios-0">Rubén Berríos: Cost and benefit of Ecuador’s dollarization experience. In: Perspectives on Global Development and Technology. Band 5, Nr. 1. Brill Academic Publishers, März 2006 (kostenpflichtig online).</ref> Durch die im Vergleich zu den USA höhere Inflation stieg der reale Wechselkurs allerdings, nachdem er 1998–2000 stark abgewertet wurde, in den letzten Jahren wieder auf das Niveau der 1990er Jahre. Insgesamt scheint sich die Inflation dabei langsam auf internationales Niveau einzustellen.

Arbeitsmarkt

Etwa zwei bis drei Millionen Ecuadorianer leben als Arbeitsmigranten im Ausland, mehr als halb so viel wie die arbeitende Bevölkerung in Ecuador zählt. Die wichtigsten Ziele sind die USA, Spanien, Italien, die Benelux-Länder, Großbritannien, Kanada, Chile und die Schweiz. In Spanien leben etwa 800.000 Ecuadorianer und in spanischen Schulen bilden Ecuadorianer noch vor Marokkanern die größte Minderheit. Im US-Bundesstaat New York bilden 600.000 Ecuadorianer die größte lateinamerikanische Bevölkerungsgruppe.<ref name="feser">Volker Feser: Ecuador. M. Müller, Erlangen 2005, ISBN 3-89953-189-2, S. 14–16.</ref>

Mikrounternehmen

Einer umfangreichen Studie von USAid<ref name="usaid">USAid (2005): Microempresas y Micrifinanzas en Ecuador.</ref> zufolge gibt es in Ecuador etwa 700.000 Mikrounternehmen, in denen mehr als eine Million Menschen arbeiten (andere Schätzungen betragen 950.000 bis 1,7 Millionen Menschen). Mehr als ein Drittel aller urbanen Unter- und Mittelschichtsfamilien führt ein Mikrounternehmen. Insgesamt erwirtschaftet der Sektor mehr als ein Viertel des BIP Ecuadors. Nur ein Viertel der Unternehmen sind registriert (besitzen ein RUC) und nur 15 % sind im Sozialversicherungssystem eingeschrieben. Frauen sind in diesem informellen Sektor deutlich überrepräsentiert. 55 % der Mikrounternehmen sind im Bereich Handel tätig, 26 % in Dienstleistungen und 19 % in der Produktion. Die Hälfte aller Händler verkauft Lebensmittel und Getränke. Weibliche Mikrounternehmer im Bereich Dienstleistungen haben insbesondere Restaurants (68 %) oder Friseursalone (17 %), Männer betreiben Bus- oder Taxiunternehmen (35 %), Kfz-Werkstätten (17 %) oder Restaurants (17 %). Frauen in der Produktion stellen meist Textilien her (52 %), Männer Möbel (24 %).

Anders als in zahlreichen anderen Ländern verkaufen Ecuadors Mikrounternehmer fast ausschließlich an Endkunden, lediglich 0,2 % der Mikrounternehmen produzieren für den Export. Das impliziert eine wenig elastische Nachfrage und schnelle Marktsättigung.

Erdölsektor

Datei:Pipeline an der E10, Ecuador.jpg
Pipeline nahe Lago Agrio

1967 wurde von einem US-amerikanischen Konsortium im Oriente Erdöl gefunden. Seitdem fünf Jahre später eine Pipeline zum Pazifik fertiggestellt wurde, ist Ecuador ein wichtiger Erdölproduzent. Ecuador produziert 509.000 Fass Erdöl am Tag (25 Millionen Tonnen pro Jahr). Damit produziert es etwa 0,6 % der Weltproduktion und liegt weltweit an 30. und in Südamerika nach Venezuela, Brasilien und Argentinien an vierter Stelle. Ecuador verbraucht etwa 160.000 Fass am Tag und exportiert damit fast 70 % seiner Produktion. Die gesicherten Reserven betragen 4,5 Milliarden Fass, die theoretische Förderreichweite damit etwa 25 Jahre. Gemessen an den Reserven belegt Ecuador den 25. Platz weltweit und den dritten in Südamerika (noch vor Argentinien).<ref name="CIA_ECU_2022" /> Ecuador war bis Januar 2020 Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder.<ref>Erdölförderung: Ecuador will die Opec verlassen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. Oktober 2019, abgerufen am 24. Mai 2025.</ref><ref>Christina Scheidegger: Ecuador verlässt Erdölkartell: «Der Abgang schwächt vor allem das Image der Opec». In: Schweizer Radio und Fernsehen. Abgerufen am 24. Mai 2025 (Interview).</ref>

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Das Erdöl wird über zwei Pipelinesysteme zum Pazifik transportiert, die insgesamt 3346 km lang sind. Die erste Pipeline (Sistema de Oleoductos Trans-ecuatoriano de Petroecuador, SOTE) wurde 1972 eingeweiht und endet am Erdölhafen Puerto Balao bei Esmeraldas. Sie verläuft von Nueva Loja über den Paso de Papallacta vorbei an Quito nach Esmeraldas und hat eine Kapazität von 400.000 bpd. 1987 war die Pipeline wegen eines Erdbebenschadens mehr als sechs Monate außer Betrieb. Die zweite wichtige Pipeline Oleoducto de Crudos Pesados (OCP) wurde 2003 eingeweiht. Das OCP wurde von der WestLB mitfinanziert und steht in der Kritik von Umweltschützern. Es verläuft ebenfalls von Nueva Loja nach Esmeraldas, allerdings nicht die gesamte Zeit parallel zur SOTE. Die Kapazität des OCP beträgt 450.000 bpd, die Gesamtlänge beträgt 503 km.<ref name="amazonwatch">Ecuador. Amazon Watch, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. März 2016; abgerufen am 13. März 2016.</ref> Außerdem wird in kleinerem Umfang das Oleoducto Transandino de Colombia (oder TransAndino) genutzt, das das Öl über Tumaco an den Pazifik bringt.

Im Mai 2006 kündigte die ecuadorianische Regierung einseitig die Förderverträge mit dem US-amerikanischen Unternehmen Occidental Petroleum, das den größten Förderanteil an den nationalen Vorkommen hatte und darüber hinaus der größte Auslandsinvestor in Ecuador war. Die Felder werden der staatlichen Extraktionsfirma Petroecuador überstellt.

Die Erdölförderung in Ecuador führt aber auch zu immer größeren Umweltbelastungen durch aus defekten Pipelines und anderen Leitungen austretendes Erdöl. Auch wird im Zusammenhang mit der Erdölförderung über zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an den Ureinwohnern berichtet. Im Jahr 2005 wurden geheime Verträge der meisten Ölfirmen mit der ecuadorianischen Armee bekannt, in denen diese sich zu einer Schutzfunktion für die privaten Unternehmen verpflichtet haben und dazu, indigene Amazonas-Bewohner im Umkreis der Förderanlagen festzunehmen.<ref name="telepolis">Telepolis: Südamerikanische Regierungen trotzen Erdölkonzernen bessere Bedingungen ab., 2. Mai 2006.</ref>

Es wurden Modellvorschläge diskutiert, die großen Erdölvorkommen unter dem artenreichen Regenwald des Yasuní-Nationalparks – ca. 900 Millionen Barrel Öl – gegen eine Ausgleichszahlung von Seiten der Staatengemeinschaft in Höhe der Hälfte der zu erwartenden Einnahmen – ca. 3,5 Mrd. US-Dollar – im Boden zu belassen, damit Flora wie Fauna unversehrt bleiben können.<ref>Regenwald-Pakt: Berlin blockiert Rettung von Dschungel-Paradies. In: SPIEGEL Online, 17. Nov. 2010.</ref> Das Geld, verwaltet von einem Treuhandfonds, sollte in Klimaschutz und erneuerbare Energien investiert werden. Präsident Rafael Correa musste die Initiative 2013 für gescheitert erklären, denn es kam nicht einmal ein Bruchteil des Ausgleichsbetrages zusammen. Noch im gleichen Jahr darauf beschloss das Parlament die Freigabe der Erdölförderung.<ref name="SPON-9169172">Amazonasgebiet: Ecuador erlaubt Ölbohrungen im Nationalpark. In: Spiegel Online. 16. August 2013, abgerufen am 9. Juni 2018.</ref>

Blumenproduktion

Seit Ende der 1980er-Jahre werden in Ecuador in großem Stil Schnittblumen für den Export angebaut. Heute ist Ecuador nach den Niederlanden, Kolumbien und Kenia weltweit der viertgrößte Exporteur. Nach Erdöl, Bananen, Fischereiprodukten, Metallwaren und Garnelen sind Blumen Ecuadors sechstwichtigstes Exportgut. Seit Ende der 1960er-Jahre in Kolumbien eine Blumenindustrie entstand, ist der Weltmarkt für Blumen heute weitgehend globalisiert. Mehr als 60 Länder exportieren Schnittblumen.<ref name="sawers">Larry Sawers: Nontraditional or New traditional Exports: Ecuador’s Flower Boom. 2005.</ref> Nachdem 2002 der Exportanteil von Schnittblumen bereits 6 % betragen hatte und Blumen nach Öl und Bananen auf Platz drei der Exporte standen, ist er heute wieder auf 3 % gesunken. 2006 wurden 114.000 Tonnen Blumen für 400 Mio. Dollar exportiert. Den mit Abstand wichtigsten Produktionsanteil haben Rosen, die etwa drei Viertel aller Exporte ausmachen. 70 % aller Exporte gehen in die USA – dort kommen 70 % aller Schnittblumen aus Südamerika, davon fast die Hälfte aus Ecuador, der Rest fast ausschließlich aus Kolumbien. Auch für Russland, wo vor allem die außergewöhnlich langstieligen Rosen sehr geschätzt sind, Japan und zahlreiche Länder im nahen Osten ist Ecuador der wichtigste Blumenlieferant, nicht aber für Europa. Der Export erfolgt ausschließlich per Flugzeug über den Flughafen Quito.

Die Blumenproduktion in Ecuador basiert auf den günstigen Produktionsfaktoren Land, Wasser und Arbeit, vor allem aber auf der für den Blumenanbau perfekten Kombination der Äquatorsonne und dem besonderen Klima des Andenhochlandes, sowie der vielfältigen Topographie, die perfekt abgestimmte Bedingungen für jede Blumensorte erlauben. Hauptanbaugebiete sind dort der Norden der Provinz Pichincha um die Stadt Cayambe sowie die Provinzen Cotopaxi, Tungurahua und Chimborazo. Die Produktion ist sehr arbeits-, kapital- und technologieintensiv. Die Blumen werden in Folien-Gewächshäusern mit zum Teil aufwändigen Bewässerungsanlagen und viel Einsatz von Pestiziden, Kunstdüngern und Fungiziden produziert. Pro Hektar Anbaufläche werden etwa 10 Arbeitskräfte benötigt. Angebaut werden die Blumen von etwa 400 ecuadorianischen hacendados oder internationalen Firmen, viele davon aus Kolumbien. Eine typische Plantage hat etwa 25–50 ha und 250–500 Arbeitskräfte.

Die Arbeitsbedingungen in einem Teil der Plantagen sind noch immer schlecht, die Belastung mit Chemikalien extrem hoch und die Arbeitszeiten lang und flexibel. Gewerkschaften werden nicht zugelassen. Die Bezahlung nach einem Akkord-System sorgt für extrem unsolidarische Arbeitsbedingungen.<ref name="korovkin">Korovkin: Cut-Flower Exports, Female Labor, and Community Participation in Highland Ecuador. 2003.</ref> Kinderarbeit ist dagegen kaum vorzufinden.

Außenhandel

Der Export Ecuadors basiert vor allem auf Erdöl. Im Jahre 2006 wurden Waren im Wert von insgesamt 12,7 Mrd. US$ (FOB) exportiert. Davon waren 6,6 Mrd. $ Rohöl, 1,2 Mrd. $ Bananen, 0,7 Mrd. $ Fischereiprodukte, 0,6 Mrd. $ Erdölderivate, 0,6 Mrd. $ Shrimps, 0,6 Mrd. $ Metalle und Maschinen, 0,4 Mrd. $ Schnittblumen, 0,2 Mrd. $ Kakao und 0,1 Mrd. $ Kaffee.<ref name="portal"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Exportstatistik der Zentralbank. (Memento vom 18. März 2009 im Internet Archive) In: portal.bce.fin.ec</ref> Der Erdölsektor macht damit 59 % aller Exporte aus. Von den traditionellen Exporten, Bananen, Kakao und Kaffee, spielen nur noch die ersten eine wichtige Rolle. Nicht-traditionelle Exporte wie Metallwaren, Shrimps und Schnittblumen sind zwar seit den 1980er Jahren stark angewachsen, jedoch gegenüber den Erdöleinnahmen immer noch weitgehend bedeutungslos. Die wichtigsten Märkte sind die USA (54 %), Peru (9 %), Kolumbien (5 %) und Chile (4 %).<ref name="economist">Ecuador. economist.com, abgerufen am 13. März 2016.</ref> Da Ecuador keine ausreichenden Raffineriekapazitäten besitzt, muss es Erdölderivate wie Benzin und Diesel einführen. Diese machten 2006 fast ein Fünftel aller Importe aus. Die wichtigsten Lieferanten sind die USA (25 %), Kolumbien (15 %), Venezuela (8 %) und Brasilien (7 %).<ref name="economist" /> Mit einem Weltmarktanteil von 75 Prozent ist Ecuador mit Abstand der größte Exporteur von Balsaholz.<ref name="Windenergie">Ecuador: Windräder aus Balsaholz beschleunigen Regenwald-Abholzung. In: blickpunkt-lateinamerika.de, 2. Dezember 2021</ref>

Ecuador erlebte zwischen 1989 und 1994 eine Periode radikaler Handelsliberalisierung. Unter Präsident Rodrigo Borja wurde der durchschnittliche Zollsatz von über 40 % auf unter 12 % gesenkt. Der maximale Zollsatz fiel von 290 % auf 20 % (nur Autos, insbesondere Gebrauchtwagen, wurden höher verzollt). Des Weiteren wurden zahlreiche nicht-tarifäre Handelshemmnisse beseitigt, der Sucre drastisch abgewertet und ausländische Direktinvestitionen erleichtert. Unter Borjas Nachfolger Sixto Durán Ballén trat Ecuador in den Andenpakt und die WTO ein.

Ecuador ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Tourismus

Datei:Baños, Ecuador - Blick von Süden.jpg
Einer der beliebtesten Touristenorte in der Sierra ist Baños de Agua Santa

Der Tourismus entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, da Ecuador als eines der Länder mit der höchsten Biodiversität der Welt gilt. Ecuador bietet darüber hinaus eine Vielfalt an Landschaften, die ihresgleichen sucht. Tourismusziele waren traditionell die Galapagosinseln, die Sierra als zentrales Hochland mit der die „Straße der Vulkane“, sowie die Täler, welche in den tropischen Regenwald führen wie bei der Stadt Baños in den Wolkenwäldern des Anden-Osthanges. In der Sierra wurde das koloniale Zentrum der Hauptstadt Quito als erster Ort überhaupt in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von 34,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von 30,9 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,0 % des BIP.<ref name="CIA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The World Factbook. (Memento vom 12. Juni 2007 im Internet Archive) In: cia.gov (englisch).</ref>
Die Staatsverschuldung betrug 2016 28,6 Mrd. US-Dollar oder 29,2 % des BIP.<ref>Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 18. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:<ref>Ecuador. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 3. Oktober 2024 (cia.gov [abgerufen am 16. Oktober 2024]).</ref>

Infrastruktur

Datei:Paso Papallacta Ecuador.jpg
Die einfache Brücke der Passstraße bei Papallacta zwischen Quito und Tena wurde unnötig und wird wie vielerorts auf ausgebauten Straßen umfahren
Datei:Estación de Tren de Chimbacalle, Quito.jpg
Am herausgeputzten Bahnhof von Quito verkehrten nur wenige Züge täglich
Datei:Carretera Oriental.JPG
Ein neuer Abschnitt der Stadtautobahn Oriental in Quito (2007)

Historisch waren die beiden wichtigsten Landesteile Costa und Sierra aufgrund ihrer schwierigen Topographie und der sehr schlechten Infrastruktur weitgehend voneinander isoliert. Selbst innerhalb der Sierra waren Handel und Kommunikation zwischen den verschiedenen Talkesseln mit großen Schwierigkeiten verbunden. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Guayaquil mit Mais und Kartoffeln aus Peru und Kolumbien versorgt, und Importwaren für Quito wurden per Träger und Maultier angeliefert. Noch 1920 dauerte die 220 Kilometer lange Reise von Quito bis zur Grenzstadt Tulcán (an der kolumbianischen Grenze) fünf Tage.

Erst 1908 wurde während der Amtszeit des Präsidenten Eloy Alfaro die erste Eisenbahn zwischen den beiden Zentren fertiggestellt. Während die Eisenbahntrassen von San Lorenzo im Norden bis Loja im Süden und die Stichstrecke nach Guayaquil bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertiggestellt wurden, gab und gibt es bis heute keine Schienenverbindung nach Peru, nach Kolumbien oder in den Oriente. Durch El Niño wurde 1998 die wichtigste Strecke zwischen Guayaquil und Quito stark beschädigt, so dass sie 15 Jahre lang nicht mehr vollständig befahren werden konnte. Vom gesamten 965 Kilometer langen Streckennetz waren nur noch einige Abschnitte für Touristen in Betrieb. Unter Präsident Rafael Correa wurde das gesamte Netz ab 2009 wieder hergerichtet und die bisher privatrechtliche organisierte Eisenbahn in die öffentliche Ferrocarriles del Ecuador Empresa Publica (FEEP) überführt. Nachdem die Strecken abschnittsweise wieder instandgesetzt wurden, konnte im Januar 2013 auf der von Guayaquil ausgehenden Hauptstrecke der Betrieb wieder durchgehend aufgenommen werden – wenn auch nur für Personen-, das heißt, touristische Züge.<ref name="SWR_20130223">Peter Sonnenberg: Auf Schienen durch die Anden. Fernsehfilm. In: einsfestival.de. 12. Juli 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. März 2016; abgerufen am 1. Dezember 2024.</ref>

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Wie in Südamerika üblich, wird der Personenfernverkehr weitgehend durch Busse abgewickelt, jedoch im Gegensatz zu den anderen Ländern vorwiegend mit Tageskursen, was für das Reiseerlebnis (und die gefühlte Sicherheit) einen maßgeblichen Unterschied darstellt. Die Busse sind der Lebensnerv des Landes und verkehren auch in den entlegensten Landesteilen regelmäßig. Sie sind zudem das Einzige, was sich seit der Einführung des Dollars als Landeswährung nicht verteuert hat; pro Stunde Fahrt im Bus ist mit einem Dollar Fahrpreis zu rechnen.

Das moderne Straßensystem wurde in einer ersten Welle ab den 1960er-Jahren errichtet. Die wichtigsten Straßen sind Tulcán–Macará (E35, Panamericana), Riobamba–Huaquillas (Panamericana), Guayaquil–Riobamba, Quito–Santo Domingo und Guayaquil–Santo Domingo–Esmeraldas. Die alte Straße Guayaquil–Guaranda–Quito wird nur noch wenig genutzt. Insgesamt waren nach dem ersten Ausbau nur 8000 km von 43.000 Kilometer Straßen befestigt.

Es gibt zwei internationale Flughäfen, den Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre im Tumbaco-Tal nahe Quito und den Aeropuerto Internacional José Joaquín de Olmedo in Guayaquil. Neben dem Personentransport spielt am Flughafen Quito auch der Export von Schnittblumen eine große Rolle. Im ganzen Land gibt es darüber hinaus eine Reihe von Regionalflughäfen und zahlreiche einfache Landepisten.

Ecuador produziert etwa 11 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität pro Jahr. Fast zwei Drittel davon stammen aus Wasserkraftanlagen, der Rest aus Ölkraftwerken. Das geschätzte Potential an Wasserkraft beträgt 100.000 Megawatt (MW), genutzt werden 1720 MW.<ref name="International Energy Annual 2006.">International. U.S. Energy Information Administration (EIA), abgerufen am 13. März 2016.</ref> Die wichtigsten Kraftwerke sind das Werk Amaluza-Talsperre am Río Paute (Wasserkraft, 1100 MW, etwa 60 % der Stromproduktion aus Wasserkraft), Daule Peripa (Wasser, 210 MW), Zevallos (Vap/Gas, 175 MW) und Agoyán (Wasser, 156 MW).<ref name="eoearth">Nelson Gómez E.: Nuevo Atlas del Ecuador. Edugquias, Quito 2004, ISBN 9978-89-009-2, S. 53; Atlas of the Earth</ref> Ecuador importiert auch Strom aus Kolumbien.<ref name="StromKolumbien" />

Der Erdölexport wird über zwei transandine Pipelines abgewickelt. Die Verschiffung erfolgt in der Provinz Esmeraldas im Norden. Die wichtigsten Häfen befinden sich in Guayaquil (Übersee), Manta (Fischerei) und Machala (Bananen).

Kultur

Literatur

Malerei

Datei:Hernando de la cruz-inferno-compañia.jpg
Hernando de la Cruz: Inferno (1620). Öl auf Leinwand, Jesuitenkirche in Quito

Hernando de la Cruz (1592–1646), ein in Panama geborener Künstler der Gegenreformation, schmückte verschiedene Gebäude in Quito. Eduardo Kingman stellte in seinem Werk das ländliche Leben der indigenen Bevölkerung dar. Der wichtigste bildende Künstler des 20. Jahrhunderts war Oswaldo Guayasamín.

Medien

Bis zum 28. November 2007 bestand die Fernsehlandschaft Ecuadors ausnahmslos aus privaten Fernsehstationen, die auch heute noch die bei weitem bekanntesten und meistgesehenen sind. Der bekannteste nationale Fernsehsender ist Ecuavisa, das auch einen internationalen Kanal unterhält, der vor allem in Kabelnetze der USA eingespeist wird.

Datei:EcuadorTV-Logo.svg
Logo von Ecuador TV

Am 28. November 2007 nahm Ecuador TV, der erste staatliche Fernsehsender des Landes, seinen Sendebetrieb auf.

Die größten Zeitungen des Landes sind El Universo in Guayaquil und El Comercio in Quito.

Das Mediengesetz des Landes, das 2013 unter Präsident Rafael Correa verabschiedet wurde, gilt als das repressivste in Südamerika. Es untersagt die Publikation von nicht verifizierbaren Informationen.<ref>Werner J. Marti: Zensur einmal anders. NZZ, 29. April 2017</ref>

Im Jahr 2023 nutzten 72,7 Prozent der Einwohner Ecuadors das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population). Weltbank, abgerufen am 7. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sport

Datei:FEF logo.svg
Das Logo des ecuadorianischen Fußballverbandes

Der nationale Fußballverband des Landes ist die Federación Ecuatoriana de Fútbol und die ecuadorianische Fußballnationalmannschaft der Herren deren bedeutendster sportlicher Vertreter. Die Herren-Nationalmannschaft konnte sich für die Weltmeisterschaften 2002, 2006, 2014 und 2022 qualifizieren. Im Jahr 2006 erreichte die Mannschaft das Achtelfinale. Bei der Copa América, der kontinentalen Fußballmeisterschaft, erreichte die ecuadorianische Fußballnationalmannschaft in den Jahren 1959 und 1993 im eigenen Land jeweils Platz vier.

Die ecuadorianische Fußballnationalmannschaft der Frauen qualifizierte sich 2015 in Kanada zum bisher einzigen Mal für eine Weltmeisterschaft und schied in der Vorrunde aus. Als beste Ergebnisse bei der Copa América der Frauen stehen ein dritter Platz 2014 und ein vierter Platz 1998 zu Buche.

Die bekanntesten Fußballmannschaften in der Serie A, der höchsten Fußballliga des Landes, sind LDU Quito, die bisher als einziger ecuadorianischer Verein die Copa Libertadores gewinnen konnte, sowie CD El Nacional, Barcelona SC Guayaquil, CS Emelec und Deportivo Quito.

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Bis 2021 hatte Ecuador nur einen Olympiasieger, Jefferson Pérez, der bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta das 20-km-Gehen gewann und bei den Spielen in Peking 2008 eine Silbermedaille holte. Insofern waren die Olympischen Spiele in Tokio 2020 für Ecuador mit drei weiteren Medaillen historisch: Richard Carapaz gewann die Goldmedaille im Straßenradsport. Neisi Dajomes holte die zweite Goldmedaille in der Disziplin Gewichtheben Halbschwergewicht und Tamara Salazar gewann in derselben Disziplin im Schwergewicht eine Silbermedaille. In Peking 2024 gab es fünf weitere Medaillen für Ecuador, darunter eine Goldmedaille für den Geher Brian Pintado. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Special Olympics Ecuador nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Seit 2015 erlangte der aus General Villamil stammende BMX-Sportler Jonathan Camacho durch seine anhaltenden Erfolge zusehends internationale Bekanntheit. Er wird heute zu den weltweit besten BMX-Fahren im Freestyle gezählt.<ref name="eltelegrafoarticulo">Spanischsprachiger Artikel in "El Telegrafo" über die Teilnahme Camachos an den Olympischen Spielen 2020</ref> Im Jahr 2019 gewann Richard Carapaz die Gesamtwertung des Giro d’Italia und stand mit einem zweiten Platz bei der Vuelta a España 2020 sowie einem dritten Rang bei der Tour de France 2021 auch bei den anderen beiden Grand Tours des Straßenradsports auf dem Podium.

Küche

Feiertage

Offizielle Feiertage Ecuadors
Datum Spanischer Name Deutscher Name
1. Januar Año Nuevo Neujahr
Februar Carnaval Karneval
März–April Jueves Santo Gründonnerstag
März–April Viernes Santo Karfreitag
1. Mai Día del Trabajo Tag der Arbeit
24. Mai Batalla de Pichincha Schlacht am Pichincha (1822)
24. Juli Nacimiento de Simon Bolivar Geburtstag von Simon Bolivar
25. Juli Fundación de Guayaquil Gründung Guayaquils
10. August El primer grito de la Independencia „Erste Ausrufung der Unabhängigkeit“ (1808/09 in Quito)
9. Oktober Independencia de Guayaquil Unabhängigkeit Guayaquils
2. November Día de los Difuntos Allerseelen
3. November Independencia de Cuenca Unabhängigkeit von Cuenca
6. Dezember Fundación Quito (Conquista) Spanische (Neu)Gründung Quitos
25. Dezember Navidad Weihnachten
31. Dezember Año viejo (Noche Vieja) Silvester

Siehe auch

Portal: Ecuador – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Ecuador

Literatur

  • Isabel Albiston, Jade Bremner, Brian Kluepfel: Lonely Planet Reiseführer Ecuador & Galápagosinseln. 4. Auflage. Mairdumont, Ostfildern 2022, ISBN 978-3-575-01015-5.
  • Volker Feser: Ecuador. 7. Auflage. Michael Müller Verlag, Erlangen 2018, ISBN 978-3-95654-646-4.
  • Rafael Sevilla, Alberto Acosta (Hrsg.): Ecuador. Welt der Vielfalt. Horlemann, Bad Honnef 2005, ISBN 3-89502-210-1.
  • Carlos de la Torre, Steve Striffler (Hrsg.): The Ecuador Reader. Duke University, Durham 2008, ISBN 978-0-8223-9011-4.
  • Ecuador. In: Merian. Nr. 1. Jahreszeiten-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8342-0801-9.
  • Klaus Semsch, Ecuador – Land der Vielfalt. Ein kultureller Rundgang, in: Hispanorama 141 (August 2013), Themenschwerpunkt Ecuador, S. 12–19.
  • George Lauderbaugh: The History of Ecuador. Greenwood, Santa Barbara (CA) 2012, ISBN 978-0-313-36250-7.
  • Allen Gerlach: Indians, Oil, and Politics: A Recent History of Ecuador. Scholarly Resources, Wilmington 2003, ISBN 0-8420-5108-2.

Weblinks

Wiktionary: Ecuador – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Ecuador – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="ipu-213382"> New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. Abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="census2022"> Resultados Principales Nacionales. (PDF) In: Volkszählung 2022. Abgerufen am 26. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
und Presentation Nacional. (PDF) In: Volkszählung 2022. Abgerufen am 26. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>

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Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen:

Argentinien | Bolivien | Brasilien | Chile | Ecuador | Guyana | Kolumbien | Paraguay | Peru | Suriname | Trinidad und Tobago<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Uruguay | Venezuela

Abhängige Gebiete:

Falklandinseln (GBR) | Französisch-Guayana (FRA) | Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln (GBR)

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1 
Wird kulturgeographisch meist Nord- und Mittelamerika zugerechnet.
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Mitgliedstaaten:

Antigua und Barbuda | Bolivien | Dominica | Grenada | Kuba | Nicaragua | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Venezuela

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Ecuador | Honduras

Beobachterstaaten:

Haiti | Iran | Syrien

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Mitgliedstaaten:

Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Brasilien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Honduras | Kuba

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Mitgliedstaaten:

Algerien | Äquatorialguinea | Gabun | Irak | Iran | Kuwait | Libyen | Nigeria | Republik Kongo | Saudi-Arabien | Venezuela | Vereinigte Arabische Emirate

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Angola | Ecuador | Indonesien | Katar

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Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 1° 28′ S, 78° 49′ W

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