Rechenberg (Nürnberg)
Rechenberg Statistischer Distrikt 902 Kreisfreie Stadt Nürnberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Rechenberg 49° 28′ N, 11° 7′ O
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| Höhe: | 338 m ü. NHN | |||||
| Postleitzahl: | 90491 | |||||
| Vorwahl: | 0911 | |||||
Lage des Statistischen Bezirks 90 St. Jobst in Nürnberg
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Rechenberg (nürnbergisch: Rächnbäach<ref>D. Fastnacht: Nürnberg, S. 296. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: ręχnbẹɐχ.</ref>) ist der Name des Distrikts 902 im Statistischen Stadtteil 9 – Östliche Außenstadt im statistischen Bezirk 90 (St. Jobst). Er ist auch die Bezeichnung für eine etwa 338 m hohe Erhebung im Nordosten der Stadt Nürnberg und eines gleichnamigen, umgriffigen Parks.
Lage
Der Rechenberg liegt im Nordosten Nürnbergs im Stadtteil St. Jobst, nördlich der Äußeren Sulzbacher Straße. Er erstreckt sich in Ost-West-Richtung und hat eine Größe von 5,6 ha. Seinen Mittelpunkt bildet der namensgebende „Rechenberg“, ein Höhenrücken aus Burgsandstein. Mit einer Höhe von 338 m ü. NHN<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 26. Juli 2025.</ref> gehört er zu den höheren Erhebungen im Stadtgebiet von Nürnberg.
Geschichte
Auf der Anhöhe hatte Sebald Rech (von Rechenberg)<ref>Vgl. auch Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 229–231 (Sebald Rech von Rechenberg von Oberleinach, ein Nürnberger Patrizier am Beginn des 16. Jahrhunderts).</ref> zwischen 1524 und 1527 einen ersten Herrensitz als Wohnturm mit Graben erbauen lassen. 1545–1551 gehörte der Sitz Adolarius Vischer († 1551), ab 1551 seinen Gläubigern. Im Zweiten Markgrafenkrieg ließ der Rat der Stadt Nürnberg den Sitz 1552 niederbrennen. Später besetzten Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades den Berg und beschossen von hier aus Nürnberg. 1553 ließ der Nürnberger Rat einen Teil der Bergkuppe abtragen.<ref>H. Rusam: Rechenberg, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 861f.</ref> Ein zweiter Herrensitz wurde 1553 erbaut, gehörte ab 1577 Sebastian Zatzer, ab 1589 Joachim Kammermeister (Camerarius), ab 1624 den Nützel von Sündersbühl, ab 1728 den Ebner von Eschenbach, ab 1754 den Kreß von Kressenstein, ab ca. 1790 den Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach (von 1859 bis zu seinem Tod 1872 wohnte dort Ludwig Feuerbach), 1898–1916 gehörte das Haus den Tucher von Simmelsdorf und der Familie Barth; 1916 wurde der Sitz abgebrochen.<ref>Rechenberg II. In: herrensitze.com. Abgerufen am 26. Juli 2025.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rechenberg ein Anwesen (1 Hof mit bewohnten Nebengebäuden). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Grundherr war der Nürnberger Eigenherr von Behaim.<ref name="H162">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 162.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Rechenberg dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Erlenstegen und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Erlenstegen zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Rechenberg in die neu gebildete Ruralgemeinde Rennweg umgemeindet. Mit der Eingliederung des Ortes Rennweg in die Stadt Nürnberg im Jahr 1865 hieß die Ruralgemeinde Schoppershof. 1899 wurde diese nach Nürnberg eingemeindet.<ref name="H242">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 242f.</ref>
1860 zog der Philosoph Ludwig Feuerbach auf den Rechenberg, wo sich inzwischen ein Dorf vor den Toren der Stadt Nürnberg entwickelt hatte, und wohnte bis zu seinem Tod am 13. September 1872 im oben genannten zweiten Herrensitz in der nahen Sulzbacher Straße. 1930 stiftete man ihm ein Kenotaph. Dieses Denkmal wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten auf Beschluss des Stadtrats 1933 entfernt und erst 1955 wieder aufgestellt.<ref>Feuerbach in Nürnberg</ref>
Im Süden (Schleiermacherstraße) der Anhöhe wurden 1915 frühgenossenschaftliche Reihenhäuser, im Norden (Lützow- und Nettelbeckstraße) Ende der Zwanziger Jahre Art-déco-Bauten errichtet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />nuernberg-aha.de: Sankt Jobst - mit Steinplatte, Rechenberg u. Freidenkerei ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> 1930 wurde aus Mitteln des Physikalischen Vereins Nürnberg die Regiomontanus-Sternwarte als Volkssternwarte erbaut.
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebald gepfarrt,<ref name="H162"/> ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Pfarrei St. Jobst zuständig.<ref name="OV 1846"/> Am Rechenberg stand die Notkirche St. Anna. Nach der Zerstörung der St. Josefskirche an der Harmoniestraße übernahm diese St.-Anna-Kirche das Patrozinium St. Josef.<ref>Filialkirche St. Benedikt. In: sbjosefallerheiligen-nuernberg.kirche-bamberg.de. Abgerufen am 10. Mai 2025.</ref>
Heutige Nutzung
Der Rechenberg-Park ist ein langer Parkstreifen östlich und westlich des Rechenbergs. Im Winter wird er als Rodelberg genutzt. Die Sternwarte bietet Vorträge und an sternenklaren Tagen Führungen.<ref>Regiomontanus Sternwarte Nürnberg</ref> Weiterhin existieren auf der Kuppe ein Spielplatz, zwei runde, einkörbige Basketballplätze sowie ein asphaltierter Bolzplatz.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783769665949 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 162 (Digitalisat). Vorlage:Hofmann Nürnberg-Fürth 1954 Zusätzliche Quelle
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Hermann Rusam: Rechenberg. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 861–862 (online).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Rechenberg im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
- Turnier am Rechenberg bei Nürnberg. Erhard Schön (Stecher), Flugblatt von 1534, Germanisches Nationalmuseum, Inventarnummer HB19866.
Fußnoten
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