Richard Meier (Jurist)
Richard Meier (* 6. Januar 1928 in München; † 19. Juni 2015 in Kaufbeuren) war ein deutscher Jurist, ab 1964 Abteilungsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz, von 1970 bis 1975 Abteilungsleiter im Bundesnachrichtendienst (BND) und vom 16. September 1975 bis zum 26. April 1983 Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.
Leben
Meier, Sohn eines Beamten, besuchte von 1934 bis 1938 die Volksschule und dann das Gymnasium in Landsberg am Lech, das er 1946 mit dem Abitur abschloss. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in der Mindestzeit, beider juritistschen Staatsexamen von 1947 bis 1954 inklusive der Promotion bei Willibalt Apelt mit einer Dissertation zum über Die Regelung der inneren Verhältnisse des Deutschen Bundes durch die Bundesversammlung begann er seine berufliche Karriere 1954 als Staatsanwalt in Wuppertal;<ref>Redaktionsbüro Harenberg: Knaurs Prominentenlexikon 1980. Die persönlichen Daten der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Mit über 400 Fotos. Droemer Knaur, München/Zürich 1979, ISBN 3-426-07604-7, Meier, Richard, S. 302.</ref> er wurde 1957 als Beamter in das Bundesamt für Verfassungsschutz versetzt. Dort wurde er 1958 Regierungsrat, 1961 Oberregierungsrat, im Februar 1964 Leiter der Abteilung IV (Spionageabwehr), 1965 Leitender Regierungsdirektor und 1969 Direktor. Nachdem er bis April 1970 Abteilungsleiter war, wechselte er zum BND, wo er unter dem Decknamen Richard Manthey die Abteilung I (Beschaffung) leitete.<ref>Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, Bd. 17: 1964, ISBN 978-3-486-58127-0.</ref>
Zum 15. September 1975 wurde Meier zum Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz ernannt.<ref>Geschichte. In: verfassungsschutz.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juni 2023.</ref> In seine Amtszeit fiel mit dem Deutschen Herbst der Höhepunkt des RAF-Terrorismus: die Schleyer-Entführung, die Entführung des Flugzeugs „Landshut“ und die Todesnacht von Stammheim.
Im August 1982 verursachte Meier einen schweren Autounfall mit einem Toten und mehreren Schwerverletzten. Er selbst musste unfallbedingt monatelang dem Dienst fernbleiben. Das Landesgericht in Innsbruck verurteilte ihn wegen den Unfalls zu einer hohen Geldstrafe. Am 22. April 1983 wurde Meier vom Bundesminister des Innern, Friedrich Zimmermann (CSU), in den einstweiligen Ruhestand versetzt.<ref>Staat vorgeführt, Der Spiegel 51/1982, S. 16.</ref>
Meiers Nachfolger wurde der damals erst 45-jährige Heribert Hellenbroich.<ref>Panorama: Nachfolger für Meier, Der Spiegel 19/1983, S. 22f.</ref> Meier starb 2015.<ref>Nachruf Dr. Richard Meier. Bundesamt für Verfassungsschutz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2015; abgerufen am 26. Juni 2015.</ref>
Meier war von 1959 bis 1965 Mitglied der CDU und danach parteilos.
Veröffentlichungen
- Geheimdienst ohne Maske. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes über Agenten, Spione und einen gewissen Herrn Wolf. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1992, ISBN 3-7857-0663-4.
Literatur
- Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2317-9.
Weblinks
- Richard Meier im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
<references />
Otto John (1950–1954) | Hanns Jess (kommissarisch, 1954–1955) | Hubert Schrübbers (1955–1972) | Günther Nollau (1972–1975) | Richard Meier (1975–1983) | Heribert Hellenbroich (1983–1985) | Ludwig-Holger Pfahls (1985–1987) | Gerhard Boeden (1987–1991) | Eckart Werthebach (1991–1995) | Hansjörg Geiger (1995–1996) | Peter Frisch (1996–2000) | Heinz Fromm (2000–2012) | Hans-Georg Maaßen (2012–2018) | Thomas Haldenwang (2018–2024) | Sinan Selen (seit 2025)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meier, Richard |
| ALTERNATIVNAMEN | Manthey, Richard (Deckname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz |
| GEBURTSDATUM | 6. Januar 1928 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 19. Juni 2015 |
| STERBEORT | Kaufbeuren |