Berlin-Schmöckwitz
| Schmöckwitz Ortsteil von Berlin | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
<imagemap>
Bild:Berlin_Treptow-Köpenick_Schmöckwitz.svg|300px|Schmöckwitz auf der Karte von Treptow-Köpenick poly 3 37 37 55 45 37 69 63 105 43 29 9 Alt-Treptow poly 47 39 39 45 73 101 117 97 109 47 71 65 Plänterwald poly 95 199 35 139 73 135 83 115 71 95 119 97 111 121 131 133 105 143 85 139 79 151 121 175 Baumschulenweg poly 113 59 115 119 117 99 183 155 249 153 269 141 207 83 183 107 Oberschöneweide poly 121 107 183 155 203 143 239 153 235 173 187 189 111 115 Niederschöneweide poly 95 197 155 243 183 243 181 229 199 223 205 215 129 131 117 139 89 135 77 151 119 177 Johannisthal poly 163 244 159 254 171 292 155 324 185 336 261 276 233 240 209 246 Altglienicke poly 191 360 195 332 229 320 255 278 297 312 303 344 245 362 Bohnsdorf poly 233 240 293 316 307 356 335 394 343 372 343 366 389 322 317 286 297 284 273 238 Grünau poly 335 390 375 316 429 402 495 372 513 400 419 526 393 498 409 426 407 398 371 388 333 406 Schmöckwitz poly 369 82 365 128 311 150 313 164 437 200 459 94 411 70 Friedrichshagen poly 381 332 471 218 575 268 599 302 561 336 547 330 439 400 Müggelheim poly 457 90 439 200 575 272 613 192 633 212 639 202 627 192 627 178 569 160 545 124 517 108 527 142 515 144 507 120 Rahnsdorf poly 207 88 293 64 369 112 365 132 303 154 317 174 429 192 465 222 391 326 301 280 273 232 243 236 237 166 241 146 271 140 Köpenick poly 193 176 189 188 205 212 179 236 179 240 229 242 249 236 249 220 239 206 239 164 223 174 209 170 Adlershof poly 1 280 57 258 83 336 167 318 193 336 195 356 255 366 305 352 335 416 373 388 403 436 385 476 393 508 411 528 437 510 465 432 503 430 525 392 493 374 549 328 569 336 595 296 577 268 611 208 635 212 639 198 627 192 627 172 569 154 553 118 511 96 499 116 405 66 365 92 349 96 351 70 383 26 373 2 641 4 639 536 175 534 169 400 0 398 Brandenburg rect 7 396 169 534 Berlin desc bottom-left </imagemap> | ||||||
| Koordinaten | 52° 22′ 40″ N, 13° 38′ 57″ O
{{#coordinates:52,377777777778|13,649166666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Schmöckwitz, Ortsteil | region=DE-BE | type=city
}} |
| Höhe | ≈ 34 m ü. NHN | |||||
| Fläche | 17,14 km² | |||||
| Einwohner | 4487 (31. Dez. 2024) | |||||
| Bevölkerungsdichte | 262 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 | |||||
| Postleitzahl | 12527 | |||||
| Ortsteilnummer | 0915 | |||||
| Gliederung | ||||||
| Bezirk | Treptow-Köpenick | |||||
| Ortslagen |
| |||||
Schmöckwitz [<templatestyles src="IPA/styles.css" />]<ref>Aussprache: Neben Standardlautung wird vorzugsweise der erste Vokal ‚ö‘ lang gesprochen (wie alt Smekewitz)</ref> ist der südöstlichste Berliner Ortsteil und liegt im Bezirk Treptow-Köpenick. Das ehemalige Fischerdorf ist heutzutage – bedingt durch seine Wasserlage – ein beliebtes Naherholungsziel.
Lage und Umgebung
In Schmöckwitz befindet sich im Zeuthener See der südlichste Punkt des Bezirks Treptow-Köpenick und somit Berlins. In der Mitte des länglichen Sees verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Das Siedlungsgebiet liegt zwischen Wäldern und Seen. Die alte Ortschaft Schmöckwitz liegt am Zusammenfluss mehrerer Seen, nur erreichbar vom nördlicheren Grünau über das Adlergestell, das über die Schmöckwitzer Brücke ins östlichere Schmöckwitzwerder bis zur Wernsdorfer Brücke weiterführt, sowie mit der Straßenbahnlinie 68 von Grünau, die am Ufer der Dahme an Karolinenhof vorbei nach Alt-Schmöckwitz weiterführt.
Die Ortsflur von Schmöckwitz liegt umschlossen von Wald und Wasser, darunter dem Langen See, dem Seddinsee, dem Zeuthener See, dem Großen Zug und dem Krossinsee. Die Kolonien liegen jeweils auf hochwassersicheren Höhenzügen und sind – wie Ausgrabungen zeigten – schon seit Urzeiten bewohnt.<ref>Hans Weinert: Die Mesolithische Teilbestattung von Schmöckwitz bei Berlin (Originaluntersuchung von 1927). In: Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, 1954, Band 46, Heft 3, S. 408–420; Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> Im Vergleich zu anderen Ortsteilen in Berlin ist Schmöckwitz relativ dünn besiedelt.
Geschichte
Der Ortskern von Schmöckwitz lag ursprünglich auf einer Insel. Auf ihr errichteten Slawen ein Runddorf.<ref>Nicht zu verwechseln mit einem Rundling, in dem die Häuser giebelständig sind.</ref> Es war unverhuft, weil seine Bewohner Fischer waren. Im Jahr 1375 wurde Schmöckwitz erstmals urkundlich im Landbuch Karls IV. erwähnt und zwar als Smewitz/Smekewitz (später: Smeckwitz [1542], ab 1652: Schmöckwitz). Der Ursprung des Namens ist slawisch und war wohl zunächst ein Gewässername. Eine mögliche Deutung ist smokowic = ‚Drachenbach‘ oder ‚Schlangenbach‘ wegen des sich schlängelnden Wasserverlaufs um die Insel. Im Landbuch wurden für Smekwitz 15 Häuser von Fischern aufgeführt. Es gab auch Bienenzuchten. Für die deutsche Inbesitznahme, vermutlich um 1230, spricht das Vorhandensein eines Schulzen, der vermutlich für die Lieferung von Fischen und Honig an die Burg Köpenick zu sorgen hatte. Es gab sogar einen Krug.
Bis ins 17. Jahrhundert blieb Schmöckwitz ein kleines Dorf von Fischern und Zeidlern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1648 ein großer Teil des Ortes durch einen Brand zerstört. Bis 1751 war Schmöckwitz noch eine Insel. 1798/1799 wurde die heutige Dorfkirche auf den Fundamenten eines hölzernen Vorgängerbaus gebaut. Ab 1858 werden Ackerland und Handwerker erwähnt, ab 1860 erste Anfänge von Industrie (Leimsiederei und Wattefabrik).
Die Besiedlung von Rauchfangswerder durch den Pächter Martin Barnack fand 1743 statt. 1785 wurde Karolinenhof gegründet: Der Bauer Kersten benannte seinen Hof nach seiner Frau Karoline. Er bewirtschaftete 72 Hektar Land, das die Gemeinde Schmöckwitz gepachtet hatte. 1895 gründete dann der Berliner Bankier Albert Schappach die Terraingesellschaft Carolinenhof und legte dort eine Villenkolonie an.
Der Bau der Schmöckwitz–Grünauer Uferbahn, der heutigen Straßenbahnlinie 68, erfolgte zwischen 1911 und 1912. Seit dem 6. November 1928 fährt die elektrische S-Bahn zwischen der Berliner Innenstadt und dem Bahnhof Grünau, wodurch sich die Verkehrsanbindung von Schmöckwitz verbesserte. Den benachbarten Bahnhof Eichwalde in Brandenburg, der schon zuvor von dampfbetriebenen Vorortzügen – die vom Görlitzer Bahnhof in Berlin ausgingen – bedient wurde, erreichte die elektrische S-Bahn am 7. April 1951 im Rahmen der Verlängerung des elektrischen Betriebs bis Königs Wusterhausen.
Die Eingemeindung nach Groß-Berlin in den Bezirk Köpenick fand 1920 statt. Ab 1919 entstand die Siedlung Schmöckwitz am nördlichen Rand von Eichwalde; hier wurden in erster Linie an heimkehrende Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs Acker- und Wohnflächen vergeben. Im Jahr 1942 wurde das Berliner Reifenwerk im Wald am Adlergestell erbaut. Dazu wurde unter anderem ein Teil der im Wald befindlichen Dünen abgetragen, von denen inzwischen nur noch ein paar Reste erhalten sind.
Am 18. August 1961 wurden zehn Mitglieder der Jungen Gemeinde Berlin-Schmöckwitz bei einem Schiffsausflug rund um die Insel Rügen verhaftet, da sie in einer Bitte an den Kapitän scherzhaft die Weiterfahrt in Richtung der dänischen Insel Bornholm gefordert hatten. Acht der Jugendlichen erhielten Haftstrafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren, zwei wurden als Rädelsführer zu je acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Zur Erinnerung wurde im August 2021 vor der Dorfkirche eine Gedenktafel eingeweiht.<ref>Einweihung einer Gedenktafel zur Erinnerung an den Schauprozess gegen die junge Gemeinde Schmöckwitz vor 60 Jahren am 21. August 2021. In: Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick. 6. August 2021, abgerufen am 7. August 2021.</ref>
Bis zur Verwaltungsreform 2001 gehörte Schmöckwitz zum Berliner Bezirk Köpenick.
Am Ufer des Zeuthener Sees liegt ein Campus der japanischen Teikyō-Universität.
Bevölkerung
|
|
Quelle ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>
Verkehr
Schmöckwitz und Karolinenhof sind durch die Straßenbahnlinie 68, die nachts durch den Nachtbus N68 ersetzt wird, an das öffentliche Nahverkehrsnetz Berlins angeschlossen. Von der Endhaltestelle der Straßenbahn verkehrt die Buslinie 168 als Zubringer nach Rauchfangswerder. Die Buslinien 733 und deren Verlängerung 734 verkehren außerdem nach Königs Wusterhausen über Wernsdorf und in die andere Richtung über Zeuthen zum Flughafen Berlin Brandenburg. In den Sommermonaten verkehrt eine Fähre von Schmöckwitz zur Halbinsel Krampenburg zu den Zeltplätzen nördlich der Dahme an der Großen Krampe. Sämtliche Linien, ausgenommen die Buslinien 733/734 (RVS LDS) werden von der BVG betrieben.
Gegenüber dem Dorfanger stand am Adlergestell 784 das im wilhelminischen Stil erbaute Straßenbahndepot der Uferbahn.
Die auch als Wagenhalle Schmöckwitz bezeichnete Anlage wurde zwischen 1912 und 1926 als Betriebshof der Uferbahn sowie zwischen 1945 und 1948 als provisorischer Betriebshof der BVG betrieben, danach diente sie nur noch als Wagenhalle.
Bis 2006 wurde das Gelände vom Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin als Werkstatt und Depot für seine historischen Fahrzeuge genutzt. Später konnte die unter Denkmalschutz stehende Wagenhalle nicht mehr für die historischen Straßenbahnen genutzt werden, da bei der Gleisschleifensanierung in Alt-Schmöckwitz die Weichen in das Liniennetz ersatzlos ausgebaut wurden und somit die Wagenhalle von den Gleisen des Netzes abgetrennt war. Ein Triebwagen des Typs TF 21 S verblieb dabei im alten Depot.
Schließlich brannte das alte Depot am 30. August 2008 mitsamt der historischen Straßenbahn darin nieder.<ref>Ehemaliges Tram-Depot in Berlin-Schmöckwitz ausgebrannt. Bei: tssf.eu</ref> Die Ruine wurde im November 2022 beseitigt und das Gelände eingeebnet, dabei wurden auch die Reste des beschädigten Triebwagens entsorgt.<ref>Uwe Poppel: Betriebshof Alt-Schmöckwitz – ein Abschied. In: Arbeitskreis Berliner Nahverkehr e. V. (Hrsg.): Berliner Verkehrsblätter. Nr. 1, 2023, ISSN 0722-9399, S. 16.</ref><ref>Andreas Kubig, Florian Schwuttke: Triebwagen 4305 der Bauart TF 21 S – Ende eines Museumswagens. In: Arbeitskreis Berliner Nahverkehr e. V. (Hrsg.): Berliner Verkehrsblätter. Nr. 7, 2023, ISSN 0722-9399, S. 144–147.</ref>
Bildung
- Schmöckwitzer Insel-Schule (Grundschule), Adlergestell 776
Persönlichkeiten
Schmöckwitz
- Otto von Bronk (1872–1951), Fernsehpionier, lebte in Schmöckwitz
- Vincenz Müller (1894–1961), General der Wehrmacht und der NVA, lebte und starb in Schmöckwitz
- Ruthild Hahne (1910–2001), Bildhauerin, in Schmöckwitz aufgewachsen
- Christfried Berger (1938–2003), Pfarrer in Schmöckwitz
- Almuth Berger (* 1943), Pfarrerin, lebt in Schmöckwitz
Karolinenhof
- Alexander Dehms (1904–1979), Politiker (SPD), in Karolinenhof geboren
- Werner Schneidratus (1908–2001), Architekt, in Karolinenhof geboren
- Susanne Kerckhoff (1918–1950), Schriftstellerin, lebte in Karolinenhof
- Gerhard Beil (1926–2010), Politiker (SED), lebte in Karolinenhof
- Hansjoachim Tiedge (1937–2011), Nachrichtendienstler, lebte in Karolinenhof
- Renate Göritz (1938–2021), Grafikerin und Buchillustratorin, lebte in Karolinenhof
Rauchfangswerder
- Heinz Behrens (1932–2022), Schauspieler, lebte in Rauchfangswerder
- Dean Reed (1938–1986), Sänger, lebte in Rauchfangswerder
Siehe auch
- Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Schmöckwitz
- Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Schmöckwitz
- Liste der Gedenktafeln in Berlin-Schmöckwitz
Literatur
- Horst Bosetzky setzte Schmöckwitz (und der nach Schmöckwitz führenden Straßenbahnlinie) mit seiner mehrbändigen Familiensaga ein literarisches Denkmal.
- Karl Hohmann: Das Berliner Fischerdorf Schmöckwitz im Wandel der Zeiten. (PDF) In: Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte. Hrsg.: Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg. Berlin 1960, S. 57–83 (ISSN 0447-2683)
Weblinks
- Schmöckwitz, Information zum Ortsteil. Bezirksamt Treptow-Köpenick.
- Köpenick von A bis Z: Schmöckwitz, Infosammlung. Köpenick.net, Version 2005
- Geschichte des Ortsteils Berlin-Schmöckwitz. Website der evangelischen Kirchengemeinde.
Einzelnachweise
<references />