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Straßenbahn Lwiw

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Straßenbahn Lwiw
Datei:ElectronTramway-in-Lviv.JPG
Bild
Der in Lwiw gebaute fünfteilige Niederflurwagen Nr. 1179 des Types Electron T5L64 an seinem ersten Betriebstag im August 2013
Basisinformationen
Staat Ukraine
Stadt Lwiw
Eröffnung 5. Mai 1880
Infrastruktur
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Betrieb
Linien 11 (Ende 2016)
Fahrzeuge 93 (KT4SU)
56 (KT4D)
11 Electron T5L64
8 Electron T3L44
11 Be 4/8 ex Bern
1/23 Be 4/8 ex Basel
Statistik
Fahrgäste 49,2 Mio. pro Jahr (2010)
Datei:Схема маршрутів львівських трамваїв і тролейбусів.jpg
Netzplan
Straßenbahn- und Trolleybusnetz (2022)<ref name="lvivtrans"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Netzplan (Memento vom 22. Februar 2017 im Internet Archive) , <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />historische Netzpläne (Memento vom 18. November 2010 im Internet Archive) und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Linienliste (Memento vom 6. März 2017 im Internet Archive) (ukrainisch), abgerufen am 21. Februar 2017</ref>

Die Straßenbahn Lwiw ist das Straßenbahn-System der westukrainischen Stadt Lwiw, ehemals Lemberg. Es umfasst elf Linien (Stand: April 2017) bei 36,5 Kilometern Streckenlänge und knapp 120 Fahrzeugen (Stand: jeweils 2012).

Passagierzahlen und Finanzen ab 1991

Fuhren 1991 noch fast 140.000.000 Passagiere mit der Straßenbahn, so waren es 2002 nur noch 60.000.000. Zudem kann ein großer Teil der Fahrgäste, rund 65 Prozent, aufgrund von Gesetzen die Bahnen kostenlos benutzen. Die Schulden des Betriebes werden durch den Staat übernommen. Die Fahrpreise betragen derzeit:

  • Einfache Fahrt: 5,00 UAH
  • Ermäßigte Fahrt: 1,00 UAH
  • Gepäckstück (20 × 40 × 60 cm): 1,50 UAH
  • Erhöhtes Beförderungsentgelt: 30 UAH

Streckennetz

Aufbau und Elektrifizierung (1880 bis 1910)

Das meterspurige Netz geht auf eine am 5. Mai 1880 eröffnete Pferdebahn zurück. Diese stand im Besitz der Società Triestina Tramway, der Betreibergesellschaft der Straßenbahn Triest. 1906 wurde der Betrieb von der Stadt übernommen und 1908 elektrifiziert.

Parallel dazu hatte am 31. Mai 1894 das Unternehmen Siemens & Halske eine weitere Straßenbahn eröffnet. Diese wurde bereits 1896 kommunalisiert.

Umstellung auf Rechtsverkehr (1922)

Ab dem 1. Oktober 1922 wurden die Linien von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt.

Geschichte von 1945 bis 1990

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann der Ausbau des Netzes. Ab dem 27. November 1952 wurden auch Linien auf Oberleitungsbus umgestellt. Hierbei handelte es sich aber ausschließlich um schlecht ausgelastete Strecken. Ab den 1970er-Jahren wurden auch Linien in der Innenstadt stillgelegt. 1972 wurden nur noch sechs Linien befahren, später stieg die Zahl wieder an. 1988 wurde die erste Schnellstraßenbahn-Strecke eingeweiht.

Aktuelles Streckennetz seit 2016

Am 17. November 2016 wurde die Linie 8 eröffnet, die das Plattenbau-Wohnviertel Sychiw erschließt. Die Linie beginnt gemeinsam mit den Linien 3 und 11 am Soborna-Platz und fährt über die Innenstadtstrecke bis zum Franka-Platz. Das anschließende Stück bis zur Akademie der Künste teilt sie mit der Linie 4, auf diesem Abschnitt wurden die Gleise neu verlegt. Dann beginnt die Neubaustrecke, die auf eigenem Bahnkörper in Straßenmitte das dicht besiedelte Neubaugebiet erreicht.

Aktuell (2019) finden Ausbauarbeiten der Linien nach Norden statt, so dass dort zurzeit nur die Linien 6 und 7 fahren. Auch am Hauptbahnhof wird gearbeitet, es entsteht eine völlig neue Wendeschleife mit besseren Umsteigemöglichkeiten von Bahn auf Tram, so dass auch dieser Streckenast aktuell nicht befahren wird. Der Bahnhof kann aber über den großen und in der Nähe gelegenen Knotenpunkt der Straßenbahnen gut erreicht werden.

Die dringend notwendige Sanierung der Gleise auf der Bandera-Straße liegt momentan auf Eis, so dass dort recht langsam gefahren werden muss.

Linie 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Summe
Umläufe 6 10 8 2 6 11 9 15 6 5 3 75

An einem normalen Werktag sind 75 Umläufe im Einsatz.<ref name="lvivtrans"/>

Fahrzeuge

Typ Gotha

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Fahrzeuge sehr veraltet. Von 1955 bis 1967 wurden zahlreiche Wagen aus DDR-Produktion der Gothaer Waggonfabrik angeschafft. Andere in diesem Zeitraum produzierte Wagen kamen von 1969 bis 1972 aus Odessa und Dnepropetrovsk sowie von den aufgelösten Straßenbahnbetrieben in Chișinău (1961) und Simferopol (1971).(Triebwagen Nr. 401–474 und 481–490, Beiwagen Nr. 501–574 und 581–588)

Insgesamt waren dies

Typ Tatra T4SU

Datei:Таtrа Т-4 на площі Ринок.JPG
T4SU-Arbeitswagen Nummer 004 im Jahr 2010
Datei:Tatra KT-4D у Львові.jpg
Ehemaliger Erfurter Wagen (Nr. 1152) auf der Linie 1
Datei:Львівський трамвай (2).JPG
Ehemaliger Geraer Wagen (Nr. 1160) (mit Logo der GVB auf der Front)
Datei:Electron T3L44.jpg
Elektron T3L44 (Nr. 1185) bei der Eröffnung der Linie 8
Datei:Tramvaj lviv sign.jpg
Haltestellenschild mit Intervallangaben

Ab 1972 wurden erstmals in Lwiw Wagen aus der ČSSR beschafft. Die Ausführung T4SU (SU für Sowjetunion) entstand aus dem Typ T4D (D für DDR), wobei die Ausrüstung für den Beiwagenbetrieb entfiel und geschlossene Führerstände eingebaut wurden. In den Jahren 1972 bis 1979 wurden 73 Wagen ausgeliefert, die die Betriebsnummern 801 bis 873 erhielten.<ref>Straßenbahnen der Bauart Tatra: T4SU auf www.tatrawagen.de, abgerufen am 21. Februar 2017</ref> Später trug ein Wagen die Nummer 878. Die Wagen dieses Typs wurden letztmals im Jahre 2011 eingesetzt.<ref name="T4SU">T4SU ausgeschieden</ref> Heute (Stand: 2017) sind noch fünf dieser Wagen in Lwiw vorhanden.<ref name="Fahrzeuge"/>

Typ Tatra KT4SU

Im Jahre 1976 wurden zwei Fahrzeuge der Nullserie dieses neuen Wagentyps, der über ein Gelenk verfügte, nach Lwiw ausgeliefert. Sie wurden zusammen mit der für die DDR bestimmten Nullserie gebaut, weichen jedoch in einigen Details (z. B. Begrenzungsleuchten) von dieser ab. Die Serienwagen trafen von 1980 bis 1988 ein. Insgesamt erhielt Lwiw 145 KT4SU-Wagen (Nr. 1001–1145). 2012 kamen noch zwei Wagen aus Winnyzja dazu (Nr. 1172 und 1173). Heute (Stand: 2017) sind von den 147 Wagen nur noch 93 vorhanden. Davon werden 52 noch eingesetzt, 41 weitere sind im Depot als derzeit nicht betriebsfähige Reserve abgestellt<ref name="Fahrzeuge"/>, da man nicht mehr so viele Fahrzeuge für den täglichen Einsatz benötigt.<ref>Tatra-Straßenbahn – Typ KT4SU auf www.strassenbahn-online.de, abgerufen am 21. Februar 2017</ref> Die übrigen 54 Wagen sind bereits verschrottet.<ref name="Fahrzeuge"/> Es ist geplant, die bestehenden Fahrzeuge mit Niederflurmittelteilen auszurüsten.<ref>LOK Report - Ukraine: Lʹviv will Tatra-Straßenbahnen im Mittelteil niederflurig machen. Abgerufen am 13. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Typ Tatra KT4D

In den Jahren von 2007 bis 2013 wurden insgesamt 27 gebrauchte Tatra KT4D-Wagen aus Erfurt und Gera angekauft:

  • 2007/2008 von der Straßenbahn Erfurt 11 Wagen (Nr. 1150–1159 und 1171, Nr. 1159 wurde 2010 nach Brand verschrottet)<ref>Wagenparkliste Erfurt auf tram-info.de</ref>
  • 2008 von der Straßenbahn Gera 11 Wagen (Nr. 1160–1170)<ref>Wagenparkliste Gera auf tram-info.de</ref>
  • im Juli 2013 nochmals 5 Wagen von der Straßenbahn Erfurt (Nr. 1174–1178), damit umfasst der Bestand dieses Typs seitdem 26 Wagen.

Zusätzlich wurden 2018 von der Straßenbahn Berlin 30 Wagen (Nr. 1188-1217) übernommen.<ref>Railway Gazette International2018-07-26T10:25:35+01:00: Lviv takes delivery of ex-Berlin trams. Abgerufen am 11. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Mai 2024 wurden nochmals 12 Wagen von der Straßenbahn Berlin abgegeben, sodass nach der vollständigen Auslieferung insgesamt 68 Wagen dieses Typs in Bestand sein werden.<ref>BVG spendet zwölf Straßenbahnen in die Ukraine. In: BVG Unternehmen. Abgerufen am 11. Juni 2024.</ref>

Typ Elektron

Ab September 2012 wurde an die Lwiwer Firma Elektrotrans, einem Joint Venture von Electron and TransTec Vetschau, der Auftrag zum Bau von Niederflurstraßenbahnen mit 100 % Niederfluranteil vergeben. Diese sind im Einsatz

Typ Vevey

2024 schenkte Bernmobil der Straßenbahn Lwiw elf Niederflurtriebwagen der Baujahre 1989 und 1990. Die Fahrzeuge wurden von September 2024 bis April 2025 nach Lwiw transportiert.<ref name=":2">HBO: Schweiz: Bern: Abschied der VEVEY-Trams. In: Straßenbahn Magazin. Nr. 418 (10/2024). GeraMond Verlag, München 2024, S. 14.</ref><ref>Andrew Thompson: Chronik Osteuropa. In: Straßenbahn Magazin. Straßenbahn Jahrbuch 2026. GeraMond Verlag, München 2025, ISBN 978-3-9870222-3-4, S. 82–88, hier: 88.</ref>

Typ Schindler

Bis Ende 2025 werden 23 gebrauchte Gelenktriebwagen des Typs Schindler Be 4/8 für den Fahrgastbetrieb und rund 10 gebrauchte Gelenktriebwagen des Typs Schindler Be 4/6 für andere Zwecke wie Fahrerschulung, Dienstfahrzeuge und Ersatzteilspender aus dem Bestand der Baselland Transport von der Straßenbahn Basel an die Straßenbahn Lwiw abgegeben.<ref>Die Schindler Trams der BLT fahren nach Lviv statt Belgrad. 17. Januar 2025, abgerufen am 17. Januar 2025.</ref> Der Einsatz eines ersten Be 4/8 begann im August 2025.<ref>Paulina Piziorska: Lwów. Schindler Be 4/8 wjeżdża na trasę linii nr 9. In: Transport Publiczny. 23. August 2025, abgerufen am 23. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Erinnerungskultur

Datei:Sanok SN1 093.jpg
Betriebsfähiges Originalfahrzeug Sanok SN1 093

Die Straßenbahn Lwiw unterhält mit dem Sanok-Wagen 093 ein betriebsfähiges Originalfahrzeug von 1912.

Lied

Von der Lwiwer A-cappella-Gruppe „Pikardijska Terzija“ stammt ein populäres Lied, das die Straßenbahn von Lwiw besingt („Starenki Tramwaj“, deutsch etwa „Die (liebe) alte Straßenbahn“).

Literatur

  • Martin Harák: Straßenbahnen der k.u.k. Donaumonarchie, bahnmedien.at. Wien, 2015. ISBN 978-3-9503304-9-6

Weblinks

Commons: Straßenbahn Lwiw – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

<references />

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