Zum Inhalt springen

Warthin-Tumor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
{{#ifeq:|ja|Klassifikation nach ICD-10-GM|Klassifikation nach ICD-10}}
{{#if: D11 | D11 | Eintrag fehlt }} Gutartige Neubildung der Parotis | Eintrag fehlt }}
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
{{#ifeq:|ja|ICD-10 online (GM-Version 2026)|ICD-10 online (WHO-Version 2019)}}
{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 30}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 29}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 28}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 27}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 26}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 25}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 24}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 23}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 22}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 21}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 20}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 19}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 18}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 17}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 16}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 15}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 14}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 13}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 12}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 11}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 10}}{{#if:|Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 05}}
Klassifikation nach ICD-O-3
{{#if: 8561/0 | 8561/0 | Eintrag fehlt}} Warthin-Tumor | Eintrag fehlt }}
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
Vorlage:Infobox ICD-O/Wartung20 {{{20-BEZEICHNUNG}}}
ICD-O-3, zweite Revision (2019)
{{#if:|}}{{#if:|}}

Der Warthin-Tumor (benannt nach Aldred Scott Warthin, US-amerikanischer Pathologe, Ann Arbor, 1866–1931) ist eine gutartige Neoplasie oder tumorartige Läsion, die sich nahezu ausschließlich im Bereich der Ohrspeicheldrüse, selten in benachbarten Halslymphknoten oder anderen Lokalisationen manifestiert.<ref name="who">R. H. W. Simpson, J. W. Eveson: Warthin tumour. In: Pathology and Genetics of Head and Neck Tumours. IARCPress, Lyon 2000.</ref><ref name="atlas">A. Teymoortash: Head and neck: Salivary gland: Warthin's Tumors. In: Atlas Genet Cytogenet Oncol Haematol. April 2008. http://atlasgeneticsoncology.org//Tumors/WarthinsTumID5424.html</ref> Nach dem pleomorphen Adenom ist der Warthin-Tumor der zweithäufigste benigne Speicheldrüsentumor.<ref name="emedicine">S. Dubner: Parotid Tumors, Benign (20. November 2008); http://emedicine.medscape.com/article/1289560-overview</ref>

Klinisch zeichnet sich der Tumor durch ein langsames Wachstum aus; eine maligne Entartung wird in wenigen Einzelfällen beobachtet. Ein Rezidiv nach chirurgischer Entfernung ist selten.<ref name="who" />

Synonyme

Gleichbedeutend gebraucht werden bisweilen Bezeichnungen wie Adenolymphom, Zystadenolymphom, papilläres Cystadenoma lymphomatosum, Cystadenoma lymphomatosum papilliferum oder Cystadenolymphoma papilliferum. Um eine Verwechslung mit malignen Lymphomen oder dem Lymphadenom zu vermeiden, wird jedoch empfohlen, die Bezeichnung Warthin-Tumor zu verwenden.<ref name="who" /> Nur noch historische Bedeutung haben die Begriffe Albrecht-Arzt-Tumor oder Albrecht-Arzt-Warthin-Tumor.

Geschichte

Die Ersterwähnung des Warthin-Tumors erfolgte bereits 1895 durch den deutschen Chirurgen Otto Hildebrand (1858–1927) unter der Bezeichnung Adenolymphom.<ref>O. Hildebrand: Über angeborene epitheliale Cysten und Fisteln des Halses. In: Arch Klin Chir. 49, 1895, S. 167–206.</ref> Nach der genaueren Beschreibung der Entität durch Heinrich Albrecht und Leopold Arzt um 1910<ref>H. Albrecht, L. Arzt: Beiträge zur Frage der Gewebsverirrung. Papilläre Cystadenome in Lymphdrüsen. In: Frankfurt Ztschr f Path. 4, 1910, S. 47.</ref> führte Warthin den Begriff 1929 als papilläres Cystadenoma lymphomatosum. in das amerikanische Schrifttum ein.<ref>A. S. Warthin: Papillary cystadenoma lymphomatosum. A rare teratoid of the parotid region. In: J Cancer Res. 13, 1929, S. 116.</ref>

Epidemiologie

Der Altersgipfel des Warthin-Tumors liegt in der 6.–7. Lebensdekade, wobei das mittlere Erkrankungsalter mit 62 Jahren angegeben wird. Eine Manifestation bereits im Kindesalter ist zwar möglich, jedoch tritt der Tumor nur selten vor dem 40. Lebensjahr auf.<ref name="who" /><ref name="emedicine" /> Die historische deutliche Präferenz des Tumors für das männliche Geschlecht, die noch 1953 mit 10 : 1 angegeben wurde, hat sich mutmaßlich aufgrund geänderter Lebensgewohnheiten (Tabakabusus) deutlich zuungunsten des weiblichen Geschlechts verschoben. Neuere Zahlen zeigen nur noch eine gering erhöhte Krankheitshäufigkeit bei Männern oder gar ein ausgeglichenes Geschlechtsverhältnis.<ref name="who" /> Die Inzidenz der Erkrankung bei Afroamerikanern und Schwarzafrikanern ist niedriger als bei Weißen, wobei jedoch bei Afroamerikanern in den vergangenen Dekaden eine Häufigkeitszunahme beobachtet werden konnte.<ref name="who" /><ref name="yoo">G. H. Yoo, D. W. Eisele, F. B. Askin, J. S. Driben, M. E. Johns: Warthin's tumor: a 40-year experience at The Johns Hopkins Hospital. In: Laryngoscope. 104(7), Jul 1994, S. 799–803.</ref><ref>M. A. Yaor: The pattern of presentation of salivary gland tumors in Africa: A review of published reports. In: Ear Nose Throat J. 89(2), Feb 2010, S. E17–E21. PMID 20155665</ref>

Ätiologie

Die eigentlichen, der Tumorentstehung zugrundeliegenden Ursachen sind weitgehend unbekannt. Die Läsion wird überwiegend als echte Neoplasie eingestuft, könnte nach einer Hypothese zufolge aber auch zu einer Gruppe erworbener multizystischer reaktiver Erkrankungen im Bereich von Kopf und Hals zählen; letzterer Ansatz wird durch die in einigen Studien beobachtete Polyklonalität der epithelialen Tumorkomponente gestützt.<ref>S. Suster, J. Rosai: Multilocular thymic cyst. An acquired reactive process. Study of 18 cases. In: Am J Surg Pathol. 15, 1991, S. 388–398. PMID 2006719</ref><ref>K. Honda, K. Kashima, T. Daa, S. Yokoyama, I. Nakayama: Clonal analysis of the epithelial component of Warthin's tumor. In: Hum Pathol. 31, 2000, S. 1377–1380.</ref> Auch das lymphoide Stroma des Warthin-Tumors ist neueren Erkenntnissen zufolge polyklonalen Ursprungs und damit vermutlich lediglich reaktiv und nicht neoplastisch.<ref name="song">K. Song, J. D. Cotelingam, M. Lowery-Nordberg, W. Sun: Characterization of the lymphoid stroma in Warthin's tumor of salivary gland by immunohistochemistry, heavy chain gene and Bcl-2 gene rearrangement. In: Am J Transl Res. 1(4), 5. Apr 2009, S. 352–357. PMID 19956447</ref> Andere Arbeiten wiederum konnten zumindest bei einem Teil der Warthin-Tumoren eine Translokation zwischen Chromosom 11 und 19 mit Ausbildung eines Fusionsgens (CRTC1-MAML2) demonstrieren. Diese Veränderung wird interessanterweise auch beim mukoepidermoiden Karzinom gefunden.<ref>I. D. O'Neill: New insights into the nature of Warthin's tumour. In: J Oral Pathol Med, 38(1), Jan 2009, S. 145–149. PMID 18647217</ref> Es wird vermutet, dass sich der Tumor von heterotopen, in Lymphknoten gelegenen Speicheldrüsenausführungsgängen herleitet.<ref>A. S. Thompson, H. C. Bryant: Histogenesis of papillary cystadenoma lymphomatosum (Warthin's tumor) of the parotid salivary gland. In: Am J Pathol. 26, 1950, S. 807–849. PMID 15432614</ref> Hierfür spricht auch die Tatsache, dass Warthin-Tumoren am häufigsten oberflächlich am unteren Pol der Ohrspeicheldrüse gefunden werden, wo üblicherweise die meisten intraparotidealen Lymphknoten vorhanden sind.<ref>G. Colella, P. Biondi, A. Itro, D. Compilato, G. Campisi: Warthin's tumor distribution within the parotid gland. A feasible etiologic source from lymph nodal tissue. In: Minerva Stomatol. 59(5), May 2010, S. 245–249, 250–252.</ref> Eine andere Hypothese fasst den Warthin-Tumor als adenomatöse Proliferation auf, die sekundär eine lymphozytäre Infiltration nach sich zieht.<ref>J. M. Aguirre, M. A. Echebarría, R. Martínez-Conde, C. Rodriguez, J. J. Burgos, J. M. Rivera: Warthin tumor. A new hypothesis concerning its development. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 85(1), Jan 1998, S. 60–63. PMID 9474616</ref> Ein signifikanter Risikofaktor ist das Zigarettenrauchen, das die Erkrankungshäufigkeit Studien zufolge durchschnittlich um den Faktor 8-15 erhöht. Hierbei besteht offenbar eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, wobei das Risiko linear mit der Dauer und nichtlinear mit der Intensität des Tabakabusus ansteigt.<ref name="who" /><ref>S. Sadetzki, B. Oberman, L. Mandelzweig, A. Chetrit, T. Ben-Tal, A. Jarus-Hakak, S. Duvdevani, E. Cardis, M. Wolf: Smoking and risk of parotid gland tumors: a nationwide case-control study. In: Cancer. 112(9), 1. Mai 2008, S. 1974–1982. PMID 18361448</ref><ref name="freedman">L. S. Freedman, B. Oberman, S. Sadetzki: Using time-dependent covariate analysis to elucidate the relation of smoking history to Warthin's tumor risk. In: Am J Epidemiol. 170(9), 1. Nov 2009, S. 1178–1185. PMID 19755633</ref> Der positive Effekt der Intensität des Tabakabusus nimmt dabei bei hohen Intensitäten ab.<ref name="freedman" /> In einer Studie waren 89 % der an einem Warthin-Tumor erkrankten Patienten Raucher und 66 % starke Raucher. Auch das Risiko eines beidseitig auftretenden Warthin-Tumors ist bei Rauchern signifikant erhöht.<ref name="klussmann">Peter Klussmann J, Wittekindt C, S. Florian Preuss, A. Al Attab, U. Schroeder, O. Guntinas-Lichius: High risk for bilateral Warthin tumor in heavy smokers--review of 185 cases. In: Acta Otolaryngol. 126(11), Dez 2006, S. 1213–1217. PMID 17050316</ref> Eine mögliche Erklärung liegt in der Schädigung mitochondrialer DNS durch reaktive Sauerstoffspezies bei Rauchern. Tatsächlich zeigen die epithelialen Zellen des Warthin-Tumors häufig einen Verlust mitochondrialer DNS und strukturell abnorme Mitochondrien mit verminderter metabolischer Funktion.<ref name="atlas" /> Ein Einzelfallbericht beschreibt ein familiäres Auftreten von Warthin-Tumoren bei eineiigen Zwillingen.<ref>L. Gallego, L. Junquera, P. Villarreal, L. Villalaín: Familial Warthin Tumor: Occurrence in Monozygotic Twins. In: J Oral Maxillofac Surg. 68(6), Jun 2010, S. 1400–1401. PMID 19944513</ref>

Eine erhöhte Krankheitshäufigkeit wurde auch nach Exposition gegenüber ionisierender Strahlung, etwa bei Atombomben-Überlebenden, beobachtet.<ref>J. Sandros, G. Stenman, J. Mark: Cytogenetic and molecular observations in human and experimental salivary gland tumors. In: Cancer Genet Cytogenet. 44, 1990, S. 153–167. PMID 2153439</ref>

Diskutiert wird auch die Möglichkeit einer Beteiligung von Viren an der Krankheitsentstehung. So wird etwa das Humane Herpes Virus Typ 8 (HHV-8) häufig in Warthin-Tumoren gefunden.<ref>E. Dalpa, V. Gourvas, S. Baritaki, S. Miyakis, V. Samaras, C. Barbatis, G. Sourvinos, D. A. Spandidos: High prevalence of Human Herpes Virus 8 (HHV-8) in patients with Warthin's tumors of the salivary gland. In: J Clin Virol. 42(2), Jun 2008, S. 182–185. PMID 18339579</ref> Eine ätiologische Rolle des Epstein-Barr-Virus (EBV) oder des Cytomegalievirus (CMV) gilt hingegen mittlerweile als unwahrscheinlich.<ref>C. J. Laane, A. H. Murr, A. N. Mhatre, K. D. Jones, A. K. Lalwani: Role of Epstein-Barr virus and cytomegalovirus in the etiology of benign parotid tumors. In: Head & Neck. 24(5), Mai 2002, S. 443–50. PMID 12001074</ref> Die Inzidenz von Warthin-Tumoren soll bei HIV-infizierten Patienten höher sein.<ref>E. Francavilla, P. Boccato, M. Carretta, G. Gava, F. Breda, P. Cadrobbi: Warthin's tumor during HIV infection. In: Int Conf AIDS. 8, 19-24. Jul 1992, S. 80.</ref>

Schließlich wird auch eine Assoziation des Warthin-Tumors mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen berichtet.<ref>O. Gallo, C. Bocciolini: Warthin's tumour associated with autoimmune diseases and tobacco use. In: Acta Otolaryngol. 117(4), Jul 1997, S. 623–627. PMID 9288224</ref>

Pathologie

Datei:Warthin's tumor.jpg
Ein rundlich-ovalärer, scharf abgegrenzter Warthin-Tumor von graubräunlicher Farbe (rechte Bildmitte). Links: Normales Speicheldrüsengewebe.
Datei:Warthin tumor (1).jpg
Histologie des Warthin-Tumors.

Der Tumor manifestiert sich fast immer innerhalb der Ohrspeicheldrüse (> 90 %), bevorzugt in deren unterem Organpol.<ref name="atlas" /> 3–8 % der Patienten zeigen extraglandulär gelegene Tumoren, üblicherweise in hoch gelegenen Halslymphknoten. Dies darf nicht mit einer Lymphknotenmetastasierung verwechselt werden, die beim reinen Warthin-Tumor nicht beobachtet wird.<ref name="atlas" /><ref>M. Ellies, R. Laskawi, C. Arglebe: Extraglandular Warthin's tumours: clinical evaluation and long-term follow-up. In: Br J Oral Maxillofac Surg. 36(1), Feb 1998, S. 52–53.</ref> Einzelfallberichte beschreiben Warthin-Tumoren im Bereich der Unterkieferspeicheldrüse, der Tränendrüse,<ref>G. Bonavolontà, F. Tranfa, S. Staibano, G. Di Matteo, P. Orabona, G. De Rosa: Warthin tumor of the lacrimal gland. In: Am J Ophthalmol. 124(6), Dez 1997, S. 857–858. PMID 9402842</ref> des Kehlkopfes, der Wangenschleimhaut,<ref>S. Saunders, U. Igbokwe, D. Harmse: Warthin tumour of the buccal mucosa. In: Br J Oral Maxillofac Surg. 46(4), Jun 2008, S. 332–333. PMID 17933444</ref> des harten Gaumens<ref>R. Becelli, R. Morello, G. Renzi, C. Dominici: Warthin's tumor of the hard palate. In: J Craniofac Surg. 18(5), Sep 2007, S. 1182–1184. PMID 17912110</ref> oder der Lippe.<ref name="atlas" /><ref>A. D. Almeida, J. A. Hanemann, D. T. Oliveira: Warthin Tumor of the Upper Lip: An Unusual Location. In: Int J Surg Pathol. 2009 Feb 3. [Epub ahead of print] PMID 19189998</ref> In 7–12 % der Fälle liegen beidseitige, in 2–6 % multifokale Tumoren vor.<ref name="atlas" /><ref>J. M. Hilton, J. S. Phillips, H. B. Hellquist, D. J. Premachandra: Multifocal multi-site Warthin tumour. In: Eur Arch Otorhinolaryngol. 265(12), Dez 2008, S. 1573–1575.</ref> Warthin-Tumoren machen 14–30 % aller Speicheldrüsentumoren insgesamt und 70 % aller beidseitig auftretenden Speicheldrüsenneoplasien aus.<ref name="yoo" /><ref name="pathconsult" /> Makroskopisch erscheinen Warthin-Tumoren meist als gut umschriebene, runde bis ovoide Gewebsmassen von hellbräunlicher bis graubräunlicher Farbe, die auf den hohen Zytochrom-Gehalt des Gewebes zurückgeht. Neben soliden Anteilen zeigt der Tumor häufig schlitzförmige bis mehrere Zentimeter große zystische Strukturen, die mit klarer, schleimiger oder weißlicher bis bräunlicher Flüssigkeit angefüllt sind.

Histologisch zeigt sich ein durch eine dünne bindegewebige Kapsel scharf abgegrenzter Tumor aus einer epithelialen, solide Areale und Zysten bildenden Komponente, die in ein lymphoides Stroma eingebettet ist. Das die Zystenstrukturen auskleidende Epithel zeigt dabei einen zweischichtigen Aufbau aus onkozytären hochzylindrischen Zellen und basalen, flachen bis kubischen Zellen. Es werden auch Papillen mit fibrovaskulärem Stroma ausgebildet. In den Zystenlumina finden sich häufig Zelldetritus und eosinophile Sekretionsprodukte. Nennenswerte Zell- oder Kernatypien oder eine wesentliche Mitoseaktivität liegen nicht vor. Infarkte, Nekrosen, Plattenepithelmetaplasien oder Blutungen können das typische histologische Bild verfälschen. Diese Veränderungen können spontan oder als Folge einer vorausgegangenen Feinnadelbiopsie auftreten.<ref name="who" /><ref>S. Li, Z. W. Baloch, J. E. Tomaszewski, V. A. LiVolsi: Worrisome histologic alterations following fine-needle aspiration of benign parotid lesions. In: Arch Pathol Lab Med. 124(1), Jan 2000, S. 87–91. PMID 10629137</ref> Das Stroma beinhaltet häufig Lymphfollikel mit Keimzentren und ist reich an B-Lymphozyten.<ref>J. Cossman, M. J. Deegan, J. G. Batsakis: Warthin tumor. B-lymphocytes within the lymphoid infiltrate. In: Arch Pathol Lab Med. 101, 1977, S. 354–356. PMID 326225</ref>

Nach Seifert unterscheidet man, überwiegend abhängig von dem quantitativen Verhältnis der epithelialen und Stromakomponente, vier histologische Subtypen des Warthin-Tumors. Diese Einteilung besitzt keine klinische Bedeutung, weist den Pathologen jedoch auf die morphologische Bandbreite des Tumors hin.<ref>G. Seifert, H. G. Bull, K. Donath: Histologic subclassification of the cystadenolymphoma of the parotid gland. Analysis of 275 cases. In: Virchows Arch A Pathol Anat Histol. 388(1), 1980, S. 13–38. PMID 7467121</ref>

Histologischer Subtyp Definition Relative Häufigkeit
Typ 1 (klassischer Typ) 50 % Epithel, 50 % Stroma 77 %
Typ 2 (stromaarmer Typ) 70–80 % Epithel, 20–30 % Stroma 13,5 %
Typ 3 (stromareicher Typ) 20–30 % Epithel, 70–80 % Stroma 2 %
Typ 4 (metaplastischer Typ) ausgedehnte Plattenepithelmetaplasien 7,5 %

Immunhistochemie

Immunhistochemisch zeigen die onkozytären Zellen des Warthin-Tumors eine für hochzylindrische Epithelien typische Expression der Zytokeratine 7, 8, 18 und 19. Wie das normale Speicheldrüsenparenchym und die meisten benignen Speicheldrüsentumoren, exprimieren Warthin-Tumoren das Glykoprotein CD 9.<ref>K. Sakamoto, T. Ono, Y. Nakamura, H. Harada, T. Nakashima: Expression of cluster of differentiation 9 glycoprotein in benign and malignant parotid gland tumours. In: J Laryngol Otol. 123 Suppl 31, Mai 2009, S. 58–63. PMID 19460206</ref> Zumindest eine fokale Positivität ist darstellbar für Ribonuklease, Laktoferrin, Carcinoembryonales Antigen (CEA) und Lysozym, während der Nachweis der Marker Amylase, Vimentin und Desmin negativ ausfällt.<ref name="pathconsult">PathConsult: Warthin's Tumor (9. Januar 2006), Elsevier; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:

      | {{#ifeq: {{{wayback}}} | *
    | Vorlage:Webarchiv/Wartung/Stern{{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }} (Archivversionen)
    | {{#iferror: {{#time: j. F Y|{{{wayback}}}}}
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/DatumDer Wert des Parameters {{#if: wayback | wayback | Datum }} muss ein gültiger Zeitstempel der Form YYYYMMDDHHMMSS sein!
         | {{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer }} vom {{#time: j. F Y|{{{wayback}}}}} im Internet Archive{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
      }}
  }}
      | {{#if:
          | {{#iferror: {{#time: j. F Y|{{{webciteID}}}}}
    | {{#switch: {{#invoke:Str|len|{{{webciteID}}}}}
       | 16= {{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer }} vom {{#time: j. F Y| 19700101000000 + {{#expr: floor {{#expr: {{#invoke:Str|sub|{{{webciteID}}}|1|10}}/86400}} }} days}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
       | 9 = {{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }} {{#ifeq:  | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer}} vom {{#time: j. F Y| 19700101000000 + {{#expr: floor {{#expr: {{#invoke:Str|sub|{{#invoke:Expr|base62|{{{webciteID}}}}}|1|10}}/86400}} }} days}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
       | #default= Der Wert des Parameters {{#if: webciteID | webciteID | ID }} muss entweder ein Zeitstempel der Form YYYYMMDDHHMMSS oder ein Schüsselwert mit 9 Zeichen oder eine 16-stellige Zahl sein!Vorlage:Webarchiv/Wartung/webcitation{{#if:  || }}
      }}
    | c|{{{webciteID}}}}} {{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }} (Memento{{#if: {{#if:  | {{{archiv-bot}}} |  }} |  des Vorlage:Referrer}} vom {{#time: j. F Y|{{{webciteID}}}}} auf WebCite{{#if:  | ;  }}{{#ifeq:  | [] | ] | ) }}
  }}
          | {{#if: 20110703
              | Vorlage:Webarchiv/Today
              | {{#if:
                      | Vorlage:Webarchiv/Generisch
                      | {{#if: Warthin's Tumor. | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Warthin's Tumor.}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}} }}  
                 }}}}}}}}{{#if:
    | Vorlage:Webarchiv/archiv-bot
  }}{{#invoke:TemplatePar|check
     |all      = url=
     |opt      = text= wayback= webciteID= archive-is= archive-today= archiv-url= archiv-datum= ()= archiv-bot= format= original=
     |cat      = Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
     |errNS    = 0
     |template = Vorlage:Webarchiv
     |format   = *
     |preview  = 1
  }}{{#ifexpr: {{#if:|1|0}}{{#if:|+1}}{{#if:|+1}}{{#if:20110703|+1}}{{#if:|+1}} <> 1
    | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Genau einer der Parameter 'wayback', 'webciteID', 'archive-today', 'archive-is' oder 'archiv-url' muss angegeben werden.|1}}
  }}{{#if: 
    | {{#switch: {{#invoke:Webarchiv|getdomain|{{{archiv-url}}}}}
        | web.archive.org = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von Internet Archive erkannt, bitte Parameter 'wayback' benutzen.|1}} 
        | webcitation.org = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von WebCite erkannt, bitte Parameter 'webciteID' benutzen.|1}} 
        | archive.today |archive.is |archive.ph |archive.fo |archive.li |archive.md |archive.vn = 
          {{#if:  || }}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Im Parameter 'archiv-url' wurde URL von archive.today erkannt, bitte Parameter 'archive-today' benutzen.|1}}
      }}{{#if: 
         | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}
             | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Wert des Parameter 'archiv-datum' ist ungültig oder hat ein ungültiges Format.|1}}
          |  }} 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Pflichtparameter 'archiv-datum' wurde nicht angegeben.|1}}
      }}
    | {{#if: 
         | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Der Parameter 'archiv-datum' ist nur in Verbindung mit 'archiv-url' angebbar.|1}}
      }}
  }}{{#if:{{#invoke:URLutil|isHostPathResource|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X}}
    || {{#if:  || }}
  }}{{#if: Warthin's Tumor.
    | {{#if: {{#invoke:WLink|isBracketedLink|Warthin's Tumor.}}
        | {{#if:  || }}
      }}
    | {{#if:  || }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  }}{{#switch: 
    |addlarchives|addlpages= {{#if:  || }}{{#if: 1 |Vorlage:Webarchiv/Wartung/Parameter}}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: enWP-Wert im Parameter 'format'.|1}}
  }}{{#ifeq: {{#invoke:Str|find|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X%7Carchiv}} |-1
    || {{#ifeq: {{#invoke:Str|find|{{#invoke:Str|cropleft|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X%7C4}}%7Chttp}} |-1
         || {{#switch: {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://www.pathconsultddx.com/pathCon/diagnosis?pii=S1559-8675(06)70571-X }}
              | abendblatt.de | daserste.ndr.de | inarchive.com | webcitation.org = 
              | #default = {{#if:  || }}{{#if: 1 |Vorlage:Webarchiv/Wartung/URL}}{{#invoke:TemplUtl|failure| Fehler bei Vorlage:Webarchiv: Archiv-URL im Parameter 'url' anstatt URL der Originalquelle. Entferne den vor der Original-URL stehenden Mementobestandteil und setze den Archivierungszeitstempel in den Parameter 'wayback', 'webciteID', 'archive.today' oder 'archive-is' ein, sofern nicht bereits befüllt.|1}}
            }} 
       }}
  }}</ref> In den luminalen und basalen Epithelien lässt sich in der überwiegend Zahl der Fälle eine bcl-2-Expression lokalisieren.<ref>E. S. Abd Elhamid, M. H. Elshafei: Immunohistochemical localization of mdm-2, p27 Kip1 and bcl-2 in Warthin's tumor of the parotid gland. In: Diagn Pathol. 4(1), 16. Mai 2009, S. 14. PMID 19445705</ref> Im Gegensatz zu einigen anderen benignen und malignen Speicheldrüsentumoren bilden die epithelialen Tumorzellen des Warthin-Tumors in einem Teil der Fälle Somatostatin.<ref>Y. Hayashi, H. Saito, S. Saito, T. Yanagawa, H. Yoshida, Y. Yura, M. Sato: Immunoreactive somatostatin in Warthin's tumor. In: Am J Pathol. 123(2), Mai 1986, S. 250–255. PMID 2871759.</ref> Daneben zeigt die epitheliale Tumorkomponente eine Expression von Progesteron-, nicht jedoch von Östrogen-Rezeptoren.<ref>A. Teymoortash, B. M. Lippert, J. A. Werner: Steroid hormone receptors in parotid gland cystadenolymphoma (Warthin's tumour). In: Clin Otolaryngol Allied Sci. 26(5), Okt 2001, S. 411–416. PMID 11678950</ref>

Zytologie

Das auf dem Wege der Feinnadelpunktion gewonnene Zellmaterial aus einem Warthin-Tumor zeigt zytomorphologisch – vorausgesetzt es wurde eine ausreichende und repräsentative Gewebsmenge gewonnen – ein charakteristisches Erscheinungsbild. Es zeigen sich flache Zellplatten aus onkozytären (d. h. in der HE-Färbung intensiv rot gefärbten) Zellelementen vor einem Hintergrund bestehend aus Lymphozyten und/oder amorphem Zelldetritus.<ref>A. V. Parwani, S. Z. Ali: Diagnostic accuracy and pitfalls in fine-needle aspiration interpretation of Warthin tumor. In: Cancer. 99(3), 25. Jun 2003, S. 166–171. PMID 12811857.</ref>

Ultrastruktur

Elektronenmikroskopisch wird das Zytoplasma der luminalen Zellelemente des Warthin-Tumors nahezu vollständig von vergrößerten und abnorm formunterschiedlichen Mitochondrien eingenommen. Der Mitochondrienreichtum erklärt die Affinität dieser Zellen für saure Farbstoffe und damit ihre lichtmikroskopisch onkozytäre Morphologie.<ref>Y. Yu: Ultrastructural study of adenolymphoma. In: Zhonghua Kou Qiang Yi Xue Za Zhi. 26(3), Mai 1991, S. 155–157, 191.</ref> Oberflächlich zeigen die Zellen Mikrovilli und apokrine Protrusionen.<ref name="hwang">B. T. Hwang, K. Sugihara, K. Kawashima, S. Yamashita: Scanning electron microscopic study of Warthin's tumor. In: J Oral Pathol. 16(3), Mar 1987, S. 118–123.</ref> Einzelne luminale Zellen sind offenbar auch mit Zilien ausgestattet.<ref>N. M. el-Hossary, L. M. Fathy: Luminal epithelium of Warthin's tumours: a scanning electron microscopic study. In: Egypt Dent J. 40(3), Jul 1994, S. 791–794. PMID 9588158</ref> Die basalen Zellelemente zeigen außer Mitochondrien reichlich Tonofilamente.<ref>I. Dardick, A. Claude, W. R. Parks, D. Hoppe, J. Stinson, B. F. Burns, J. Little, D. L. Brown, S. H. Dairkee: Warthin's tumor: an ultrastructural and immunohistochemical study of basilar epithelium. In: Ultrastruct Pathol. 12(4), 1988, S. 419–432. PMID 2458648</ref> Innerhalb des Lumens der von den epithelialen Zellelementen ausgebildeten zystischen Strukturen finden sich in unterschiedlichem Maße Zelltrümmer, die möglicherweise teilweise von degenerierten Lymphozyten abstammen.<ref name="hwang" /> Das Stroma wird gebildet von dicht gepackten Lymphozyten, die innerhalb eines Maschenwerkes von Retikulumzellen gelagert sind.<ref name="hwang" />

Klinik

Die betroffenen Patienten werden üblicherweise durch eine schmerzlose Schwellung im Bereich der Ohrspeicheldrüse auffällig. Zum Diagnosezeitpunkt beträgt die durchschnittliche Tumorgröße 2–4 cm, im Extrem bis 12 cm. Bei weniger als 10 % der Patienten besteht eine Schmerzsymptomatik variablen Ausmaßes.

Mögliche Komplikationen sind eine Infektion des Tumorgewebes oder eine Kompression des zwischen oberflächlichem und tiefem Anteil der Ohrspeicheldrüse verlaufenden Nervus facialis. Eine Fazialisparese wird aber nur sehr selten beobachtet.<ref name="who" /><ref>A. Franzen: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-437-42961-3.</ref>

Diagnose

Zur präoperativen Diagnose eignet sich die Sonographie, die Computertomographie oder die Magnetresonanztomographie. Eher historische Bedeutung hat inzwischen die Szintigraphie, die die Eigenschaft von Warthin-Tumoren nutzt, Technetium99m-Pertechnetat stärker anzureichern als das umgebende normale Speicheldrüsengewebe.<ref>A. E. Canbay, S. Knorz, K. D. Heimann, H. Hildmann, K. U. Tiedjen: Wertigkeit der Szintigraphie und der Sonographie in der Diagnostik der Zystadenolymphome der Glandula parotis. In: Laryngorhinootologie. 81(11), Nov 2002, S. 815–819. PMID 12458467</ref> Eine definitive Diagnose lässt sich unter Umständen bereits anhand einer präoperativen Feinnadelbiopsie stellen, wobei die diagnostische Genauigkeit dieses Verfahrens beim Warthin-Tumor mit über 95 Prozent korrekten Diagnosen hoch ist.<ref name="veder">L. L. Veder, J. D. Kerrebijn, F. M. Smedts, M. A. den Bakker: Diagnostic accuracy of fine-needle aspiration cytology in Warthin tumors. In: Head Neck. 2010 Mar 26. PMID 20848407</ref> Spätestens am Operationspräparat lässt sich die Diagnose nach histologischer Untersuchung durch den Pathologen sichern.<ref name="emedicine" />

Differentialdiagnose

Das histologische Bild des Warthin-Tumors ist meist charakteristisch, die Diagnose damit in der Regel unproblematisch. Vom Pathologen auszuschließende Differentialdiagnosen sind das lymphoepitheliomartige Karzinom oder das mukoepidermoide Karzinom.<ref name="pathconsult" /> Warthin-Tumoren mit ausgedehnten Plattenepithelmetaplasien können gelegentlich, insbesondere wenn gleichzeitig Infarkte vorliegen, diagnostische Schwierigkeiten bereiten. Insbesondere besteht hier die Gefahr einer Verwechslung mit einem Plattenepithelkarzinom, zumal auch die metaplastische Variante des Warthin-Tumors Zellatypien aufweisen kann.<ref name="fletcher">C. D. M. Fletcher: Diagnostic Histopathology of Tumors. 3. Auflage. Churchill Livingstone, 2007.</ref><ref>H. Yerli, S. Avci, E. Aydin, U. Arikan: The metaplastic variant of Warthin tumor of the parotid gland: dynamic multislice computerized tomography and magnetic resonance imaging findings with histopathologic correlation in a case. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 109(3), Mar 2010, S. e95–e98. Epub 2009 Dec 6. PMID 19969491</ref>

Therapie

Die Standardtherapie ist die vollständige chirurgische Tumorentfernung, meist in Form einer lateralen Parotidektomie, bei der der meist tumortragende Außenlappen der Ohrspeicheldrüse entfernt wird, oder einer extrakapsulären Dissektion (Ausschälung).<ref name="emedicine" /><ref name="klussmann" /><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Vorteile der extrakapsulären Dissektion liegen in kürzeren Operationszeiten, einer geringeren Häufigkeit von Komplikationen (Verletzung des Gesichtsnerven mit postoperativer Fazialisparese, Frey-Syndrom) und einem besseren Erhalt der Funktion der Ohrspeicheldrüse. Das kosmetische Ergebnis ist außerdem meist günstiger.<ref>G. Y. Yu, D. Q. Ma, X. B. Liu, M. Y. Zhang, Q. Zhang: Local excision of the parotid gland in the treatment of Warthin's tumour. In: Br J Oral Maxillofac Surg. 36(3), Jun 1998, S. 186–189. PMID 9678883</ref> Da es sich beim Warthin-Tumor um eine wenig aggressive, gutartige Neoplasie handelt, kann nach Diagnosesicherung beim multimorbiden Patienten mit hohem Narkoserisiko auch auf einen Eingriff verzichtet werden.<ref>V. M. Reddy, T. Thangarajah, F. Castellanos-Arango, A. Panarese: Conservative management of warthin tumour. In: J Otolaryngol Head Neck Surg. 37(5), Oct 2008, S. 744–749. PMID 19128687</ref> Hierbei muss jedoch sorgfältig bedacht werden, dass bei einer allein durch Feinnadelbiopsie gestellten Diagnose grundsätzlich die Gefahr besteht, dass auch maligne Tumoren übersehen werden.<ref>M. R. Raymond, J. H. Yoo, J. G. Heathcote, C. M. McLachlin, H. B. Lampe: Accuracy of fine-needle aspiration biopsy for Warthin's tumours. In: J Otolaryngol. 31(5), Oct 2002, S. 263–270. PMID 12512889</ref>

Prognose

Warthin-Tumoren zeichnen sich durch ein langsames Wachstum aus.<ref>T. Thangarajah, V. M. Reddy, F. Castellanos-Arango, A. Panarese: Current controversies in the management of Warthin tumour. In: Postgrad Med J. 85(999), Jan 2009, S. 3–8. PMID 19240281</ref> Eine maligne Transformation wurde bisher nur in wenigen Einzelfällen beschrieben; bei den abgeleiteten Malignomen handelt es sich unter anderem um Non-Hodgkin-<ref>S. Gorai, T. Numata, S. Kawada, M. Nakano, J. Tamaru, T. Kobayashi: Malignant lymphoma arising from heterotopic Warthin's tumor in the neck: case report and review of the literature. In: Tohoku J Exp Med. 212(2), Jun 2007, S. 199–205. PMID 17548964</ref> und Hodgkin-Lymphome,<ref>M. Melato, G. Falconieri, R. Fanin, M. Baccarani: Hodgkin's disease occurring in a Warthin's tumor: first case report. In: Pathol Res Pract. 181(5), Oct 1986, S. 615–620. PMID 3786253</ref> epidermoide Karzinome,<ref>F. Bolat, F. Kayaselcuk, A. N. Erkan, C. A. Cagici, N. Bal, I. Tuncer: Epidermoid carcinoma arising in Warthin's tumor. In: Pathol Oncol Res. 10(4), 2004, S. 240–242. PMID 15619648</ref> mukoepidermoide Karzinome,<ref>S. Yamada, T. Matsuo, S. Fujita, K. Suyama, A. Yamaguchi, A. Mizuno: Mucoepidermoid carcinoma arising in Warthin's tumor of the parotid gland. In: Pathol Int. 52(10), Oct 2002, S. 653–656. PMID 12445138</ref> Plattenepithelkarzinome,<ref>G. A. Morrison, H. J. Shaw: Squamous carcinoma arising within a Warthin's tumour of the parotid gland. In: J Laryngol Otol. 102(12), Dec 1988, S. 1189–1191. PMID 3066838</ref> onkozytäre Adenokarzinome<ref>O. Bengoechea, F. Sanchez, B. Larrinaga, J. M. Martinez-Penuela: Oncocytic adenocarcinoma arising in Warthin's tumor. In: Pathol Res Pract. 185, 1989, S. 907–911. PMID 2482485</ref> und Merkel-Zell-Karzinome.<ref>A. Fornelli, V. Eusebi, G. Pasquinelli, P. Quattrone, J. Rosai: Merkel cell carcinoma of the parotid gland associated with Warthin tumour: report of two cases. In: Histopathology. 39(4), Oct 2001, S. 342–346. PMID 1168393</ref> Aufgrund der geringen Fallzahlen ist es jedoch keineswegs klar, ob Warthin-Tumoren tatsächlich mit einem statistisch erhöhten Entartungsrisiko behaftet sind, oder ob es sich lediglich um ein zufälliges zeitliches und örtliches Zusammentreffen eines malignen Tumors mit dem Warthin-Tumor handelt.

Als Komplikation der diagnostischen Feinnadelpunktion kommt es in einem Teil der Fälle zu entzündlichen Veränderungen (Schwellung, Schmerz, Abzessbildung), wobei nicht notwendigerweise eine bakterielle Infektion vorliegen muss.<ref>K. Suzuki, H. Iwai, T. Kaneko, M. Sakaguchi, S. Hoshino, M. Inaba: Induction of parotitis by fine-needle aspiration in parotid Warthin's tumor. In: Otolaryngol Head Neck Surg. 141(2), Aug 2009, S. 282–284. PMID 19643266</ref> Hierbei kann ein spontaner Infarkt des Tumorgewebes vorliegen, der einer Studie zufolge nach einer Punktion in etwa 9 Prozent der Fälle beobachtet wird.<ref>T. R. Taylor, N. J. Cozens, I. Robinson: Warthin's tumour: a retrospective case series. In: Br J Radiol. 82(983), Nov 2009, S. 916–919. Epub 2009 May 11. PMID 19433486</ref>

Nach chirurgischer Therapie des Warthin-Tumors werden niedrige Rekurrenzraten von 2,5–5 % beobachtet.<ref name="who" /> Begünstigt wird ein Wiederauftreten des Tumors durch eine Multizentrizität des Tumorgewebes sowie eine inkomplette chirurgische Entfernung. Eine intraoperative Tumorruptur scheint diesbezüglich hingegen keine negativen Auswirkungen zu haben.<ref>M. Ethunandan, C. A. Pratt, B. Higgins, A. Morrison, T. Umar, D. W. Macpherson, A. W. Wilson: Factors influencing the occurrence of multicentric and 'recurrent' Warthin's tumour: a cross sectional study. In: Int J Oral Maxillofac Surg. 37(9), Sep 2008, S. 831–834. PMID 18550337</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Warthin's tumor|Warthin's tumor|Warthin-Tumor}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Warthin's tumor|Warthin's tumor|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Warthin's tumor

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|warthin's tumor|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Vorlage:Hinweisbaustein