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Berlin-Rahnsdorf

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(Weitergeleitet von Wilhelmshagen)
Rahnsdorf
Ortsteil von Berlin
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Bild:Berlin_Treptow-Köpenick_Rahnsdorf.svg|300px|Rahnsdorf auf der Karte von Treptow-Köpenick poly 3 37 37 55 45 37 69 63 105 43 29 9 Alt-Treptow poly 47 39 39 45 73 101 117 97 109 47 71 65 Plänterwald poly 95 199 35 139 73 135 83 115 71 95 119 97 111 121 131 133 105 143 85 139 79 151 121 175 Baumschulenweg poly 113 59 115 119 117 99 183 155 249 153 269 141 207 83 183 107 Oberschöneweide poly 121 107 183 155 203 143 239 153 235 173 187 189 111 115 Niederschöneweide poly 95 197 155 243 183 243 181 229 199 223 205 215 129 131 117 139 89 135 77 151 119 177 Johannisthal poly 163 244 159 254 171 292 155 324 185 336 261 276 233 240 209 246 Altglienicke poly 191 360 195 332 229 320 255 278 297 312 303 344 245 362 Bohnsdorf poly 233 240 293 316 307 356 335 394 343 372 343 366 389 322 317 286 297 284 273 238 Grünau poly 335 390 375 316 429 402 495 372 513 400 419 526 393 498 409 426 407 398 371 388 333 406 Schmöckwitz poly 369 82 365 128 311 150 313 164 437 200 459 94 411 70 Friedrichshagen poly 381 332 471 218 575 268 599 302 561 336 547 330 439 400 Müggelheim poly 457 90 439 200 575 272 613 192 633 212 639 202 627 192 627 178 569 160 545 124 517 108 527 142 515 144 507 120 Rahnsdorf poly 207 88 293 64 369 112 365 132 303 154 317 174 429 192 465 222 391 326 301 280 273 232 243 236 237 166 241 146 271 140 Köpenick poly 193 176 189 188 205 212 179 236 179 240 229 242 249 236 249 220 239 206 239 164 223 174 209 170 Adlershof poly 1 280 57 258 83 336 167 318 193 336 195 356 255 366 305 352 335 416 373 388 403 436 385 476 393 508 411 528 437 510 465 432 503 430 525 392 493 374 549 328 569 336 595 296 577 268 611 208 635 212 639 198 627 192 627 172 569 154 553 118 511 96 499 116 405 66 365 92 349 96 351 70 383 26 373 2 641 4 639 536 175 534 169 400 0 398 Brandenburg rect 7 396 169 534 Berlin desc bottom-left

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Koordinaten 52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ OKoordinaten: 52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ O
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Höhe 34–68 m ü. NHN
Fläche 21,45 km²
Einwohner 11.138 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 519 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12589
Ortsteilnummer 0912
Gliederung
Bezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen
    (Neu-Rahnsdorf)
  • Rahnsdorf
    (Alt-Rahnsdorf)
  • Neu-Venedig
Datei:Wilhelmshagen 2.jpg
Luftbild der Rahnsdorfer Ortslage Wilhelmshagen

Rahnsdorf ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick in Berlin.

Geographie

Rahnsdorf ist der östlichste Ortsteil Berlins; die Kernsiedlungen liegen an der Mündung der Spree in den Müggelsee. Zwischen Rahnsdorf und Wilhelmshagen befinden sich die Püttberge, die als Binnendünen innerhalb des Berliner Urstromtales Erhebungen von bis zu 68 m Höhe bilden.

Ortslagen und Siedlungen

  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen (Neu-Rahnsdorf)
  • Rahnsdorf (Alt-Rahnsdorf)
  • Neu-Venedig

In Rahnsdorf gibt es mehrere kleine Villenkolonien sowie Einfamilienhaussiedlungen. Im Berliner Sozialstrukturatlas (Stand: 2013) belegt der Ortsteil Platz 24 unter 419 gelisteten Planungsräumen. Dies resultiert aus einer gehobenen Sozialstruktur und einem hohen Durchschnittseinkommen. Touristen besuchen Rahnsdorf vor allem wegen des Müggelsees.

Geschichte

Rahnsdorf wurde als slawisches Fischerdorf zwischen Müggelspree und Müggelsee gegründet. Seine Ortsform Sackgassendorf ist typisch für die erste Siedlungsphase der deutschen Zuzügler wohl im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Vermutlich geht der Name auf das Heimatdorf der ersten Siedler in der Nähe von Wittenberg zurück. Dort besteht auch ein Woltersdorf, was darauf schließen lässt, dass beide Orte in einem ähnlichen Zeitraum gegründet wurden. 1319 wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich in einer Abrechnung der Burg Köpenick erwähnt. Es war nicht verhuft, weil es noch 1450 keine Äcker gab. Der Ort hatte 1487 die Fischereigerechtigkeit in den Gewässern des Schlosses Köpenick. Seine Einwohner verrichteten Kossätendienste, wahrscheinlich durch Fischfang und entsprechende Lieferpflichten an das Schloss. Es gab inzwischen 16 Hufen, von denen vier dem Schulzen gehörten. Während des Mittelalters gab es in Rahnsdorf noch keine Kirche. Eine erste Dorfkirche wurde gegen 1660/1670 erwähnt. Im Jahr 1801 war Rahnsdorf noch immer ein Fischerdorf mit knapp 20 Dorfbewohnern, die keine Höfe mit Hufenbesitz besaßen, sondern nur Katen. 1856 gab es bereits 43 Familien.

Datei:Coat of arms de-be rahnsdorf 1987.png
Wappen der ehemaligen Landgemeinde Rahnsdorf, noch 1987 in Gebrauch

Im Jahr 1872 brannte das Dorf vollkommen ab und wurde anschließend neu errichtet. In den 1890er Jahren wurde Hessenwinkel zur Villenkolonie ausgebaut und 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet. Im gleichen Zeitraum gründete die Deutsche Volksbaugesellschaft für Bürger aus dem einfachen Volke auf dem Gebiet des Gutsbezirks Rahnsdorf die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf. Im Jahr 1902 gab sich Kolonie mit dem zentralen Platz und sternförmig abgehenden Straßen die Bezeichnung Wilhelmshagen. 1912/1913 entstand die Triglawbrücke, die die Insel südlich der seit 1879 „neuen Spree“ mit Hessenwinkel verband. Am 1. April 1914 wurde der Gutsbezirk Rahnsdorf mit Wilhelmshagen in die Landgemeinde Rahnsdorf eingegliedert.<ref>Amtsblatt der Regierung Potsdam, 1914, S. 55; books.google.de</ref>

Am 11. November 1916 kam es zu einem schweren Eisenbahnunfall in der Nähe des Bahnhofs Rahnsdorf: Eine Rotte von Gleisbauarbeiterinnen – aufgrund des Arbeitskräftemangels im Ersten Weltkrieg wurden hier Frauen eingesetzt – winkte den Soldaten eines vorbeifahrenden Militärzuges zu. Dabei überhörten sie das – zu spät abgegebene – Warnsignal für einen Zug, der sich auf dem Gleis näherte, auf dem sie selber standen. 19 Frauen kamen ums Leben. Der Sicherungsposten wurde zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt.<ref>Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Band 1. Landsberg-Pürgen 1979, S. 102.</ref>

Bei der Eingemeindung nach Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 wurde die Landgemeinde Rahnsdorf mit 2801 Einwohnern dem Verwaltungsbezirk Cöpenick zugeordnet. Der Ostteil des gleichzeitig eingemeindeten Forstgutbezirks Cöpenick wurde mit Rahnsdorf zusammengelegt. Die lagunenartige Wassersportkolonie Neu-Venedig an der Müggelspree entstand 1926 und hat sich bis heute zur Wohn- und Wochenendhaus-Siedlung entwickelt. 1929 baute die Verwaltung die Grundschule an den Püttbergen und 1933 errichtete die katholische Kirche die Heilige-Drei-Könige-Kirche.

Im Zweiten Weltkrieg wurde im Wald östlich von Wilhelmshagen das Arbeiterdurchgangslager Berlin-Ost eingerichtet, das zwischen 1942 und 1945 von Hunderttausenden Zwangsarbeitern durchlaufen wurde. Es besaß einen eigenen Bahnanschluss und eine betonierte Rampe, die bis heute erhalten ist. In 20 Baracken wurden die zwangsrekrutierten Arbeitskräfte aus allen besetzten Ländern Europas registriert und für einige Tage untergebracht, bevor sie auf Rüstungsbetriebe in Berlin und das Umland verteilt wurden.<ref>Leonore Scholze-Irrlitz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vor 70 Jahren, am 14.9.1942, wurde das sogenannte Arbeiterdurchgangslager Berlin-Ost 104 Berlin-Wilhelmshagen eröffnet. (Memento vom 12. September 2021 im Internet Archive; PDF; 1,4 MB) Bürgerverein Wilhelmshagen-Rahnsdorf e. V.; abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Datei:Berliner Gedenktafel Fürstenwalder Allee 27 (RahndWil) Brotaufruhr.jpg
Berliner Gedenktafel zum Rahnsdorfer Brotaufruhr

Am 6. April 1945 stürmten in Rahnsdorf etwa 200 Frauen und Männer zwei Bäckereien. Damit protestierten sie gegen die unzureichende Verteilung von Brot, insbesondere die Bevorzugung von Mitgliedern nationalsozialistischer Organisationen, nachdem Sondermarken für Brot an Mitglieder von NS-Organisationen ausgegeben worden waren. Nach Denunziation wurden 15 von ihnen verhaftet. Zum Andenken wurde in der Fürstenwalder Allee 27 eine Gedenktafel angebracht.<ref>25.11.2022: Einweihung der Gedenktafel für die Opfer des „Rahnsdorfer Brotaufruhrs“ vom 6. April 1945. Bezirksamt Treptow-Köpenick, Pressemitteilung.</ref>

Zu DDR-Zeiten wurde im Ortsteil ein Kinderferienlager errichtet und unterhalten.

Bevölkerung

Jahr Gemeinde Gutsbezirk zusammen
1858 0.221 035 0256<ref>Richard Boeckh: Ortschafts-Statistik des Regierungsbezirks Potsdam. Berlin 1861, S. 82; books.google.de</ref>
1871 0.255 047 0302<ref>Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. 1873, S. 34 ff. bsb-muenchen.de</ref>
1885 0.247 071 0318<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. 1888, S. 40 ff.; books.google.de</ref>
1895 0.468 452 0920<ref>Kreis Niederbarnim. In: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1898.</ref>
1905 0.749 622 1.371<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1908, Kreis Niederbarnim. lds.org</ref>
1910 1.138 763 1.901<ref>Landkreis Niederbarnim. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2024; abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>
Jahr Einwohner<ref>1919–1946 Statistisches Jahrbuch von Berlin (jeweilige Jahre); 1950 und 1963 Statistisches Jahrbuch der DDR 1964</ref>
1919 2.801
1925 3.534
1939 7.862
1946 9.598
1950 9.859
1963 8.370
1991 05.887
1995 07.854
2000 08.648
Jahr Einwohner
2007 08.838
2010 08.878
2015 09.258
2020 09.856
2021 10.233
2022 10.622
2023 10.723
2024 11.138

Quelle ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Am 31. Dezember 2023 waren lediglich 9,5 % der Rahnsdorfer ausländische Staatsbürger. Damit liegt der Ausländeranteil in Rahnsdorf sowohl unter dem Ausländeranteil in Berlin (24,4 %) wie auch unter dem im Bezirk Treptow-Köpenick (16,4 %). Die am häufigsten vorkommenden Staatszugehörigkeiten unter den Ausländern in Rahnsdorf bilden die Ukrainer und die Polen.<ref>Berlin international: Anteil nicht-deutscher Staatsangehörigkeit bei 24,4 Prozent. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 26. Februar 2024, abgerufen am 24. April 2024.</ref>

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Kern des Ortsteils ist der Anger, an dem sich die nach dem Brand 1876 neu errichteten Wohngebäude aus den 1880er Jahren befinden und inzwischen zu großen Teilen unter Denkmalschutz stehen.<ref name="BKB">Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 345 f.</ref>

Die Dorfkirche Rahnsdorf wurde in den Jahren 1886–1888 nach Plänen des Königlichen Baurats Friedrich Adler und des preußischen Kreisbauinspektors Friedrich Wilhelm Kappen errichtet.<ref name="BKB" /> Im Innern befinden sich unter anderem zwei Kelche aus dem 16. und 18. Jahrhundert sowie Chorfenster von Lothar Mannewitz. Auf der linken Seite ist der Fischzug Petri aus dem Evangelium nach Lukas (Vorlage:Bibel/Link), in der Mitte Jesus Christus aus der Offenbarung des Johannes (Vorlage:Bibel/Link) und rechts der Auferstandene beim Mahl mit den Jüngern am See aus dem Evangelium nach Johannes (Vorlage:Bibel/Link) zu sehen. Die Kerzenleuchter am Gestühl sowie der Kerzenkronleuchter sind ein Entwurf und Geschenk des Architekten Robert Wischer. Auf der Westempore steht seit dem Jahr 1888 eine Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Dinse.

Die katholische Heilige-Drei-Könige-Kirche, nach Plänen des Architekten Josef Vassillière, steht am Hang des Schonungsberges am Grünheider Weg. Sie wurde am 8. Juli 1934 als Notkirche benediziert.

Ein beliebtes Naherholungsgebiet sind die Püttberge.

Der Wohnbereich Hessenwinkel nimmt eine besondere Stellung in Rahnsdorf ein; die Villenkolonie hat sich über viele Jahre kaum verändert. Doch in der DDR-Zeit wurde in den 1970er Jahren hier auf Teilen der Grundstücke Fürstenwalder Allee 356 und Fahlenbergstraße (heute: Clara-Müller-Jahnke-Straße) eine Kaserne als Ausbildungsstätte für die Grenztruppen errichtet. Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Abwicklung der NVA dienten die Gebäude noch längere Zeit zur Unterbringung von Asylbewerbern. Seit dem Jahr 2000 stehen alle Gebäude leer und verfallen. An dieser Stelle sollen gemäß einem Ende 2024 gefassten Beschluss der BVV Treptow-Köpenick unter dem Begriff Kaserne Hessenwinkel (Gesamtfläche von 4,69 Hektar) neue Wohnbauten entstehen. Der Vorschlag, die bestehenden Gebäude der Kasernenanlage wirklich umweltverträglich so umzubauen, dass Wohnraum entstünde und der alte Baumbestand geschützt werden könnte, wurde abgelehnt. Die ursprünglichen Planungen, rund 450 Wohneinheiten auf mehrere Gebäude mit sechs bis acht Geschossen verteilt zu errichten, wurde leicht angepasst beibehalten. Zudem soll der auszuarbeitende Bebauungsplan eine Kita, eine Quartiersgarage, Frei- und Ausgleichsflächen und einen Neubau für die Freiwillige Feuerwehr Wilhelmshagen enthalten. Platz für modulare Flüchtlingsunterkünfte soll auch vorgesehen werden. Die Beteiligung der Öffentlichkeit und relevanter Einrichtungen wird berücksichtigt. Terminvorstellungen gibt es zu dem Vorhaben jedoch noch nicht (Stand: Januar 2025),<ref>Plan für die ‚Kaserne Hessenwinkel‘. In: Berliner Zeitung, 13. Januar 2025, S. 7.</ref> Vom 2. bis zum 25. April 2025 wurde eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt. Es ging eine Rekord-Anzahl von 1700 Äußerungen ein, was die starke Umstrittenheit des Projekts in der Öffentlichkeit widerspiegelt. Die Höhe der Gebäude wurde im Anschluss um ein Geschoss reduziert.<ref>Bebauungsplan 9-100 VE Kaserne Hessenwinkel, Anpassung des städtebaulichen Konzepts im Ergebnis der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. 25. Juni 2025, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> dafür aber ein zusätzliches siebengeschossiges Gebäude vorgesehen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden weiterhin folgende Fakten und Befürchtungen kommuniziert:

  • Die abgesetzt entstehende Siedlung mit ortsunüblicher Bebauung würde die Infrastruktur überfordern (beispielsweise Ärztemangel, Nahverkehrsüberforderung).
  • Die nötigen Baumfällungen sehr alter Bäume könnten die Natur schädigen.
  • Das angrenzende, jüngst renaturierte Moor Versunkener See<ref>Moor-Krimi in Köpenick! Versunkener See freigelegt. 29. Mai 2025, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> könnte im Zuge der Bautätigkeit durch Grundwasserabsenkung und Staubentwicklung geschädigt werden.
  • Besonders starke Bedenken bestehen, dass die Grundschulversorgung trotz des 2026 fertiggestellten Neubaus auf dem Gelände der Schule an den Püttbergen wegen Unterdeckung nicht gewährleistet werden kann.<ref>Wayback Machine. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. April 2024; abgerufen am 25. Februar 2026.</ref><ref>Anfrage der Abgeordneten Dunja Wolf, SPD: „Kleines Einmaleins oder höhere Mathematik? – Schulplätze in Rahnsdorf / Hessenwinkel“. In: Pardok Filer. Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage, Drucksache 19 / 23 876, 18. September 2025, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Die Verwaltung geht von einer Beschulung der in Rahnsdorf „überzähligen“ Kinder in Friedrichshagen aus. Dabei werden Verdrängungs- und Konkurrenzeffekte von anderen Großbauprojekten in der Umgebung auch mit Grundschulunterdeckung (ehemalige Bürgerbräu-Brauerei in Friedrichshagen, Ausbau der ehemaligen Güterbahnhöfe in Köpenick) noch nicht mit in die Überlegungen einbezogen.

Erste Abrissarbeiten auf dem Gelände mussten 2025 gestoppt werden, nachdem man neben anderen Arten auch Zwergfledermäuse entdeckte.<ref>Heusch: Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung – Berlin.de. In: XVI-81 Anlage UP 9 Kasernennutzung im Gebiet bis ca. 1995. XVI-81 Anlage UP 10.1.1 Heuschrecken nach Teilflächen 1 bis 7. XVI-81 Anlage UP 10.1.2 Artenliste. Stadt Berlin – Hauptstadt von Deutschland, 2025, abgerufen im Jahr 2025.</ref> Die Umgebung ist als Fledermausquartier bekannt.<ref>Google Maps. Abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>

Verkehr

Datei:Berlin-Rahnsdorf S-Bahnhof.jpg
S-Bahnhof Rahnsdorf
Datei:Woltersdorf tram in Rahnsdorf 02.jpg
Woltersdorfer Straßenbahn in Rahnsdorf

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Ortsteil verfügt über zwei Bahnhöfe an der Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder): Rahnsdorf und Wilhelmshagen, die von der Linie S3 der Berliner S-Bahn bedient werden. Vom Vorplatz des S-Bahnhofs Rahnsdorf verkehrt die Woltersdorfer Straßenbahn nach Woltersdorf.

Die Straßenbahnlinie 61 der BVG beginnt am westlichen Ortsrand an der Station Rahnsdorf/Waldschänke und fährt von hier über Friedrichshagen und Köpenick zum S-Bahnhof Berlin-Schöneweide.

Die Buslinie 161 der BVG verbindet Schöneiche mit den beiden S-Bahnhöfen des Ortsteils, der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 61 und Erkner. Insbesondere in den Wintermonaten sollte man die Busse während der Zeiten des morgendlichen Schülerverkehrs nicht nutzen, da ein Zustieg wegen Überfüllung nicht immer garantiert werden kann.

Auf der Müggelspree verkehrt die Fährlinie F23, die seit 2014 solarstrombetrieben im Auftrag der BVG von der Weißen Flotte Stralsund durchgeführt wird. Außerdem pendelt mit der F24 eine von drei manuell angetriebenen Fähren in Deutschland an Wochenenden und Feiertagen zwischen Rahnsdorf/Kruggasse und Müggelheim/Spreewiesen.

Individualverkehr

Der wichtigste Straßenzug Fürstenwalder DammFürstenwalder Allee führt quer durch den Ort und verbindet über Rahnsdorf hinaus Köpenick mit Erkner. Über sie ist auch die nächste Autobahnanschlussstelle der A 10 in knappen zehn Minuten erreichbar. Als zusätzlicher wichtiger Verkehrsweg dient die Ingeborg-Hunzinger-Straße (später: Straße nach Fichtenau), die nach Schöneiche bei Berlin führt.

Bildung

  • Schule an den Püttbergen (Grundschule), Fürstenwalder Allee 182

Mit Rahnsdorf verbundene Persönlichkeiten

  • Clara Müller-Jahnke (1860–1905), Dichterin, lebte und starb in Wilhelmshagen
  • Erich Hanke (1911–2005), Philosoph und Hochschullehrer, lebte und starb in Rahnsdorf
  • Fritz Baust (1912–1982), Maler und Grafiker, lebte und arbeitete in Rahnsdorf
  • Georg Klaus (1912–1974), Philosoph und Hochschullehrer, lebte zuletzt in Wilhelmshagen
  • Paul Täubert (1913–1993), Physiker und Hochschullehrer, lebte und starb in Hessenwinkel
  • Ingeborg Hunzinger (1915–2009), Bildhauerin, führte von 1953 bis zu ihrem Tod 2009 ein Atelier in Rahnsdorf
  • Karl Hillert (1927–2004), bildender Künstler und Hochschullehrer, in Rahnsdorf geboren
  • Paul Rahn (1934–2002), Fährmann der Ruderfähre zwischen Rahnsdorf und Müggelheim<ref>Des Fährmanns Straßenschild. In: Berliner Woche, Ausgabe Köpenick, 18. Dezember 2017.</ref>
  • Lutz Stückrath (1938–2020), Schauspieler und Kabarettist, lebte in Hessenwinkel<ref>Rahnsdorfer Künstler. (PDF; 3,0 MB) In: Rahnsdorfer Echo, August/September 2011, S. 2.</ref>
  • Burkhard Lasch (* 1940), Musikmanager und Liedtexter, lebt und arbeitet in Rahnsdorf
  • Rudi Strahl (1931–2001), Dramatiker, Schriftsteller, lebte und starb in Hessenwinkel

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Lehmann, Heinrich Jendro, Werner Zimmermann: Leben zwischen den Seen trafo Literaturverlag, Berlin, 2009, ISBN 978-3-89626-912-6
  • Helmut Engel: Die Genossen waren eben da und die anderen nicht Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin, 2007, ISBN 978-3-8305-1363-6
  • Kerstin Täubert, Joachim Täubert: Ein Spaziergang durch das alte Hessenwinkel. Berlin, 2017, ISBN 978-3-00-056105-4

Weblinks

Commons: Berlin-Rahnsdorf – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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