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Airbus Helicopters H135

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Airbus Helicopters H135
Eurocopter EC135 & EC635
EC 135 P2 der DRF Luftrettung
EC135 der DRF Luftrettung
Typ Leichter Mehrzweckhubschrauber
Entwurfsland
Hersteller Airbus Helicopters (ehemals Eurocopter)
Erstflug 1. Februar 1994<ref name="erstflug">EC135 Highlight (engl.), Airbus Helicopters, YouTube-Video vom 28. Juli 2011.</ref>
Indienststellung 31. Juli 1996
Produktionszeit

Seit 1996 in Serienproduktion

Stückzahl 1.500 (Stand: Aug. 2023)<ref>[1], Artikel auf www.presseportal.de</ref>
Datei:EC135 - HB ZJE.jpg
EC135 – HB ZJE der AAA Alpine Air Ambulance AG (Schweiz)

Der Airbus Helicopters H135 (bis 2014 Eurocopter EC135) ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber. Er wurde vom DASA-Konzern entwickelt, der später in Eurocopter Deutschland aufging (heute Airbus Helicopters).

Sein Einsatzgebiet liegt hauptsächlich in der Luftrettung und als Polizeihubschrauber oder bei vergleichbaren Aufgaben. Er wird zunehmend auch zur Ausbildung und Schulung von Piloten verwendet, beispielsweise in der Bundeswehr oder den japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräften.

Die militärische Ausführung ist unter der Bezeichnung H135M (ehemals EC635) erhältlich. Er ist ein bisher von der Schweiz, Jordanien und der Luftwaffe des Irak georderter leichter Kampf-, Transport-, Beobachtungs- und Schulungshubschrauber.

Der H135 ist einer der bevorzugten Hubschrauber in der Luftrettung; derzeit (2021) sind 650 der insgesamt über 1.400 gebauten Exemplare für den medizinischen Notfall ausgerüstet, was einen Marktanteil von weltweit 25 % ausmacht.<ref name="flightglobal">Tolga Ozbek: EC135 picked for Turkish air ambulance duties. In: Flightglobal. 9. Mai 2013, abgerufen am 14. Januar 2015 (englisch).</ref> Weitere Einsatzgebiete sind etwa Privat- und Businesstransporte, Strafverfolgungs- und Offshoreaktivitäten sowie militärisches Training. Insgesamt nutzen über 300 Kunden in 60 Ländern die Hubschrauber der H135-Familie für unterschiedliche Missionen, was ihre Gesamteinsatzzeit auf über 6 Millionen Flugstunden bringt.

Ein Joint-Venture aus Airbus Helicopters und einem chinesischen Partner begann im Frühjahr 2019 in Jimo mit der Endmontage von 100 H135 für den chinesischen Markt.<ref>Airbus Helicopters beginnt H135-Endmontage in China. In: aerobuzz.de. 21. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2023.</ref>

Entwicklung

Datei:MBB Bo 108 VT2 im Hubschraubermuseum Bueckeburg.jpg
Einziger – von ursprünglich zwei Exemplaren – noch existierender Prototyp der EC135, die MBB Bo108 VT-002, im Hubschraubermuseum Bückeburg

Entwicklungsgeschichtlich stammt der EC135 vom Messerschmitt-Bölkow-Blohm Bo105 ab. Auf deren Basis wurde in den 1980er-Jahren das Modell Bo108 entwickelt, das ursprünglich nur als Demonstrationsmodell für neue Technologien dienen sollte. Hier kamen hauptsächlich die Fly-by-wire-Steuerung und ein neuer gelenk- und lagerloser Hauptrotor hinzu, der die störenden und materialermüdenden Vibrationen auf ein Minimum reduziert und dabei äußerst beweglich reagiert sowie verhältnismäßig leise ist. Die Gelenke konnten durch verwindungsfähige GFK-Blätter eingespart werden. Die Zelle des EC135 ist zum größten Teil aus CFK gefertigt.

MBB brachte den Prototyp Bo108 im Jahr 1989 in die DASA ein, deren Hubschrauberaktivitäten im Jahr 1992 in das neugegründete deutsch-französische Unternehmen Eurocopter übergingen. Inzwischen sah man für einen auf dem Bo108 basierenden Helikopter gute Marktchancen, sodass die alten Konstruktionspläne wieder aus den Schubladen geholt wurden. Der französische Teil von Eurocopter (ehem. Aérospatiale) steuerte den neuen Fenestron-Heckrotor bei, der nochmals eine deutliche Geräuschreduzierung und einen Sicherheitsgewinn versprach, da freistehende rotierende Teile entfielen.

Am 1. Februar 1994<ref name="erstflug" /> hob der mit dem neuen Heckrotor ausgerüstete Bo108 A1 (VT-001 > S-01 > c/n 0001) als erster Hubschrauber der neuen Bauserie EC135 in Ottobrunn zu seinem Erstflug ab. Zwei Jahre später lief die Serienproduktion an. Der Hubschrauber ist mit 86 dB nur geringfügig lauter als der EC130.

Einsatz

Datei:ECHeck.jpg
Geöffnete Heckklappe und Trage (links)

Bei der Bundeswehr

Datei:Eurocopter EC 135 Bundeswehr.jpg
Schulungshubschrauber der Bundeswehr

Die Bundeswehr beschaffte zur Erstausbildung eine spezielle „hochbeinige“ Version des EC135 T1 mit hohem Kufenlandegestell, wie es auch bei den EC135 der Bundespolizei und den Zivilschutz-Hubschraubern (nicht bei den H135) des Bundesministerium des Innern verwendet wird. Die vorrangige Absicht hierbei war es, die Piloten auf einem Hubschraubertyp zu schulen, der wegen seines Cockpits geeignet ist, den späteren Umstieg auf die mit ähnlichen Cockpits ausgerüsteten Muster Eurocopter Tiger und NH90, aber auch der Sikorsky CH-53GA zu erleichtern. Auch weltweit wird der Hubschraubertyp zu diesem Zweck genutzt. Unter anderem setzen ihn Großbritannien, die Schweiz, Portugal und Australien für ihre Trainingsaktivitäten ein. Vorlage:Hinweisbaustein Als Ausbildungshubschrauber der Bundeswehr eignet sich der H135 nur bedingt, da er bereits erhöhte Ansprüche an den Piloten stellt. Die Nutzung der Autorotation zur Notlandung ist nur innerhalb enger Drehzahlgrenzen möglich. Das Rotorsystem wird bei der Autorotationslandung stark belastet, da mit zuletzt hoher Auftriebskraft hohe Konuswinkel erreicht werden. Die Flugschüler erlernen die Landung mit Autorotation daher im Simulator am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg und üben den praktischen Anteil auf einer Bell 206 in einem zweiwöchigen Ausbildungsabschnitt in Celle.

In der Luftrettung

In Deutschland hatte der EC135 bzw. H135 in der Luftrettung die Bo105, MBB/Kawasaki BK 117 und andere Hubschraubertypen fast gänzlich ersetzt. Zwischenzeitlich bestand die Flotte der DRF Luftrettung und der ADAC Luftrettung zum Großteil aus Maschinen der Typen EC135 bzw. H135. Mittlerweile kommen wieder vermehrt neuere Variante des BK 117 (H145 D-2 und H145 D-3) zum Einsatz.<ref>Flotte der DRF Luftrettung, DRF Stiftung Luftrettung gGmbH, abgerufen am 22. Dezember 2025</ref><ref>Hubschrauber der ADAC Luftrettung, ADAC Luftrettung gGmbH, abgerufen am 22. Dezember 2025</ref>

In Österreich werden durch den Christophorus Flugrettungsverein ausschließlich EC135 bzw. H135 eingesetzt. Die polnische Luftrettung Lotnicze Pogotowie Ratunkowe (LPR) setzt diesen Hubschraubertyp seit 2009 ein. Auch in der Türkei wurde der Hubschraubertyp im Jahr 2013 zum bevorzugten Modell in der dortigen Luftrettung ausgewählt.<ref name="flightglobal" /> Die erste vollausgestattete Luftrettungsambulanz für die Region Beijing (HEMS = helicopter emergency medical services) wurde am 9. Oktober 2014 in Donauwörth an die Tochtergesellschaft „Beijing 999“ des chinesischen Roten Kreuzes übergeben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Airbus Helicopters delivers China’s first fully-equipped air ambulance (Memento vom 14. Oktober 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung, Airbus Helicopters, Donauwörth, vom 9. Oktober 2014 (englisch).</ref><ref>EC135 Beijing 999 Air Ambulance, Airbus Helicopters, Donauwörth, YouTube-Video vom 9. Oktober 2014.</ref>

Bei der NASA

Die Hubschrauber werden für Sicherungseinsätze bei Raketenstarts, medizinische Notdienste und den Transport von qualifiziertem Personal zum Einsatz kommen.

Modelle

Datei:RTH Christoph 4 (D-HZSD) 06.JPG
EC 135 T2+

Der Buchstabe T steht für das Turboméca-Arrius-Triebwerk; das P für die Pratt & Whitney Canada PW206-Gasturbine. Die weiteren Zeichen bezeichnen die jeweilige Ausbaustufe. Spätere Exemplare verfügen über das zentrale Instrumenten-Anzeige-System (engl.{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ (CPDS)).

Datei:PHuStBY EC135P3.jpg
EC 135 P3, PHuStBY

Zivil

  • EC135 P1 mit PW206B
  • EC135 T1 mit Arrius 2B1, 2B1A oder 2B1A1

Beide haben ein maximales Startgewicht von 2720 kg.

  • EC135 P2 mit PW206B2
  • EC135 T2 mit Arrius 2B2

Beide haben mehr Leistung mit einem Triebwerk und eine maximale Startmasse von 2835 kg.

  • EC135 P2+ („i“) mit PW206B2
  • EC135 T2+ („i“) mit Arrius 2B2

Beide haben eine maximale Startmasse von 2910 kg und durch die überarbeitete digitale Triebwerksregelung eine erhöhte Leistungsabgabe. Die Variante EC 135 T2i erreicht eine Flugdauer von 2 Stunden 25 Minuten mit einem Kraftstoffverbrauch von etwa 225 l/h Kerosin (Kraftstoffmenge: 673 l).<ref>Datenblatt EC 135 T2i, Zivilschutz-Hubschrauber, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, abgerufen am 14. Oktober 2014.</ref>

  • EC135 P2+ („e“)
  • EC135 T2+ („e“)

Beide Modelle haben eine um 40 kg erhöhte Abflugmasse von 2950 kg. Beide Varianten „i“ und „e“ werden werksseitig unter der Bezeichnung „+“ geführt. Die jeweilige Version ist nicht ohne Weiteres, z. B. auf dem Typenschild, zu erkennen.

  • H135 mit Turbomeca Arrius 2B2plus (ehemals EC135 T3)
  • H135 mit Pratt & Whitney PW206B3 (ehemals EC135 P3)
  • EC135 Hermes

Die Modelle T3/P3 haben nun unter anderem eine Startmasse von 2980 kg, eine Reichweite von 609 km bei Reisegeschwindigkeit (252 km/h) ohne Tankreserve und einen Einsatztemperaturbereich von −35 °C bis +39 °C ISA bzw. maximal bis +50 °C. Die Nutzlast wurde also erhöht, die Reichweite bei höherer Reisegeschwindigkeit gesteigert und die Leistung bei heißem Klima verbessert. Die kleinere und leichtere Hermes-Version (2910 kg) hat bei Reisegeschwindigkeit eine Reichweite von etwa 635 km. Seit Dezember 2020 gibt es für die neueste Version der H135-Familie eine neue Alternate Gross Weight, die von der European Union Aviation Safety Agency (EASA) zertifiziert wurde. Durch diese Alternate Gross Weight wird das take-off-Gewicht um 120 kg erhöht. Außerdem wurde ein neues Cockpit eingebaut, das neue single pilot IFR Helionix.

Militärisch

  • H135M (ehemals EC635 in der Version P/T2+„e“): Die militärische Version des H135.

Technische Daten

Datei:Heinrich von Sonnleithen - Die Bergretter.webm
Start einer EC135 T1 des Christophorus Flugrettungsvereins
Datei:Cocpit chr23.jpg
Cockpit EC135P1
Datei:Eurocopter ec-135.ogg
Polizeihubschrauber startet am Flugplatz Völtendorf

Bei ausgezeichneter Leistung fliegt er auch mit nur einem funktionstüchtigen Triebwerk (one-engine inoperative = OEI, Ausfallsicherheit).

Kenngröße Daten
Triebwerke 2 × Turboméca Arrius-2 B mit je 609 kW/816 WPS (OEI 30sec Rating, take-off: 472 kW/633 WPS) oder
Pratt & Whitney PW 206B mit je 609 kW/816 WPS
Höchstgeschwindigkeit 252 km/h (140 kts) (bei MTOW)
Reisegeschwindigkeit 230 km/h (124 kts) (ökonomisch; MTOW)
Schwebeflughöhe max.10.000 Fuß (3045 Meter) oder 8000 Fuß (2438 Meter, 20 °C; MTOW)
Flughöhe max. 20.000 Fuß (6095 Meter) bei 2720 kg
Standardreichweite etwa 633 km
Abflugmasse max. 3100 kg (Alternate Gross Weight)
Standardleermasse 1555 kg
Hauptrotordrehzahl max. 395 min−1
Länge 12,19 m
Höhe 3,51 m
Rotordurchmesser 10,20 m
Gesamtnutzlast max. 1455 kg
Nutzlast angehängt max. 1300 kg
Steiggeschwindigkeit max. 7,6 m/s

Die Datenangaben stammen von Airbus Helicopters<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenblatt EC135 P3/T3 (Memento vom 14. Oktober 2014 im Internet Archive), Airbus Helicopters.</ref> und Turbomeca und beziehen sich auf die Modelle P3/T3.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenblatt Arrius 2B2 (Triebwerk) (Memento vom 30. März 2013 im Internet Archive), Turbomeca.</ref>

Zwischenfälle

Trivia

Bekannt ist die H135 auch aus den TV-Serien HeliCops – Einsatz über Berlin und Die Bergretter.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Airbus Helicopters H135 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Zivile Baureihen:

H120H125H130H135H140H145H155H160H175H225AS 332 Super PumaAS 350/AS 355 ÉcureuilSA 360/AS 365 DauphinVahanaCityAirbus

Militärische Baureihen:

AS 532 CougarAS 550/AS 555 FennecAS 565 PantherH135MH145MH160MH225M CaracalH665 TigerNH90UH-72 LakotaVSR700

Versuchshubschrauber:

X3RACER

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Strahlgetriebene Kampfflugzeuge
Schulflugzeuge

Beechcraft T-6 • Cessna T-37 • Fouga Magister • Grob G 120A • Lockheed T-33A • North American T-6 Texan • Northrop T-38 • Piaggio P.149 • Piper PA-18 • Pützer Elster

Verbindungsflugzeuge

Dornier Do 27 • Dornier Do 28 • Dornier Do 28 D Skyservant

Hubschrauber

Aérospatiale SE.3130 Alouette II • Airbus Helicopters H135 • Airbus Helicopters H145M • Bell 47 • Bell UH-1D • Bölkow BO 105VBH / BO 105P • Bristol 171 Sycamore • Eurocopter AS532U2 "Cougar" • Eurocopter Tiger UHT • NH Industries NH90 • Piasecki H-21C • Saunders-Roe "Skeeter" Mk. 50/51 • Sikorski S-58/H-34G • Sikorsky/Westland S-61 „Sea King“ • Sikorsky CH-54A Skycrane • Sikorsky CH-53G/GS • Sud-Ouest SO 1221 Djinn • Westland „Sea Lynx“ Mk.88

ex NVA

Mil Mi-2 • Mil Mi-8 • Mil Mi-24

Transportflugzeuge

Airbus A310 • Airbus A319 • Airbus A321 • Airbus A340 • Airbus A350 • Airbus A400M • Boeing 707-320 • Bombardier Challenger 601 • Bombardier Global 5000 • Bombardier Global 6000 • Convair CV-440 Metropolitan • de Havilland DH.114 Heron • Douglas C-47B/DC-3 • Douglas DC-6B • HFB 320 Hansa Jet • Lockheed JetStar C-140 • Noratlas • Percival C.MK.54 Pembroke • Transall • VFW 614

ex NVA

Antonow An-26 • Iljuschin Il-62 • Let L-410 • Tupolew Tu-134 • Tupolew Tu-154M

Marineflugzeuge

Boeing P-8A Poseidon • Breguet Atlantic (Breguet 1150 M Atlantic) • Bristol 171 Sycamore • Dornier Do 28 D Skyservant • Dornier 228 LM • Fairey Gannet • Grumman HU-16D Albatross • Hawker Sea Hawk • Lockheed F-104G Starfighter • Lockheed P-3 Orion • Tornado

Sonderaufgaben

English Electric Canberra • Tupolew Tu-154M „Open Skies“ • Vermessungsflugzeug HS.748 • Zielschleppflugzeug Rockwell OV-10B Bronco

Unbemannte Flugzeuge

Aladin • CL-289 • EuroHawk • Heron • Heron TP • KZO • Luna • EMT Fancopter

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