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Landwasser (Albula)

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Vorlage:Infobox Fluss

Das Landwasser, mitunter auch die Landwasser, ist ein 30,5 Kilometer (mit längstem Quellgewässer 38 Kilometer) langer Fluss im Flusssystem der Albula (rät. Alvra) im Kanton Graubünden, Schweiz. Es ist eines der Hauptquellgewässer des Alpenrheins. Das Landwasser trennt die Albula-Alpen von den Plessuralpen.

Das Landwassertal ist bekannt durch die Stadt Davos und die ihm auf ganzer Länge folgende Rhätische Bahn.

Name

Landwasser ist eine alemannische Bezeichnung für den Talfluss, Land bezeichnet dabei den wirtschaftlich nutzbaren Talgrund oder auch das Haupttal im Gegensatz zu den Nebentälern. Ausser dem Davoser Landwasser, das in diesem Artikel abgehandelt wird, ist Landwasser auch amtlich für den Talfluss des bünderischen Malix (auch Rabiosa genannt) sowie den Talfluss der piemontesischen Walsergemeinde Rimella. Dialektal, aber nicht offiziell, werden oder wurden im Kanton Freiburg auch der Jaunbach, im Kanton Bern die Saane, die Simme und die Engstlige, in Graubünden der Averserrhein, der Valserrhein, die Plessur und die Landquart sowie in den norditalienischen Walsergebieten die Sesia, die Sermenza und die Lys Landwasser genannt.<ref>Schweizerisches Idiotikon Bd. III Sp. 1297, Artikel Land (Bed. 3); Bd. XVI Sp. 1820, Artikel Land-Wasser.</ref>

Geographie

Verlauf

Das Landwasser folgt der Haupttallinie der Landschaft Davos. Der Name gilt ab dem früheren Zusammenfluss von Flüelabach und dem Seewasser, dem nicht mehr vorhandenen Bach, der den Davosersee entwässerte. Obwohl das Seewasser wesentlich kleiner war als der Flüelabach, wurde es auch selbst Landwasser genannt.<ref name=kel>R. Keller: Niederschlag, Abfluss und Verdunstung im Schweizer Hochgebirge. Zum Lebenswerk von Otto Lütschg-Lötscher in: Erdkunde IV, 1950, S. 54–67, darin Kapitel 3: Die Wasserwirtschaft im Hochgebirge am Beispiel des Hochtales von Davos</ref> Heute fliesst der Davosersee, vom Totalpbach und anderen kleineren Bächen gespeist, zwecks Wasserkraftnutzung über Druckstollen zum Kraftwerk Klosters im Prättigau. Ihm wird unterirdisch bei Bedarf zusätzlich Wasser des Flüelabaches zugeleitet. Nur bei sehr hohem Wasserstand kann Seewasser durch ein Überlaufbauwerk auch noch das Landwasser erreichen.

Der wenig unterhalb mündende, etwa 15 Kilometer lange Dischmabach ist beim Zusammenfluss mit dem Landwasser wasserreicher und auch länger. Damit ist der Dischmabach der Hauptquellfluss des Landwasser-Systems, das so insgesamt rund 38 Kilometer Länge erreicht. Da der weitere Fliessweg bis zum Bodensee an allen Einmündungen der jeweils wasserreichere ist, ist das Landwasser mit dem Dischmabach hydrologisch der Hauptstrang des Alpenrhein-Systems, auch wenn dessen längster Fliessweg der Rein da Medel ist. Das Landwasser übertrifft die Albula an der Mündung nicht nur an Wasserführung (9,34 m³/s gegenüber 5,76 m³/s<ref name=bafu />), sondern auch an Fliesslänge, da die Albula einschliesslich ihres längsten Quellbaches Ava da Ravais-ch bis dahin nur etwa 21 Kilometer zurückgelegt hat.

Die grösste Ortschaft am Ufer ist Davos. Auf seinem Weg passiert das Landwasser die Zügenschlucht und wird zweimal von spektakulären Eisenbahnbrücken der Rhätischen Bahn überspannt: bei Davos Wiesen vom Wiesener Viadukt und dann vom Landwasserviadukt zwischen Filisur und Alvaneu Bad.

Die wichtigsten Nebentäler treffen spitzwinklig auf das Haupttal des Landwassers; ein Hinweis darauf, dass das obere Landwasser einst in Gegenrichtung floss. Das Tal nahm damals wenig oberhalb der erst später entstandenen Zügenschlucht seinen Anfang und ging in das Tal des heutigen Prättigau über.

Einzugsgebiet

Das 293,11 km² grosse Einzugsgebiet des Landwassers liegt in den Albula-Alpen und Plessuralpen und wird über die Albula, den Hinterrhein und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 24,8 % aus bestockter Fläche, zu 33,8 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 2,2 % aus Siedlungsfläche und zu 39,3 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:400 height:110 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

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Die maximale Höhe des Einzugsgebietes beträgt Vorlage:Höhe<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Zuflüsse

Zuflüsse von der Quelle zur Mündung mit Längenangaben in km, Einzugsgebietsgrösse in km² und dem mittleren Abfluss (MQ) in m³/s<ref>Die Längenangaben, Einzugsgebietsgrössen und die Werte zum mittleren Abfluss nach swisstopo.</ref>

  • Flüelabach (links) 12,4 km, 35,01 km², 1,18 m³/s
  • Dorfbach (rechts), 3,5 km
  • Schiabach (rechts), 23,6 km
  • Dischmabach (links), 16,3 km, 53,6 km², 1,82 m³/s
  • Geisslochbach (links), 1,5 km
  • Guggerbach (rechts), 3,7 km
  • Bolgenbächli (links), 1,9 km
  • Karjölerbächli (links), 2,2 km
  • Albertibach (rechts), 3,6 km, 4,38 km², 0,15 m³/s
  • Bildjibach (rechts), 3,7 km, 1,32 km²
  • Maienbächli (links), 2,0 km
  • Gebrunstbächli (links), 2,4 km
  • Frauenbach (rechts), 3,6 km, 2,21 km²
  • Sertigbach (links), 8,9 km (mit Chüealpbach 13,4 km) 47,2 km², 1,57 m³/s
  • Sutzibach (rechts), 5,4 km, 5,19 km², 0,20 m³/s
  • Grabentobel(bach), 2,4 km, 1,32 km²
  • Chummerbach (rechts), 4,6 km, 6,01 km², 0,23 m³/s
  • Bärentalerbach (rechts), 5,0 km, 7,09 km²
  • Rieberbach (links), 3,0 km, 1,75 km²
  • Läidbach (Leidbach) (links), 3,5 km, 4,71 km², 0,16 m³/s
  • Monsteinerbach (links), 1,2 km (mit Inneralpbach 5,4 km) 19,1 km², 0,65 m³/s
  • Tälibach (links), 1,7 km, 3,76 km², 0,13 m³/s
  • Chüetobelbach (links), 2,4 km, 2,71 km²,
  • Brüggentobelbach (rechts), 4,9 km, 17,03 km², 0,52 m³/s
  • Tieftobelbach (rechts), 3,2 km, 5,63 km²
  • Schmittnerbach (rechts), 4,7 km, 10,55 km², 0,29 m³/s

Hydrologie

Bei der Mündung des Landwassers in die Albula beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 9,34 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist nival alpin<ref>Vorlage:Literatur Abrufbar unter Vorlage:Internetquelle</ref> und seine Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 18.

Vorlage:Center

Wirtschaft und Verkehr

Wasserkraft

Datei:Landwassertal.jpg
Das Landwasser bei Glaris, Restwasser nach Wasserableitung
Datei:ETH-BIB-Landwasser-Tal, Blick nach Nordost, Davos-LBS H1-018118.tif
Landwassertal, historisches Luftbild von Werner Friedli (1954)

Nach den Ableitungen von Zuflüssen im Bereich des Davosersees wird ein weiterer Teil des Landwassers bei Davos-Glaris zwecks Nutzung der Wasserkraft gefasst und über einen Druckstollen zum etwa 10 Kilometer entfernten Kraftwerk der Albula-Landwasser Kraftwerke (ALK) in Filisur (65 MW Leistung) geführt.

Das abgearbeitete Wasser aus dem Ausgleichsbecken Filisur wird über einen 8,6 Kilometer langen Druckstollen dem ALK-Kraftwerk in Tiefencastel (24 MW) zugeführt und dort der Albula zugeleitet. Vorlage:Absatz

Brücken

Datei:Brombenzbrücke über das Landwasser, Davos Monstein GR 20190822-jag9889.jpg
RhB Eisenbahnbrücke (Brombenzbrücke) über das Landwasser, Davos Monstein GR

Vorlage:Hauptartikel

Das Landwasser wird von rund 50 Brücken überspannt. Sechs Eisenbahnbrücken der Rhätischen Bahn überqueren den Fluss – die bedeutendsten sind der Brombenzviadukt (1908) in der Zügenschlucht, der Wiesener Viadukt (1909) und der Landwasserviadukt (1903). Die Jenisbergbrücke (1906) ist im Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) aufgeführt.

1949 hat die Schweizerische Post eine Sechzig-Rappen-Briefmarke des Landwasser Eisenbahnviadukts herausgegeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Flüsse der Schweiz

Vorlage:Normdaten

SORTIERUNG:Landwasser #Albula