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Neugriechische Sprache

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Neugriechisch (neugriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), die heutige Sprache der Griechen, ist die Amtssprache Griechenlands (um 10,5 Millionen Sprecher) und Zyperns (um 0,7 Millionen Sprecher) und somit eine der 24 Amtssprachen der Europäischen Union. Außerdem ist es in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige griechischer Minderheiten leben, als lokale Amtssprache sowie in der Türkei (Istanbul) als Schulsprache zugelassen. Zusammen mit den ausgewanderten Griechen und Zyprioten sprechen weltweit über 13 Millionen Menschen Griechisch als Muttersprache. Das Neugriechische gehört zu den indogermanischen Sprachen.

Terminologie

Das Neugriechische wird heute in vielen Wörterbüchern und im aktuellen Kontext (zum Beispiel in der EU) allgemein als Griechisch bezeichnet. Um es sprachlich vom Altgriechischen zu unterscheiden, das im Zusammenhang der humanistischen Bildung und der antiken griechischen Kultur meist ebenfalls nur als Griechisch bezeichnet wird, herrschen in linguistischem Zusammenhang die Begriffe Neu- und Altgriechisch vor.

Um ganz exakt die heutige offizielle Staats- und Umgangssprache Griechenlands zu benennen und auch die Grenze zu den ebenfalls neugriechischen Sprachformen Katharevousa und Dimotiki zu ziehen, wurde der englische Begriff Standard Modern Greek („Standard-Neugriechisch“) geprägt. Oft wird das Standard-Neugriechische mit der Dimotiki gleichgesetzt, was jedoch aus sprachwissenschaftlicher Sicht nicht völlig korrekt ist, da auch die Katharevousa einen bedeutenden Einfluss auf die Standardsprache genommen hat.

Im Neugriechischen selbst wird die Sprache wissenschaftlich korrekt als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Neugriechische Gemeinsprache“) bezeichnet. Daneben finden sich die untereinander austauschbaren Ausdrücke {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „das Griechische“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „das Neugriechische“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Griechische [Sprache]“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Neugriechische [Sprache]“).

Geschichte

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Gebiete mit griechischsprachiger Mehrheit im geschlossenen griechischen Sprachgebiet, um 1900

Neugriechisch hat sich aus der Koine des Altgriechischen und damit aus dem antiken attischen Dialekt entwickelt. Den Beginn der neugriechischen Epoche setzt die Forschung wechselweise im 11. Jahrhundert (erste Epen in weitgehend neugriechischer Sprache), um das Jahr 1453 (Fall Konstantinopels) oder in der Mitte des 17. Jahrhunderts (kretische Renaissance) an.

Seit 1460 besaß die Sprache keinen offiziellen Status, wurde jedoch in den besetzten Gebieten Griechenlands sowie im gesamten Osmanischen Reich verstreut gesprochen. Nach der Griechischen Revolution wurde sie 1830 zur alleinigen Staatssprache des neu gegründeten Staates. In den folgenden hundert Jahren fand ein umfassender Bevölkerungsaustausch mit den übrigen neu gegründeten Nationalstaaten der Region statt, so dass das Griechische aus diesen weitgehend verschwand, im wachsenden griechischen Staat selbst jedoch zur Sprache der überwältigenden Mehrheit wurde. Nur in Zypern, das bis 1960 eine britische Kolonie war, kam es zu keinem derartigen Austausch. Das Griechische verbreitete sich außerdem seit dem 19. Jahrhundert durch Auswanderung in der gesamten Welt, besonders in Nordamerika und Australien. Seit dem Zweiten Weltkrieg spielt auch zunehmend die Auswanderung nach Westeuropa, insbesondere nach Deutschland und Großbritannien, eine Rolle.

Katharevousa und Dimotiki

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Bis 1976 gab es für das Neugriechische zwei konkurrierende Sprachformen, die Dimotiki ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Volkstümliche“), die traditionelle Volkssprache, und die offizielle Katharevousa ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Reine“), eine weitgehend künstliche, an das klassische Griechisch angelehnte Hochsprache. Mit der Kunstsprache Katharevousa versuchten national gesinnte, gebildete Kreise des jungen griechischen Staates die Kontinuität zur „großen“ klassischen Vergangenheit zu unterstreichen. Die kompliziertere Grammatik und der veraltete Wortschatz wurden von der Bevölkerung nicht angenommen, trotzdem tobte ein jahrzehntelanger Sprachstreit zwischen den Attizisten (Befürwortern der an den attischen Dialekt des Altgriechischen angelehnten Katharevousa mit Zentrum an der Universität Athen) und den Demotizisten (Anhängern der Volkssprache mit Zentrum an der Aristoteles-Universität Thessaloniki).

Nach dem Ende der Militärdiktatur wurde die Katharevousa durch einen Parlamentsbeschluss als Amtssprache abgeschafft und spielt heute nur noch in Dokumenten der orthodoxen Kirche, in Inschriften oder in anderen schriftlichen Bereichen vereinzelt eine Rolle (z. B. die Zeitung Estia). Grundsätzlich hat sich die Volkssprache – mit der ihr eigenen Phonetik, Morphologie und Lexik – in den letzten Jahrzehnten als die gesprochene wie auch geschriebene Sprache Griechenlands durchgesetzt. Vielen gelehrten Redewendungen und Wörtern aus der Katharevousa gelang es jedoch, Eingang in die gesprochene Sprache des Volkes zu finden, sodass sich das heutige Neugriechisch als eine Synthese der Dimotiki und der Katharevousa darstellt, mit einem Mischungsverhältnis zugunsten der ersteren. Das breite stilistische und lexikalische Spektrum der heutigen Sprache, resultierend aus den erwähnten volkstümlichen wie auch gelehrten Einflüssen, macht einen wichtigen Aspekt des besonderen Reichtums des Neugriechischen aus.<ref>Christos Karvounis (2002): „[Der Kampf um die Sprache im 19.–20. Jahrhundert] beschleunigte einen Mündigkeitsprozess, durch den die volkssprachliche Grundlage mit den hochsprachlichen Elementen schließlich zusammenwuchs, was zu einer ‚Gemeinsprache‘ führte ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}/{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), die vielleicht kraftvoller und ausdrucksstärker ist als je zuvor.“
Adrados (2001), S. 289: „Was wir daher gemeinhin Neugriechisch nennen, ist nicht ganz einheitlich, denn es bewahrt in seiner Phonetik und Morphologie und besonders in seinem Wortschatz zahlreiche Elemente der alten Hochsprache.“</ref> So können auch innerhalb eines Gesprächs auf Neugriechisch Passagen wie Zitate und Sprichwörter oder einfache Hervorhebungen in der Katharevousa oder im Altgriechischen gesprochen werden, wobei entsprechende Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden.

Heutige Sprachformen

Die neugriechische Sprache wird heute in Griechenland vergleichsweise einheitlich gesprochen und ist nur wenig dialektal zergliedert, mit Ausnahme des nur noch in wenigen Dörfern gesprochenen Tsakonischen und des vorwiegend in Nordgriechenland auf dem Land gesprochenen Pontischen. Ein Besucher Griechenlands muss kaum damit rechnen, auf griechische Menschen zu treffen, mit denen keine Verständigung auf Standardgriechisch möglich ist.

Nach der Befreiung Griechenlands, dessen Territorium zunächst nur die Peloponnes, Attika und Teile Mittel- und Westgriechenlands umfasste, wurde der peloponnesische Dialekt, der lautlich wie morphologisch der geschriebenen Katharevousa am nächsten stand, die Basis der Standardsprache. Nach der Verlegung der griechischen Hauptstadt nach Athen im Jahre 1834 überlagerte er durch den Zuzug vieler Griechen von der Peloponnes allmählich auch die alte Athener Mundart. Daneben waren auch die Mundarten der Ionischen Inseln und Konstantinopels, deren Sprecher die Athener Elite ergänzten, eng mit der peloponnesischen verwandt.<ref>Peter Mackridge: The Modern Greek Language. Oxford 1985, ISBN 0-19-815770-3.</ref>

Indes weichen die in manchen Landesteilen – z. B. auf Kreta, in Epirus, Thrakien (hier vor allem in Nord-Evros) – und auf Zypern gesprochenen Idiome so weit von der Standardsprache ab, dass man von neugriechischen Dialekten auch dann spricht, wenn die Unterschiede zwischen ihnen nicht so groß sind, wie es beispielsweise bei einigen deutschen Dialekten der Fall ist. Allerdings werden die meisten dieser Dialekte im Alltag praktisch nicht mehr verwendet.

Dialekte

Datei:Griechisch Isoglossen 1900.png
Wichtige Isoglossen im einheitlichen Sprachgebiet des Griechischen um 1900

Der erste Versuch, die neugriechischen Dialekte zu ordnen, stammt von Georgios Hatzidakis. Anhand der Entwicklung der unbetonten halboffenen und geschlossenen Vokale teilte er die neugriechischen Dialekte in nördliche und südliche ein. Dieser Einteilung zufolge wandeln sich in den nordgriechischen Dialekten alle unbetonten /o/ und /e/ in /u/ bzw. /i/, während alle unbetonten /i/ und /u/ ganz verstummen. In den südgriechischen Dialekten hingegen bleiben diese Vokale unverändert.<ref>G. N. Hatzidakis 1892, S. 342.</ref> Beispiele: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Standardaussprache [<templatestyles src="IPA/styles.css" />pɛ'θɛnɔ] > nordgriechisch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />pi'θɛnu]), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Standard [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ku'luri] > nordgriech. [<templatestyles src="IPA/styles.css" />klur]), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (südgriechisch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />skʲi'li] > nordgriech. [<templatestyles src="IPA/styles.css" />skli]).

Eine andere Isoglosse, nach der die neugriechischen Dialekte einzuteilen wären, ist der Erhalt oder Verlust des [n]-Auslautes bei vorwiegend neutralen Nomina. Gemäß dieser Isoglosse werden die südöstlichen, insularen Dialekte abgegrenzt, in denen der Auslaut [n] erhalten bleibt ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />tiˈrin]) oder gar angefügt wird ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈstɔman]), von den übrigen abgegrenzt, in denen er nicht vorkommt.

Eine weitere Isoglosse ergibt sich aus der Entwicklung des sogenannten „irrationalen“ intervokalischen Stützlautes Vorlage:IPA-Phon: In vielen, wiederum vor allem insularen Teilen Griechenlands (Kykladen, Lesbos, Ikaria, Kreta) kann man zwischen Vokalen im Auslaut eines Wortes den eingeschobenen Konsonanten [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɣ] vorfinden, so z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈklɛɔ > ˈklɛγɔ). In manchen Regionen Griechenlands trat der Stützlaut [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɣ] (auf Zypern der Laut k) auch zwischen dem Stammauslaut [<templatestyles src="IPA/styles.css" />-ɛv-] und der Endung /-ɔ/ in den Präsensformen, so {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ðuˈlɛvɔ] > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ðuˈlɛvγɔ] bzw. auf Zypern [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ðuˈlɛfkɔ] auf.

Weiterhin wurden als Basis für die Einteilung der neugriechischen Dialekte die folgenden phonetischen, morphologischen und syntaktischen Phänomene vorgeschlagen, die jeweils nur in einigen Teilen des Sprachgebiets auftreten:

  1. die Entnasalierung der Konsonantenkomplexe /mb/, /ng/, /nd/, beispielsweise in {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />kuˈmbi] > [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kuˈbi]),
  2. der Wandel des Lautes [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç] in [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʃ]: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈçɛri] > [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈʃɛri]),
  3. der Erhalt oder Wegfall des Augments: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />εˈðɛnatɛ] > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈðɛnatɛ],
  4. der Verlust des Genitivus personalis und Ersatz durch den Akkusativ in den nordgriechischen Dialekten: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />suˈlεɔ] > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />sεˈlεɔ],
  5. die Nachstellung der unbetonten Formen des Personalpronomens: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />muˈlɛi] > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈlɛimu], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />muˈðini] > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈðinimu].<ref>Triandafyllidis 1938, S. 66 f.</ref>

Die Dialekte des Griechischen lassen sich anhand dieser Isoglossen wie folgt aufteilen:

Datei:Griechenland Zypern Dialekte.png
Dialekte in Griechenland und Zypern
  • Nördliche Dialekte auf dem griechischen Festland etwa nördlich einer Linie KithaironChalkida, in der nördlichen Hälfte Euböas und auf den Nördlichen Sporaden, auf Thasos, Samothraki, Limnos, Lesbos und Samos. Diese Dialekte werden auch von den Minderheiten in den angrenzenden Staaten Albanien, Nordmazedonien und Bulgarien gesprochen.
    • Der Dialekt der Sarakatsanen (griechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=bg|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=bulgarisch}}), die im nördlichen Griechenland ursprünglich transhumante Weidewirtschaft betrieben und heute zu einem kleinen Teil auch in Rumänien und Bulgarien leben, weicht von den umgebenden Dialekten stark ab und hat einige Archaismen erhalten.
  • Südliche Dialekte
    • Peloponnesisch-Ionisch auf der Peloponnes, in Attika und Böotien südlich der Grenze zu den Nördlichen Dialekten, im Süden Euböas sowie auf den Ionischen Inseln
    • Alt-Athenisch und Maniotisch: Der Alt-Athener Dialekt, der z. B. den [i]-Laut vor anderen Vokalen in betonter Stellung erhalten hat, konnte sich nur vereinzelt um die Städte Megara und Kymi sowie auf Ägina halten und steht dem noch existenten Dialekt der Halbinsel Mani nahe, der sich beispielsweise auch unter den Nachfahren maniotischer Auswanderer in dem korsischen Ort Cargèse bis ins 20. Jahrhundert halten konnte.
    • Kretisch-Kykladisch auf Kreta, den Kykladen und in einigen Exklaven in Syrien und dem Libanon.
    • Südöstliche Dialekte auf Chios, Ikaria und der Dodekanes sowie das Zypriotische Griechisch auf Zypern. Bedingt durch die lange politische und räumliche Isolation im Mittelalter und in der Neuzeit konnten sich bis zur türkischen Invasion 1974 auf der Gesamtinsel und danach im griechischen Teil der Insel Zypern bis heute einige sprachliche Archaismen aus dem Mittelalter halten. Dadurch weicht die Umgangssprache der Zyperngriechen merklich von der griechischen Hochsprache ab. Letztere wird trotzdem in allen formellen Zusammenhängen (Bildungswesen, Ämter, Medien) und in Schriftform benutzt.<ref>Brian Newton: The Generative Interpretation of Dialect. A Study of Modern Greek Phonology. Cambridge 1972, ISBN 0-521-08497-0.</ref>

Erloschen ist die jevanische oder jüdisch-griechische Sprache (griechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, „romaniotischer Dialekt“) der Romaniotes, jüdischer Griechen, die im ganzen Osmanischen Reich verstreut verbreitet war. Sie starb im 20. Jahrhundert durch Assimilation ihrer Sprecher an die sephardische Sprache, die umgebenden Staatssprachen oder das Hebräische bei der Auswanderung nach Israel und nicht zuletzt durch die Massenvernichtung der Juden im Holocaust aus. Das Jevanische war aus der mittelgriechischen Koine entstanden und wie vergleichbare europäische Sprachen der Juden stark mit hebräischen Begriffen durchsetzt, aber für Sprecher des modernen Griechisch offenbar weitgehend verständlich.

Sprachformen älterer Herkunft

Einige Sprachformen des Neugriechischen haben sich aus älteren Stufen der Sprache gebildet und einige Entwicklungen der Gemeinsprache nicht mitvollzogen. Hinzu kommt bei manchen Dialekten am äußeren Rand des ehemaligen griechischen Sprachraums der Einfluss nicht-attischer griechischer Dialekte oder der Nachbarsprachen, z. B. des Italienischen. Diese Sprachformen, die allesamt im Schwinden begriffen sind, sind für einen Sprecher des Standardgriechischen schwer oder nicht verständlich, womit sie auch als selbständige griechische Sprachen gewertet werden können.

Tsakonisch

Tsakonisch wird noch in zehn Dörfern in der Region Lakonien auf der Peloponnes aktiv gesprochen, es hat sich aus dorischen Wurzeln entwickelt. Nur rund 70 % des Wortschatzes decken sich mit dem des Standardgriechischen.<ref>Eintrag zum Tsakonischen auf ethnologue.com</ref>

Ebenfalls dorisch geprägt ist die Mundart einiger Dörfer auf der Insel Karpathos, gebraucht vor allem in Olymbos.

Pontisch und Kappadokisch

Das außerhalb Griechenlands stark gefährdete Pontische und das inzwischen fast erloschene Kappadokische weisen starke ionische Einflüsse auf. Pontisch war der verbreitete Dialekt der griechischen Siedlungen rund um das Schwarze Meer ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Meer“), während Kappadokisch im zentralanatolischen Kappadokien gesprochen wurde. Im Rahmen des Bevölkerungsaustausches mit der Türkei im Jahr 1922 wurden diese Volksgruppen fast vollständig in verschiedene Teile Griechenlands umgesiedelt. Im Gegensatz zum Kappadokischen ist das Pontische noch nicht ausgestorben und wird noch aktiv gesprochen. In von pontischen Umsiedlern besiedelten Gegenden ist es auch heute noch allgemeine Verkehrssprache und färbt auch auf das hier gesprochene Standardgriechisch ab. Im Raum Thessaloniki gibt es mehrere pontischsprachige Radiosender. Allerdings geht die Sprecheranzahl kontinuierlich zurück, was auch daran liegt, dass der griechische Staat das Pontische – wie auch die Geschichte der Pontier allgemein – offiziell bis vor wenigen Jahren vollkommen ignorierte. Kenntnisse des Standardgriechischen sind nicht ausreichend, um Pontisch zu verstehen. Reste von Sprechern des Pontischen gibt es auch in der heutigen Türkei, in Russland und in der Ukraine (in und bei der ukrainischen Stadt Mariupol, daher Mariupolitisch, griechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Griko

Das Griko (italienisch auch grecanico, griechisch meist {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Unteritalienisch“) wird von weniger als 20.000 Menschen in zwei Varianten, dem griechisch-kalabrischen Dialekt in neun Dörfern um Bova, Kalabrien, und dem Dialekt der Grecìa Salentina in neun Dörfern südlich von Lecce im Salento, der Halbinsel im Süden Apuliens gesprochen.<ref>Porträt (Universitat Oberta de Catalunya)</ref><ref>Eintrag im UNESCO Red Book on Endangered Languages</ref><ref>ethnologue.com</ref> Das stark vom dorischen Altgriechisch geprägte Griko ist mit großer Wahrscheinlichkeit das linguistische Erbe der Magna Graecia; einige Forscher sehen seinen Ursprung aber auch im Mittelgriechischen der byzantinischen Zeit. Es wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Das Griko und die umgebenden süditalienischen Dialekte haben sich außerdem gegenseitig beeinflusst.

Phonologie

Für weitere Aussprachehinweise siehe Aussprache des Neugriechischen.

Der Lautstand des Neugriechischen besteht weitgehend unverändert seit etwa dem Jahr 1000, die entscheidenden Lautwandel haben sich bereits zum Ende der altgriechischen Sprachstufe, in hellenistischer Zeit vollzogen. Kennzeichen sind das in vielen Sprachen bestehende System aus den fünf Vokalphonemen /a/, /o/, /u/, /i/ und /e/, eine Vielzahl von Reibelauten, die die aus dem Indogermanischen stammenden behauchten Verschlusslaute vollständig ersetzt haben, und eine deutliche Tendenz zu Sandhi-Verschleifungen, die dem Neugriechischen einen wesentlich „flüssigeren“ Klang verleihen, als ihn beispielsweise das Deutsche aufweist.

Die wichtigsten Unterschiede zum Altgriechischen:

  • Wandel der stimmlosen aspirierten Verschlusslaute [<templatestyles src="IPA/styles.css" />], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] zu den stimmlosen Reibelauten [<templatestyles src="IPA/styles.css" />f], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />θ] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />x] bzw. [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç];
  • Wandel der stimmhaften Verschlusslaute [<templatestyles src="IPA/styles.css" />b], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />d], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />g] zu den stimmhaften Reibelauten [<templatestyles src="IPA/styles.css" />v], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ð] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɣ] bzw. [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʝ];
  • Vereinfachung des Vokal- und Diphthong-Systems:
    • Wandel von [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛː], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />y(ː)], [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />oi̯] zu [<templatestyles src="IPA/styles.css" />i];
    • Wandel von [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ai̯] zu [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛ], von [<templatestyles src="IPA/styles.css" />au̯̯] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />eu̯] über [<templatestyles src="IPA/styles.css" />]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />] zu [<templatestyles src="IPA/styles.css" />av]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />af] und [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛv]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛf];
    • Verlust der Unterscheidung zwischen langen und kurzen Vokalen;
  • Ersetzung des musikalischen Akzentes durch den dynamischen oder exspiratorischen Akzent, wie er auch im Deutschen gebraucht wird.

Diese phonologischen Entwicklungen haben sich (bis auf den Akzentwandel) nicht in der Orthographie niedergeschlagen.

Vokale

Das Neugriechische besitzt 5 Vokalphoneme:

vorne Mitte hinten
geschlossen <templatestyles src="IPA/styles.css" />i <templatestyles src="IPA/styles.css" />u
halboffen <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛ <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɔ
offen <templatestyles src="IPA/styles.css" />a

Die Länge des Vokals ist im Griechischen nicht wie im Deutschen bedeutungsunterscheidend. Unbetonte Vokalphoneme werden grundsätzlich kurz ausgesprochen, /e/ und /o/ sind immer offen, /i/ und /u/ stets geschlossen. In betonten Silben kann der Vokal etwas länger ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈaˑⁿθrɔpɔs], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Mensch“) realisiert werden, an der Wortgrenze können zwei gleich lautende Vokalphoneme als langer Vokal realisiert werden, auch rhetorische Dehnungen (/<templatestyles src="IPA/styles.css" />ooooxi/, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, etwa „neeeein!“) kommen vor.

  • Das /e/ klingt wie deutsches ä in hätte, nicht wie in heben.
  • Das /o/ klingt wie in offen, nicht wie in Ofen.
  • Das /i/ entspricht der standarddeutschen Aussprache in Minute (kurz, aber geschlossen), nicht wie in billig.
  • Das /u/ wie in Musik (kurz, aber geschlossen), nicht wie in Kunst.

Unbetontes /i/ vor einem anderen Vokal wird oft zu einem [j]-ähnlichen Laut abgeschwächt (/mia/ > [mja], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) oder palatalisiert den vorangehenden Konsonanten (/εlia/ > [<templatestyles src="IPA/styles.css" />εˈlʲa], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Diphthonge

Die im Wortschatz seltenen Vokalfolgen Vorlage:Grek oder Vorlage:Grek tauchen sowohl silbisch als auch unsilbisch gesprochen auf, nur im zweiten Fall liegt ein echter (fallender) Diphthong im Sinne eines Phonems vor.

Beispiele:

  • silbische Aussprache (kein Diphthong): {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ðaˈna.i], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />axaˈia], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />εˈlε.isɔn], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈnɔ.ima], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kɔmbɔˈlɔ.i];
  • unsilbische Aussprache (Diphthong): {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />nεˈrai̯ða], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kʲεi̯k], {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kɔˈrɔi̯ðɔ].

Da aufeinander folgende Wörter nicht getrennt gesprochen werden, entstehen im Neugriechischen an der Wortgrenze aus phonetischer Sicht mitunter steigende Diphthonge, die ebenfalls keine Phoneme sind: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />tɔaftɔˈkʲinitɔ] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈɔiˑlʲɔs] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Konsonanten

bilabial labio-
dental
dental alveolar palatal velar
stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth.
Plosive <templatestyles src="IPA/styles.css" />p <templatestyles src="IPA/styles.css" />b <templatestyles src="IPA/styles.css" />t <templatestyles src="IPA/styles.css" />d <templatestyles src="IPA/styles.css" />k <templatestyles src="IPA/styles.css" />g
Nasale <templatestyles src="IPA/styles.css" />m <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɱ<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(1)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(1)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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<templatestyles src="IPA/styles.css" />n <templatestyles src="IPA/styles.css" />ŋ<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(2)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(2)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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Vibranten <templatestyles src="IPA/styles.css" />r
Taps <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɾ<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(3)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(3)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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Frikative <templatestyles src="IPA/styles.css" />f <templatestyles src="IPA/styles.css" />v <templatestyles src="IPA/styles.css" />θ <templatestyles src="IPA/styles.css" />ð <templatestyles src="IPA/styles.css" />s <templatestyles src="IPA/styles.css" />z <templatestyles src="IPA/styles.css" />ç<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(4)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(4)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʝ<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(4)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(4)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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<templatestyles src="IPA/styles.css" />x <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɣ
Approximanten <templatestyles src="IPA/styles.css" />l <templatestyles src="IPA/styles.css" />j<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(5)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(5)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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|

|Vorlage:FNBox, Parameter 1 leer oder nicht korrekt angegeben.

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Die Abkürzung stl. steht für „stimmlos“ und sth. für „stimmhaft“.

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Zur Erläuterung der Artikulationsorte siehe die Grafik unter Phonetik.

Palatalisierung

Die velaren Plosive /k/ und /g/ werden vor den Vokalen [ɛ] und [i], in Kombination mit [i] generell zu [kʲ] (gelegentlich auch [kç]) und [gʲ] (gelegentlich auch [gj]) palatalisiert.

Ein unbetontes [i] vor Vokal schwächt sich in Wörtern volkssprachlicher Herkunft zu [j] oder [ç] ab. Im Falle von [n] und [l] palatalisiert es als Variante auch den vorangehenden Konsonanten, es entstehen [nj] oder [nʲ] bzw. [lj] oder [lʲ].

Sandhi-Erscheinungen

Im Neugriechischen gibt es eine Vielzahl von Sandhi-Erscheinungen, wo sich beim Zusammentreffen verschiedener Laute einer von ihnen oder beide verändern. Beispiele:<ref name="Arvaniti">Amalia Arvaniti, Mary Baltazani: Intonational Analysis and Prosodic Annotation of Greek Spoken Corpora. Prepublication version (PDF-Download; 445 kB)</ref>

  • [n] verändert sich vor bilabialen Konsonanten zu [m] oder fällt weg: /tin 'pɔli/ → [timˈbɔli] oder [tiˈbɔli] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Stadt“ [Akk.]).
  • [n] vor dentalen oder alveolaren Konsonanten schwächt sich ab oder schwindet: /'fεrnɔndas/ → ['fεrnɔⁿdas] oder ['fεrnɔdas] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „bringend“); /tɔn la'ɔ/ → [tɔlaˈɔ] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „das Volk“ [Akk.]).
  • [m] wird vor labiodentalen Konsonanten zu [ɱ]: /'ɛmvɔlɔ/ → ['ɛɱvɔlɔ] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Zapfen“).
  • Die stimmlosen Plosive und Affrikaten werden nach Nasalen sonorisiert, also stimmhaft: /stin psiˈçi/ → [stimbziˈçi] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „in der Seele“).
  • [s] wird stimmhaft vor stimmhaften Konsonanten: /ɔ'jɔs mu/ → [ɔ'jɔzmu] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „mein Sohn“).
  • Degemination:
    • Zwei gleiche Vokale verschmelzen zu einem: /ta ˈatɔma/ → ['taːtɔma] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Personen“).
    • Zwei gleiche Konsonanten verschmelzen zu einem: /ɔ'jɔs su/ → [ɔ'jɔsu] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „dein Sohn“).
  • Diphthongisierung unterschiedlicher Vokale oder Wegfall des ersten: /ɔ 'ilʲɔs/ → ['ɔilʲɔs] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Sonne“); /tɔ ˈatɔmɔ/ → ['tatɔmɔ] ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Person“).

Wortendlaut

Im Neugriechischen endet fast jedes Wort griechischer Herkunft entweder auf einen Vokal oder auf einen der Konsonanten /-n/ (Vorlage:Grek) und /-s/ (Vorlage:Grek). Bei Wörtern, die aus dem Altgriechischen ins Neugriechische übernommen wurden, kommen selten auch die Endungen Vorlage:Grek vor. Einzelne dieser Wörter werden häufig gebraucht ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „abwechselnd“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „einmalig, Einmalzahlung“), während die meisten anderen nur in gelehrten oder offiziellen Texten in Erscheinung treten ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Köder“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „kurzsichtig“). Hinzu kommt als Sonderphänomen die Präposition {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „aus“), die gemäß ihrer altgriechischen Herkunft bei nachfolgendem Konsonanten {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) lautet und somit das vielleicht einzige griechische Wort darstellt, das nicht auf einen Vokal oder einen kontinuierlichen Konsonanten endet. In Fremdwörtern ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Lampenfieber“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Schnitzel“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „rosa“) oder bei Interjektionen ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ach!“) und Onomatopoetika ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „wau!“) können alle Laute in terminaler Stellung vorkommen. Fremdwörter wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Panzer“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Chips“), bei denen das Vorlage:Grek eine dem Englischen entlehnte pluralische Bedeutung hat, werden mit Vorlage:Grek und Vorlage:Grek anstatt mit Vorlage:Grek und Vorlage:Grek geschrieben.

Betonung

Wortakzent

Im Neugriechischen wird die Betonung des Wortes auf (genau) einer Silbe durch den dynamischen Akzent realisiert, das heißt, die den Akzent tragende Silbe erklingt lauter als die übrigen. Wie im Deutschen erhält die betonte Silbe auch meist einen höheren Ton. Im Schriftbild wird der Akzent durch den Akut ausgedrückt, der die betonte Silbe kennzeichnet. Als bedeutungsunterscheidendes Merkmal spielt die korrekte Betonung eines Wortes eine größere Rolle als in romanischen oder germanischen Sprachen, da sie nicht durch Lautregeln automatisch auf eine bestimmte Silbe des Wortes fällt. Viele Wörter unterscheiden sich nur durch ihre Betonung, zum Beispiel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Gesetz“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Bezirk“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „wann“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „nie, je“). Nicht korrekt betonte Wörter werden von Muttersprachlern häufig schlecht oder missverstanden, während im Deutschen oder Französischen mit der standardmäßig festen Betonung auf der Stamm- bzw. letzten Silbe ein falsch betontes Wort meist ohne größere Probleme verstanden werden kann.

Der Akzent wechselt auch in der Konjugation zum Ausdruck der Tempora oder in der Deklination zur Kasusunterscheidung: So verschiebt er sich bei der Bildung des Aorist immer auf die drittletzte Silbe; hat das Verb nur zwei Silben, wird ein sogenanntes Augment (Vorlage:Grek) vor das Verb gesetzt, das dann die Betonung trägt: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich mache“) > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich machte“). Bei Bildung des Genitivs Singular und Plural sowie des Akkusativs Plural tritt bei vielen mehrsilbigen Wörtern eine Akzentverschiebung auf, so wird z. B. aus dem Nominativ {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} der Genitiv {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Solche Phänomene brachten Probleme für viele Grammatiktheorien der 1980er Jahre mit sich, die suprasegmentale Merkmale wie Akzentverschiebung nicht berücksichtigen konnten.

Einige Wörter im Griechischen sind grundsätzlich unbetont und stehen direkt neben den Wörtern, auf die sie sich beziehen. Sie werden als Klitika bezeichnet (vorgestellt Proklitika, nachgestellt Enklitika) und umfassen die unbetonten Formen der Personalpronomina sowie die Possessivpronomina. In einigen Fällen führen sie – nach einer allerdings zunehmend veraltenden Regel – zu einem Nebenakzent auf dem benachbarten Hauptbegriff.

Eine phonologische Grundregel für die Betonung ist die sogenannte Dreisilbenregel. Danach kann der Akzent auf den drei letzten Silben eines Wortes liegen, die im Griechischen als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Ultima, Endsilbe“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Paenultima, Vorendsilbe“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Antepaenultima, drittletzte Silbe“) bezeichnet werden. Werden an ein auf der drittletzten Silbe betontes Wort ein oder mehrere enklitische, also unbetonte Wörter angehängt, entsteht ein Komplex, den man phonologisches Wort ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) nennt. Infolge der Dreisilbenregel erhält dieses Wort dann die Betonung zwei Silben nach der eigentlichen lexikalischen Betonung des ersten Bestandteils. Auf der eigentlich betonten Silbe dieses ersten Worts trägt die Konstruktion zusätzlich einen Nebenakzent, wie z. B. in {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „meine Sachen“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „es mir bringend“).<ref name="Arvaniti" />

Satzakzent

Wie das Deutsche ist das Griechische in der Lage, bestimmte Glieder des Satzes als für die Aussage entscheidend hervorzuheben und so die Aussage des Satzes durch den Satzakzent zu modifizieren: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Der Brief ist für mich [sonst niemanden]“) vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Der Brief ist [wirklich] für mich“); oder auch in der Frage: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Du brauchst nichts?“ [Standardakzent]) vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Willst du wirklich gar nichts?“ [emphatische Nachfrage]).

In der Umgangssprache ist als Mittel der inhaltlichen Akzentuierung in einzelnen Wörtern auch Silbenlängung (temporaler Akzent) zu beobachten.

Grammatik

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Die neugriechische Sprache ist eine synthetische Sprache mit flektierenden und fusionalen Elementen. Dabei wurden gegenüber dem Altgriechischen flektierende Elemente zugunsten von Affix- und periphrastischen Bildungen zurückgedrängt. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische, also ohne Hilfsverben konstruierte Diathese (das heißt eigene Verb-Endungen für Aktiv und Passiv) besitzt. Die Unterscheidung der Verb-Aspekte einmalig/abgeschlossen (perfektiv) und dauernd/wiederholt (imperfektiv) wurde systematisiert und auf alle Tempora außer dem Indikativ Präsens ausgedehnt.

Morphologie

Das Neugriechische kommt mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Morphemen zur Kennzeichnung der grammatischen Kategorien aus, die aber häufig nicht eindeutig sind und mehrere Formen bezeichnen. Die Endung /-i/ beispielsweise kann (in der Aussprache) beim Verb die dritte Person Singular ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „er trinkt“), beim Substantiv den Nominativ Plural maskuliner ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Freunde“), den Nominativ und Akkusativ Singular femininer ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Freundin“) oder neutraler Substantive ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kuss“) ausdrücken, bei Adjektiven die Formen Nominativ Plural Maskulinum ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „große“), Nominativ und Akkusativ Femininum ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „große“, auch im Deutschen mehrdeutig) und Neutrum ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „schweres“) bezeichnen. Diese Vielzahl von homophonen Endungen wird erst im Kontext, aber auch oft im Schriftbild durch die historische Orthographie, die noch den Lautstand des Altgriechischen wiedergibt, eindeutig.

Sprachgeschichtlich verhältnismäßig jung sind die zahlreichen und häufig gebrauchten Diminutiv-Endungen (z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), mit denen außer Verniedlichung auch Vertrautheit, Üblichkeit oder Nähe ausgedrückt werden.

Zu den flektierenden Elementen des Neugriechischen zählt das regelmäßige Vorkommen von je zwei Stämmen der Verben, die zwei verschiedene Aspekte verkörpern. Im Regelfall wird der Aorist-Stamm aus dem Präsens-Stamm gebildet, der durch /s/ für das Aktiv und /th/ für das Passiv erweitert wird, teilweise unter Verhärtung des Stammauslauts, beim Passiv unter Verschiebung des Frikativs auf den Stammauslaut und Ersatz des /th/ durch /t/. Beispiele:

Präsensstamm Aoriststamm (Aktiv) Aoriststamm (Passiv)
flat}} {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} flat}}
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Unterschiede zum Altgriechischen

Im Verlauf der Sprachgeschichte ergaben sich einige grammatikalische Vereinfachungen gegenüber dem Altgriechischen. Im Zuge der Vereinigung von Dimotiki und Katharevousa wurden allerdings einige grammatikalische und lexikalische Archaismen wiederaufgenommen, die zum Teil vielleicht auch kontinuierlich im Gebrauch waren und hier angemerkt werden:

  • Der Dativ ist verloren gegangen und wird syntaktisch meist durch eine Präpositional-Konstruktion mit {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „zu“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „für“) mit dem Akkusativ ersetzt. Nur in festen Ausdrücken wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „in der Zwischenzeit, inzwischen“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „von Hundert, Prozent“) begegnet man dem Dativ noch.
  • Einige Deklinationen (Zusammenfall von a-Deklination und konsonantischer Deklination) sind verschwunden, ebenso haben sich die unterschiedenen Formen der erhaltenen Deklinationen verringert. Nur eine Minderheit von Wörtern folgt noch altgriechischen Deklinationsparadigmata, wie z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Leber“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „der Speer“).
    {{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}}
  • Der Verlust des Infinitivs wurde durch Nebensatzkonstruktionen mit {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ausgeglichen („ich will kaufen“ → „ich will, dass ich kaufe“). In seltenen Fällen wird noch der substantivierte Infinitiv verwendet, wie z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Sein und Werden“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „das Übersetzen“), wenn speziell die Handlung und nicht das Ergebnis ausgedrückt werden soll, was {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „die Übersetzung“) alleine nicht vermag.
  • Verlust des Modus Optativ zugunsten von Konstruktionen mit {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.
  • Verlust des Duals, dessen Stelle der Plural mit übernimmt.
  • Die neue Modalpartikel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}; aus {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich will, dass …“ > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} → {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ersetzte eigene Konjugationsmorpheme für das Futur und Konditional.
  • Reduzierung der meisten Partizipien auf das Partizip Perfekt Passiv ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und/oder das Gerund ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Ausnahme: Einige „gelehrte“ Partizipien, die wie im Altgriechischen voll deklinabel sind, z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „existierend“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „eingeschrieben“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „handelnd“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „überlebend“) und viele mehr.
  • Verlust des Imperativs der dritten Person. Ausnahme: Bestimmte feste Ausdrücke wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „es sei, wenigstens“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „er/sie/es lebe (hoch)!“).
  • Neue Pronomina für die zweite Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung (Itazismus) akustisch nicht mehr von denen der ersten Person Plural zu unterscheiden waren.
  • Reduzierung der Reduplikation; sie ist nur noch in seltenen Fällen beim Partizip Perfekt Passiv vorhanden, z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „überzeugt“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „eingeladen“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „erleuchtet, aufgeklärt“) u. a. m.
  • Reduzierung des Augments auf die Fälle, in denen es betont ist. Ausnahmen gibt es bei wenigen gelehrten Verben: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.
  • Entwicklung des neugriechischen periphrastischen Perfekts, es wird analytisch gebildet mit dem Hilfsverb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „haben“) und dem Aparemfato, im Futur zusätzlich mit der vorangestellten Futurpartikel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Dafür verschwand das altgriechische Perfekt, welches vornehmlich durch Stammreduplikation gebildet wurde. Auf eine Handlung oder ein Ereignis wird sich mit perfektischen (resultativen) Aspekt in den drei Zeitstufen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft bezogen: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich habe gesehen“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich hatte gesehen“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich werde gesehen haben“). Ereignisse in einer der Perfektformen werden fokussiert in ihren Auswirkungen auf die Erzählzeit beschrieben.
  • Das altgriechische Haupttempus Futur, welches mit eigenem Verbstamm gebildet wurde, aber nicht aspektdifferenzierbar war, ist der neugriechischen Futurbildung mittels der aus einer Modalkonstruktion abgeleiteten Futurpartikel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} gewichen: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich werde [ständig, wiederholt, dauernd] sehen“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich werde [einmalig] sehen“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich werde gesehen haben“). In griechischen Grammatiken werden die Futurformen als Dauer-Futur, einmaliges Futur und Perfekt-Futur bezeichnet.
  • Die beiden letzten Punkte beschreiben die konsequente Fortentwicklung des temporal unvollständigen Drei-Aspekte-Systems des Altgriechischen. Im Neugriechischen kann jedes der drei Tempora Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in allen drei Aspekten (Perfektiv/Aorist, Imperfektiv und Perfektisch/Resultativ) realisiert werden. Für die prinzipiell nur als im Verlauf begriffene Gegenwart besteht dabei die Einschränkung, dass zwischen den Aspekten Perfektiv und Imperfektiv nur in einer nicht tempusmarkierten, modalen Nebensatzfügung (Hypotaxe, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) mittels Aorist- oder Präsensstamm unterschieden werden kann. Dieser auch als Infinitiv-Ersatz dienende Satzbau gehört allerdings zu den häufigsten Grundmustern der neugriechischen Umgangssprache.

Besonderheiten

Die beibehaltene Aspekt-Unterscheidung der einmaligen, abgeschlossenen Handlung (gebildet mit dem Aorist-Stamm der Verben) und der andauernden oder wiederholten Handlung (gebildet mit dem Präsens-Stamm) ist eine in fast allen germanischen Sprachen unbekannte grammatische Kategorie und verlangt deshalb vom Neugriechisch Lernenden besondere Aufmerksamkeit. In der englischen Sprache existiert mit dem Partizip Präsens in seinen verschiedenen Verwendungsweisen (he was reading, he kept reading, while reading …) eine ähnliche Kategorie. Zu konkreten Informationen über die Aspektunterscheidung im Neugriechischen siehe die Artikel Aorist und Paratatikos.

Eine weitere grammatische Besonderheit des Neugriechischen ist die reichhaltige Wortgruppe sogenannter Deponentien – das sind Verben, die mit passivischen Endungen gebildet werden, aber trotzdem rein aktivische Bedeutung haben ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich komme“). Schließlich gehört das Neugriechische zu den Sprachen mit den meisten unregelmäßigen Verben; siehe hierzu Unregelmäßige Verben im Neugriechischen.

Wortschatz

Im Grundwortschatz des Neugriechischen ist die ununterbrochene Kontinuität in der Sprachgeschichte seit dem Altgriechischen deutlich erkennbar, der weitaus größte Teil des neugriechischen Vokabulars stammt etymologisch direkt aus dem Altgriechischen. Auch die Ähnlichkeiten auf morphologischer Ebene sind stärker ausgeprägt, als man es in der vergleichbaren Entwicklung vom Lateinischen zum Französischen oder Spanischen vorfinden kann. Zahlreiche elementare Wörter wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Mensch“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Meer“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Gott“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Himmel“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Freund“) sind seit Jahrtausenden nahezu unverändert Bestandteil der griechischen Sprache. Andere Wörter haben einen mehr oder weniger großen Bedeutungswandel erfahren, so {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, altgriechisch „erziehen“ → neugriechisch „quälen“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, altgriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „das [mit umlaufenden Säulen] Umflügelte, Säulentempel“ → neugriechisch „Kiosk“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, altgriechisch „heiraten“ → neugriechisch „ficken“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, altgriechisch „der Schlechte“ → neugriechisch „der Gerissene“), manche auch durch den Kontext des Christentums wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, altgriechisch „Bote“ → neugriechisch „Engel“).

Über die Katharevousa, die zahlreiche Begriffe aus dem Altgriechischen neu aufgriff, sind Wörter altgriechischen Ursprungs ins Standardgriechische eingegangen, die zuvor im Laufe der Zeit verschwunden waren. So besteht neben dem Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, das sich aus der altgriechischen Diminutivform {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} zu {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} bildete, auch das direkt aus dem Altgriechischen entlehnte Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Auge“). Beispiele für Ausdrücke, die in der traditionellen Volkssprache nicht existent waren, heute aber trotz ihrer „gelehrten“ Herkunft zum griechischen Grundwortschatz gehören, sind etwa {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „in der Zwischenzeit, inzwischen“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „wenigstens“) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „interessant“).

Zusammengesetzte Begriffe und Wortneubildungen wurden fast immer auf der Grundlage des antiken Wortschatzes gebildet: Ist beispielsweise {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} das gängige Wort für Wein, so gehen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Weißwein“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Weinpresse“) auf das antike Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} zurück; ebenso sind die Begriffe {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Fischhandlung“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Fischzucht“) nicht auf der Grundlage von neugriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, sondern von altgriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Fisch“) gebildet. Auf gleiche Weise werden griechischstämmige internationale Fachwörter rückentlehnt. Beispiele hierfür sind {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Elektrizität“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Xylophon“), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Hotel“) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „[Omni-]Bus“).

Einige altgriechische Wortstämme liegen sowohl in einer sprachgeschichtlich ererbten als auch einer hochsprachlichen, neu aus dem Altgriechischen entlehnten Form vor, deren Bedeutung sich unterscheiden kann (so {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} neben {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Freiheit“; {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} nur im volkstümlichen Sinne von „Ecke“ vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, auch „Winkel“ im mathematischen Sinne).

Mit sehr guten Kenntnissen des Altgriechischen ist ein schriftlich vorliegender neugriechischer Text sinngemäß oft zu verstehen; umgekehrt ist es jedoch nur mit Neugriechisch-Kenntnissen deutlich schwieriger, Sinn und grammatikalische Strukturen eines altgriechischen Textes zu erfassen. Auch Griechen müssen also Altgriechisch lernen, um Homer, Thukydides und Platon lesen zu können. Da an deutschen Schulen die abgewandelte Variante der erasmischen Aussprache des Altgriechischen gelehrt wird, kann man mit diesen Altgriechisch-Kenntnissen im heutigen Griechenland im Normalfall weder verstehen noch verstanden werden. An griechischen Schulen wird Altgriechisch dagegen nach neugriechischer Aussprache gelehrt.

Weiterführende Artikel: Liste griechischer Vornamen, Griechische Toponyme, Liste der Präpositionen im Neugriechischen, Griechische Zahlwörter

Lehn- und Fremdwörter

Das Neugriechische hat in den Jahrhunderten der Herrschaft anderssprachiger Mächte viele Wörter aus deren Sprachen übernommen.

In spätantiker und frühbyzantinischer Zeit drangen zahlreiche Wörter aus dem Lateinischen in den griechischen Wortschatz. Schon im frühen Mittelalter sind auch einige arabische Wörter aufgenommen worden, vor allem im Bereich Mathematik oder Medizin, vereinzelt finden sich auch im Mittelalter entlehnte Wörter albanischer oder slawischer Herkunft im griechischen Wortschatz.

So findet man zahlreiche italienische Vokabeln, die durch die genuesischen oder venezianischen Besatzer übermittelt wurden (bagno > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Bad“; venezianisch coverta > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Decke“; scala > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Treppe“; terrazza > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Terrasse“), daneben nicht minder zahlreiche türkischstämmige Wörter, letztere vor allem aus dem Bereich der Alltagskultur wie Essen oder Musik (köfte > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Frikadelle“; tüfek > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Gewehr“). Die Bezeichnungen neuzeitlicher Errungenschaften sind teils aus dem Französischen (douche > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Dusche“; crayon > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Lippenstift“) oder Englischen übernommen (bar > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kneipe“; sandwich > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „belegtes Brot“, goal > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Tor [im Fußball]“, parking > {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Parkplatz“). Dabei kehrten nicht selten griechische Lehnworte aus den anderen Sprachen ins Griechische zurück, so im Fall des altgriechischen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Hafen“, das über türkisch liman neugriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ergab (vielleicht auch altgriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „gute Straße“ > türkisch kaldırım „Straße, Gehweg“ > neugriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kopfsteinpflaster“); vergleiche altgriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Gesalzenes“ > italienisch pasticcio „Pastete“ > neugriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Nudelauflauf aus der ionischen Küche“.

Anglizismen sind nicht so häufig wie im Deutschen, einerseits weil zu Zeiten der Katharevousa Neologismen aus griechischstämmigen Wurzeln gebildet wurden, andererseits weil sich englische Wörter in die phonetisch völlig verschiedene Sprache Griechisch nicht so unproblematisch integrieren lassen wie ins enger verwandte Deutsche. Das Deutsche tritt etwa im Gegensatz zu Osteuropa nur in sehr wenigen Fällen als Gebersprache für das Griechische auf ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Schnitzel“; {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kitsch“); das Wort ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ist gar geläufiger als das ältere griechische {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} für „Bier“. (Siehe auch Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen.)

Schrift

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Im Neugriechischen wird das griechische Alphabet verwendet, das in seiner heutigen Form nahezu unverändert seit 403 v. Chr. besteht. Beim orthographischen System des Neugriechischen handelt es sich um eine historische Rechtschreibung, die bestimmte Verschriftlichungen von Lauten und Lautkombinationen über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg bewahrt hat, obwohl sich die Lautwerte in der gesprochenen Sprache zwischenzeitlich mehrfach geändert haben. Daraus ergibt sich das für Lernende problematische Phänomen, dass Schrift und gesprochene Sprache nicht deckungsgleich sind, wie es beispielsweise im Italienischen und Türkischen annähernd der Fall ist. Bekanntestes Beispiel hierfür ist der Iotazismus (bzw. Itazismus), also das lautliche Zusammenfallen der Grapheme Vorlage:Grek und Vorlage:Grek mit Vorlage:Grek. Bei völlig identischer Aussprache als Vorlage:IPA-Phon existieren im Neugriechischen nach wie vor alle sechs verschiedenen Schreibweisen. Darüber hinaus gibt es zwei Schreibungen für Vorlage:IPA-Phon (Vorlage:Grek und Vorlage:Grek) und zwei für Vorlage:IPA-Phon (Vorlage:Grek und Vorlage:Grek). Die Rechtschreibung ist dabei, ähnlich wie weitgehend im Französischen, eindeutig: Man kann also lesend mit hoher Treffsicherheit die Lautung auch unbekannter Wörter erschließen, umgekehrt muss die korrekte Schreibung der genannten Vokale aber erlernt werden oder kann wahlweise aus der Kenntnis des Altgriechischen erschlossen werden.

Diakritische Zeichen

Die betonte Silbe eines mehrsilbigen Wortes wird durch ein Akzentzeichen, den Akut gekennzeichnet, bei den Digraphen (Vorlage:Grek) wird sie auf den zweiten Buchstaben gesetzt. Bei einigen Aussprachevarianten wird der Akut nur bei der „zweisilbigen“ Form gesetzt: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Um Ambiguitäten in der Orthographie zu vermeiden, wird der Akut auch bei einigen einsilbigen gleichlautenden Wortpaaren zur graphischen Unterscheidung eingesetzt ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [weiblicher Artikel]  vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „oder“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „dass“ vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „wie?“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [Relativpronomen] vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „wo?“). Er wird nur bei Wörtern gesetzt, die Minuskeln enthalten, also {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, aber {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.

Der doppelte Punkt über den Vokalen Vorlage:Grek oder Vorlage:Grek (das Trema) ist kein Betonungszeichen, sondern ein typographischer Hinweis darauf, dass eine Buchstabenkombination aus zwei Vokalen, die normalerweise gemeinsam ausgesprochen würden, in diesem Fall als zwei getrennte Vokale gesprochen werden soll (Diärese). Ohne Trema würde z. B. das Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Lammkoteletts“ wie [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}peˈðakʲa{{#if:

    | ] <phonos file="{{{Tondatei}}}"></phonos>
  }}{{#invoke:TemplatePar|check

|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}] „kleine Kinder“ gesprochen. Fällt der Akzent auf den ersten der beiden Vokale, erübrigt sich das Trema (so in {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Kuchen“). Dagegen muss es gesetzt werden, wenn der Akzent auf den letzten der beiden aufeinanderfolgenden Vokale fällt wie im Familiennamen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} /<templatestyles src="IPA/styles.css" />ni.ko.laˈi.ðis/), um eine Interpretation als Digraph zu vermeiden.

Phonetische Ambiguitäten

Wie oben erwähnt, ist im Neugriechischen meist jedem Graphem (oder jeder Gruppe von Graphemen) ein bestimmtes Phonem (oder eine Gruppe von Phonemen) zugeordnet, das heißt man kann von der Schreibung mit Kenntnis einiger Regeln fast sicher auf die korrekte Aussprache schließen. Jedoch gibt es auch einige Fälle, in denen die Aussprache nicht vollständig aus der geschriebenen Form ersichtlich wird. Dies ist der Fall

  • bei Graphemen, die dem Phonem /i/ entsprechen. Hier entscheidet oft die gelehrte oder volkstümliche Herkunft des Wortes darüber, wie das Graphem auszusprechen ist; Beispiele: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}pjɔs{{#if:
    | ] <phonos file="{{{Tondatei}}}"></phonos>
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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}pʝɔs{{#if:

    | ] <phonos file="{{{Tondatei}}}"></phonos>
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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}] vs. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} vs. [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}'ɛnia{{#if:

    | ] <phonos file="{{{Tondatei}}}"></phonos>
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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}];

  • bei den Konsonantenkombinationen Vorlage:Grek, sofern sie nicht am Wortanfang stehen; unter jedem dieser Digraphen sind zwei Aussprachevarianten vereint: b/mb, d/nd, g/ng, g/ng; Beispiele: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Transkription

Die Transkription des griechischen Alphabets mit lateinischen Buchstaben für das Neugriechische wird im Deutschen nicht einheitlich gehandhabt, eine existierende ISO-Norm konnte sich bislang nicht durchsetzen.

Für den Gebrauch lateinischer Buchstaben im Internetverkehr haben sich einige Umschriftvarianten entwickelt, die als Greeklish bezeichnet werden.

Textprobe

Ausschnitt aus: Giorgos Seferis, Rede zur Verleihung des Nobelpreises, Stockholm 1963.<ref>Efrossini Kalkasina-Korn und Elisabeth Weiler (Hrsg.): {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Neugriechische Erzählungen. München 1988, ISBN 3-423-09248-3.</ref>

  • {{#ifeq: 1 | 0
    | {{#if: Seferisrede.ogg

| {{#ifexist: Media:Seferisrede.ogg

   | Vorlage:CodexIcon{{#ifeq: 0 | 1 | Vorlage:CodexIcon}}
   | !?! }}

| }} Gesprochen?/

    | <phonos file="Seferisrede.ogg">Gesprochen</phonos>/?

}}

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}
  • Transkription: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}
  • IPA-Umschrift: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />aˈnikɔ sɛ mja ˈxɔra miˈkri. ˈɛna ˈpɛtrinɔ akrɔˈtiri sti‿mɛˈsɔʝiɔ pu ðɛn ˈɛçi ˈalɔ aɣaˈθɔ parˈa tɔn aˈɣɔna tu laˈu‿tu, ti ˈθalasa, kʲɛ tɔ fɔs tu‿ˈilʲu. ˈinɛ miˈkrɔs ɔ tɔpɔz‿mas, aˈla i paˈraðɔˈsi‿tu ˈinɛ tɛˈrastia kʲɛ to ˈpraɣma pu ti xaraktiˈrizi ˈinɛ ˈɔti mas‿paraˈðɔθikʲɛ xɔˈriz‿ðjakɔˈpi. i ɛliniˈkʲi ˈɣlɔsa ðɛn ˈɛpapsɛ pɔˈtɛ tis na miˈlʲɛtɛ.]
  • Übersetzung: Ich gehöre zu einem kleinen Land. Ein felsiges Kap im Mittelmeer ohne anderen Reichtum, als den Lebenskampf seines Volkes, das Meer und das Licht der Sonne. Mein Land ist klein, aber sein Erbe ist gewaltig und durch die Tatsache gekennzeichnet, dass es uns ohne Unterbrechung überliefert worden ist. Die griechische Sprache hat nie aufgehört, gesprochen zu werden.

Literatur

Geschichte
  • Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Francke, Tübingen und Basel 2002, ISBN 3-7720-2981-7.
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (deutsch „Geschichte der griechischen Sprache“). 1969, Nachdruck {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Thessaloniki 2008.
  • Robert Browning: Medieval and Modern Greek. Cambridge 1983, ISBN 0-521-23488-3.
  • Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999, ISBN 3-8233-5202-4.
  • Geoffrey C. Horrocks: Greek: A History of the Language and Its Speakers. Longman Linguistics Library, London u. a. 1997, ISBN 0-582-30709-0.
  • Christos Karvounis: Griechisch (Altgriechisch, Mittelgriechisch, Neugriechisch). In: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Wieser, Klagenfurt 2002, ISBN 3-85129-510-2, S. 21–46.
Dialekte
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (deutsch „Über die Mundart von Imbros“). {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Athen 1996.
  • Nikolaos P. Andriotis: Lexikon der Archaismen in neugriechischen Dialekten. (= Schriften der Balkankommission. 22). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1974.
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (deutsch „Die Mundart von Meleniko“). {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Thessaloniki 1989.
  • G. Mavrochalyvidis, J. I. Kessissoglou: Le Dialecte d’Axos. Préface de N. P. Andriotis. Imprimerie de l’Institut français d’Athènes, 1960.
  • Dimitrios Phosteris, J. I. Kessissoglou: Vocabulaire d’Aravani. Préface de N. P. Andriotis. Imprimerie de l’Institut français d’Athènes, 1960.
  • Peter Trudgill: Modern Greek dialects. A preliminary classification. In: Journal of Greek Linguistics 4, 2003, S. 54–64, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|1566-5844|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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}}.

Grammatik
Einsprachige Großlexika
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Erste Auflage. Athen 1998.
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Hrsg.): {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Erste Auflage. Thessaloniki 1998.
Etymologisches Lexikon
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (deutsch „Etymologisches Lexikon der neugriechischen Gemeinsprache“). Institut français d’Athènes, Athen 1951; Nachdrucke {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Thessaloniki 1967, 1971, 1983, 1988, 1992, 1995, 2006, zuletzt 2008.
Sprachlehrwerke
  • Maria Christmann-Petropoulou: Neugriechisch, Lehr- und Arbeitsbuch. Drei Bände. Dritte, verbesserte und erweiterte Auflage. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2004, ISBN 3-8253-1584-3.
  • Hans und Niki Eideneier: Neugriechisch ist gar nicht so schwer. Ein Lehrgang mit vielen Liedern, Illustrationen, Fotos sowie Karikaturen von Kostas Mitropulos. Zwei Teile. L. Reichert, Wiesbaden 1980; fünfte bzw. vierte, verbesserte Auflage ebd. 1993 (Teil 1, Hauptband, ISBN 3-88226-595-7) und 1991 (Teil 2, ISBN 3-88226-510-8; weitere Teilbände mit Lösungsschlüssel, methodischen Hinweisen, Sprech- und Musikkassette sind verfügbar).
  • Hans und Niki Eideneier: Neugriechisch ist gar nicht so schwer. Grundwortschatz. Grundgrammatik. L. Reichert, Wiesbaden 1984, 1986, ISBN 3-88226-284-2.
  • Hans und Niki Eideneier: Neugriechisch ist gar nicht so schwer. Teil 3: 100 Texte von leicht bis schwer. ISBN 3-89500-080-9

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />