Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Flughafen Berlin Brandenburg – Wikipedia Zum Inhalt springen

Flughafen Berlin Brandenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Flughafen Berlin-Brandenburg)

Vorlage:Hinweisbaustein

Flughafen Berlin Brandenburg
„Willy Brandt“
Datei:Airport berlin BER 2019.jpg
Luftbild des Flughafengeländes von Osten (2019)
Kenndaten
ICAO-Code EDDB
IATA-Code BER
Flugplatztyp Verkehrsflughafen
Koordinaten 52° 21′ 44″ N, 13° 30′ 2″ OKoordinaten: 52° 21′ 44″ N, 13° 30′ 2″ O
 {{#coordinates:52,362247222222|13,500672222222|primary
dim=10000 globe= name= region=DE-BB type=airport
  }}
Höhe über MSL 48 m (156 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 18 km südlich von Berlin (Rathaus)<ref group="A">Berliner Entfernungsmesspunkt: Gemäß Artikel Berlin entspricht der Punkt der geografischen Lage Berlins dem Ort des Berliner Rathauses</ref>
Strasse 113 96a
Bahn Fernverkehr (Intercity)
Regionalverkehr (FEX, RE 8, RB 22, RB 23, RB 24, RB 32)
Nahverkehr S-Bahn: S9, S85
Bus
Basisdaten
Eröffnung 31. Oktober 2020
Betreiber FBB GmbH
Fläche 1470 ha
Terminals 2 (T1, T2)
Passagiere 26.050.740 (2025)<ref name="verkehrszahlen 2025" />
Luftfracht 51.976 t (2025)<ref name="verkehrszahlen 2025" />
Flug-
bewegungen
193.042 (2025)<ref name="verkehrszahlen 2025" />
Kapazität
(PAX pro Jahr)
36 Mio.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flughafen plant mit „Terminal 3 light“ statt mit DDR-Terminal.] In: Märkische Allgemeine. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
30 Mio. (T1)
06 Mio. (T2)
Start- und Landebahnen
06L/24R 3600 m × 45 m Asphalt
06R/24L 4000 m × 60 m Beton
Webseite
ber.berlin-airport.de

Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ Vorlage:Flughafen-Codes ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Schönefeld, direkt an der südlichen Berliner Stadtgrenze.

Im Jahr 2026 flogen vom Flughafen aus 80 Fluggesellschaften zu 155 Flugzielen in 55 Ländern.<ref>Sommerflugplan 2026: Vom BER zu 155 Zielen in Europa und der Welt, BER Flughafen Berlin Brandenburg, abgerufen am 29. März 2026.</ref> Gemessen am Fluggastaufkommen war er 2025 mit 26,1 Millionen Passagieren der drittgrößte deutsche Flughafen.

Die Anlage wird durch die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH betrieben. Eigentümer der GmbH sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Bundesrepublik Deutschland.

Der Bau des Flughafens, der 2006 begann, war eines der größten Bauprojekte Deutschlands.<ref name="TSP_Spangenberg_2012">Christoph Spangenberg: Die BER-Eröffnungstermine: 2007, 2011, 2012, 2013 … In: Der Tagesspiegel. 5. September 2012, abgerufen am 7. August 2015.</ref> Die Aufnahme des Flugbetriebs war im Jahr 1999 für 2007 geplant.<ref>BER-Flughafen: So wurde vor 20 Jahren über den Baubeginn berichtet. In: Stern.de. 27. März 2019, abgerufen am 31. März 2025.</ref> 2020 wurde der Flughafen eröffnet.<ref name="eroeffnungsbescheid" /> Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen etwa 7,3 Milliarden Euro.<ref name="spon-2018-02-23"/>

Geschichte

Standortentscheidung

Pläne für einen Ausbau des Flughafens Schönefeld existierten seit den 1960er Jahren,<ref>Ernst Haas: Moderne Flughäfen für den zivilen Luftverkehr. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1962, DNB 451745442.</ref> wurden aber nur in sehr geringem Umfang umgesetzt. Die Notwendigkeit der Erweiterung von Kapazitäten und der Ruf nach dem Aufbau eines wettbewerbsfähigen, modernen Großflughafens für den Ballungsraum Berlin-Brandenburg erstarkten erst nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Datei:Ausbau Flughafen Schoenefeld.png
Flughafenausbauplanungen am Standort Schönefeld 1960–2020

Im Jahr 1992 wurden sieben für einen neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg in Frage kommende Standorte nach verkehrlichen, wirtschaftlichen und Umweltaspekten verglichen. Als Standort für den Flughafen wurden neben Schönefeld vor allem Sperenberg und Jüterbog-Ost eine Zeit lang favorisiert. Obwohl in einem Suchverfahren im Rahmen der Raumordnung 1993 Schönefeld am schlechtesten bewertet wurde,<ref name="Dornier-Studie">Zusammenfassung der Gutachten „Ergebnisse der Standortsuche“ Phase 1 der Vorbereitung des Raumordnungsverfahren (Dornier-Studie). 14. Juni 1993 (online [abgerufen am 19. Juli 2020]).</ref> entschieden sich der Bund und die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, vertreten durch Matthias Wissmann, Eberhard Diepgen und Manfred Stolpe, am 28. Mai 1996 für diesen Standort.<ref>Umstrittene Entscheidung: BER-Standort wurde vor 25 Jahren beschlossen. In: RND.de. 28. Mai 2021, abgerufen am 25. Januar 2025.</ref> Kurz nach der Standortfestlegung wurden Bürgerinitiativen aus Berlin und dem Umland gegründet, die sich gegen die Pläne engagierten, den Flughafen am Berliner Stadtrand zum neuen Großflughafen auszubauen. Im März 2006 wurden die Musterklagen vom Bundesverwaltungsgericht zum überwiegenden Teil abgewiesen.<ref>Hellgrünes Licht für Berlin Brandenburg International (BBI). In: baulinks.de. ARCHmatic – Alfons Oebbeke, 16. März 2006, abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref>

Grundlage des zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschlossenen Ausbaues wurde der Konsensbeschluss aus dem Jahr 1996 und die daraus folgenden Verfahren, wie die darauf ausgelegte Landesentwicklungsplanung, der Planfeststellungsbeschluss des brandenburgischen Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung vom 13. August 2004<ref name="Planfeststellungsbeschluss">Planfeststellungsbeschluss Ausbau Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld. (PDF; 940 kB) In: mil.brandenburg.de. Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg, 13. August 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. November 2014;. abgerufen am 19. Mai 2023</ref> sowie der Planergänzungsbeschluss „Lärmschutzkonzept BBI“ vom 20. Oktober 2009. Sowohl der Konsensbeschluss als auch der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004 beinhalteten den Ausbau des Schönefelder Flughafens unter der Voraussetzung der Schließung der beiden anderen Berliner Flughäfen Tempelhof und Tegel.<ref name="Planfeststellungsbeschluss" details="S. 327 f., S. 335"/><ref name="BVerwG 4A 1073.04">Bundesverwaltungsgericht Urteil im Namen des Volkes. (PDF; 698 kB) BVerwG 4 A 1073.04. S. 86, abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref>

Beim ersten Spatenstich 2006 wurde mit einer Eröffnung im Oktober 2011 gerechnet.<ref>Erster Spatenstich für BBI. In: n-tv.de. 5. September 2006, abgerufen am 24. März 2018.</ref> 2010 wurde diese Prognose auf den 3. Juni 2012 verschoben.<ref name="TSP_Spangenberg_2012" /> Am 8. Mai 2012, nur vier Wochen vor diesem Termin, wurde bekanntgegeben, dass die Eröffnung wegen Problemen mit der Brandschutzanlage verschoben werden müsse.<ref>Sicherheit hat Priorität: Technische Probleme bei der Brandschutztechnik machen Verschiebung des Eröffnungstermins für den BER unumgänglich. Pressemitteilung. In: berlin-airport.de. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 8. Mai 2015, abgerufen am 8. August 2015.</ref> In den Folgejahren wurden Missmanagement, Fehlplanungen und Pfusch am Bau sowie Baufehler bekannt. Aufgrund immer weiterer sicherheitsrelevanter Probleme mit der Gebäudetechnik des Hauptterminals wurde der Eröffnungstermin mehrmals verschoben und der Flughafen konnte lange Zeit nicht in Betrieb gehen.

Ab 2010 formierten sich weitere Bürgerinitiativen, die sich gegen den Flughafenbau richteten.<ref>Liste der Bürgerinitiativen. In: bertrug.de. J. Kornitzky, abgerufen am 2. Januar 2013.</ref> Diese sahen die Belastung durch Fluglärm und Schadstoffemissionen als nicht ausreichend berücksichtigt. Mehrere Anwohner von vier betroffenen Gemeinden klagten zusätzlich gegen den Planfeststellungsbeschluss. Dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zufolge sind vor der Eröffnung des BER etwa 225.000 Berliner von Fluglärm betroffen, nach der Eröffnung rund 65.000.<ref>Luftfahrtbranche: Wir informieren Bürger zu wenig. In: Der Tagesspiegel. 9. Januar 2012 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 10. April 2014 im Internet Archive) [abgerufen am 2. Januar 2013]).</ref>

Umsiedlungen

Für die Ortschaften Diepensee und Selchow sind Umsiedlungen durchgeführt worden, da die Dörfer teilweise auf dem geplanten Flughafengelände lagen. Alle 335 Einwohner mussten Diepensee verlassen, das Dorf wurde in einen eigens dafür neu errichteten Ortsteil von Königs Wusterhausen umgesiedelt. Von Selchow zogen 35 Einwohner nach Großziethen.<ref>Umzügler aus Diepensee sollen auf nichts verzichten müssen. Umsiedlungsvertrag garantiert weitreichende Rechte. In: Berliner Zeitung. 23. Juni 1999 (online [abgerufen am 28. Dezember 2012]).</ref> Die Umsiedlungen von Diepensee und der betroffenen Selchower Ortsteile wurden bis Dezember 2004 bzw. Juli 2005 vorgenommen.<ref>Teilumsiedlung von Selchow offiziell abgeschlossen. Pressemitteilung. In: stk.brandenburg.de. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 5. Juli 2005, abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref>

Dabei ermöglichte insbesondere die Umsiedlung der Ortslage Diepensee eine zweijährige Erforschung der 14 Hektar großen Fläche, wodurch das mittelalterliche Dypensey, ein Angerdorf des 13. und 14. Jahrhunderts, dessen Geschichte zuvor weitgehend unbekannt war, sehr gut erhalten zutage trat.

Bauarbeiten

Datei:Baustelle Flughafen Berlin Brandenburg 2010.jpg
Im Bau befindlicher Terminal, März 2010

Mit der Realisierung des Projekts wurde als Generalplaner die Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg International (pg bbi) beauftragt, ein Gemeinschaftsunternehmen, bestehend aus dem Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner,<ref>Eine Tragödie in Nussbraun. In: Der Spiegel, 21. August 2020</ref> der JSK und der IGK-IGR Ingenieurgesellschaft Kruck mbH.<ref name="spiegel-2012-31-38">Sven Röbel, Andreas Wassermann: Nicht mehr beherrschbar. In: Der Spiegel. Nr. 31, 2012 (online).</ref> Zu den größten Auftragsnehmern und bauausführenden Unternehmen zählen u. a. Siemens, Bosch, T-Systems, Rom, Caverion.<ref>Thorsten Metzner: So verdienen die Firmen am BER-Desaster. In: Der Tagesspiegel, 23. November 2017.</ref>

Der erste Spatenstich zur zentralen Baustelleneinrichtung erfolgte am 5. September 2006.<ref name="TSP_Spangenberg_2012" /> Zuerst wurden Baustraßen und die Bau-Infrastruktur errichtet und die Rollbahnanschlüsse an die BER-Nordbahn hergestellt. 2007 begann der Bau des Eisenbahntunnels, des Tunnelbahnhofs und der neuen Südbahn sowie der Lückenschluss der Bundesautobahn 113. Der neue Abschnitt der A 113 wurde im Mai 2008 eröffnet.

Am 11. Juli 2008 begannen die Bauarbeiten zum Hauptterminal.<ref name="tagesspiegel_2008-07-03">Stefan Jacobs: Start frei für das Terminal Rohbau des Flughafenbahnhofs in Schönefeld fertig. In: Der Tagesspiegel. 3. Juli 2008 (online [abgerufen am 24. November 2014]).</ref> 2010 wurde die Feuerwache erstmals in Betrieb genommen.

Der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg entwickelte sich seit 2012 zu einem der größten Skandale der deutschen Baugeschichte. Bei den Bauarbeiten wurden bis Ende 2012 Unfälle bekannt, bei denen vier Menschen ums Leben kamen, 46 schwer und 197 leicht verletzt wurden.<ref>Farhad Dilmaghani: Kleine Anfrage des Abgeordneten Oliver Höfinghoff (Piratenpartei Deutschland) vom 19. September 2012 und Antwort. (PDF; 155 kB) Drucksache 17 / 10 984. In: parlament-berlin.de. Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, 22. November 2012, abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref><ref>Fast 250 Arbeitsunfälle am künftigen Flughafen BER. In: Berliner Zeitung, 5. Mai 2013.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Zubringerbauten

Im Rahmen des Flughafenbaus entstanden rund 18,5 km Fern- und Regionalbahnstrecke. Die Verlängerung der S-Bahn vom bestehenden Bahnhof Schönefeld zum neuen Flughafenbahnhof, mit zusätzlichem Haltepunkt in Waßmannsdorf, misst 8,6 km. Auf dem Flughafengelände werden beide Strecken in einem 3009 m (Fernbahn) bzw. 2425 m (S-Bahn) langen Tunnel in Ost-West-Richtung geführt.

Datei:BBI 2010-07-23 6.JPG
Bauarbeiten an der westlichen Tunneleinfahrt des künftigen Flughafen-Bahnhofs, Juli 2010

Die Ausführung des Tunnelrohbaus erfolgte durch eine Arbeitsgemeinschaft, die sich aus mittelständischen Berliner Bauunternehmungen zusammensetzte. Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude begannen im Sommer 2007 und waren im Juli 2008 so weit fortgeschritten, dass der Bereich überbaut werden konnte.<ref name="db-2010-14" /> Die Tunnelstation liegt mit rund 14,5 m unter dem Gelände als unterstes Geschoss des neuen Terminals.

Im November 2007 wurden die Aufträge für die Rohbauarbeiten der westlichen Schienenanbindung sowie der Oberbauarbeiten und zu den Bahnsteigen des Flughafenbahnhofs vergeben. Die beiden Aufträge umfassen 2,4 km Trogbauwerke, drei Eisenbahn- und vier Straßenbrücken. Rund 330.000 m³ Erdmassen mussten bewegt und etwa 87.000 m³ Stahlbeton eingebaut werden. Insgesamt wurden 33 km Gleise mit 23 Weichen verlegt.<ref name="db-2007-11-21">Aufträge für Schienenanbindung Flughafen BBI vergeben. Pressemitteilung. In: pressrelations.de. Deutsche Bahn, 21. November 2007, abgerufen am 28. Dezember 2012.</ref>

Der Bau war in neun Teilabschnitte untergliedert, die zeitlich versetzt zueinander ausgeführt wurden. Die Baugruben der Bauwerke entstanden dazu größtenteils im Schutz einer Grundwasserabsenkung, sodass ein konventioneller Aushub erfolgen konnte. In den Baugruben wurden anschließend die Bauwerke als Stahlbetonkonstruktionen (Weiße Wanne) in Ortbetonbauweise errichtet. Juli 2008 war der erste – 185 Meter lange – Abschnitt des Bahnhofs im Rohbau so weit fertiggestellt, dass darauf das Terminalgebäude errichtet werden konnte.<ref name="welt-2008-07-03">Erster Bauabschnitt des BBI fertig. Spatenstich für Terminalgebäude des neuen Flughafens folgt am 11. Juli. In: Die Welt. 3. Juli 2008 (online [abgerufen am 28. Dezember 2012]).</ref> Für die Ostanbindung erfolgte der Planfeststellungsbeschluss erst im Frühjahr 2010.

Die Schienenanbindung samt Flughafenbahnhof ist seit dem 7. Juni 2011 elektrisch befahrbar<ref>Berlin/Brandenburg: Neue Strecke zum Flughafen BBI fertig. In: Eisenbahn Magazin. Nr. 8/2011. Alba Publikation & Alba Fachverlag, Meerbusch 2011, S. 16.</ref> und seit dem 30. Oktober 2011 betriebsfähig.

Insgesamt wurden rund 636 Millionen Euro investiert. Davon trug der Bund 576 Millionen Euro, die Bundesländer Berlin und Brandenburg jeweils 30 Millionen Euro.<ref name="db-2010-14">DB ProjektBau GmbH (Hrsg.): Infrastrukturprojekte 2010: Bauen bei der Deutschen Bahn. Eurailpress-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7771-0414-0, S. 14–26.</ref>

Bauskandal

In der Folge der Absage der Eröffnung des Flughafens im Juni 2012 traten schnell mehr und mehr Baudefizite und -mängel sowie Managementversagen im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben in Erscheinung, die sich später zu einem der größten Skandale der deutschen Baugeschichte entwickeln sollten. Fortwährend neu veröffentlichte Eröffnungstermine und deren Absagen folgten die gesamten 2010er Jahre hindurch in stetem Wechsel aufeinander, während sich die Baukosten vervielfachten und der Flughafen in Deutschland allgemein zum Synonym für staatliches Missmanagement und aus dem Ruder gelaufene staatliche Großprojekte wurde.

Inbetriebnahme

Um einen problemfreien, nahtlosen Standortwechsel von Schönefeld und Tegel zum BER zu gewährleisten, entschied man sich, den Flughafen mit all seinen Prozessen und Abläufen bereits vor der Eröffnung intensiv zu testen.

Der erste Probebetrieb fand ab November 2011 unter Mitwirkung von rund 10.000 Komparsen statt und wurde am 8. Mai 2012 aufgrund der Verschiebung des Eröffnungstermins abgebrochen. Im Zeitraum April bis Oktober 2020 wurde ein erneuter Probebetrieb abgehalten. Es wurden Check-in, Gepäckaufgabe und -sortierung, Durchlauf von Sicherheits- und Passkontrolle sowie Boarding, bis hin zur Gepäckabholung und Transfer mit rund 500 (Negativ-)Szenarien durchgespielt. Des Weiteren gehörten zur Testphase auch Nachtprobebetriebe, Notfallübungen oder Massenprobebetriebe dazu.

Ende August 2012 wurde als erstes Gebäude die „Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende“ eröffnet.<ref name="handelsblatt-2012-168-12">Piraten protegieren Wowereit. In: Handelsblatt. 30. August 2012, S. 12.</ref> Am 3. Juli 2013 wurde als erster Schritt zur Teileröffnung des Flughafens das neue Frachtzentrum eröffnet.<ref name="handelsblatt-2013-126-12">Erster Teil des Flughafens BER eröffnet. In: Handelsblatt. 4. Juli 2013, S. 12.</ref> Die erste Abfertigung eines Frachtflugzeuges erfolgte am 1. August 2013.<ref>Erste Maschine bringt Luftfracht zum Hauptstadtflughafen BER. Bei: airliners.de, 1. August 2013.</ref>

Air Berlin und Oneworld Alliance planten am BER ein Luftfahrt-Drehkreuz zu betreiben.<ref>Air Berlin tritt Allianz bei. In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 28. September 2024.</ref> Air Berlin meldete 2017, vor der verspäteten Eröffnung des Flughafens, Insolvenz an.

Im April 2020 erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, dass alle erforderlichen Dokumente der Bauaufsichtsbehörde, darunter auch bisher offene Prüfbescheinigungen des TÜV, übergeben worden seien.<ref name=":0">fdi/dpa: BER-Chef hält Eröffnung im Oktober für sicher. In: Der Spiegel. 20. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.</ref> Damit lagen alle behördlichen Genehmigungen vor.<ref>Fluggastterminal am BER für die Nutzung freigegeben. Pressemitteilung des Landkreises Dahme-Spree, 28. April 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2020;. abgerufen am 19. Mai 2023</ref> Zu diesem Zeitpunkt startete auch der ORAT-Probebetrieb. An insgesamt 28 Testtagen wurden 9000 Freiwillige eingesetzt. Mit Bescheid vom 1. Oktober 2020 gestattete die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg der Flughafengesellschaft die rechtliche Inbetriebnahme des BER zum 4. November 2020.<ref name="eroeffnungsbescheid" />

Datei:BfFlughafenBERFernbahnsteige.jpg
Bahnhof Flughafen BER, 2020

Am 25. Oktober 2020 wurde bereits das IATA-Kürzel des Flughafens Schönefeld von SXF in BER geändert und dessen bestehenden Abfertigungsanlagen in „BER Terminal 5“ umbenannt. Ebenfalls wurde der Flughafenbahnhof eröffnet. Am 29. Oktober folgte die Linie S45 und ab dem 1. November auch der Regional- und Fernverkehr.<ref name=":1">Sabine Beikler: So wird der BER-Umzug um den 31. Oktober ablaufen. In: Der Tagesspiegel. 14. Oktober 2020, abgerufen am 14. Oktober 2020.</ref>

Die geringere Auslastung des Flughafens Tegel aufgrund der COVID-19-Pandemie ermöglichte einen sukzessiven Umzug eines Großteils der Technik und des Materials bereits während des Probebetriebs. Im Zeitraum vom 31. Oktober bis zum 8. November fand der endgültige Umzug in drei Etappen statt, bei dem unter anderem die Vertretungen aller 59 Fluggesellschaften sowie sämtliche Bodenabfertigungsdienste und deren Fahrzeuge von Tegel nach Schönefeld verlagert wurden.<ref>rbb24: So zieht Tegel nach Schönefeld. In: rbb24.de. 14. Oktober 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Oktober 2020;. abgerufen am 19. Mai 2023</ref>

Der Terminal 1 des BER wurde am 31. Oktober eröffnet. Um kurz nach 14 Uhr wurde dort mit der Landung zweier A320-200neo von EasyJet (Flug 3110 aus Tegel) und Lufthansa (Flug 2020 aus München) die Passagierabfertigung aufgenommen. Der erste kommerzielle Flug am neuen Terminal war EasyJet-Europe-Flug 5924 aus Puerto del Rosario um 20 Uhr. Am 1. November 2020, startete der bei der Eröffnung am Vortag als erstes gelandete Airbus von EasyJet um 6:45 Uhr als erster kommerzieller Flug (EasyJet-Flug EJU 8210 nach Gatwick) vom Terminal 1.<ref>Der erste reguläre Tag am BER hat begonnen. In: aeroTELEGRAPH. 31. Oktober 2020, abgerufen am 1. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mit der Landung des Qatar-Airways-Fluges QR81 aus Doha wurde am 4. November 2020 um kurz vor 10 Uhr der Betrieb auf der südlichen Start- und Landebahn des BER aufgenommen. Damit war der Ausbau des Flughafens Schönefeld zum BER rechtlich abgeschlossen und der Flughafenname änderte sich entsprechend.<ref name="eroeffnungsbescheid" /> Die ersten Starts von der Südbahn BR07 Richtung Osten erfolgten am 7. November 2020.

Terminal 5

Bei Terminal 5 handelte es sich um den Passagierterminal des früheren Flughafens Schönefeld, der vorübergehend in den Betrieb des neuen Flughafens integriert wurde. Das Gebäude lag räumlich allerdings von den anderen Terminals entfernt. Schon seit Mitte der 2000er Jahre wurden dort ausschließlich noch Low-Cost-Fluggesellschaften abgefertigt. Ein Transfer zum Terminal 1 wäre für Fluggäste nur landseitig über die Straße oder per S-Bahn möglich gewesen, nicht jedoch „luftseitig“, innerhalb des Luftsicherheitsbereichs.

Die Nutzung des Terminals 5 sollte die Gesamtkapazität des Flughafens zu seiner Eröffnungsphase um jährlich bis zu zehn Millionen Fluggäste erweitern.<ref name="ausbauphasen" /> Schon vier Monate nach Flughafeneröffnung wurde er im Februar 2021 aufgrund des Rückgangs der Fluggastzahlen infolge der COVID-19-Pandemie jedoch zunächst vorübergehend und später endgültig wieder geschlossen.<ref>Orientierung. Abgerufen am 25. März 2022.</ref><ref>BER schließt sein Terminal 5 „vorübergehend“. Abgerufen am 10. Dezember 2023.</ref><ref name="terminal5final1">Aletta von Massenbach als Vorsitzende der Geschäftsführung. Abgerufen am 18. November 2022.</ref>

Namensgebung

Bis 2009 wurde für den Flughafen die Bezeichnung Berlin Brandenburg International (BBI) als Arbeitstitel verwendet. Am 11. Dezember 2009 wurde durch den Aufsichtsrat der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH der Name Flughafen Berlin Brandenburg etabliert. Für die internationale Vermarktung wird Berlin Brandenburg Airport genutzt. Als Beinamen erhielt der Flughafen den Namen Willy Brandt. Der IATA-Code wurde auf BER festgelegt. Das Kürzel diente bereits als Metropolitan Area Code für die bestehenden Berliner Flughäfen.

Flughafenanlagen

Im Verlauf des Flughafenbaus wurden insgesamt 2,4 Millionen Tonnen Zuschlagstoffe zu 3,4 Millionen Tonnen Beton verarbeitet und verbaut. Das Straßennetz auf dem Flughafen beträgt rund 20 Kilometer.<ref>BBI-Arbeiten im vollen Gang. In: Fliegerrevue. Oktober 2008, S. 48.</ref>

Start- und Landebahnen

Datei:EDDB BER Layout.png
Gelände des BER mit Vorfeldern, Roll-/Landebahnen und Flughafenanlagen

Der Flughafen Berlin Brandenburg verfügt über zwei parallele Start- und Landebahnen: 06L/24R und 06R/24L.<ref>Timo Nowack: Der BER benennt seine Pisten um. In: aeroTELEGRAPH. 1. Oktober 2024, abgerufen am 3. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die beiden Start- und Landebahnen wurden am 3. Oktober 2024 umbenannt (vormals: 07L/25R und 07R/25L). Die Anpassung wurde durch die ständige Bewegung des Magnetfeldes der Erde notwendig. Dabei blieben die umgangssprachlichen Bezeichnungen „Nord-“ und „Südbahn“ erhalten. Der Abstand zwischen den Start- und Landebahnen beträgt 1900 m, der Versatz 1250 m. Damit können beide Start- und Landebahnen ohne Beeinträchtigungen durch Wirbelschleppen unabhängig voneinander betrieben werden. Alle Rollwege, Vorfelder und Start- und Landebahnen belegen eine Fläche von rund 1,7 km².<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptstadt-Airport BBI: Meilenstein erreicht: Südbahn fertig (Memento vom 11. Februar 2013 im Internet Archive) Pressemitteilung. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, berlin-airport.de, 10. Mai 2011.</ref>

Die Nordbahn 06L/24R ist eine Übernahme der Südbahn des alten Flughafens Schönefeld. Dabei wurde sie entsprechend den ICAO-Standards von 3000 auf 3600 m verlängert. In den Jahren 2015 und 2016 wurde sie dann noch einmal saniert.<ref>Mühlenfeld glaubt an BER-Eröffnung 2017 – Zum Start braucht der BER eine provisorische Erweiterung. In: rbb-online.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Juli 2015;.</ref>

Die Südbahn 06R/24L wurde im Mai 2011 fertiggestellt.<ref>AIP GERMANY AIRAC AMDT 4/12 und 5/12</ref> Im Juni 2012 wurden beide Rollbahnen für den Verkehr freigegeben, damals noch für den Betrieb des alten Flughafens.

Terminal 1

Die Terminalanlagen und die Flugsteige befinden sich in der Mitte zwischen beiden Start- und Landebahnen. Das Hauptgebäude ist 220 m breit, 180 m lang und 32 m hoch, seine Bruttogrundfläche beträgt 360.000 m².<ref name="Terminalarchitektur">Richtfest für neues Terminal am Flughafen Berlin Brandenburg. In: aero.de. Aviation Media & IT GmbH, 6. Mai 2010, abgerufen am 15. Dezember 2012.</ref> Der Zentralbau hatte bei der Fertigstellung eine Kapazität von 30 Millionen Passagieren im Jahr. Es wurden im Endzustand 150.000 m³ Beton und 28.000 Tonnen Stahl verbaut.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der BBI erhält sein Gesicht (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive) Pressemitteilung. berlin-airport.de, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 4. September 2009.</ref> Die Inbetriebnahme des Terminals 1 erfolgte am 31. Oktober 2020.<ref>Andreas Wassermann, Michael Kröger: Flughafen Berlin Brandenburg eröffnet: Landung in der Tristesse. In: Der Spiegel. Abgerufen am 1. November 2020.</ref>

Der U-förmige Terminalkomplex in der Art eines Midfield Terminals umfasst den 715 m langen, dem Terminal vorgelagerten Hauptpier (an Vorfeld B) mit 16 Parkpositionen für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, bzw. acht für Großraumflugzeuge. Der Hauptpier verfügt über 16 doppelgeschossige Fluggastbrücken (eine von diesen ist speziell für die Abfertigung des Airbus A380 vergrößert). Der Südpier am Vorfeld C ist 350 m lang und mit neun eingeschossigen Fluggastbrücken ausgestattet.

Der ebenso lange Nordpier (an Vorfeld A) verfügt über weniger Ausstattung als der Rest des Terminals und keine Fluggastbrücken, um den Anforderungen der dort platzierten Billigfluggesellschaften Rechnung zu tragen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Pressemitteilung, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, berlin-airport.de, 11. Juli 2008.</ref> Das davor errichtete Terminal 2 ist für den Betrieb der Billigfluggesellschaften optimiert, mit automatisierter Gepäckaufgabe und vom Hauptterminal unabhängiger Gepäcksortierung.<ref name="t2-richtfest">Thomas Fülling: Flughafen BER: Richtfest für Billigflieger-Terminal. In: Berliner Morgenpost. 30. Juli 2019, abgerufen am 7. August 2020.</ref>

Ausgestattet ist die Terminalanlage mit zehn Check-in-Inseln, bestehend aus insgesamt 118 Check-in-Schaltern und rund 120 Check-in-Automaten.<ref>Klaus Kurpjuweit: BER-Gutachten: Zweifel an der Größe des neuen Flughafens. In: Der Tagesspiegel. 27. November 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012.</ref> Die Flächenzumessung ist so berechnet, dass 6500 Passagiere pro Stunde ohne Bedrängnis und größere Schlangenbildung abgefertigt werden können.<ref>Klaus Kurpjuweit: BBI in Schönefeld: Großflughafen wird noch größer. In: Der Tagesspiegel. 16. Januar 2008, abgerufen am 15. Dezember 2012.</ref>

Der Abflugbereich des Hauptgebäudes ist in sechs Bereiche eingeteilt:

  • A 01–25, bzw. B 01–25 (Hauptpier, Ebene 1 – Schengen)
  • C 01–19, bzw. D 01–17 (Hauptpier, Ebene 2 – Non-Schengen)
  • A 30–38 (Südpier) und B 30–45 (Nordpier; auch Terminal 2)

Für Reisende und Flughafenbedienstete befinden sich auf der Ebene 2 im Terminal in zwei Räumen eine Kapelle und ein Raum der Stille. Den Gestaltungswettbewerb hatte das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) gewonnen. Die schwarz-weißen Querstreifen spielen mit Lichtverhältnissen, die Kapelle wird mit einem schlichten Altar ohne Kreuzeszeichen ausgestattet. Die Räumlichkeiten dienen als gleichberechtigte Rückzugsorte für Menschen aus verschiedensten Kulturen und Religionen. Diese Einrichtungen sowie ein gemeinsam mit dem Sozialdienst des Flughafens genutzter Schalter werden von der ökumenischen Flughafenseelsorge betreut.<ref>Eröffnung des BER am 31. Oktober 2020. Abgerufen am 9. November 2020.</ref>

Terminal 2

Datei:Berlin brandenburg airport terminal 2.jpg
Terminal 2

Zur Erhöhung der Flughafenkapazität wurde südlich des Terminals 1 – Nordpier der Terminal 2 mit 240 m Länge, 40 m Breite und 15 m Höhe errichtet. Diese Ergänzung beinhaltet 16 Check-in-Schalter sowie einen Großgepäckschalter im Erdgeschoss, acht Sicherheitslinien im Obergeschoss und hat eine direkte Verbindung zum Nordpier des Terminals 1.<ref name="t2-richtfest" /> Da der Terminal 2 damit über keine eigenen Gates verfügt, sondern ausschließlich als Direktzugang zu den Gates B 30–45 dient, kann er zusammen mit der einfacheren Ausstattung als Low-Cost-Terminal bezeichnet werden. Er hat eine Kapazität von sechs Millionen Passagieren pro Jahr.<ref name="ausbauphasen">Ausbauphasen. Flughafen Berlin Brandenburg, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Februar 2020;.</ref> Der Bau des Terminals erfolgte von 2017 bis 2020, dessen Inbetriebnahme wegen des allgemein geringen Flugverkehrsaufkommens im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie allerdings erst zum Sommerflugplan 2022.<ref>Thorsten Metzner: Zweite Bahn, zweites Terminal – doch nun Fahrstuhl-Ärger am BER. In: Tagesspiegel Online. 12. November 2021, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 15. November 2021]).</ref><ref name="rbb-2022-03-23">BER-Betreiber nehmen erstmals Terminal 2 in Betrieb. In: rbb24.de. 23. März 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2022;.</ref> Hauptnutzer des Terminals sind die Fluggesellschaften Wizz Air und bis Oktober 2026 noch Ryanair.<ref name="rbb-2022-03-23" /><ref>Airlines und Ziele. Abgerufen am 9. November 2022.</ref>

Bodenabfertigung

Datei:Berlin brandenburg airport terminal 1 check in.jpg
Check-in-Schalter

Zum Einchecken stehen Check-in-Inseln mit 118 Schaltern zur Verfügung. Eine automatische Gepäckförderanlage, die rund 15.000 Gepäckstücke in der Stunde sortieren kann, ist im Terminal 1 integriert.<ref>BER startet mit überdimensionierter Gepäckanlage, Airliners, abgerufen am 23. November 2024.</ref>

Check-in und Boarding werden unter anderem von WISAG Transport Services, AeroGround Berlin, GSRM, Swissport, ICTS und BAS durchgeführt.<ref name="BER Handbuch">Flughafen Berlin Brandenburg Handbuch. (PDF; 2,92 MB) In: berlin-airport.de. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 8. Oktober 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Oktober 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.berlin-airport.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Personen- und Gepäckkontrollen sollen von Securitas Deutschland durchgeführt werden. Dafür stehen 36 Sicherheitsschleusen mit Flüssigkeitsscannern zur Verfügung. Die Bodenabfertigung wird durch WISAG, AAS Airline Assistance Switzerland sowie Swissport durchgeführt (Stand: 2020). Die Kraftstoffversorgung mit Kerosin erfolgt durch Shell und TotalEnergies. Weitere Bodendienste wie zum Beispiel Reinigung und der Vor-Ort-Passagiertransport werden durch WISAG, AeroGround Berlin, Sasse, Klüh und andere Dienstleister gewährleistet.

Datei:05-DEC-2022 - KL1830 BER-AMS (B737-800 - PH-BCD) (01).jpg
Abfertigung eines Flugzeuges an Terminal 1

Seit dem 1. Januar 2024 ist die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) eigenverantwortlich für die hoheitlichen Aufgaben der Passagier- und Gepäckkontrollen zuständig. Sie hat damit die Organisation, Steuerung, Durchführung und Finanzierung der Luftsicherheitskontrollen gemäß § 5 LuftSiG von der Bundespolizei übernommen. Die Bundespolizei nimmt als zuständige Behörde weiterhin die Fachaufsicht über die Luftsicherheitskontrollmaßnahmen am Flughafen wahr. Die Passagier- und Gepäckkontrollen führt die Securitas Aviation Service GmbH & Co. KG durch.<ref>Luftsicherheitskontrollen am BER. Abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>

Begonnen im Jahr 2023 ist der Terminal 2 seit März 2024 komplett auf neue CT-Scanner des Typs Hi-Scan 6040 CTiX von Smiths Detection für die Gepäckkontrollen umgestellt. Für die Sicherheitskontrollstellen in Terminal 1 ist der Abschluss der Umstellung auf die neuen Scanner bis 2025 geplant. Die CT-Scanner ermöglichen es den Passagieren, Elektronische Geräte wie Laptops und Flüssigkeiten in erlaubtem Umfang in ihren Taschen zu lassen, was die Kontrollen deutlich beschleunigen kann.<ref>BER erhält erste CT-Scanner für das Terminal 1. Abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>

Regierungsflughafen / Militärischer Teil

Die Flugbereitschaft des deutschen Verteidigungsministeriums verfügt am Standort seit 2020 über eine Fläche von 16 Hektar und einen 79 Millionen Euro teuren Interimsterminal.<ref>Fertig! Pünktlich! Wirklich! In: sueddeutsche.de. 6. September 2018, abgerufen am 20. September 2019.</ref> Von dort gehen die Regierungsflüge der deutschen Politiker aus. Auch Staatsempfänge hält die Deutsche Bundesregierung dort ab.<ref>Die Flugbereitschaft ist auch in Schönefeld startklar, Bundeswehr, abgerufen am 20. November 2024.</ref> Als erste landete hier die damalige deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.<ref>Julia Klöckner als Erste am BER gelandet. In: Spiegel Online. 21. Oktober 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020.</ref>

Im Oktober 2025 ist die Hubschrauberstaffel der Flugbereitschaft von Tegel zum Flughafen Berlin Brandenburg umgezogen.<ref>Hubschrauber verlegt - Vier Jahre früher als geplant – Der Fluglärm in Tegel ist Geschichte. 30. Oktober 2025, abgerufen am 13. November 2025.</ref>

Flugsicherung

Datei:Berlin brandenburg airport tower.jpg
Kontrollturm der Deutschen Flugsicherung

Die Deutsche Flugsicherung hat ihre Niederlassung im Tower des Flughafens. Dieser wurde in seiner Bauart streng an den technischen Anforderungen eines Flughafens ausgerichtet. Seine elliptische Turmkanzel mit vier Tragstützen bietet Platz für elf Mitarbeiter und ist mit 72 Metern der dritthöchste Flughafenkontrollturm in Deutschland. Die DFS betreibt dort auch die ebenfalls in der Towerkanzel untergebrachte Flughafen-Vorfeldkontrolle. Die Kosten für den Turm betrugen rund 35 Millionen Euro.

Daneben bietet der Komplex Räume für die Niederlassungsverwaltung, Konferenzräume, Aufenthalts- und Ruheräume, Umkleidemöglichkeiten mit Duschen sowie einen Fitnessraum für die Mitarbeiter. Für spätere Flughafenerweiterungen werden weitere Kontrollräumlichkeiten unterhalb der Kanzel vorgehalten. Bereits im März 2012 wurde der Tower in Betrieb genommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schon vor Flughafeneröffnung - BER: DFS nimmt Tower in Betrieb (Memento vom 22. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>

Andere Bereiche

Für die Flüge der allgemeinen Luftfahrt (Lehr-, Privat- und Geschäftsfliegerei) wird vor allem der Nordteil des Flughafens genutzt. Dafür stehen die Flächen der Ramp 1, 3 und insbesondere 4 zur Verfügung. Dort befindet sich auch das Abfertigungsgebäude für die allgemeine Luftfahrt (General Aviation Terminal – GAT).

Für den Frachtgutbereich ist ein Modul im Midfield-Bereich für eine Kapazität von jährlich 100.000 Tonnen entstanden. Insgesamt könnte der Flughafen bei Bedarf auf eine planfestgestellte Kapazität von bis zu 600.000 Tonnen Fracht jährlich ausgebaut werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Pressemitteilung. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, berlin-airport.de, 30. Mai 2008.</ref>

Die Lufthansa Technik AG hat am Flughafen einen Hangar zur Wartung von entweder fünf Kurz- oder Mittelstreckenflugzeugen oder einem Großraumflugzeug vom Typ Airbus A340 errichtet. Auf dem Nachbargelände baute die inzwischen insolvente Fluggesellschaft Air Berlin eine Wartungshalle, die mit 12.000 m² Platz für bis zu vier Flugzeuge vom Typ Airbus A320 bietet.

Passagierleitsystem

Datei:BER during opening 2020-10-31 04.jpg
Display für Abfluginformationen

Das Erscheinungsbild des Flughafens und seiner Dachmarke, der Flughafengesellschaft FBB (Logo, Schriften, Piktogramme etc.), wurde von Realgestalt und das dazugehörige Leitsystem (insbesondere die Beschilderung) von Moniteurs Berlin entworfen, und 2012 eingeführt.<ref>Unsere Marke. Logos. In: berlin-airport.de. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juni 2013;.</ref> Als Farben dominieren Orangerot, eingesetzt hauptsächlich für Printartikel des Flughafens, und Purpurrot, eingesetzt primär für die Beschilderung. Sekundärfarben sind Weiß (z. B. Hintergrundfarbe für Straßenbeschilderung) sowie Grautöne und Blau als Akzentfarbe. Die über 3000 Schilder werden in Wände eingearbeitet, bzw. als stehende Wegweiser umgesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Flughäfen haben sich die Planer hier gegen hängende Elemente entschieden.

Die Straßenbeschilderung im Bereich des Flughafens ist mit Piktogrammen und Farben ebenfalls mit in das einheitliche Erscheinungsbild einbezogen.<ref>Creative Mornings Signage for Airports – Identität und Funktion. In: moniteurs.de. 27. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Oktober 2019; (Vortrag im Rahmen von Creative Mornings).</ref> Von der Agentur Realgestalt wurde für den typografischen Auftritt des Flughafens in Zusammenarbeit mit Alexander Branczyk für die Hausschrift eine komplette Schriftfamilie entworfen, BER Sans und BER Serif, die sowohl in den Printmedien als auch in der Beschilderung und in den Anzeigetafeln zum Einsatz kommt.<ref>Unsere Marke. Schriften. In: berlin-airport.de. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. September 2013;.</ref>

Ansagen über Lautsprecher sind auf ein Minimum reduziert und finden fast ausschließlich direkt am Gate statt. Damit soll der Aufenthaltsstress durch redundante/nicht relevante Durchsagen für die Passagiere so gering wie möglich gehalten werden.

Flugverkehr

Passagierverkehr

Datei:Flughafen BER Terminal 2.jpg
Parkende Flugzeuge von easyJet am Terminal 2, im September 2020 vor der Eröffnung

Am Flughafen Berlin Brandenburg wurden 2023 die meisten Passagiere von den Fluggesellschaften Ryanair (19 % Marktanteil), easyJet (17 % Marktanteil), Lufthansa, Eurowings, Turkish Airlines, Swiss, British Airways, KLM, Austrian Airlines und SunExpress befördert.<ref>Flughafen BER: Das sind die zehn größten Airlines. In: Märkische Allgemeine, abgerufen am 21. November 2024.</ref> Auch die Fluggesellschaften Condor und Sundair bedienen Strecken vom BER. Einzelne Langstrecken-Ziele werden von ein paar anderen Fluggesellschaften angeboten. Außerdem gibt es viele Flüge zu verschiedenen Luftfahrt-Drehkreuzen.<ref>Im Sommerflugplan zu 148 Zielen ab BER – Verstärktes Angebot innerhalb Europas, in den Mittleren Osten, nach Nordafrika sowie in die USA und nach Asien. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 26. März 2024, abgerufen am 18. Oktober 2024.</ref><ref>Condor stattet A320 Neo mit unterschiedlichen Sitzen aus. 12. Februar 2024, abgerufen am 27. Oktober 2024.</ref><ref>Die Tage des Air-Berlin-Jets bei Sundair sind gezählt. 6. Dezember 2023, abgerufen am 27. Oktober 2024.</ref>

Am 26. April 2026 gab Ryanair bekannt, dass sie ihre sieben am Hauptstadtflughafen BER stationierten Passagierjets abziehen und das Flugangebot halbieren werde. Die Basis werde zum 24. Oktober dieses Jahres geschlossen, teilte die Gesellschaft. Berlin werde zwar weiterhin angeflogen, jedoch mit außerhalb Deutschlands stationierten Flugzeugen. Das Verkehrsaufkommen von Ryanair am BER reduziere sich 2027 rund um die Hälfte von 4,5 auf 2,2 Millionen Passagiere.<ref>Berlin: Ryanair zieht Flugzeuge ab, ARD Videotext S. 162, abgerufen am 28. April 2026.</ref>

Im Jahr 2023 wurden 176.649 Flugbewegungen registriert, was durchschnittlich gut 480 An- und Abflügen am Tag entspricht.<ref name="verkehrszahlen 2023" /> Der verkehrsreichste Tag des Flughafens war der 17. Oktober 2025 mit 101.893 Passagieren.<ref>100 Mio. Passagiere: Meilenstein für den Flughafen Berlin Brandenburg, entwicklungstadt.de, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>

Frachtverkehr

Der Luftfrachtterminal des Flughafens ist seit 2013 in Betrieb.<ref>Uta Schmidt: Mehr Passagiere, mehr Fracht. In: Märkische Allgemeine. 6. April 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Oktober 2019;.</ref> Von hier aus bestehen Verbindungen nach Köln/Bonn, wo UPS sein Europa-Drehkreuz betreibt, sowie zu anderen westeuropäischen Zielen. Der Schwerpunkt liegt auf Expressfracht. Zusätzlich betreibt das Deutsche Rote Kreuz am Flughafen ein Zentrum für Hilfsgüter.<ref>BER Express Center Stand: 31. Oktober 2020.</ref>

Betriebszeiten

Datei:21 10 29 Berlin BER RalfR DSF9267.jpeg
BER Betrieb am Abend

Die Betriebszeit des Flughafen Berlin Brandenburg ist ganzjährig auf die Zeit von 5:30 bis 23:30 Uhr festgelegt. Von 00:00 bis 5:00 Uhr dürfen keine Luftfahrzeuge starten oder landen (Nachtflugverbot). Hiervon sind unter anderem der Regierungs- und Militärflugverkehr, medizinische Hilfseinsätze sowie Not- und Ausweichlandungen vollständig ausgenommen. Jeweils eine halbe Stunde vor und nach dem Nachtflugverbot dürfen Flugzeuge im Rahmen von Verspätungen und Verfrühungen landen. Diese Flugbewegungen zählen in die Nachtverkehrszahl.

Darüber hinaus gelten in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr für bestimmte Starts und Landungen geringere Grenzwerte bezüglich des verursachten Lärms.<ref name="luftfahrthandbuch" /> Seit dem 27. März 2024 finden keine Postflüge mehr statt.<ref>Deutscher Bundestag - Zustellzeiten durch Reform des Postrechts verlängert. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref><ref>Hinweise zum Nachtflug. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>

Flugrouten

Datei:Airbus A320-214 (cn 4631, 9H-EUX) 2023-04-21 Andre Gerwing Collection ID 019128.jpg
Airbus A320 im Landeanflug

Im September 2010 veröffentlichte die Deutsche Flugsicherung erstmals die geplanten Abflugrouten<ref>Bild mit den geplanten BER-Flugrouten. (JPEG) Internetplattform Fluglärm BBI, abgerufen am 2. Januar 2013.</ref> für den Flughafen. Nach der Planung der Deutschen Flugsicherung sollten drei der vier Abflugrouten um etwa 15° von einer geraden Linie abweichen. Die nordwestliche Route sollte entlang der Berliner Stadtgrenze nahe Lichtenrade, Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Steglitz-Zehlendorf sowie über Potsdam führen.<ref>Andreas Kilb: Arkadien riecht nach Kerosin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. September 2010 (online [abgerufen am 2. Januar 2013]).</ref>

Nach Protesten von Bürgerinitiativen kam es zu Beratungen der Genehmigungsbehörde sowie des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung und der Flugsicherungs­organisation über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge. Resultat war ein Verzicht auf den Überflug Potsdams.<ref>DFS präsentiert Flugrouten für BBI. Pressemitteilung. In: dfs.de. Deutsche Flugsicherung, 4. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Juni 2012;.</ref><ref>Klaus Kurpjuweit: Flugsicherung präsentiert Vorschlag für Flugrouten. In: Der Tagesspiegel. 4. Juli 2011 (online [abgerufen am 2. Januar 2013]).</ref> Auf Initiative dieser Fluglärmkommission wurde auch die neue „Müggelseeroute“ eingeführt. Am 26. Januar 2012 gab das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die endgültigen Abflugstrecken für den Flughafen bekannt.<ref>Anwohner wollen klagen – Wowereit will „mal Ruhe“. In: Berliner Morgenpost. 26. Januar 2012 (online, kostenpflichtig [abgerufen am 2. Januar 2013]).</ref><ref>Flugrouten für neuen Flughafen offiziell bestätigt. In: bündnissüdost.de. 26. Januar 2012, abgerufen am 7. Dezember 2019.</ref>

Damit wurde auch die sogenannte Hoffmannkurve als Flugroute für die Südbahn festgeschrieben, bei der die Flugzeuge unmittelbar nach dem Abheben eine Rechtskurve in Richtung Schönefelder Kreuz fliegen und dann weiter Kurs nehmen auf die Wegpunkte GORIG bzw. LULUL (Abflugrouten GORIG 1B und LULUL 1B).<ref>Die neuen Flugverfahren mit Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg. (PDF 6,1 MB) DFS und BAF, 31. Januar 2012, abgerufen am 4. April 2022.</ref> Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat die auf den Privatpiloten Marcel Hoffmann zurückgehende Hoffmannkurve für die Südbahn bei der Inbetriebnahme des Flughafens mit AIRAC AMDT, AIP AIC VFR 04/20 und AIP 13/20 mit Gültigkeit ab dem 4. November 2020 festgelegt.<ref>Inbetriebnahme Flughafen Berlin Brandenburg BER – Informationen IFR</ref>

Entwicklung der Verkehrszahlen


Flug-
bewegungen
Änderung
zum Vorjahr
Passagier-
zahlen
Änderung
zum Vorjahr
Frachtgut
(Tonnen)
Änderung
zum Vorjahr
2018 293.247 0 n.b. 34.726.367 0 n.b. 40.204 n.b.
2019 288.979 0− 1,5 % 35.645.005 0+ 2,6 % 34.854 − 13,3 %
2020 105.309 − 63,6 % 09.097.788 – 74,5 % 22.016 − 36,8 %
2021 105.740 0+ 0,4 % 09.947.006 0+ 9,3 % 27.437 + 24,6 %
2022 164.293 + 55,4 % 19.846.114 + 99,5 % 31.827 + 16,0 %
2023<ref name="verkehrszahlen 2023">Verkehrsbericht. Abgerufen am 15. Januar 2024.</ref> 176.649 0+ 7,5 % 23.071.865 + 16,3 % 34.038 0+ 6,9 %
2024<ref name="verkehrszahlen 2024">Verkehrsbericht. Abgerufen am 13. Januar 2025.</ref> 191.718 0+ 8,5 % 25.465.872 + 10,4 % 44.275 + 30,0 %
2025<ref name="verkehrszahlen 2025">Verkehrsbericht. Abgerufen am 13. Januar 2026.</ref> 193.042 0+ 0,7 % 26.050.740 0+ 2,3 % 51.976 + 17,4 %


Im Jahr 2019 hatten die Flughäfen Tegel und Schönefeld ein Passagieraufkommen von 35,6 Millionen.<ref>Verkehrsstatistik. In: berlin-airport.de. Abgerufen am 21. Januar 2020.</ref> Damit war Berlin nach Passagieraufkommen der drittgrößte Flughafenstandort Deutschlands hinter Frankfurt und München.

Datei:Statistik PAX BER.png
Entwicklung der Passagierzahlen der Berliner Flughäfen von 1991 bis 2025

Das Originäraufkommen an Passagieren (gezählt werden hierbei die Passagierzahlen ohne Umsteiger) am Flughafenstandort Berlin war 2016 das höchste in Deutschland.

Die technische Kapazität der BER-Start- und Landebahnen beträgt 426.000 Flugbewegungen pro Jahr, was eine theoretische Abfertigung von über 50 Millionen Passagieren ermöglicht, soweit die vorhandenen Terminals entsprechend ausgebaut würden.

Der BER ist nach Frankfurt und München der passagierstärkste Flughafen Deutschlands.<ref>ADV-Monatsstatistik Dezember 2021. (PDF) Abgerufen am 11. März 2023.</ref><ref>ADV-Monatsstatistik Dezember 2022. Abgerufen am 29. April 2023.</ref>

Verkehrsreichste Flugstrecken

Zu den verkehrsreichsten Flugstrecken ab Berlin-Brandenburg zählten 2025 die Strecken nach Frankfurt am Main, München, Palma de Mallorca, Zürich, Antalya, Wien, Amsterdam, Paris, London, Barcelona und Istanbul.

Verkehrsanbindung

Schienenanbindung und öffentlicher Verkehr

Datei:BER Anbindung 2020.jpg
Anbindung zum BER seit dem 15. Dezember 2025

Der Flughafen ist über den Tunnelbahnhof Flughafen BER angebunden. Hier halten die S-Bahn-Linien S9 und S85 sowie Züge des Regional- und Fernverkehrs. Insbesondere verbindet der Flughafen-Express FEX im 15-Minuten-Takt den Berliner Hauptbahnhof mit dem Flughafen bei einer Fahrzeit von 22 Minuten mit Zwischenhalten an den Bahnhöfen Potsdamer Platz und Südkreuz. Expressbusse verbinden den BER mit den U-Bahnhöfen Rudow (Linie U7) und Alt-Mariendorf (Linie U6).<ref>Öffentliche Verkehrsmittel. Abgerufen am 2. November 2020.</ref>

Mit Fertigstellung der Dresdener Bahn wurde die Fahrzeit der FEX-Züge vom Hauptbahnhof seit Dezember 2025 auf 22 Minuten verkürzt und ein 15-Minuten-Takt eingerichtet.<ref>Deutsche Bahn AG, Unternehmensbereich Personenverkehr, Marketing eCommerce: BauInfoPortal. Abgerufen am 2. November 2020.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />S-Bahnhof Lichtenrade Bauarbeiten für die neue Dresdener Bahn beginnen. (Memento vom 22. September 2017 im Internet Archive) In: Berliner Zeitung, abgerufen am 19. Mai 2023.</ref> Durch die Anbindung des Südrings an den FEX mit der Fertigstellung der Dresdener Bahn über den Bahnhof Südkreuz entfielen die Fahrten der S45 zum Flughafen. Stattdessen bindet die Linie S85 den Flughafen an.<ref>Nahverkehrsplan Berlin 2019–2023. (PDF) 25. Februar 2019, S. 277, abgerufen am 8. November 2020: „Anstelle der direkten S-Bahn-Verbindung vom Flughafen auf den Südring (Linie S45) soll die zweite Zuggruppe der S-Bahn vom Flughafen auf den Ostring (Linie S85) geführt werden.“</ref>

Die Anhalter Bahn verbindet als fertiggestellte Ausbaustrecke Berlin mit Leipzig und Halle (Saale) in gut einer Stunde Fahrzeit.<ref>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Mücke, Horst Friedrich (Bayreuth), Patrick Döring, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP. Drucksache 16/5488. In: Verhandlungen des Deutschen Bundestages / Drucksachen. 8. Juni 2007 (bundestag.de [PDF; 120 kB; abgerufen am 15. Dezember 2012]).</ref> Im Fernverkehr hält bisher nur die IC-Verbindung der Linie 17 zwischen Dresden und Rostock am Flughafen.

Fern-, Reise- und Shuttlebusse halten am Bussteig B in Fußweite zu den Terminals 1 und 2.<ref>Fern-, Reise- und Shuttlebusse – Vom BER in die Ferne und zurück. Abgerufen am 19. November 2024.</ref>

Straßenanbindung und Individualverkehr

Datei:Berlin Straßenverkehr BER.png
Einbindung des BER im Berliner Straßenverkehrsnetz

Über die Straße erreicht man den öffentlichen Teil des neuen Flughafens aus Richtung Osten über die A 113, die nördlich des Autobahndreiecks Waltersdorf eine neue Anschlussstelle erhalten hat. Weiterhin wird eine Verbindung zwischen dem alten Flughafengelände und dem neuen Flughafenzubringer hergestellt. Diese vierspurige Straße soll unter anderem die Erreichbarkeit des Flughafens sicherstellen, falls es auf der A 113 zu einer Vollsperrung kommen sollte. Sie bindet östlich des Flughafengeländes an den Flughafenzubringer von der A 113 an.

Der zentrale sechsstreifige Flughafenzubringer führt direkt zum Fluggastterminal. Er mündet in eine Terminalvorfahrt in zwei Ebenen (Ebene 0: Ankunft, Ebene 1: Abflug). Die Vorfahrtebenen werden getrennte Bereiche für den Individualverkehr (beispielsweise Kurzzeitparkplätze) und den öffentlichen Verkehr (Bushaltestellen, Taxiwarteflächen usw.) erhalten.

Das Verkehrskonzept sieht eine frühzeitige Trennung von Personen- und Güterverkehr vor. Der Güterverkehr wird bereits östlich des Flughafens in einem Verteilerknoten vom Zubringer abgeleitet. Alle wesentlichen Verkehre werden ringförmig im Einrichtungsverkehr durch das Flughafengelände geführt. Lieferverkehr, Betriebsdienste, aber auch Nutzer von terminalfernen Dauerparkplätzen werden über einen Verteilerring zu ihren Zielen geleitet. Passagiere und Gäste, die das Terminalgebäude zum Ziel haben, werden direkt vom Zubringer über einen separaten Terminalring geführt.

Im Zusammenhang mit dem Flughafenneubau wurde im Westen des Flughafengeländes die Landesstraße L 75 aus der Ortslage Selchow heraus verlegt. Dazu wurde ein Teilstück als Ortsumgehung Selchow neugebaut. Dieser neue Abschnitt der L 75 dient gleichzeitig der Anbindung der westlichen Betriebsflächen des Flughafens an das öffentliche Straßennetz.

Parkplätze

Am Flughafen stehen der Öffentlichkeit 10.000 entgeltpflichtige Stellplätze in fünf Parkhäusern und auf 13 weiteren Parkflächen zur Verfügung, 5000 weitere Stellplätze sind für Flughafenmitarbeiter vorgesehen.<ref>BER: Parken. In: ber.berlin-airport.de. 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.</ref> Zusätzlich gibt es in der Umgebung mehrere, von anderen Anbietern betriebene, oft kostengünstigere Langzeitparkplätze (ab 8 Tage Stellzeit), Stellplätze in umliegenden Hotelparkhäusern und Valet-Parken.<ref>Günstig parken am Flughafen Berlin-Schönefeld. In: parken-und-fliegen.de. 15. April 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.</ref> Damit verdoppelt sich nahezu das Angebot.

Fahrradverkehr

Am Terminal 1 befinden sich videoüberwachte Fahrradstellplätze (Fahrradbügel) auf der Ebene U1. Der Zugang zum Terminal führt über den Willy-Brandt-Platz. Die Anfahrt zum Terminal 1 aus Berlin kommend geht über den Radweg entlang der A 113 und im Flughafenbereich über straßenbegleitende Rad- und Fußwege entlang der Berliner Chaussee, Kienberger Brücke, Waltersdorfer Allee und Hugo-Eckener-Allee. Der Anfahrtsweg ist vor Ort mit BIKE2BER ausgeschildert.

Unternehmen

Gesellschafter

Der Flughafen wird von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH betrieben und befindet sich damit vollständig in öffentlicher Hand. Eigentümer der GmbH sind mit je 37 % die Länder Berlin und Brandenburg sowie zu 26 % die Bundesrepublik Deutschland.<ref>FBB und Tochterunternehmen: Beteiligungsstruktur. Abgerufen am 11. Dezember 2021.</ref>

Messen und Veranstaltungen

Datei:Chart Expo Berlin.png
Lageplan des Berlin ExpoCenters Airport

Am Westrand des Flughafens entstand ab 2011 an das Veranstaltungs- und Messegelände Berlin ExpoCenter Airport der Messe Berlin. 2012 fand die Eröffnung statt.<ref name="BECA2012">ExpoCenter Airport in Rekordzeit fertig gestellt. Pressemitteilung. In: berlin-expocenter-airport.de. Berlin ExpoCenter Airport, 3. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. November 2013;.</ref> Auf dem Gelände wird unter anderem die zweijährlich stattfindende, weltweit drittgrößte Luft- und Raumfahrtausstellung ILA ausgerichtet. Dafür wurde eine Ausstellungsfläche von rund 250.000 m² hergestellt und mittels der Verlängerung der Rollbahn Bravo mit der Südbahn des Flughafens verbunden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erster Spatenstich für neues ILA-Gelände. (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) (PDF; 71 kB). Pressemitteilung. Messeimmobilien Selchow GmbH, ila-berlin.de, 18. August 2011.</ref>

Gewerbeflächen

Östlich der Flughafengebäude befindet sich die Airport City. Seit 2009 entwickelt sich dort ein 16 Hektar großes Büro-, Hotel-, Park-, Gastronomie- und Einzelhandelsgebiet.

Rund um das Flughafengelände sind weitere Gewerbeflächen ausgewiesen. Nordöstlich des Flughafens entwickelt sich der Business Park Berlin. Das 109 Hektar große überwiegend auf Berliner Gebiet liegende Areal bietet Platz für Gewerbe- und Industrieansiedlungen unterschiedlicher Branchen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Business Park Berlin. (Memento vom 18. Oktober 2012 im Internet Archive) Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, berlin-airport.de.</ref> Seit 2021 wird die Fläche vollständig von dem britischen Gewerbeparkbetreiber Segro vermarktet.

Wirtschaftlichkeit

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Infrastrukturbauten wie dem Flughafen Berlin Brandenburg kommen sowohl volkswirtschaftliche als auch betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Zuge.

In einer ersten Kalkulation zum Neubau des Flughafens wurden 1995 Kosten von 1,1 Milliarden DM prognostiziert (etwa 550 Millionen Euro).<ref name="bz-1995-11-17">Ewald B. Schulte: Großflughafen Sperenberg unbezahlbar. In: Berliner Zeitung. 17. November 1995 (berliner-zeitung.de).</ref> Mit Baubeginn des Terminals 2008 wurde mit Kosten von 2,4 Milliarden Euro kalkuliert.<ref>Silke Kersting: „Die Teileröffnung kommt“. In: Handelsblatt. 14. Juni 2013, S. 18–19.</ref> Im Jahr der geplanten Eröffnung 2012 wurden Kosten von wenigstens 4,5 Milliarden Euro angegeben,<ref name="handelsblatt-2012-172-18">Silke Kersting, Jens Koenen: Start des Berliner Flughafens verschiebt sich erneut. In: Handelsblatt. 5. September 2012, S. 18.</ref> 2015 näherten sich die Prognosen der Marke von 6 Milliarden Euro.<ref name="lebert">Christian Fuchs, Stephan Lebert, Daniel Müller: Die unheimliche Firma. In: Die Zeit, 16. Juli 2015, S. 17–19.</ref> 2018 wurden die Gesamtkosten auf 7,3 Milliarden Euro geschätzt.<ref name="spon-2018-02-23"/>

Der ehemalige Projektentwickler Wilfried von Aswegen kam in seinem 2014 veröffentlichten Gutachten Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit des Flughafens BER zum Schluss, dass „es keine Möglichkeit mehr gebe, den bisherigen Neubau in die Zone der Wirtschaftlichkeit oder gar des Gewinns zu bringen.“<ref name="aswegen2014">Wilfried von Aswegen: Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit des Flughafens BER. (PDF; 3,5 MB) 2014.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Studie: BER macht niemals Gewinn. (Memento vom 18. Oktober 2020 im Internet Archive) In: Märkische Allgemeine, 23. Mai 2014.</ref>

Die Bundesregierung antwortete 2015 auf eine Kleine Anfrage aus der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Der Zeitpunkt der Erwirtschaftung von Gewinnen ist Gegenstand des Business Plans der FBB. Dieser unterliegt der Vertraulichkeit von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen.“<ref>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Kühn (Dresden), Annalena Baerbock, Renate Künast, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/6121 – Wirtschaftlichkeit des Flughafenprojektes BER.</ref>

2020 veröffentlichten drei Experten eine Studie, nach der bis 2023 der finanzielle Mehrbedarf mindestens 1,5 Milliarden Euro betrage, im ungünstigen Fall sogar 1,8 Milliarden Euro, um eine Insolvenz abzuwenden.<ref>Brisante Studie zum Flughafen: BER wird fertig und sofort zum finanziellen Sanierungsfall. In: Der Tagesspiegel, 28. April 2020</ref>

2021 verlangte Engelbert Lütke Daldrup eine Teilentschuldung des Unternehmens FBB, damit es wirtschaftlich arbeiten könne: „Allein aus eigener Kraft ist weder in noch nach der Pandemie ein positives Betriebsergebnis zu erreichen.“<ref>Thorsten Metzner: Flughafenchef zum Milliardendefizit am Berliner Flughafen BER: „Aus eigener Kraft kein positives Betriebsergebnis“. In: tagesspiegel.de. 19. Februar 2021, abgerufen am 29. Januar 2022.</ref>

Für das Jahr 2022 meldete die Geschäftsleitung erstmals einen operativen Gewinn von 56,8 Millionen Euro<ref>BER erstmals mit operativem Gewinn. Flughafengesellschaft legt Geschäftsbericht 2022 vor. Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, 23. Mai 2023.</ref>, diesem stand jedoch ein hoher Schuldendienst gegenüber.

Sicherheit

Datei:BSP 246-Panther Berlin.jpg
Spezial-Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr

Am Flughafen Berlin Brandenburg ist eine Dienststelle der Bundespolizei eingerichtet. Das Gebäude ist Arbeitsplatz von rund 400 Beschäftigten. Im Terminal T1 und T2 befinden sich weitere Einsatzbüros der Bundespolizei.

Der Flughafen verfügt über drei Feuerwachen, in denen rund 300 Einsatzkräfte arbeiten. In den Flughafenanlagen sind über 65.000 Brandmelder verbaut. Die Flughafenfeuerwehr verfügt über eine Flotte von zwölf Flugfeldlöschfahrzeugen für den Luftfahrzeugbrandschutz. Davon sind im Regelbetrieb jeweils acht Fahrzeuge im Dienst.<ref>Die Feuerwehr am Flughafen Berlin Brandenburg. In: Faktenblatt des FBB, abgerufen am 17. Dezember 2024.</ref>

Kunst am Bau

Datei:Berlin brandenburg airport terminal 1 sunrise.jpg
Fliegender Teppich von Pae White in der Abflughalle von Terminal 1

Kunst am Bau ist ein integrales Element der Baukultur in Deutschland. Für den Terminal 1 des BER haben sich internationale Künstler mit dem Thema „Luft-Land“ auseinandergesetzt.<ref>Kunst am BER. Abgerufen am 11. Januar 2024.</ref> Fünf Kunstwerke wurden an unterschiedlichen Orten des Terminals realisiert.

  • Takehito Koganezawa, Open Sky Box, 2012
  • Olaf Nicolai, Gadget, 2012
  • Matt Mullican, untitled, 2012
  • STOEBO (Cisca Bogman und Oliver Störmer), Sternentalerhimmel, 2012
  • Pae White, THE Magic Carpet, 2012

Neben diesen zeitgenössischen Werken haben nach Schließung des Flughafens Tegel mehrere dort installierten Werke einen neuen Standort am Flughafen BER erhalten: Karlheinz Biederbick (Vor dem Start), Rolf Lieberknecht (L’Albatros), Hein Sinken (Balance IV) und Rolf Scholz (Der Fall Daidalos und Ikaros).<ref>Kunst am BER. Abgerufen am 11. Januar 2024.</ref>

Erweiterungen

Datei:Karte Flughafen Berlin Brandenburg.png
Flughafengelände einschließlich möglicher Erweiterungsbauten, Stand 2020
Datei:BER Terminals.png
Die Terminals des BER

Der Flughafen Berlin Brandenburg erfährt seit dem Ende der Standortsuche 1996 unablässig Planungs- und Neubauaktivitäten durch die unterschiedlichsten Akteure. Die Weiterentwicklung der Flughafenanlagen ist ein Prozess, der auch nach der Eröffnung des Flughafens 2020 fortschreitet.

Die beiden gegenwärtig vorhandenen Startbahnen können eine rechnerische Kapazität von bis zu 45 Millionen Fluggästen im Jahr bewältigen.<ref>Wowereit: Hauptstadt-Airport ohne dritte Startbahn. In: Frankfurter Neue Presse. 15. November 2011. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 9. März 2012 im Internet Archive)</ref> Südlich der bestehenden Anlagen bestünde die Möglichkeit zum Bau einer dritten Startbahn.<ref>PNN: Feldvermessung für eine dritte Startbahn. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Oktober 2014;. abgerufen am 19. Mai 2023</ref>

Terminal 3

Wegen steigender Passagierprognosen soll bis Ende der 2020er Jahre ein Terminal 3 für 6–8 Millionen Passagiere entstehen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flughafen plant mit „Terminal 3 light“ statt mit DDR-Terminal.] In: Märkische Allgemeine. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Diese Erweiterung soll die bestehenden Passagierabfertigungsanlagen nach Osten mit Verbindung zum Nordpier von Terminal 1 und 2 erweitern.

Terminal 4

Der Bau eines Terminals 4 ist bereits geplant, allerdings noch nicht terminiert. Er würde die Kapazitäten um weitere sechs Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen.<ref name="ausbauphasen" /> Diese Erweiterung soll die bestehenden Passagierabfertigungsanlagen nach Osten mit Verbindung zum Südpier von Terminal 1 erweitern.

Flugbereitschaft der Bundeswehr

Bis 2032 sollen die Hangars, Büros und das Vorfeld für die Flugbereitschaft fertiggestellt werden, so dass die Flugbereitschaft der Bundeswehr vollständig vom Flughafen Köln/Bonn hierher umziehen kann.<ref>Flugbereitschaft der Luftwaffe soll komplett zum BER umziehen. Abgerufen am 19. Dezember 2023.</ref><ref>Leer über den Wolken. Abgerufen am 19. Dezember 2023.</ref>

Regierungsflughafenanlagen

Ein ursprünglich für 2025 vorgesehener, neuzubauender Regierungsterminal wurde nach Einwänden der Flughafengesellschaft zurückgestellt und soll nun im Jahre 2035 mit Protokollbereich für die Staatsgäste in Betrieb gehen.<ref>Flughafen BER in Berlin: Bund besteht auf neuem Regierungsterminal bis 2035. In: Der Spiegel. Abgerufen am 11. Februar 2021.</ref>

Infrastruktur

Es ist geplant, die U-Bahn-Linie U7 vom U-Bahnhof Rudow zum Flughafen zu verlängern.<ref>Jessica Hanack: U-Bahn in Berlin: U7 bis Heerstraße – Studie steht kurz vor dem Abschluss. 19. Oktober 2020, abgerufen am 2. November 2020.</ref> Eine Machbarkeitsstudie des Landes Berlin fiel mit prognostizierten 35.000 Fahrgästen pro Tag positiv aus.<ref>Machbarkeitsuntersuchungen für vier U-Bahn-Strecken: Verlängerungen der U7 erhalten beste Bewertung. 16. Februar 2021, abgerufen am 2. Juni 2024.</ref> Im Ergebnis ist diese Verlängerung wirtschaftlich.<ref>Verlängerung der U-Bahnlinie U7 von Berlin-Rudow zum BER-Flughafen in Schönefeld machbar. In: MAZ online. Abgerufen am 7. September 2025.</ref>

Das Land Brandenburg plant seit 2022 ein sogenanntes Behördenzentrum am Flughafen, das der Abschiebung von Asylbewerbern dienen soll. Es soll aus einem Gewahrsamsgebäude, einem Transitgebäude mit Platz für bis zu 118 Personen und einem Rückführungsgebäude bestehen.<ref>Abschiebezentrum am BER spaltet Koalition in Brandenburg. In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 23. Oktober 2022.</ref><ref>Abschiebezentrum am BER soll Investor hunderte Millionen Euro einbringen. In: FragDenStaat. Abgerufen am 23. Oktober 2022.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Hans von Przychowski: Fehlstart oder Bruchlandung? Berlin-Brandenburger Flughafen-Politik. Verlorene Jahre – verlorene Millionen. Das Ringen um den BBI, 1990–2000, eine Zeittafel mit Kommentaren. NoRa, Berlin 2001, ISBN 3-935445-26-1.
  • Frank Welskop: BBI – ein neuer Berliner Bankenskandal? Kai-Homilius-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89706-835-3.
  • Meinhard von Gerkan: Black Box BER. Vom Flughafen Berlin Brandenburg und anderen Großbaustellen. Wie Deutschland seine Zukunft verbaut. Quadriga, Berlin 2013, ISBN 978-3-86995-060-0.
  • Matthias Roth: Der Hauptstadtflughafen. Politik und Missmanagement. Ein Insider berichtet. Zu Klampen Verlag, Springe 2013, ISBN 978-3-86674-228-4.
  • Rainer W. During: Lachnummer BER. Das Debakel um den Hauptstadtflughafen. Eine Chronik. Rotbuch-Verlag, 2013, ISBN 978-3-86789-187-5.
  • Martin Delius, Benedict Ugarte Chacón: Unten bleiben – Zwischenbericht der Piratenfraktion zum Untersuchungsausschuss BER. Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, 2013, ISBN 978-3-7657-2222-6.
  • Andreas Otto, Harald Moritz: Das musste schiefgehen – Ein Zwischenbericht zum Untersuchungsausschuss BER. Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, 2014 (otto-direkt.de [PDF; 3,4 MB]).
  • Benedict Ugarte Chacón: Überforderte Populisten. Die Fraktionen von FDP und AfD im Abgeordnetenhaus von Berlin und ihr Beitrag zur Flughafenpolitik. 1. Auflage. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3918-6.
  • Benedict Ugarte Chacón: Draußen vor der Stadt. Kleine Geschichte eines Großflughafens. In: Benedict Ugarte Chacón, Michael Förster, Thorsten Grünberg: Untersuchungsausschüsse: Das schärfste Holzschwert des Parlamentarismus? Ausgesuchte Berliner Polit-Skandale. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-8305-5005-1, S. 199–242.
  • Matthias Hoch: BER. Mit Texten von Kathrin Röggla und Thomas Weski (dt./engl.). Spector Books, Leipzig 2021, ISBN 978-3-95905-439-3

Weblinks

Commons: Flughafen Berlin Brandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

<references group="A" />

Einzelnachweise

<references responsive=""> <ref name="eroeffnungsbescheid">Bescheid zur Eröffnung des Verkehrsflughafens Berlin Brandenburg. (PDF) Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, 1. Oktober 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Mai 2022;: „Mit dem Zeitpunkt der Betriebsaufnahme der Südbahn ändert sich […] die Bezeichnung des Flughafens in ‚Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg‘. […] Das fachplanerische Vorhaben ‚Ausbau des Verkehrsflughafens Berlin-Schönfeld‘ gilt mit Inbetriebnahme der Südbahn und der gleichzeitigen Abwicklung Passagierabfertigung in den neu geschaffenen Anlagen zwischen den beiden Start- und Landebahnen als fertiggestellt.“</ref> <ref name="luftfahrthandbuch"> Luftfahrthandbuch Deutschland. (PDF) Abschnitt „EDDB AD 2.20 Local aerodrome regulations“. Deutsche Flugsicherung, 30. August 2020, abgerufen am 8. November 2020. </ref> <ref name="spon-2018-02-23">"Flughafen Berlin-Brandenburg": Kosten für BER übersteigen sieben Milliarden Euro. In: www.spiegel.de. 23. Februar 2018, abgerufen am 9. März 2019.</ref> </references>

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Barth | Berlin-Brandenburg | Braunschweig-Wolfsburg | Bremen | Cuxhaven/Nordholz* | Dortmund | Dresden | Düsseldorf | Erfurt-Weimar | Frankfurt | Frankfurt-Hahn | Friedrichshafen | Hamburg | Hannover | Heringsdorf | Ingolstadt/Manching* | Karlsruhe/Baden-Baden | Kassel-Calden | Köln/Bonn | Leipzig/Halle | Lübeck-Blankensee | Magdeburg-Cochstedt | Memmingen | München | Münster/Osnabrück | Neubrandenburg | Niederrhein | Nürnberg | Paderborn/Lippstadt | Rostock-Laage | Saarbrücken | Siegerland | Stuttgart | Sylt

* Auf demselben Gelände mit dem Militärflugplatz Nordholz bzw. Ingolstadt/Manching als zivile Mitnutzung
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Heeresflugplatz Altenstadt | Flugplatz Ansbach-Katterbach | Baumholder Army Airfield | Flughafen Berlin Brandenburg | Fliegerhorst Büchel | Heeresflugplatz Bückeburg | Heeresflugplatz Celle | Fliegerhorst Diepholz | Fliegerhorst Faßberg | Heeresflugplatz Fritzlar | NATO-Flugplatz Geilenkirchen | Flugplatz Grafenwöhr | Hohenfels Army Airfield | Fliegerhorst Hohn | Fliegerhorst Holzdorf | Flugplatz Illesheim | Fliegerhorst Ingolstadt/Manching | Kaiserslautern Depot Army Heliport | Flughafen Köln/Bonn | Laage | Landstuhl Hospital | Flugplatz Laupheim | Fliegerhorst Lechfeld | Fliegerhorst Meppen | Fliegerhorst Neuburg | Heeresflugplatz Niederstetten | Fliegerhorst Nörvenich | Fliegerhorst Nordholz | Ramstein Air Base | Schleswig | Spangdahlem Air Base | Stuttgart Army Airfield | Vilseck Army Airfield | Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim | Fliegerhorst Wittmundhafen | Fliegerhorst Wunstorf Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Flugplatz (Berlin)

Vorlage:Hinweisbaustein