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Nestlé

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Nestlé S.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Nestle textlogo blue.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0038863350
Gründung 1866
Sitz Vevey und Cham,<ref>Nestlé S.A. Registre du commerce du canton de Vaud, abgerufen am 10. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Nestlé AG. Handelsregisteramt des Kantons Zug, abgerufen am 19. Februar 2021.</ref>
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Leitung Philipp Navratil
(CEO)<ref>Philipp Navratil. Nestlé, abgerufen am 8. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pablo Isla
(VR-Präsident)<ref>Nestlé Chairman Paul Bulcke decides to step down; Pablo Isla takes over as Chairman on October 1. Nestlé, abgerufen am 16. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mitarbeiterzahl 271'000 (2025)<ref>Nestlé at a glance. Nestle.com, abgerufen am 25. März 2026.</ref>
Umsatz 89,5 Mrd. CHF (2025)<ref name="umsatz-2025">Full-year results 2025 and strategic update: Strong momentum, accelerating strategic change. In: nestle.com. 19. Februar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Branche Lebensmittelwirtschaft
Website www.nestle.com
www.nestle.ch
www.nestle.at
www.nestle.de
Stand: 31. Dezember 2025
Datei:Vevey - Bâtiment administratif de Nestlé SA.jpg
Nestlé-Hauptsitz in Vevey
Datei:Nestle-kindermehl.jpg
Nestlé-Kindermehl in einer Annonce von 1898

Koordinaten: 46° 28′ 1″ N, 6° 50′ 6″ O; CH1903: 553633 / 146359

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Die Nestlé S.A. (Aussprache deutsch: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈnɛstlə] <phonos file="De-Nestlé.ogg">anhören</phonos>/? oder [<templatestyles src="IPA/styles.css" />nɛstˈleː]) ist der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller und das grösste Industrieunternehmen der Schweiz. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey.

Der Konzern befindet sich vollständig im Streubesitz.

Nestlé betrieb im Jahre 2025 weltweit 335 Produktionsstätten und war in 185 Ländern tätig.

Wegen seiner Steuervermeidungsstrategien, Umweltvergehen, des Vorwurfs der Wasserausbeutung (insbesondere Grundwasser), der Regenwaldzerstörung und ungesunder Säuglingsnahrung steht die Unternehmenspolitik von Nestlé häufig in der Kritik.

Geschichte

Datei:Henry nestle.jpg
Gründer Heinrich Nestle (seit 1839: Henri Nestlé)

Der 1814 in Frankfurt am Main geborene Heinrich Nestle ging nach einer Apothekergehilfenlehre in die Schweiz.<ref>Portrait Heinrich Nestlé. Nestlé, abgerufen am 10. Januar 2020.</ref> 1866 hatten die Brüder Charles A. Page und George Page in Cham im deutschsprachigen Teil der Schweiz die Anglo-Swiss Condensed Milk Company gegründet, einen Teil des späteren Unternehmens.<ref>Nestlé SA. History, Headquarters, & Subsidiaries. In: britannica.com. Abgerufen am 24. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Über uns. Nestlé, abgerufen am 24. September 2020.</ref> 1867 gelang es Heinrich Nestle, ein lösliches Milchpulver herzustellen, das Säuglingen als Muttermilchersatz gegeben werden konnte (Nestlé Kindermehl). Als Verpackung wurden Dosen verwendet, die vor allem kondensierte Kuhmilch und Zwieback enthielten. In der Werbung wurde die Schweizer Herkunft in den Vordergrund gestellt, und es wurde anstelle von Lebensmittelhändlern von Apothekern und Ärzten verkauft.

Die Farine Lactée Henri Nestlé lk.A. war von ihm 1866 gegründet worden.<ref>Our history. Nestlé, abgerufen am 8. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Unternehmenslogo verwendete er sein Familienwappen. Sein Familienname bedeutet im Schwäbischen «kleines Nest». Das Familienwappen mit der Brutpflege war passend für sein erstes Produkt und ist bis heute Unternehmenswappen.<ref>Claudia Leu: Index Logo. MITP, ISBN 3-8266-1507-7, S. 115.</ref> Mit Beginn seines Lebens in der Schweiz änderte er seinen Namen von Heinrich Nestle zu Henri Nestlé.

1875 verkaufte Henri Nestlé sein Unternehmen an Gustav Marquis, Jules Monnerat sowie Pierre-Samuel Roussy und zog sich ganz aus dem Unternehmen zurück. Damals wurden über eine Million Dosen pro Jahr produziert und in 18 Länder auf fünf Kontinenten verkauft.<ref>Henri Nestlé: Auf Mehl gebaut. In: FAZ.net. 9. August 2014.</ref><ref>Dora Horvath: Eine Pionierleistung. In: Migros-Magazin. 11. Juli 2016, S. 62–63.</ref>

Datei:Nestle and Anglo-Swiss Condensed Milk 1918.jpg
Zertifikat über 100 Aktien der Nestlé and Anglo-Swiss Condensed Milk Co. vom 1. November 1918

1898 wurde die erste ausländische Fabrik übernommen, ein Milchpulverwerk in Norwegen. 1905 fusionierte Nestlé mit der damals deutlich grösseren Anglo-Swiss Condensed Milk Company in Cham ZG. Der Markenname Nestlé wurde aber wegen der grösseren Bekanntheit in der Bevölkerung beibehalten. 1929 schlossen sich die Schokoladeproduzenten Peter, Cailler, Kohler und Nestlé zusammen, wiederum setzte sich der Name Nestlé durch. Die Vermarktung löslichen Kaffees (Nescafé) ab dem Jahr 1938 brachte dem Unternehmen grosse Gewinne.<ref>John Revill: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nestlé prüft Verkauf von Tiefkühltochter Davigel (Memento vom 27. März 2015 im Internet Archive). In: The Wall Street Journal. 14. November 2014.</ref> 1947 folgte die Fusion mit der Maggi AG und der Namenswechsel zu Nestlé AG. Es folgten weitere Übernahmen: 1963 die Findus AG und 1971 Ursina-Franck AG (siehe dazu auch Johann Heinrich Franck, Caro-Kaffee, Thomy und Bärenmarke). Der Unternehmensname wurde nun in Nestlé S.A. geändert.

1974 erwarb das Unternehmen, unter der Führung von Pierre Liotard-Vogt, 51 % an der Holdinggesellschaft Gesparal<ref>thomas515 (Gastkommentar): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />L’Oreal kauft eigene Aktien von Nestlé zurück (Memento vom 4. April 2015 im Internet Archive). In: de.sharewise.com. 11. Februar 2014, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref> und damit erstmals Anteile an einem Non-Food-Unternehmen. Die Gesparal hielt 53,7 % der Aktien des Kosmetikunternehmens L’Oréal. 2004 wurde die Gesparal mit L’Oréal fusioniert, und Nestlé hält nun 20,11 %<ref>Breakdown of share ownership at 31 December 2022. In: loreal-finance.com. Abgerufen am 14. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> des Unternehmens. 1981 wurde Galderma als Joint Venture von Nestlé und L’Oréal gegründet.<ref>At a glance. In: galderma.com. Abgerufen am 13. August 2018.</ref> 2014 übernahm Nestlé den 50-%-Anteil von L’Oréal, Galderma ist seither Teil der neuen Sparte Nestlé Skin Health.<ref>Nestlé-Aktie: Akquisition von Galderma abgeschlossen – Vontobel rät weiter zum Kauf! In: aktiencheck.de. 9. Juli 2014.</ref> Die Marke Bübchen gehörte von 1983 bis 2019 zum Konzern.

Mit Alcon erfolgte 1977 eine weitere Non-Food-Übernahme für 280 Millionen US-Dollar.<ref name="alconsale">Nestlé completes sale of Alcon to Novartis. Nestlé, 26. August 2010, abgerufen am 12. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2002 entschloss sich Nestlé, 24 % der Alcon-Aktien an der Börse zu notieren, ehe Novartis 2008 rund 25 % und 2010 die restlichen 52 % der von Nestlé gehaltenen Aktien für ca. 11<ref>Nestlé to Sell 24.85 % of Alcon Shares to Novartis. Nestlé, 7. April 2008, abgerufen am 12. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bzw. 28,3 Milliarden USD erwarb.<ref>Beabsichtigter Spin-off von Alcon. (PDF; 1,3 MB) Novartis, 30. Januar 2019, abgerufen am 12. Juli 2019 (Informationsbroschüre für Aktionäre).</ref> Der Gesamterlös für Nestlé aus diesen Verkäufen betrug etwa 41 Milliarden US-Dollar.<ref name="alconsale" />

1985 erfolgte die nächste Übernahme in der Nahrungsmittelindustrie – für drei Milliarden US-Dollar wurde der US-Konzern Carnation übernommen.

1986 wurde die eigenständig geführte Nestlé Nespresso S.A. gegründet.

1988 folgte die Übernahme des britischen Schokoladen- und Süsswarenkonzerns Rowntree Mackintosh sowie des italienischen Teig- und Süsswarenkonzerns Buitoni. Mit der Übernahme von Perrier und Sanpellegrino stieg Nestlé in den 1990er-Jahren in den Mineral- und Tafelwassermarkt ein.

2002 übernahm Nestlé den amerikanischen Tierfutterkonzern Ralston Purina für 10,3 Mrd. US-Dollar und integrierte ihn als Nestlé Purina PetCare in den Konzern.<ref>Christian Buchholz: Nestlé/Ralston Purina. Kraftvoll zugebissen. In: Manager Magazin. 31. März 2002.</ref> Nestlé wurde dadurch weltweit Marktführer im Bereich Tiernahrung für Hunde- und Katzenfutter. In Deutschland liegt Nestlé mit ca. 20 % Marktanteil jedoch noch hinter Mars (39 %) zurück. Ebenfalls 2002 wurde die Schöller-Holding (Schöller- und Mövenpick-Eis) von den bisherigen Gesellschaftern Südzucker AG und der Familie Schöller übernommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nestlé will Schöller schlucken (Memento vom 13. Juli 2001 im Internet Archive). In: Rhein-Zeitung. 29. Juni 2001.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Südzucker-Neuausrichtung nach Plan (Memento vom 18. Januar 2016 im Internet Archive). Südzucker, 19. Oktober 2001, abgerufen am 14. Mai 2023 (Pressemitteilung).</ref> Im selben Jahr veräusserte Nestlé das Maggi-Areal in Kemptthal, zusammen mit der Aromenproduktion, an Givaudan.<ref>André Müller: Maggi-Areal in Kemptthal: The Valley nimmt langsam Form an. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. August 2019, abgerufen am 5. Januar 2020.</ref>

Im Juni 2002 gab Nestlé bekannt, in den USA seine Speiseeissparte mit dem grössten Speiseeishersteller der USA Dreyer’s zu fusionieren und 67 % an dem neuen, vergrösserten Unternehmen zu übernehmen.<ref>US-Fusion. Eiscreme-Giganten verschmelzen. In: Spiegel Online. 17. Juni 2002.</ref><ref>Eiscreme-Markt USA. Nestle wird Nummer Eins. In: n-tv. 26. Juni 2003.</ref> 2006 übernahm Nestlé schliesslich Dreyer’s zu 100 % und wurde damit Weltmarktführer im Speiseeisgeschäft.<ref>Nestlé wird Glacé-Weltmarktführer. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. Januar 2006.</ref>

Ende 2004 übernahm die deutsche Nestlé 49 % der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH, um sich auf dem deutschen Markt im Bereich der Tiefkühlpizzen gegen die Konkurrenten Dr. Oetker und die Freiberger-Gruppe zu positionieren. Anfang 2010 übernahm Nestlé bei Wagner mit 74 % schliesslich die Mehrheit.<ref>Nestle greift nach Wagner. In: Frankfurter Rundschau. 27. Januar 2009.</ref> Seit 2012 hält Nestlé alle Anteile am Unternehmen.<ref name="Impulse-2012-11">Christian Litz: Nestlé will die ganze Pizza. Nachfolge Gründerfamilie von Wagner Pizza verkauft ihre Restanteile an den Konzern. In: Impulse. 29. November 2012.</ref>

Datei:Nestlé Schöller.png
Logo von Nestlé-Schöller

Zum 1. Januar 2007 verkaufte Nestlé Schöller die renditeschwache Produktion von Handelsmarken-Eis an den Standorten Nürnberg (geschlossen 2017) und Prenzlau (geschlossen 2023) an die Rosen Eiskrem GmbH.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rosen Eiskrem übernimmt Fabriken von Nestlé Schöller (Memento vom 31. Mai 2011 im Internet Archive; PDF; 167 kB). Sweets Global Network, Oktober 2006.</ref>

Im September 2006 gab die Europäische Kommission ihr Einverständnis für ein zum Jahresende 2006 beginnendes Joint Venture von Nestlé (40 %) mit Lactalis (60 %) im Bereich Frischeprodukte unter dem Namen Lactalis Nestlé Produits Frais (LNPF). Das Kooperationsprojekt erstreckt sich auf (damals) acht EU-Staaten (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Vereinigtes Königreich, Irland, Spanien, Italien, Portugal) sowie die Schweiz. Durch diese Aktion bleibt Nestlé auf dem ersten Platz in der weltweiten Milchindustrie vor Lactalis, Dean Foods (USA) und Danone (Frankreich).

Im April 2007 übernahm Nestlé für 5,5 Milliarden US-Dollar den US-amerikanischen Kindernahrungshersteller Gerber vom Pharmakonzern Novartis. Damit wurde Nestlé im Bereich Säuglingsnahrung nicht nur in den USA zur Nummer 1, dem hierfür grössten nationalen Markt, sondern auch weltweit.<ref>Nestlé. Milliardendeal mit Novartis. In: Manager Magazin. 12. April 2007.</ref>

Seinen 77-Prozent-Anteil am Augenpflegemittel-Hersteller Alcon verkaufte Nestlé in zwei Tranchen komplett an Novartis: 2008 wurden 24,8 % für 10,4 Milliarden Dollar veräussert, 2010 dann die restlichen 52 % für rund 28,3 Milliarden Dollar.<ref>Alcon Novartis steigt bei Nestlé-Tochter ein. In: derStandard.at. 11. Juni 2008.</ref><ref>Novartis: Kauf des Alcon-Pakets abgeschlossen. In: Manager Magazin. 26. August 2010.</ref> Damit erlöste Nestlé für diese Beteiligungen insgesamt 38,7 Milliarden Dollar.<ref>Novartis und Nestlé schliessen Verkauf von Alcon-Aktien ab. In: Tages-Anzeiger. 26. August 2010.</ref>

Am 5. Januar 2010 gab Nestlé die Übernahme des Tiefkühlpizza-Geschäfts des US-Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods (seit 2012: Mondelēz International) für 3,7 Milliarden US-Dollar bekannt. Hierzu gehören unter anderem die Marken DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack’s und Delissio.<ref>Nestlé to acquire Kraft Foods frozen pizza business. Nestlé, 5. Januar 2010 (Medienmitteilung).</ref> Damit wurde Nestlé auch im Marktsegment Tiefkühlpizzen zum Weltmarktführer.<ref>Übernahme in Nordamerika. Nestlé schmiedet Tiefkühlpizza-Imperium. In: Spiegel Online. 5. Januar 2010.</ref> Im August 2010 erwarb Nestlé das britische Pharmaunternehmen Vitaflo, das sich auf Nahrungsergänzungsmittel für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen spezialisiert hat.<ref>Nestlé snaps up medical minnow Vitaflo. In: The Times. 28. August 2024, abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Nestlé snaps up nutrition specialist Vitaflo. In: TheBusinessDesk.com. 2. August 2010, abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im April 2012 kaufte Nestlé die Babynahrungssparte des US-Pharmakonzerns Pfizer, um sein Engagement auf den schnell wachsenden Märkten für Babynahrung in Schwellen- und Entwicklungsländern weiter auszubauen.<ref>Milliarden-Deal. Nestlé kauft von Pfizer Geschäft mit Babynahrung. In: Spiegel Online. 23. April 2012.</ref>

Im Rahmen des Pferdefleischskandals 2013 wurde bei eigenen Kontrollen Spuren von Pferdefleisch in Produkten der Tochterfirma Buitoni nachgewiesen. Nestlé nahm die betroffenen Produkte daraufhin vom Markt.<ref>Lebensmittel-Skandal. Pferdefleisch in Nestlé-Pasta. In: Spiegel Online. 19. Februar 2013, abgerufen am 19. Februar 2013.</ref>

Am 19. Januar 2016 kündete das Unternehmen an, dass eine Partnerschaft mit dem Onlinehändler Alibaba eingegangen wurde. Der Konzern will damit deren E-Commerce-Aktivitäten ausweiten.<ref>Winning with e-commerce: Nestlé China signs Alibaba partnership. Nestlé, 19. Januar 2016, abgerufen am 19. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Medienmitteilung).</ref>

Ebenfalls im Jahr 2016 legte Nestlé seine europäischen Speiseeisaktivitäten mit der in Grossbritannien ansässigen R&R Ice Cream, einem Unternehmen im Besitz von PAI partners, im Joint Venture Froneri zusammen.<ref>Neue Spekulationen über PAI Partners’ Froneri-Anteil mit Nestlé. In: de.marketscreener.com. 1. August 2025, abgerufen am 23. August 2025.</ref> Im Dezember 2019 verkaufte Nestlé sein US-Geschäft in der Speiseeissparte für vier Milliarden Dollar an Froneri. Das Speiseeisgeschäft von Nestlé USA erwirtschaftete mit Marken wie Häagen-Dazs, Drumstick und Outshine 2018 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar.<ref>Vier Milliarden Dollar: Nestlé verkauft Eissparte in den USA. In: Handelsblatt. 11. Dezember 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref>

Am 17. Januar 2018 wurde bekannt, dass Nestlé das US-Süsswarengeschäft (Umsatz ca. 740 Mio. Euro) für 2,3 Mrd. Euro an Ferrero abgibt.<ref>Nestlé verkauft US-Süßwarengeschäft an Ferrero: Nutella bekommt den «Butterfinger». In: Focus Online. 16. Januar 2018, abgerufen am 7. Mai 2018.</ref><ref>Nestlé verkauft US-Süßwarengeschäft an Ferrero. In: finanzen.net. 17. Januar 2018, abgerufen am 7. Mai 2018.</ref><ref>Nestlé verkauft Süßwarengeschäft an Ferrero. In: FAZ.net. 17. Januar 2018, abgerufen am 7. Mai 2018.</ref>

Am 28. März 2018 gab Nestlé bekannt, sich von dem Wassergeschäft in Brasilien zu trennen. Die Marken «São Lourenço» und «Petrópolis», drei Werke sowie verschiedene Vertriebslizenzen würden von Indalá Minalba, einer Tochter der Grupo Edson Queiroz, übernommen. Damit trennt sich das Unternehmen auch von den Lizenzen für «Pureza Vital» und den Vertriebsrechten von Perrier, S.Pellegrino und Acqua Panna für Brasilien. Die Transaktion müsse von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden, heisst es weiter. Ein Kaufpreis wurde dabei nicht genannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nestlé verkauft sein Wassergeschäft in Brasilien (Memento vom 28. März 2018 im Internet Archive). In: finanzen.ch. 28. März 2018, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref>

Am 7. Mai 2018 wurde die Zusammenarbeit mit Starbucks bekannt gegeben. Nestlé übernimmt weltweit die Rechte für die Vermarktung der Konsum- und Gastronomieprodukte von Starbucks für 7,15 Milliarden Dollar in bar.<ref>Michael Brächer: Globale Kaffee-Allianz. Warum Nestlé für das Starbucks-Kaffeegeschäft 7 Milliarden Dollar zahlt. In: Handelsblatt. 7. Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2018.</ref>

Im Oktober 2019 veräusserte das Unternehmen seine Hautpflegesparte Nestlé Skin Health für 10,2 Milliarden Franken (damals 9,4 Milliarden Euro) an ein Konsortium um den Finanzinvestor EQT und die Abu Dhabi Investment Authority. Die Sparte, die im Schwerpunkt Sonnenschutz, Akne- und Antifaltenmittel, Hautkrebs- und Nagelpilzmedikamente produziert, bestand zum Grossteil um das Unternehmen Galderma, das 1981 in Lausanne als Gemeinschaftsunternehmen mit L’Oréal gegründet worden war.<ref>Nestle Skin Health geht an Konsortium. Nestlé-Hautpflegesparte ist Scheichs und Finanzinvestoren fast 10 Milliarden Euro wert. In: Manager Magazin. 2. Oktober 2019, abgerufen am 30. September 2023.</ref>

2022 übernahm Nestlé etwa 85 Prozent der Anteile vom Gewürz-Start-up Ankerkraut und wurde damit Mehrheitsaktionär in dem Unternehmen. Die restlichen 15 Prozent der Anteile blieben im Besitz der Gründer.<ref>Alexandra Jarchau: Würziger Deal: Nestlé kauft Ankerkraut. In: Der Aktionär. 13. April 2022, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref>

Im April 2026 wurde bekannt, dass das Gründerpaar Anne und Stefan Lemcke ihre Anteile zurückkauften und Ankerkraut fortan wieder ohne Nestlé weiterführen werden.<ref>Westfälische Rundschau vom 16. April 2026</ref>

Nestlé gab im Oktober 2025 bekannt, es wolle bis Ende 2027 weltweit 16'000 Stellen abbauen, um Kosten zu sparen.<ref>Medienmitteilung. Nestle, 16. Oktober 2025, S. 3</ref>

Unternehmen

Mit einem Umsatz von 89,49 Milliarden CHF bei einem Gewinn von 9,03 Milliarden CHF<ref>Nestlé reports full-year results for 2022. Nestlé, abgerufen am 11. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> steht Nestlé laut den Forbes Global 2000 auf Platz 47 der weltgrössten Unternehmen (Stand: April 2022).<ref>Andrea Murphy, Isabel Contreras: The Global 2000. 2022. Forbes, 12. Juni 2025, abgerufen am 11. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch laut den Fortune Global 500 gehört es zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen weltweit (Stand: Geschäftsjahr 2025).<ref name="LB2025">Lagebericht 2025 Nestlé, Februar 2026, abgerufen am 30. März 2026</ref>

Kennzahl 2011 2012 2013 2015 2018<ref name="GB18">Financial Statements 2018. (PDF; 1,0 MB) Nestlé, abgerufen am 11. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2020 2021<ref>Nestlé macht 2021 Gewinnsprung dank Beteiligungsverkauf. In: Nau. 17. Februar 2022, abgerufen am 25. Januar 2023.</ref> 2023<ref name="facts">Facts and Figures. In: nestle.com. Abgerufen am 13. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2024 2025
Umsatz (*) 83,6 92,2 92,2 88,8 91,4 84,3 87,1 93,0 91,4 89,5
Mitarbeiter 328'000 339'000 333'000 335'000 308'000 273'000 276'000 270'000 277'000 271'000

(*) Milliarden Schweizer Franken

Der weltweite Umsatz (2025) verteilt sich geografisch wie folgt:<ref name="LB2025" />

48,0 % Amerikas
25,2 % Europa
26,8 % Asien, Ozeanien, Afrika

Der weltweite Umsatz nach Produktkategorien gliederte sich 2025 wie folgt:<ref name="LB2025" />

28,1 % Getränke in flüssiger und Pulverform
20,6 % Produkte für Heimtiere
16,0 % Nutrition- und Gesundheitsprodukte
11,3 % Fertiggerichte und Produkte für die Küche
10,8 % Milchprodukte und Speiseeis
9,7 % Süsswaren
3,5 % Wasserprodukte

Joint Ventures

Unternehmensführung

Das Executive Board besteht aktuell (Stand: Ende 2025) aus 13 Mitgliedern:<ref>4. Konzernleitung Nestlé, Februar 2026, abgerufen am 30. März 2026</ref>

Zentralfunktionen ohne sachliche und räumliche Zuordnung

  • Philipp Navratil – CEO
  • Anna Manz – CFO
  • Stefan Palzer – CTO

Zentralfunktionen mit sachlicher aber ohne räumliche Zuordnung

  • Stephanie Pullings Hart – Head of Operations
  • Sanjay Bahadur – Head of Group Strategy and Business Development
  • Anna Lenz – Head of Group Human Resources
  • Leanne Geale – Group General Council

Zentralfunktion mit Produktzuordnung

  • David Rennie – Strategic Business Units, Marketing and Sales
  • Alfonso Gonzalez Loeschen – CEO Nestlé Nespresso AG
  • Anna Mohl – CEO Nestlé Health Science

Zentralfunktion mit räumlicher Zuordnung

  • Guillaume La Cunff – CEO Zone Europa
  • Remy Ejel – CEO Zone Asia, Oceania and Africa
  • Jeffrey Hamilton - CEO Zone Americas

Präsident des Verwaltungsrates

Von Anfang 2017 bis im August 2024 war Ulf Mark Schneider Geschäftsführer (CEO) von Nestlé.<ref name="tagesschau">Nestlé-Chef Mark Schneider wird ausgewechselt. In: Tagesschau. 23. August 2024, abgerufen am 23. August 2024.</ref> Ab 23. August 2024 als Interimslösung<ref>Neuer Nestlé-Chef enthüllt seine neue Strategie. In: Nau. 22. August 2024, abgerufen am 23. August 2024.</ref> und offiziell ab dem 1. September 2024 wurde er durch den Franzosen Laurent Freixe ersetzt, der bis dahin das Lateinamerika-Geschäft des Konzerns geführt hatte und seit vielen Jahren im Nestle-Konzern arbeitete.<ref name="tagesschau" /> Der Verwaltungsrat entliess Freixe am 1. September 2025 wegen einer nicht offengelegten romantischen Beziehung Freixes mit einer ihm direkt unterstellten Mitarbeiterin, was gegen den Nestlé-Verhaltenskodex sowie interne Richtlinien verstiess. Sein Nachfolger wurde Philipp Navratil, der zuvor Nespresso geleitet hatte.<ref>Verstoss gegen Verhaltenskodex. Nestlé entlässt CEO Freixe wegen Liebesbeziehung. In: SRF News. 1. September 2025, abgerufen am 2. September 2025.</ref>

Beteiligungen an Kartellen

2013 verhängte das Bundeskartellamt ein Bussgeld in Höhe von 20 Mio. Euro gegen Nestlé wegen illegaler Preisabsprachen mit Kraft Foods Group.<ref>Kartellamt bestraft Nestlé: Millionenstrafe für Milliardenkonzern. In: die tageszeitung. 27. März 2013, abgerufen am 12. Januar 2016.</ref>

Anschuldigungen zu Preisabsprachen bei Schokolade in Kanada wurden von Nestlé aussergerichtlich in einem Vergleich durch Zahlung von 9 Millionen Dollar beigelegt. In den USA läuft ein weiteres Verfahren.<ref>Jeff Gray: Former Nestlé Canada CEO may face chocolate price-fixing charge ‘shortly’. In: The Globe and Mail. 5. Dezember 2012, abgerufen am 12. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Kim de Kock: Bitter sweet settlement for chocolate makers. In: In Competition. King & Wood Mallesons, 26. September 2013, abgerufen am 12. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Marken

Nestlé verfügt weltweit laut verschiedenen eigenen Angaben über 2'000 Marken.<ref>Brands. Nestlé, abgerufen am 5. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Stand: 2025).</ref>

Kontroversen

Allgemeine ethische Kritik

2007 wurden der Vorstandsvorsitzende Peter Brabeck-Letmathe und die Grossaktionärin Liliane de Bettencourt von der Stiftung Ethik & Ökonomie ethecon mit dem Negativpreis Black Planet Award ausgezeichnet.<ref>Hintergrund zur Black-planet-award-Verleihung an Nestlé auf der Website von ethecon.</ref>

Babynahrung

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Nestlé und andere Unternehmen für ihre Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern kritisiert, etwa durch den Film Flaschenkinder. Nestlé wurde vorgeworfen, aggressive Verkaufsmethoden anzuwenden, etwa Verkaufspersonal als Krankenschwestern zu verkleiden und Gratismuster zu verteilen, deren Verwendung bei damit einhergehender Einstellung des Stillens zum Versiegen der Muttermilch führt. Damit wurden Mütter dauerhaft von den teuren Produkten abhängig gemacht, die jedoch für Teile der Bevölkerung unerschwinglich waren; zudem wurden gesundheitliche Schäden und Tod von Säuglingen durch Zubereitung mit verschmutztem Wasser in Kauf genommen.

Als die Arbeitsgruppe 3. Welt Bern 1974 die Studie Nestlé tötet Babys zum Thema herausgab, klagte Nestlé dagegen wegen Ehrverletzung. Als ehrverletzend empfand das Unternehmen den Titel sowie die Angaben, Nestlé sei verantwortlich für den Tod tausender Säuglinge, Nestlés Verhalten sei unethisch und Nestlé-Verkaufspersonal werde als Krankenschwestern verkleidet.<ref>Sterben Kinder durch Nestlé? In: Courage. Berliner Frauenzeitung. 3. Jg., 1978, Nr. 2, ISSN 0176-1102 S. 26–27 (Digitalisat, via Friedrich-Ebert-Stiftung)</ref> Der «Nestlé-Prozess» endete 1976 mit einer Geldbusse wegen des Studientitels und Freispruch in den übrigen Punkten sowie einer Ermahnung des Richters an Nestlé, seine Marketingpraktiken zu überdenken.

Auch der Dokumentarfilm «Flaschenkinder» (1975) von Peter Krieg berichtete von den Auswirkungen der Propagierung künstlicher Säuglingsnahrung durch multinationale Lebensmittelkonzerne in Ländern der «Dritten Welt».

Nachdem sich das Unternehmen 1984 dazu bereit erklärt hatte, den 1981 von der WHO und UNICEF verabschiedeten Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten einzuhalten, wurde der Boykott zunächst aufgehoben,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />«Aktenzeichen Babynahrung ungelöst» (Memento vom 18. Januar 2016 im Internet Archive). Erklärung von Bern, 22. November 2004, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref><ref>Sharon Lerner: A History of Breastfeeding. In: Jackson Free Press. 28. Januar 2015, abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> 1989 aber wieder erneuert.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Der ehemalige Mitarbeiter Syed Aamir Raza Hussain veröffentlichte 1999 in Zusammenarbeit mit der Organisation Baby Milk Action einen Bericht, in dem Nestlé vorgeworfen wird, in Pakistan weiterhin Anreize für Ärzte zu setzen, Müttern Babymilchprodukte anstelle des Stillens zu empfehlen. Nestlé bestritt dies.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig In Emraan Hashmi’s ‘Tigers’, a fight against a corporation that took 12 years to hit the screens.] In: Scroll.in. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der 2014 erschienene Film Tigers des bosnischen Oscarpreisträgers Danis Tanović behandelt dieses Thema.

Dem Gründer des US-amerikanischen Ethics and Public Policy Center wird vorgeworfen, von Nestlé 25'000 Dollar entgegengenommen zu haben, woraufhin ein Bericht über die Geschäftspraktiken in Entwicklungsländern zurückgezogen und stattdessen positive Berichte über Nestlé veröffentlicht wurden.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

In China wurde Nestlé 2011 beschuldigt, Krankenhausmitarbeiter bezahlt zu haben, um Krankenunterlagen zu erhalten und Babymilchprodukte zu vermarkten. In der Folge wurden sechs Mitarbeiter zu Freiheitsstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 为争“第一口奶”市场,雀巢中国6名员工非法获取公民信息.] (deutsch: In dem Bestreben, den Markt für „Erstmilch“ zu erobern, haben sechs Mitarbeiter von Nestlé China illegal persönliche Daten von Bürgern beschafft). In: Caijing.com.cn. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Special Report: How Big Formula bought China.] In: Reuters. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Ebenfalls 2011 riefen 19 Organisationen, zu denen Save the Children, Oxfam, CARE International, Plan International und World Vision gehörten, zu einem Boykott gegen Nestlé aufgrund des Marketings von Babymilchprodukten durch Einflussnahme auf Krankenschwestern und Ärzte in Laos auf.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig We won’t be applying for your prize money, Nestle. Your marketing of formula milk still jeopardizes the health of infants and children in Laos.] (PDF; 538 kB) In: Baby Milk Action. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Laos: NGOs flay Nestlé’s infant formula strategy.] In: IRIN. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. November 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Nestlé bestritt die Vorwürfe und veranlasste eine Untersuchung durch Bureau Veritas, die zu dem Schluss kam, dass nur in wenigen Fällen Werbematerial verteilt worden war, das den Anforderungen der WHO und lokalen Richtlinien nicht entsprach.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Independent assurance of compliance with the world health organisation (WHO) international code of marketing of breast-milk substitutes (1981) in Laos People’s Democratic Republic.] (PDF; 119 kB) Nestlé Indochina, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Eine Ausgabe der Sendung Markencheck des Ersten Deutschen Fernsehens wies im Jahre 2015 auf auffällige Werbung für Milchpulver auf den Philippinen für ältere Kinder durch die Nestlé-Tochter Wyeth hin. Nestlé bestritt, dass diese Werbung zu einer zunehmenden Verbreitung von Milchersatz führe.<ref>Der Nestlé-Check (2). In: Das Erste. WDR Markencheck, 28. September 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2019; abgerufen am 19. November 2021.</ref>

Aktion gegen den Hunger und Campact führten 2022 eine Unterschriftenaktion durch: «Nestlé: Stopp deine Werbung für künstliche Babymilch und halte dich an den Milchkodex der Weltgesundheitsorganisation!»<ref>Nestlé: Stopp deine Werbung für Babymilch! Aktion gegen den Hunger, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref> Nestlé wird vorgeworfen, nach wie vor mit irreführenden Werbeaussagen Mütter auf der ganzen Welt zu verunsichern und zugunsten von künstlicher Babynahrung und Milchpulver vom Stillen abzuhalten. Insbesondere im globalen Süden sei dies gefährlich, da Babymilch aufgrund des mangelnden Zugangs zu sauberem Wasser nicht hygienisch sicher zubereitet werden kann.

Nestlé verstosse so weiterhin gegen den «Milch-Kodex» der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1981 und erziele zugleich Milliardengewinne. Die Institutionen beziehen sich unter anderem auf eine umfangreiche Studie der Access to Nutrition Initiative (ATNI), die 2021 die Übereinstimmung der Marketingmassnahmen des Weltmarktführers Nestlé mit dem UN-Babymilch-Kodex nach Untersuchungen in Mexiko und den Philippinen mit lediglich 57 % bewertete.<ref>BMS/CF Marketing Index 2021 Major baby food company. (PDF; 6,2 MB) Nutrition Initiative, abgerufen am 30. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kinderarbeit, Menschenhandel und Zwangsarbeit

Kakao-Anbau

Parallel zum Preisverfall von Kakao zwischen 1980 (ca. 5'000 USD/Tonne) und 2000 (ca. 1'200 USD/Tonne) wurden in Westafrika vermehrt Kinder auf kleinbäuerlichen Kakaoplantagen zur Kakaoernte eingesetzt. Verschiedene Berichte belegen Arbeits- und Lebensbedingungen, die moderner Sklaverei nahekommen, sowie verbreiteten Menschen- und Kinderhandel.<ref name="Raghavan1">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="combating">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Combating Child Labour in Cocoa Growing.] (PDF; 205 kB) International Labour Organization, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="chocolate slavery">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Mali’s children in chocolate slavery.] In: BBC News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="accuses companies">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ivory Coast accuses chocolate companies.] In: BBC News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Nestlé bezieht über ein mehrstufiges Netzwerk von Zwischenhändlern Kakao von kleinbäuerlichen Plantagen, u. a. aus der Elfenbeinküste. Nestlé wurde vorgeworfen, zu wenig zur Verbesserung der Zustände auf den Kakaoplantagen zu unternehmen. Im September 2001 unterzeichnete Nestlé das Harkin-Engel-Protokoll,<ref name="daserste">Schmutzige Schokolade. (Video; 43:23 min) In: ARD Mediathek. Dokumentation & Reportage, 6. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Juli 2024; abgerufen am 10. September 2025.</ref> in dem Massnahmen festgelegt wurden, die zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bzw. -sklaverei in der Kakaoindustrie führen sollten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Harkin Engel Protocol (Memento vom 22. Juni 2013 im Internet Archive). International Cocoa Initiative, 2010 (Newsletter).</ref> In der Folge wurde unter anderem die International Cocoa Initiative gegründet, die gegen Kinderarbeit und Zwangsarbeit im Kakaoanbau vorgehen soll.

Nachdem die im Harkin-Engel-Protokoll vorgesehenen Fristen zur Lösung des Problems ohne grundlegende Besserung verstrichen waren, reichten der International Labor Rights Fund (ILRF) und die Kanzlei Wiggins, Childs, Quinn & Pantazis, LLC 2005 Klage ein gegen verschiedene Firmen, darunter auch Nestlé S.A und Nestlé U.S.A., wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit. Sie betrifft Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren, die aus Mali in die Elfenbeinküste verschleppt worden waren und gezwungen wurden, dort bis zu 14 Stunden täglich ohne Lohn, ohne ausreichende Ernährung und Schlaf und unter häufiger physischer Gewalt zu arbeiten.<ref>Nestlé angeklagt wegen Zwangsarbeit für Kinder. In: humanrights.ch. 22. Juli 2005, abgerufen am 13. Januar 2016.</ref><ref name="Dworkin">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="IRLF suit">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig On Halloween, Nestlé Claims no Responsiblity for Child Labor.] International Labor Rights Forum, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im September 2010 wurde die Klage vom U.S. District Court for the Central District of California abgewiesen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Doe v. Nestlé. Amicus Brief.] EarthRights International, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="Jarmillo">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Second Circuit Holds that Corporations are not Proper Defendants under the Alien Tort Statute.] Foley and Hoag LLP, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der United States Court of Appeals for the Ninth Circuit hob diese Entscheidung zwar wieder auf,<ref name="9th Circuit Decision in Does vs. Nestle, ruling the case could proceed.">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig United States Court of Appeals for the Ninth Circuit.] (PDF; 204 kB) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> der Oberste Gerichtshof lehnte es 2016 jedoch ab, die Berufung zur Entscheidung anzunehmen.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Der 2010 in der ARD ausgestrahlte Film Schmutzige Schokolade (Originaltitel The Dark Side of Chocolate) kommt zum Schluss, dass «die Schokoladenindustrie Kinderhandel und Kinderarbeit zumindest duldet» und dass die arbeitenden Kinder typischerweise 12 bis 15 Jahre alt sind.<ref name="daserste" /><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auch die österreichischen Enthüllungsjournalisten Klaus Werner Lobo und Hans Weiss warfen dem Konzern «Ausbeutung und Kindersklaverei» auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste vor.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 340 f., 328 f. sowie S. 160–162.</ref>

2012 kritisierte die Fair Labor Association, dass Nestlé keine ausreichenden Kontrollen durchführt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nestle ‘failing’ on child labour abuse, says FLA report.] In: BBC News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Ein Bericht der Tulane-Universität von 2015 stellte fest, dass Kinderarbeit zwischen 2008/2009 und 2013/2014 in Ghana und der Elfenbeinküste insgesamt deutlich zugenommen hat.<ref>School of Public Health and Tropical Medicine: Final Report 2013/14, Survey Research on Child Labor in West African Cocoa Growing Areas. Hrsg.: Tulane University. 30. Juli 2015, S. 4 ff.</ref>

Eine Studie im US-amerikanischen Magazin Fortune kam 2016 zu dem Schluss, dass immer noch etwa 2,1 Millionen Kinder in westafrikanischen Ländern die körperlich anstrengende Kakaoernte ausführen. Ein durchschnittlicher Kleinbauer in Ghana verdiene in der Saison 2013/14 nur 84 Cent am Tag, in der Elfenbeinküste seien es 50 Cent. Der Massstab der Weltbank für extreme Armut lag damals bei einem Tageseinkommen von weniger als 1,9 Dollar.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Inside Big Chocolate’s Child Labor Problem.] In: Fortune. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „For a decade and a half, the big chocolate makers have promised to end child labor in their industry—and have spent tens of millions of dollars in the effort. But as of the latest estimate, 2.1 million West African children still do the dangerous and physically taxing work of harvesting cocoa. What will it take to fix the problem?“Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

2019 teilte Nestlé mit, dass nicht garantiert werden könne, dass der angekaufte Kakao nicht von Kindern unter sklavenähnlichen Bedingungen erzeugt werde, da es nur bei 49 % der eingekauften Menge möglich sei, die Herkunft der Ware bis zum Produzenten nachzuvollziehen. Die Washington Post stellte fest, dass die Selbstverpflichtungen der Schokoladenindustrie aus dem Jahr 2001 und die festgesetzte Frist nicht eingehalten wurden und dass wohl auch 2020 nicht damit zu rechnen sei.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

2021 wurden Nestlé, Barry Callebaut, Cargill, Mars Incorporated, Olam International, The Hershey Company und Mondelez International von acht ehemaligen Kindersklaven aus Mali angeklagt, ihre Versklavung in der Elfenbeinküste begünstigt und wissentlich in Kauf genommen zu haben.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Fischereiindustrie in Thailand

Nach Kritik der Internationalen Arbeitsorganisation an der Arbeitssituation in der thailändischen Fischereiindustrie im Jahr 2013 beauftragte Nestlé eine unabhängige Überprüfung seiner Lieferkette. Im August 2015 reichten Käufer von Katzenfutter der Nestlé-Marke Purina eine zivilrechtliche Sammelklage (class action) gegen zwei US-Firmen von Nestlé wegen Bruchs kalifornischer Konsumentenschutzgesetze ein. Die von Nestlé beauftragte Überprüfung kam Ende 2015 zum Ergebnis, dass es «Hinweise auf Zwangsarbeit, Menschenhandel und Kinderarbeit» in der Lieferkette gebe.<ref>Frederic Spohr: Nestlé und Fischerei in Thailand. Sklavenarbeit auf den Kuttern des Lebensmittelmulti. In: Handelsblatt. 24. November 2015.</ref>

Handelspraktiken

Im September 2011 lancierte die NGO Solidar Suisse eine Kampagne,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pakistan: Gesetz gegen Gewalt gegen Kinder (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive). In: Old.Solidar.ch. 13. März 2015, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref> in der sie die Nestlé-Marke Nespresso aufforderte, fair gehandelten Kaffee anzubieten.<ref>Ingo Rentz: Nespresso-Parodie: Schweizer Hilfsorganisation macht Druck auf Nestlé und George Clooney. In: Horizont. 5. September 2011.</ref> 2010 wurden 4,8 Milliarden Kaffeekapseln abgesetzt, und der Umsatz betrug 3,2 Milliarden Schweizer Franken.<ref>Jürgen Dunsch: Kampf um Kaffeekapseln. Nespresso wird auch in der Schweiz attackiert. In: FAZ.net. 27. März 2011.</ref> Im Zentrum der Kampagne stand die Parodie eines Nespresso-Werbespots mit George Clooney.<ref>Nespresso-Schild trifft Clooney-Double in die Weichteile. In: Spiegel online. 6. September 2011.</ref> Der Spot wurde innerhalb weniger Tage über 500'000 Mal auf YouTube angesehen.<ref>Nespresso-Parodie von Solidar Suisse auf YouTube.</ref> Nestlé verweigerte eine Stellungnahme.<ref>Stephan Suhner: Nestlé auf die Finger klopfen. In: Lateinamerika Nachrichten. Februar 2006.</ref>

Regenwaldzerstörung

Greenpeace veröffentlichte Anfang 2010 ein «provokantes Video»,<ref>«Golden Agri Resources and Sustainability», Yale School of Management, online verfügbar, abgerufen am 11. Januar 2016.</ref> in dessen Begleittext Nestlé, dem Hersteller von Kitkat, vorgeworfen wird, Palmöl von Unternehmen zu beziehen, die den indonesischen Regenwald zerstören und den Orang-Utan an den Rand der Ausrottung brächten.<ref>Palm oil putting orangutans at risk. In: phys.org. 22. Oktober 2007, abgerufen am 6. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es begann eine grössere Social-Media-Kampagne gegen den Konzern. Nestlé stellte im März den Bezug von Palmöl von der kritisierten indonesischen Sinar Mas Group ein.<ref>Streit um Palmöl. Nestlé lenkt nach Greenpeace-Kritik ein. In: Die Zeit. 18. März 2010.</ref> Im Jahr 2009 hatte Greenpeace Sinar Mas beschuldigt, an illegaler Abholzung und Trockenlegung von Mooren beteiligt zu sein. Nach Ansicht des Unternehmens konnten die Vorwürfe nach einer unabhängigen Prüfung unter Beteiligung der British Standards Institution zurückgewiesen werden.<ref>Shie-Lynn Lim, Andreas Isma: Palm Oil Firm Rebuts Greenpeace Claim. Indonesian supplier of palm oil to Unilever and Nestlé cites audit clearing it of blame for environmental damage. In: Wallstreet Journal. 11. August 2010, abgerufen am 11. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), hinter Paywall).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BSI-CUC Verifying Greenpeace Claims. Case: PT SMART Tbk report (Memento vom 4. Februar 2016 im Internet Archive). British Standards Institution, 19. August 2010 (englisch).</ref>

Die von Greenpeace initiierte «Kitkat-Kampagne» gilt (auch wegen der grossen Beteiligung von Verbrauchern) als bis dahin erfolgreichster Umweltprotest in den sozialen Medien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Greenpeace vs. Nestlé. Erfolgreiche Anti-Kitkat-Kampagne (Memento vom 30. Oktober 2013 im Internet Archive). In: Utopia.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref>

Eine im September 2017 veröffentlichte Untersuchung der Nichtregierungsorganisation Mighty Earth stellte fest<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (PDF; 2,8 MB) In: mightyearth.org. September 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2017; abgerufen am 13. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, dass ein Teil des von Nestlé aus den bedeutendsten Anbauländern, Elfenbeinküste und Ghana, bezogenen Kakaos von illegalen Rodungsflächen in Nationalparks und anderen geschützten Gebieten stammt.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Nancy Harris, Octavia Payne, Sarah Alix Mann: How Much Rainforest Is in That Chocolate Bar? World Resources Institute, 6. August 2015, abgerufen am 13. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einigen dieser Gebiete werden über 90 % der Fläche zum Kakao-Anbau genutzt.<ref></ref> Nur noch 4 % der Fläche der Elfenbeinküste ist dicht bewaldet, und der Kakao-Import trägt auch zur grossflächigen Entwaldung in Ghana bei.<ref>Analyse qualitative des facteurs de déforestation et de dégradation des forêts en Côte d’Ivoire. (PDF; 4,5 MB) In: etcterra.org. 10. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2017; abgerufen am 13. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Schimpansen kommen in der Elfenbeinküste nur noch in wenigen Rückzugsgebieten vor, und von ursprünglich mehreren hunderttausend Elefanten verbleiben heute nur noch wenige hundert.<ref></ref>

Trinkwasser als Handelsware

Datei:Elora MIll-St-Meville-St.jpg
Protestschild gegen die Wasserentnahme von Nestlé in Elora, Ontario (Kanada)

Das Unternehmen hat weltweit Wasserrechte, vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern und denen der Dritten Welt erworben. Durch die dort von Nestlé betriebene Wasserförderung sinkt der Grundwasserspiegel in den betroffenen Ländern, und Brunnen trocknen aus.<ref>Tatjana Grassl: Dreckiges Geschäft mit Wasser: Mit zwei Tricks machen Konzerne aus Leitungswasser Gold. In: Focus. 22. März 2017, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref>

Nestlé wird häufig dafür kritisiert, dass es das lebenswichtige Gut Wasser als Handelsware betrachtet. 1994 sagte der damalige CEO, Helmut Maucher: «Quellen sind wie Erdöl. Man kann jederzeit eine Schokoladenfabrik bauen, aber Quellen hat man oder hat man nicht.» 2005 sagte sein Nachfolger, Peter Brabeck-Letmathe, in einem Dokumentarfilm: «Ich halte die Sicht vieler Nichtregierungs-Organisationen für extrem, die der Meinung sind, dass Wasser als ein Menschenrecht erklärt werden sollte.»"<ref name="billions">Caroline Winter: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Bloomberg Businessweek. 21. September 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. November 2017; abgerufen am 17. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auf dem zweiten Weltwasserforum im Jahr 2000 erreichte Nestlé durch Einflussnahme auf den World Water Council, dass der Zugang zu Trinkwasser nicht mehr als «Recht», sondern als «Bedürfnis» bezeichnet wurde.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Im Jahr 2008 erklärte Nestlé in ganzseitigen Anzeigen: «Die meisten Plastik-Wasserflaschen werden recycelt“, „Nestlé Pure Life ist eine gesunde und umweltfreundliche Wahl» und «In Flaschen abgefülltes Wasser ist das umweltgerechteste Verbraucherprodukt der Welt». Eine Gruppe von Umweltorganisationen bezeichnete die Werbekampagne als «Greenwashing» und reichte eine Beschwerde beim kanadischen Kontrollgremium der Werbebranche ein.<ref name="cbc">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nestlé bottled-water ads misleading, environmentalists say.] In: CBC News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="polaris">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Groups Challenge Nestlé’s Bottled Water Greenwashing.] In: Polaris Institute. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="reuter">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nestlé water ads misleading: Canada green groups.] In: Reuters. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> In Nestlés Corporate Citizenship Report desselben Jahres wurde vom Unternehmen selbst festgestellt, dass die meisten Plastikflaschen nicht recycelt werden.<ref name="polaris" /><ref name="huff">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Shape of Citizenship: 2008 Corporate Citizenship Report: Creating Shared Value.] (PDF; 4,6 MB) In: Nestlé Waters North America. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im 2009 erschienenen Dokumentarfilm Abgefüllt wurde kritisiert, dass der Konzern ohne Rücksicht auf die Bevölkerung in ländlichen Gemeinden deren Wasser praktisch kostenlos abpumpen lasse und mit grossem Gewinn weiterverkaufe. Darüber hinaus belasteten die Plastikflaschen die Umwelt und stellten eine Gefahr für die Weltmeere dar. Plastikflaschen gäben Kunststoffpartikel an das Wasser ab,<ref>Darena Schymanski, Christophe Goldbeck, Hans-Ulrich Humpf, Peter Fürst: Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy: Release of plastic particles from different packaging into mineral water. In: Water Research. Band 129, 2018, S. 154–162, doi:10.1016/j.watres.2017.11.011.</ref> wodurch es ungesünder sei als Leitungswasser. Etwas Lebensnotwendiges wie Wasser dürfe nicht zu einem reinen Wirtschaftsgut werden.

Im Jahr 2012 kam die Dokumentation Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser in die Kinos, die sich mit der Vermarktung von in Flaschen abgefülltem Trinkwasser beschäftigt. Darin bezeichnete die Umweltaktivistin und ehemalige Chefberaterin der UNO in Fragen der Trinkwasserversorgung, Maude Barlow, Nestlé als ein «Raubtier auf der Suche nach dem letzten sauberen Wasser dieser Erde».<ref>Björn Rosen, Sebastian Leber: Umweltaktivistin Maude Barlow: «In Hongkong war das Tränengas schlimm». In: Tagesspiegel Online. 17. November 2013, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 30. Mai 2024]).</ref><ref>Maude Barlow named 1st UN water adviser. In: cbc.ca. 21. Oktober 2008, abgerufen am 30. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Insbesondere in der Dritten Welt arbeite Nestlé auch mit korrupten Regierungen zusammen und fördere beispielsweise Grundwasser in von Armut betroffenen Gegenden und verkaufe es dann für teures Geld an die wohlhabende Oberschicht.<ref>«Bottled Life» wirft Licht auf Nestlés Geschäft mit dem Wasser. In: Schweizer Radio und Fernsehen Tagesschau. 24. Januar 2012, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref><ref name="bottledlife"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser (Memento vom 5. Juni 2012 im Internet Archive). In: doklab.com. 2011.</ref> Auf dem Internetauftritt von Nestlé findet sich dazu die Aussage, im Film würden Tatsachen meist falsch dargestellt und es fehle an Objektivität.<ref>Was sagt Nestlé zum Film «Bottled Life»? Nestlé, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref>

2016 wurde Nestlé im Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgungskrise in Flint (USA) kritisiert,<ref>10 Things They Won’t Tell You About The Flint Water Tragedy. But I Will. In: The Huffington Post. Abgerufen am 31. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und es wurde der Vorwurf erhoben, Nestlé habe Geldzuwendungen verschwiegen, mit denen Einfluss auf die Genehmigung zur Ausbeutung der Oxbow Springs in Oregon genommen werden sollte.<ref>Opponents of water bottling in Cascade Locks say Nestlé hid campaign contributions. In: oregonlive.com. Abgerufen am 15. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Millard Canyon am Fusse der kalifornischen San Bernardino Mountains fördert Nestlé Wasser aus Brunnen in einem Indianerreservat, obwohl lokal Wasserknappheit herrscht und die Genehmigung zur Wasserentnahme bereits 1988 ablief.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="billions" /> Dem zuständigen Behördenvertreter Zimmermann wurden verschiedene geschäftliche Beziehungen zu Nestlé nachgewiesen. Seit seiner Pensionierung arbeitet er als Berater für den Konzern.<ref name="The Anti Media">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Forest Service Official Who Let Nestlé Drain California Water Now Works for Them.] In: theanitmedia. The Anti Media, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. August 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig California Water Management.] In: Nestleusa.com. Nestlé, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. August 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Arrowhead Honored at Southern California Mountains Foundation.] In: Nestle-watersna.com. Nestlé Waters North America, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. August 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

In Frankreich wird Nestlé wegen der Senkung des Grundwasserspiegels durch die Abfüllung des Flaschenwassers Vittel kritisiert.<ref>Alexandra Gubser: Geschäft mit dem Grundwasser – Wegen Nestlé sitzt Vittel bald auf dem Trockenen. In: srf.ch. 10. November 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref>

Lebensmittelsicherheit

In Kolumbien wird Nestlé der Verkauf abgelaufenen Milchpulvers vorgeworfen.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 341.</ref>

2015 wurde in den USA gegen Nestlés Tochterfirma Purina Klage erhoben, durch die Verwendung von minderwertigem Propylenglycol («in Industriequalität») verantwortlich für den Tod von 3000 Hunden zu sein.<ref>Thema News. Abgerufen am 30. Mai 2024.</ref> Als Verunreinigung wurde Ethylenglycol nachgewiesen, was der typische Krankheitsverlauf (Magenblutungen mit folgendem Nierenversagen) bei den Tieren vermuten liess. Propylenglycol als Zusatz bei Trockenfutter bewirkt eine geschmeidige Struktur der Flocken.

Im Juni 2015 verbot die indische Behörde für Lebensmittelsicherheit (FSSAI) den Verkauf von Maggi-Fertignudeln wegen eines zu hohen Bleigehalts. Nestlé rief ungefähr 400 Millionen Packungen zurück und liess sie vernichten. Die indische Regierung klagte zudem auf 95 Millionen Franken Schadenersatz.<ref>Nestlé Instantnudeln: Indien fordert Schadenersatz im Maggi-Skandal. Handelsblatt, 12. August 2015, abgerufen am 21. Februar 2016.</ref> Im August 2015 hob das Hohe Gericht in Bombay das Verkaufsverbot auf.<ref>Indien darf wieder Magginudeln essen. Tages-Anzeiger, 13. August 2015, abgerufen am 21. Februar 2016.</ref> Im November 2015 brachte Nestlé die Maggi-Fertignudeln wieder in den Verkauf.<ref>Verkauf von Nestlé-Fertignudeln in Indien. TAZ, 9. November 2015, abgerufen am 21. Februar 2016.</ref> Ein Gericht verurteilte die indische Nestlé-Tochter im November 2017 zu einer Geldstrafe von umgerechnet 70'000 Dollar.<ref>Geldstrafe für Nestle nach Nudelskandal in Indien. In: orf.at. 29. November 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref>

Anfang 2024 wurde bekannt, dass Nestlé Waters um die Lebensmittelsicherheit aufrechtzuerhalten u. a. bei den Mineralwässern Henniez, Perrier und Vittel verbotene Aufbereitungsmethoden nutzte.<ref>Nestlé nutzte verbotene Aufbereitungsmethoden bei Mineralwasser. In: blick.ch. 29. Januar 2024, abgerufen am 10. März 2024.</ref> Foodwatch hatte deswegen Klage gegen Nestlé und den französischen Konzern Sources Alma eingereicht. Ein Untersuchungsausschuss im französischen Parlament warf der Regierung vor, die Vorgänge zunächst verheimlicht zu haben. So hatte der Konzern die zuständigen Behörden über die Qualität des Wassers informiert, erhielt jedoch die Genehmigung zu dessen Behandlung.<ref>Französische Regierung soll Nestlé geschützt haben. In: spiegel.de. 20. Februar 2025, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>

Unterstützung der belarussischen Diktatur

Besonders seit der erzwungenen Landung der Ryanair-Maschine 2021 steht Nestlé in der Kritik, mit der Ausstrahlung von Werbung auf den meistgesehenen belarussischen Sendern wie z. B. Belarus 1, ONT oder dem Hauptstadtfernsehen STV die Propagandamaschine des Diktators Aljaksandr Lukaschenka zu unterstützen. Der Staatssender ONT sendete unter anderem ein Interview mit dem gefangenen Blogger Raman Pratassewitsch, einige Tage nach seiner Festnahme. Er hatte dabei Flecken auf dem geschwollenen Gesicht und Wunden an den Handgelenken. Auch andere vermeintliche «Geständnisse» gefangener Oppositioneller wurden im Staatsfernsehen gezeigt. In den Haftanstalten ist Folter verbreitet.<ref name="faz">Warum Nestlé für sein Handeln in Belarus kritisiert wird. 26. Juni 2021, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref>

Nestlé zählt zu den grössten Werbekunden der regimetreuen TV-Sender in Belarus.<ref name="faz" /> Der Leiter der Oppositionsgruppe «Nationales Anti-Krisenmanagement» sagte dem Tages-Anzeiger: «Wir sind überrascht, dass Nestlé die Vorgänge in Belarus ignoriert und weiterhin in den staatlichen Medien wirbt […] Wir sehen darin […] die Unterstützung terroristischer Propaganda.»

Gretta Fenner, Direktorin des Basel Institute on Governance, sagte: «Spätestens nach dem Verhängen solcher Sanktionen kann ein Unternehmen nicht mehr behaupten, dass es nichts gewusst habe.» Wenn Nestlé weiterhin für Werbung in staatlichen Fernsehkanälen bezahle, nehme Nestlé in Kauf, dass damit Menschenrechtsverletzungen finanziert werden könnten.<ref>TV-Clips in Weissrussland – Nestlé wirbt auf Lukaschenkos Propagandasender. 28. Mai 2021, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref> Auf eine Nachfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland teilte der Konzern mit: «Im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung unserer Aktivitäten haben wir nun unser Werbebudget in Weißrussland deutlich reduziert.»<ref>Jan Emendörfer: Folteropfer und Schokoriegel: Nestlé wegen TV-Werbung in Belarus in der Kritik. Abgerufen am 5. Juli 2021.</ref>

Aktivitäten in Russland und der Ukraine nach 2022

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 zog sich Nestlé nicht aus Russland zurück.

Nestlé entgegnete im März 2022, dass sie aufgrund ihrer rund 7000 Angestellten in sechs Fabriken in Russland tätig bleibe. Nestlé habe (wegen der Sanktionen) den Import und Export von Lebensmitteln – ausser einiger Grundnahrungsmittel – gestoppt.<ref>Luis von Gunten: Krieg in der Ukraine — Nestlé verbleibt in Russland – trotz Kritik. In: srf.ch. 19. März 2022, abgerufen am 19. März 2022.</ref>

Im Dezember 2022 kündigte Nestlé an, für 40 Millionen Franken eine Nudelfabrik in der Westukraine zu bauen.<ref>Nudelfabrik für die Ukraine. Nestlé baut neue Fabrik in der Ukraine. In: fuw.ch. Finanz und Wirtschaft AG, abgerufen am 14. Mai 2023.</ref>

Umgang mit Gewerkschaften und anderen Nichtregierungs-Organisationen

In Kolumbien werden Nestlé Repressionen gegen Gewerkschaften vorgeworfen.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 341.</ref> Der Sprecher der kolumbianischen Gewerkschaft der Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie Sinaltrainal sagte 2002: «Nestlés Fabriken sind organisiert wie Lager der staatlichen Sicherheitsorgane, um Terror in der örtlichen Gemeinschaft zu verbreiten, den Zusammenhalt der Arbeiter zu zerstören, Gewerkschaftsmitglieder mittels Desinformationen gegen ihre Anführer auszuspielen und die Bewegung zu brechen.»<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nestle: Global Compact Violator.] In: GlobalPolicy.org. Corporate Watch, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Mehrere kritische Nestlé-Gewerkschafter wurden ermordet. Im März 2012 reichten das in Berlin ansässige Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) und Sinaltrainal gemeinsam Strafanzeige gegen die Konzernleitung ein. Sie warfen Nestlé vor, den Mord an dem kolumbianischen Gewerkschafter Luciano Romero mitverursacht zu haben. Die zuständigen Staatsanwaltschaften in den Kantonen Zug und Waadt eröffneten aber kein Strafverfahren, wogegen die Kläger beim Schweizer Bundesstrafgericht Berufung einlegten.<ref>Toni Keppeler: Ermordete Gewerkschafter in Kolumbien: Die Nestlé-Fabrik und die Morde. In: Die Tageszeitung: taz. 2. Juni 2012, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 30. Mai 2024]).</ref><ref>Mord an Gewerkschafter: Menschenrechtler wollen Nestlé zur Verantwortung ziehen. In: Der Spiegel. 6. März 2012, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. Mai 2024]).</ref><ref>Andreas Zumach: Mord an Gewerkschafter: Anzeige gegen Nestlé verschleppt. In: Die Tageszeitung: taz. 6. September 2012, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 30. Mai 2024]).</ref>

Im Januar 2013 wurde Nestlé zusammen mit Securitas vom Bezirksgericht Lausanne wegen «unerlaubter Infiltration» bei der globalisierungskritischen Organisation Attac zur Zahlung eines Schmerzensgeldes an zwei Aktivistinnen von jeweils 3000 Franken verurteilt.<ref>Nestlé und Securitas wegen Bespitzelung verurteilt. 25. Januar 2013, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref><ref>Nestlé und Securitas in Spionagefall verurteilt. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. Januar 2013, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 30. Mai 2024]).</ref> Nestlé hatte eine Attac-Arbeitsgruppe, die an einem kritischen Buch über Nestlé arbeitete, von 2003 bis 2005 von einem Maulwurf der Securitas überwachen lassen. Der Fall war im Juni 2008 vom Fernsehsender TSR in der Sendung Temps présent aufgedeckt worden.<ref>Securitas, un privé qui vous surveille. 12. Juni 2008, abgerufen am 30. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>blick.ch: Affäre Nestlé − Attac Nestlé und Securitas wegen Spionage verurteilt.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Jacqueline Goebel, Henryk Hielscher, Anton Riedl, Karin Finkenzeller: Uns kann keiner. Nestlé ist mächtig umstritten – und mächtig erfolgreich. In: Wirtschaftswoche. Nr. 23, 3. Juni 2022, S. 14–21 (wiwo.de [abgerufen am 13. August 2022]).
  • Friedhelm Schwarz: Nestlé. Macht durch Nahrung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-05331-6.
  • Horst W. Nestle: Stammbaum der Familie Nestle. Stuttgart 1976.
  • Klaus Werner-Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen: Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0.
  • Arbeitsgruppe Dritte Welt Bern: Exportinteressen gegen Muttermilch. Der tödliche Fortschritt durch Babynahrung. Rowohlt, Reinbek 1976, ISBN 3-499-14065-9.

Film

Weblinks

Commons: Nestlé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> </references>

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