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Kawasaki Ninja ZX-10R

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kawasaki
Datei:Kawasaki Ninja ZX-10RR 2026.jpg
2026 Kawasaki Ninja ZX-10RR
Ninja ZX-10R
Hersteller Kawasaki
Verkaufsbezeichnung Ninja ZX-10R
Produktionszeitraum ab 2004
Klasse Superbike
Bauart Supersportler
Motordaten
Flüssigkeitsgekühlter 4-Zylinder-4-Takt-Reihenmotor, DOHC, 4 Ventile pro Zylinder
Hubraum 998 cm³
Leistung 144/196 kW/PS
Drehmoment 110 Nm
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kette
Bremsen 330 mm Durchmesser, Brembo, radiale Doppel-Scheibenbremse, semi-schwimmend gelagert (vorne)
220 mm Durchmesser, Einscheiben 1-Kolben-Schwimmsattel (hinten)
Radstand 1.450 mm
Maße (L × B × H, mm): 2.085 x 750 x 1.180
Sitzhöhe 82,5 cm
Leergewicht 209 kg
Vorgängermodell Kawasaki Ninja ZX-7R,
Kawasaki Ninja ZX-9R

Die Ninja ZX-10R ist ein Motorrad der Kategorie Superbike/Supersportler des japanischen Fahrzeugherstellers Kawasaki. Sie wird seit 2004 bis heute gebaut. Die ZX-10R war einerseits das Nachfolgemodell der Kawasaki ZX-9R und ersetzte andererseits auch die Kawasaki ZX-7R als Homologationsmodell für den Rennsport, nachdem Reglementänderungen in der Superbike-WM ab 2004 für alle 4-Zylinder-Motoren ein Hubraumlimit von 1000 cm³ vorschrieben. Eingesetzt wird die ZX-10R in der Superbike-Weltmeisterschaft, in der FIM Endurance World Championship und beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka, sowie in einigen nationalen Meisterschaften.

Modellentwicklung

C1 (2004–2005)

Die ZX-10R war eine komplette Neuentwicklung und baute technisch nicht auf den beiden Vorgängermodellen auf. Der Motor geriet deutlich kompakter, weil die Zylinderbank und die obere Kurbelgehäusehälfte einteilig waren und die Getriebewellen übereinander platziert wurden. Der Rahmen besteht aus Aluminiumguss. Beide Rahmenhälften verlaufen über dem Motor, nicht seitlich um den Motor herum. Das ergab eine schmalere Silhouette. Der Radstand war mit 1385 mm außergewöhnlich kurz. Die ZX-10R hatte ab Werk eine gute Ausstattung. Beispielsweise bestanden die Auslassventile aus Titan. Serienmäßig war eine Anti-Hopping-Kupplung verbaut. Die Gabelgleitrohre waren DLC-beschichtet. Des Weiteren gab es radial verschraubte 4-Kolben-Bremszangen und Petal-Bremsscheiben.

D6 (2006–2007)

Datei:Kawasaki Ninja ZX-10R 2006.jpg
2006 Ninja ZX-10R

2006 erhielt das Modell eine optische und technische Überarbeitung. Das Design war runder und die beiden Schalldämpfer waren unter dem Heck angeordnet. Die Doppelscheinwerfer waren kleiner. Das Modell besaß serienmäßig einen Lenkungsdämpfer von Öhlins und einen geregelten Kat. Die Motorleistung blieb gleich und das Fahrzeuggewicht stieg um 6 Kilogramm.

E8 (2008–2010)

Für 2008 wurde die 10er erneut überarbeitet. Das Design war kantiger, die Motorleistung stieg und das Gewicht wurde verringert. Die Sitzergonomie wurde leicht geändert. Der Schalldämpfer war wieder, wie beim Modell C1, rechtsseitig angeordnet.

KBF (2011–2015)

Für 2011 hat Kawasaki ein komplett neues Modell entwickelt. Erstmals gab es elektronische Fahrhilfen und 3 Modi für Motorleistung und Traktionskontrolle, damit die Motorleistung von 200 PS kontrollierbar blieb. Die Rahmenprofile verlaufen wieder seitlich am Zylinderkopf vorbei. Erstmals gab es ein Kassettengetriebe, um die Übersetzungen der Gänge einzeln ändern zu können, ohne den Motor ausbauen zu müssen. Neu war ebenso die Gabel im Big Piston Fork Design von Showa und das horizontal angeordnete Federbein. Mit diesem Modell gewann Kawasaki erstmals seit 1993 wieder die Superbike-WM.

SGF (2016–2020)

Datei:Kwasaki ZX-10R tokyo.JPG
2016 Ninja ZX-10R

Für das Modelljahr 2016 gab es viele kleine Änderungen an Motor, Fahrwerk, im Bereich der Elektronik und am Design. Beispielsweise bekam der Motor eine leichtere Kurbelwelle und Änderungen im Zylinderkopf. Die Drosselklappen wurden nun elektronisch angesteuert (Drive-by-Wire), um weitere elektronische Fahrhilfen nutzen zu können. Die Fahrwerksgeometrie wurde dahingehend geändert, dass mehr Last auf dem Vorderrad lag und eine längere Schwinge verbaut wurde. Die Bremsanlage kam nun nicht mehr von Tokico, sondern von Brembo. Seit dem Modelljahr 2017 hat Kawasaki der ZX-10R eine renntaugliche „Doppel-R-Variante“, die ZX-10RR, zur Seite gestellt. Größter Unterschied sind die Verwendung von leichteren, titanbeschichteten Pleuel, andere Fahrwerksabstimmung und direkt ab Werk verbaute Stahlflexleitungen. Für das Modelljahr 2019 wurde der Zylinderkopf erneut modifiziert. Die Ventilbetätigung wurde von Tassenstößel auf Schlepphebel umgestellt.

LMF (2021–2025)

Datei:Kawasaki Ninja ZX-10 R Modelljahr 2024.jpg
2024 Ninja ZX-10R

Seit 2021 hat die ZX-10R ein TFT-Farbdisplay und eine 6-Achsen-IMU, wodurch nun unterschiedliche Fahr-Modi, Schaltautomat und ein Tempomat integriert werden konnten. Die komplette Fahrzeugbeleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt. Weitere Änderungen betrafen das Getriebe (die ersten drei Gänge wurden kürzer übersetzt), Rahmen, Schwinge, Sitzergonomie und die Aerodynamik. Erstmals hat Kawasaki Winglets in die Verkleidungsfront integriert, dazu wurde die komplette Frontverkleidung neu gestaltet.

(2026)

Datei:Kawasaki Ninja ZX-10RR 2026.jpg
2026 Ninja ZX-10RR

Für das Modelljahr 2026 wurde die Front, insbesondere im Hinblick auf die Aerodynamik, umfassend überarbeitet. Erstmals setzt Kawasaki an der ZX-10R neu entwickelte an der Verkleidung angebrachte Winglets ein, die dazu deutlich größer ausfallen als beim Vorgängermodell.<ref>Kawasaki Ninja ZX-10R mit optimierter Aerodynamik. In: tourenfahrer.de. Syburger Verlag GmbH, 5. November 2025, abgerufen am 3. April 2026.</ref> Hintergrund ist auch die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit im Rennsport. Parallel wurde auch die ZX-10RR überarbeitet und als neues Homologationsmodell für die Superbike-WM registriert. Verzögert wird mit Brembo M50 Monobloc Bremssätteln, die Scheiben besitzen einen Durchmesser von 330 mm.

Technische Daten

Modelljahre 2004–2005 2006–2007 2008–2010 2011–2015 2016–2020 2021–2025 2026
Modellcode C1 D6 E8 KBF SGF LMF
Motortyp flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
Ventiltrieb DOHC, 16 Ventile, Tassenstößel DOHC, 16 Ventile, Schlepphebel
Hubraum 998 cm³
Bohrung × Hub 76,0 × 55,0 mm
Verdichtung 12,7:1 12,9:1 13,0:1
Gemischaufbereitung Elektronische Saugrohreinspritzung
EU-Abgasnorm Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5 Euro 5+
Zündung digitale Zündung
Leistung 128,7 kW (175 PS) bei 11.700/min 138,3 kW (188 PS) bei 12.200/min 147,1 kW (200 PS) bei 13.000/min 149,3 kW (203 PS) bei 13.000/min 144 kW (196 PS) bei 13.000/min
Maximales Drehmoment 115 Nm

bei 9.500/min

113 Nm

bei 8.700/min

112 Nm

bei 12.500/min

113,5 Nm

bei 11.500/min

114,9 Nm

bei 11.400/min

110 Nm

bei 11.400/min

Getriebe 6-Gang-Getriebe, manuell
Kupplung mechanisch betätigte Mehrscheiben-Anti-Hopping-Kupplung im Ölbad
Rahmen Doppelprofilrahmen aus Aluminiumguss
Radaufhängung vorne 43 mm Upside-Down-Gabel mit DLC-Beschichtung und Top-Out-Federn 43 mm Upside-Down-Gabel mit Top-Out-Federn (Big Piston Fork Design) 43 mm Upside-Down-Gabel mit Top-Out-Federn (Big Piston Fork Design) und externer Kompressionskammer
Radaufhängung hinten Bottom-Link Uni-Trak-System mit Gasdruckfederbein und Top-Out-Feder Horizontal angeordnetes Back-Link-Gasdruck-Zentralfederbein, Piggyback-Reservoir und Top-Out-Feder
Federweg
vorne
hinten

120 mm
125 mm

120 mm
140 mm

120 mm
114 mm

120 mm
115 mm

120 mm
107 mm
Felgengröße vorne 3,50 x 17, hinten 6,00 x 17
Reifendimension vorne 120/70 ZR 17, hinten 190/50 ZR17 vorne 120/70 ZR 17, hinten 190/55 ZR17
Bremse vorne 300-mm-Doppelscheibenbremse, halbschwimmend, Petal Design, radial montierte Vierkolbenbremssättel, Tokico 310-mm-Doppelscheibenbremse, halbschwimmend, Petal Design, radial montierte Vierkolbenbremssättel, Tokico 330-mm-Doppelscheibenbremse, halbschwimmend, radial montierte Vierkolbenbremssättel, Brembo M50
Bremse hinten 220-mm-Bremsscheibe, Petal Design, Einkolbenbremssattel
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 24°, 102 mm 24,5°, 102 mm 25,5°, 110 mm 25°, 107 mm 25°, 105 mm
Abmessungen in mm
Länge
Breite
Höhe

2.045
705
1.115

2.065
705
1.130

2.110
710
1.135

2.075
715
1.115

2.090
740
1.145

2.085
750
1.185

2.085
750
1.180
Radstand 1385 mm 1390 mm 1415 mm 1425 mm 1440 mm 1450 mm
Sitzhöhe 825 mm 830 mm 813 mm 835 mm 825 mm
Tankinhalt 17 Liter
Trockengewicht 170 kg 175 kg 179 kg
Gewicht fahrfertig 196 kg 202 kg 208 kg 202 kg 206 kg 207 kg 209 kg
Kaufpreis in Deutschland 2004: 12995,-
2005: 12995,-
2006: 13145,-
2007: 13495,-
2008: 13545,-
2009: 13645,-
2010: 14545,-
2011: 15495,-
2012: 15495,-
2013: 15695,-
2014: 15695,-
2015: 16695,-
2016: 17195,-
2017:
2018:
2019:
2020: 17638,82
2021: 19395,-
2022: 20195,-
2023: 21145,-
2024: 21145,-
2026: 19545,-

Farben

2004 Lime Green, Blau, Schwarz
2005 Lime Green, Metallic Spark Black, Metallic Flat Raw Titanium
2006 Lime Green, Metallic Raw Titanium, Ebony Schwarz
2007 Lime Green, Ebony Schwarz
2008 Lime Green, Metallic Diablo Black, Wildfire Pearl Orange
2009 Lime Green, Ebony Schwarz, Pearl Stardust White
2010 Lime Green, Schwarz
2011 Lime Green, Schwarz matt
2012 Lime Green, Grau/Schwarz
2013 Lime Green, Schwarz
2014 Lime Green, Weiß matt/Schwarz matt
2015 Lime Green/Schwarz matt, Grau/Schwarz matt
2016 Carbongrau matt
2017 Weiß/Titanium matt
2020 Lime Green/Schwarz

Motorsport

Datei:2015 Kawasaki Competion Motorcycle ZX-10R.JPG
Superbike-Weltmeister 2015:Die Ninja ZX-10R von Jonathan Rea
Datei:Ninja ZX-10RR 2019 Rea WSBK.jpg
Ninja ZX-10RR aus der Superbike-WM von Jonathan Rea aus der Saison 2019

Die Kawasaki Ninja ZX-10R, bzw. ab 2017 die ZX-10RR wird vom Kawasaki Racing Team (KRT) werksseitig in der Superbike-Weltmeisterschaft eingesetzt. Bislang gelang es siebenmal den Weltmeistertitel zu erlangen, davon entfallen sechs Titel auf Jonathan Rea. Dazu engagiert sich Kawasaki jedes Jahr werksseitig beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka, bislang konnte dort im Jahr 2019 einmal der Gesamtsieg erreicht werden. Dazu gelang es dem werksunterstützten Team SRC Kawasaki France in der Saison 2018–2019 den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) zu holen.

Rennerfolge

Superbike-WM

  • 2013: Superbike-Weltmeister mit Tom Sykes
  • 2015: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea
  • 2016: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea
  • 2017: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea
  • 2018: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea
  • 2019: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea
  • 2020: Superbike-Weltmeister mit Jonathan Rea

Langstreckensport

Siehe auch

Einzelnachweise

<references/>

Kawasaki-Broschüre 12/2003 ET-Nr.E99941-1172

Weblinks

Commons: Kawasaki Ninja ZX-10R – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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