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Winkler (Automarke)

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Gustav Winkler war ein deutscher Hersteller von Automobilen aus Oberndorf am Neckar, später Berlin.

Unternehmensgeschichte

Datei:Mauser 1923.JPG
Mauser Einspurauto 1923
Datei:Winkler 1927-1929 seitlich.JPG
Winkler Einspurauto
Datei:Winkler 1927-1929 schräg.JPG
Winkler Einspurauto
Datei:Winkler Einspur-Auto.JPG
Winkler Einspurauto

Der Berliner Konstrukteur Gustav Winkler entwickelte 1920 einen Einspurwagen. Der Waffenhersteller Mauser-Werke AG übernahm die Konstruktion, entwickelte es weiter, und brachte es 1921 als Mauser Einspurauto 2/6 PS auf den Markt. Als Mauser 1926<ref name="Reese" /> oder 1927<ref name="Tragatsch" /> die Produktion einstellte, erwarb Gustav Winkler den Restbestand an Teilen,<ref name="Tragatsch" /> entwickelte das Fahrzeug weiter, und vermarktete es als Winkler Einspurauto. Die Produktion fand anfangs in einem Teil der Mauser-Fabrik in Oberndorf am Neckar statt, später in Berlin.<ref name="Tragatsch" />

1929 endete die Produktion.<ref name="Reese" /><ref name="Tragatsch" /><ref name="Gut gemausert" /><ref name="Die Internationale Automobil-Enzyklopädie" />

Fahrzeug

Es war ein Auto auf zwei Rädern, eins vorne, eins hinten, sowie mit zwei seitlichen Stützrädern, die während der Fahrt hochgeklappt wurden. Der Motor war unter dem Rücksitz angeordnet und trieb über eine Kette das Hinterrad an. Das Fahrzeug bot zwei Personen hintereinander Platz.

Mauser-Einspurauto 2/6 PS

Der wassergekühlte Einzylindermotor mit 510 cm³ Hubraum war ein seitengesteuerter T-Kopf-Motor und leistete 6,0 PS bei 3200/min. Dieser wurde bei den ersten 200 Exemplaren eingebaut. Die Kurbelwelle war rollen- und gleitgelagert, das Pleuel war rollengelagert, das Dreiganggetriebe und die Stahllamellenkupplung waren im Motorgehäuse eingebaut. Die Motorschmierung erfolgte mit einer Druckpumpe. Der Kühler der Thermosiphonkühlung ist an der Wagenfront eingebaut. Der Motor wird mit einem Kickstarter angeworfen. Ein weiterer Motor, der ebenfalls von Mauser gebaut wurde, hatte hängende Ventile und 573 cm³ Hubraum.

Fahrgestell

Der Kastenrahmen war aus Stahlblech gefertigt und mit Gabeln für das Vorder- und Hinterrad versehen. Diese waren mit Schraubenfedern und Luftkissen ausgerüstet. Die mechanischen Bremsen wirkten auf das Hinterrad, wobei die Handbremse als Bandbremse außen auf die Bremstrommel wirkte und die Fußbremse als Innenbackenbremse. Die Räder hatten die Dimension 710 × 90, die einziehbaren Stützräder hatten einen Durchmesser von 15 Zoll. Das Fahrzeug, mit einem Radstand von 2230 mm, war 3,0 m lang, 1,20 m breit und 1,10 m hoch. Das Leergewicht betrug 295 kg, die Nutzlast 200 kg. (In den verschiedenen Quellen sind unterschiedliche Maße angegeben). Die Speichenräder sind untereinander austauschbar, die als Scheibenräder ausgeführten Stützräder wurden mit einem innenliegenden Hebel während der Fahrt angehoben. Die Karosserie besteht aus mit Kunstleder bespanntem Sperrholz und hat links eine Tür. Für Wartungsarbeiten ließ sich die Heckverkleidung komplett entfernen. Die über die Wagenbreite reichende Windschutzscheibe war am Lenkgestänge befestigt.<ref name="Prospekte vom Einspurauto">Prospekte vom Einspurauto (abgerufen am 2. September 2014)</ref>

Winkler-Einspurauto Typ EA 2

1926 übernahm Winkler die Fertigung des Einspurwagens und überarbeitete die Konstruktion. Der Radstand wurde um zwölf cm gekürzt und das Fahrzeug um zehn cm tiefergelegt. Daraus ergaben sich verbesserte Fahreigenschaften. Als Antrieb war ein wassergekühlter Einzylindermotor mit 510 cm³ Hubraum und 10 PS eingebaut. Es gab auch Fahrzeuge mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor von BMW mit einer Leistung von 6 PS.<ref name="Prospekte vom Einspurauto"/>

Motorisierung

Zur Motorisierung gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Quelle nennt einen von Mauser entwickelten Einzylindermotor mit 85 mm Bohrung, 90 mm Hub, 510 cm³ Hubraum und 10 PS, gibt aber nicht an, ob Winkler diesen Motor weiterhin verwendete.<ref name="Gut gemausert" /> Eine ältere Quelle gibt an, dass Winkler ab 1927 einen luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor mit 493 cm³ Hubraum und 6 PS verwendete.<ref name="Tragatsch" /> Eine noch ältere Quelle nennt einen ebenfalls von Mauser entwickelten Einzylindermotor mit OHV-Ventilsteuerung, 90 mm Bohrung, 90 mm Hub, 573 cm³ Hubraum und 6 PS Leistung, den Mauser zum Schluss verwendete; gibt aber ebenfalls nicht an, ob Winkler diesen Motor nutzte.<ref name="Reese" /> Eine vierte Quelle nennt einen Einzylindermotor von BMW mit 500 cm³ Hubraum und 10 PS Leistung.<ref name="Die Internationale Automobil-Enzyklopädie" />

Ein Fahrzeug steht im Heimatmuseum der Stadt Oberndorf in Oberndorf. Ein weiteres war 1998 im Deutschen Automuseum im Schloss Langenburg in Langenburg ausgestellt.

Literatur

  • Kresimir Majer, Michael Hundt: Gut gemausert. In: Oldtimer-Markt, Ausgabe 8/2009, S. 166.
  • Karl Reese: Der Mauser-Einspurwagen. In: Automobil- und Motorradchronik, Ausgabe 4/1978, S. 23.
  • Erwin Tragatsch: Mauser Einspurauto. In: Oldtimer-Markt, Ausgabe 12/1984, S. 56.
  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 199, ISBN 3-87943-519-7, S. 188.
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  • Peter Mergelkuhl: Ein Schiff wird kommen. In: Oldtimer-Markt, Ausgabe 11/2000, S. 20.
  • Mauser Einspurauto. Das Kleinkaliber. In: Auto Bild Klassik, Ausgabe 4/2012, S. 78.

Weblinks

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Einzelnachweise

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