24-Stunden-Rennen von Le Mans 2010
Das 78. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 78e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch 24 Heures du Mans, Circuit de la Sarthe, Le Mans, fand vom 12. bis 13. Juni 2010 auf dem Circuit des 24 Heures statt.
Das Rennen
Rekorde
Der siegreiche Audi R15 TDI, gefahren von Mike Rockenfeller, Timo Bernhard und Romain Dumas übertraf, bedingt durch ein lange Zeit enges Rennen gegen die Peugeot 908 HDi FAP, den seit 1971 bestehenden Distanzrekord, mit ebenfalls 397 Runden, die aber inzwischen 5410,713 km entsprechen.
Meldungen
Am 19. November 2009 veröffentlichte der Automobile Club de l’Ouest seine automatische Startliste für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2010.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Automatische Startliste des ACO vom 19. November 2009 ( vom 24. Juli 2008 im Internet Archive)</ref> Diese Liste wurde ermittelt aus dem jeweils Ersten und Zweiten der vier Le-Mans-Klassen des Vorjahresrennen, der American Le Mans Series, der Le Mans Series, der Asian Le Mans Series, der FIA-GT-Meisterschaft sowie den Siegern des Petit Le Mans auf Road Atlanta. Eine automatische Meldung bekam auch der Sieger der Michelin-Green-X-Challenge. 29 Teams wurden eingeladen, 21 akzeptierten und planten, am Rennen teilzunehmen.
Inklusive dieser 29 Fahrzeuge registrierte der ACO 85 Meldungen. Am 4. Februar gab der ACO die 55 Starter des Rennens bekannt. Zum ersten Mal in der Geschichte des 24-Stunden-Rennens mussten die Teams zu den Fahrzeugen auch mindestens einen Fahrer pro Team als fix melden. Die weiteren Piloten pro Team mussten bis spätestens 12. Mai dem Veranstalter bekannt gegeben werden.
Die Teams
LMP1
Audi gab am 5. Februar die neun Piloten bekannt, die den überarbeiteten Audi R15 TDI in Le Mans fuhren. Ein Team bildeten wieder der Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen mit Allan McNish und Rinaldo Capello. Den zweiten Wagen pilotierten Timo Bernhard und Romain Dumas, die bereits im Vorjahr den Diesel-Prototyp fuhren. Zu ihnen kam Mike Rockenfeller ins Team, der 2009 noch eine Mannschaft mit Lucas Luhr und Alexandre Prémat gebildet hatte. Das dritte Fahrzeug wurde mit Neuverpflichtungen besetzt: André Lotterer, 2009 für Colin Kolles im Audi R10 TDI Siebter in der Gesamtwertung, bildete ein Fahrerteam mit dem Schweizer Marcel Fässler und dem Franzosen Benoît Tréluyer. Tréluyer steuerte 2009 einen Peugeot 908 HDi FAP für das Team von Henri Pescarolo und hatte in der Nacht einen schweren Unfall, den er unverletzt überlebte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Audi nominiert die neun Fahrer für das Rennen“ ( vom 26. August 2014 im Internet Archive)</ref>
Am 22. Februar gab auch Peugeot bereits die restlichen Fahrer bekannt und beendete gleichzeitig die Spekulation darüber, ob der mehrfache Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb erneut in Le Mans startete. Es galt den im Siegerwagen des Vorjahres engagierten David Brabham zu ersetzen, der für Highcroft Racing einen Acura ARX-01 in der LMP2-Klasse fuhr. Da Loeb nicht genug freie Testzeit zur Verfügung hatte, um sich an den Peugeot 908 zu gewöhnen, wurde auf seinen Einsatz verzichtet. Stattdessen verpflichtete Peugeot den ehemaligen Honda-Testfahrer und Super Aguri-Formel-1-Piloten Anthony Davidson. Das zweite Team wurde umgestellt, wo zu Franck Montagny und Stéphane Sarrazin nun Nicolas Minassian ins Auto kam. Sébastien Bourdais, der im Vorjahr in diesem Wagen saß, bildete nun ein Team mit Pedro Lamy und Simon Pagenaud, der neu ins Team kam. Ersatzfahrer war Christian Klien.<ref>„Peugeot gibt Piloten bekannt“</ref>
Der Formel-1-Weltmeister von 1992, Nigel Mansell, gab 2010 im Alter von 57 Jahren sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen. Gemeinsam mit seinen Söhnen Leo und Greg fuhr er einen Ginetta-Zytek GZ09S. Am 8. April gab das japanische Dome-Team seinen Startverzicht bekannt. Als erste Reserve kam damit das französische Pegasus-Team mit seinem Norma M200 der Klasse LMP2 ins Starterfeld.<ref>„Dome verzichtet auf den Start, Team Pegasus rückt nach“</ref>
LMP2
2010 war in der LMP2-Klasse kein Porsche RS Spyder am Start. Erstmals nahm jedoch Acura am 24-Stunden-Rennen teil. Mit Karim Ajlani ging zum zweiten Mal ein Syrer an den Start, der für OAK Racing einen Pescarolo 01-Judd steuerte.<ref>„Karim Ajlani ist der erste syrische Rennfahrer, der in Le Mans an den Start gehen wird“</ref>
GT1
Die GT1-Klasse hatte 2010 acht Starter. Luc Alphand vertraute weiter auf die Corvette C6.R und brachte zwei Fahrzeuge an den Start. Mit Spannung wurde die Rückkehr von Ford an der Sarthe erwartet, wo drei Ford GT1 in dieser Klasse am Start waren.
GT2
Corvette Racing ging mit der neuen Renn-Corvette in der GT2-Klasse an den Start. Auch BMW gab ein Comeback in Le Mans. Nachdem der ACO die neuen BMW M3 GT2 homologiert hatte, setzte BMW Motorsport zwei Wagen ein. Das deutsche Rennteam hatte die beiden Werksfahrer Jörg Müller und Andy Priaulx als Piloten offiziell bestätigt.<ref>„Comeback von BMW in Le Mans“</ref> Das AF-Corse-Team, für das in der Le Mans Series neben Toni Vilander auch die beiden ehemaligen Formel-1-Piloten Jean Alesi und Giancarlo Fisichella an den Start gingen, setzte zwei Ferrari ein. Fisichella gab sein Le-Mans-Debüt, Alesi fuhr bereits 1989 in Le Mans.<ref>„Giancarlo Fisichella und Jean Alesi bei AF Corse“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2018. Suche im Internet Archive )</ref>
Der Rennverlauf
Ein Peugeot 908 HDi FAP, den sich Sébastien Bourdais, Pedro Lamy und Simon Pagenaud teilten, startete von der Pole-Position, nachdem Bourdais im ersten Qualifying die schnellste Runde des gesamten Qualifyings gefahren war. Das Team führte die ersten zwei Stunden, bevor es in der dritten Stunde wegen eines Defekts an der Aufhängung aufgeben musste. Dadurch ging die Führung an das Schwesterteam von Peugeot mit Anthony Davidson, Marc Gené und Alexander Wurz über, bis sie in die Garage mussten, um einen defekten Generator auszutauschen. Peugeots drittes Trio mit Nicolas Minassian, Franck Montagny und Stéphane Sarrazin führte die folgenden 144 Runden, bevor der Motor wegen eines Pleuelschadens ausfiel. Damit ging die Führung an einen Audi R15 TDI plus, gefahren von Timo Bernhard, Romain Dumas und Mike Rockenfeller. Für Bernhard, Dumas und Rockenfeller war es der erste Le-Mans-Sieg und für Audi der neunte Gesamtsieg seit dem Jahr 2000. Das Trio Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer vom Audi Sport Team Joest kam mit einer Runde Rückstand als Zweite ins Ziel, und ihre Teamkollegen Rinaldo Capello, Tom Kristensen und Allan McNish komplettierten mit weiteren zwei Runden Rückstand als Dritte den Gesamtsieg für Audi.
Einladungen
Startliste
Reservefahrzeuge
Wie in den Jahren davor veröffentlichte der ACO mit der Startliste auch die Liste der Reserve-Fahrzeuge. 2010 gab es hierbei eine Neuerung. Jeweils fünf Teams wurden als LMP- bzw. GT-Fahrzeuge auf die Liste gesetzt und würden jene Teams ersetzen, die aus den unterschiedlichsten Gründen am Rennen nicht teilnehmen könnten. Wobei die LMP-Reservisten nur Fahrzeuge der LMP1- und LMP2-Klasse ersetzen dürften. Selbes Prozedere galt für die GT-Wagen. Die Nachrückung erfolgte in der Reihenfolge der Nominierung.
| Reserve<ref>Startliste inklusive Reserve</ref> | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reihenfolge | Klasse | No. | Nation | Team | Fahrzeug | Status |
| LMP | ||||||
| 1. Reserve | LMP2 | 38 | Pegasus Racing | Norma M200-Judd | nachgerückt | |
| LMP1 | 23 | Tōkai University YGK Power<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tokai University : Le Mans 2010 non, l'hybride oui ! ( vom 9. April 2010 im Internet Archive)</ref> | Courage-Oreca LC70-YGK | zurückgezogen | ||
| 3. Reserve | LMP2 | 39 | Deutschland | Kruse-Schiller Motorsport | Lola B08/40-Judd | nachgerückt |
| LMP2 | 28 | José Ibañez | Lola B05/40-Judd | zurückgezogen | ||
| LMP1 | 22 | Kaneko Racing | Courage LC70-Judd | zurückgezogen | ||
| GT | ||||||
| 1. Reserve | GT2 | 88 | Deutschland | Team Felbermayr-Proton | Porsche 997 GT3-RSR | nachgerückt |
| GT2 | 91 | Datei:Flag of the People's Republic of China.svg | Team Hong Kong Racing | Aston Martin V8 Vantage GT2 | zurückgezogen | |
| 3. Reserve | GT2 | 95 | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: | AF Corse SRL | Ferrari F430 GT2 | nachgerückt |
| 4. Reserve | GT1 | 60 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg | Matech Competition | Ford GT1 | nachgerückt |
| 5. Reserve | GT2 | 86 | Niederlande | Spyker Squadron | Spyker C8 Laviolette GT2-R | kein Startplatz |
Ergebnisse
Piloten nach Nationen
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 28 Briten | Deutschland 17 Deutsche | Vereinigte Staaten 12 US-Amerikaner | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg 10 Schweizer | |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 8 Italiener | Niederlande 8 Niederländer | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 5 Dänen | ||
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 4 Österreicher | Datei:Flag of Brazil.svg 3 Brasilianer | Datei:Flag of Finland icon.svg 3 Finnen | Datei:Flag of Argentina.svg 2 Argentinier | |
| Australien 2 Australier | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 2 Tschechen | Spanien 2 Spanier | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 1 Kanadier | |
| Schweden 1 Schwede | Datei:Flag of Slovakia.svg 1 Slowake |
Schlussklassement
<ref>24 Heures du Mans. (PDF) Automobile Club de l'Ouest, 13. Juni 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Juli 2010; abgerufen am 2. August 2013.</ref>
1 Unfall im Training
Nur in der Meldeliste
Weitere gemeldete Teams, Fahrzeuge und Fahrer finden sich in der Start- und Reserveliste.
Klassensieger
| Klasse | Fahrer | Fahrer | Fahrer | Fahrzeug | Platzierung im Gesamtklassement |
|---|---|---|---|---|---|
| LMP1 | Deutschland Timo Bernhard | Deutschland Mike Rockenfeller | Audi R15 TDI Plus | Gesamtsieg | |
| LMP2 | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Nick Leventis | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Danny Watts | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Johnny Kane | HPD ARX-01C | Rang 5 |
| LMGT1 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Gabriele Gardel | Saleen S7R | Rang 13 | ||
| LMGT2 | Deutschland Marc Lieb | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Richard Lietz | Deutschland Wolf Henzler | Porsche 997 GT3 RSR | Rang 11 |
Renndaten
- Gemeldet: 65
- Gestartet: 55
- Gewertet: 27
- Rennklassen: 4
- Zuschauer: 258.100
- Ehrenstarter des Rennens: Jean-Claude Killy, französischer Skifahrer und Sportfunktionär
- Wetter am Rennwochenende: heiß und trocken
- Streckenlänge: 13,629 km
- Fahrzeit des Siegerteams: 24:01:23.694 Stunden
- Runden des Siegerteams: 397
- Distanz des Siegerteams: 5410,713 km
- Siegerschnitt: 225,228 km/h
- Pole Position: Stéphane Sarrazin – Peugeot 908 Hdi FAP (#2) – 3:19,711 = 245,677 km/h
- Schnellste Rennrunde: Loïc Duval – Peugeot 908 Hdi FAP (#4) – 3:19,074 = 246,463 km/h
- Rennserie: zählte zu keiner Rennserie
Weblinks
Einzelnachweise
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